6.600 Kilometer, 16 Tage und ein Iltis, der einfach weiterfährt

6.600 Kilometer, 16 Tage und ein Iltis, der einfach weiterfährt

Team Iltis 183 blickt auf eine außergewöhnliche European 5000 zurück

Im Vorfeld hatten wir uns gefragt, was unser fast 40 Jahre alter Iltis wohl auf einer mehr als 6.000 Kilometer langen Rallye durch 9 Ländern (Deutschland, Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich, Andorra, Spanien, Belgien, Luxemburg) mit den Herausforderungen der Alpen, den Pyrenäen mit seinen zahlreichen Pässen und der spanischen Wüste leisten würde.

Nach 16 Tagen und 6.600 Kilometern können wir sagen: Der Iltis hat uns nicht enttäuscht.

Aber er hat uns einiges abverlangt.

Was als Abenteuer durch Europa begann, wurde für uns zeitweise zu einer echten Material- und Instandsetzungsschlacht – mit Werkzeug, Improvisation, technischer Unterstützung, Ersatzteilen und jeder Menge Teamgeist.

Von Bad Aibling über die Alpen

Gestartet sind wir südöstlich von München in Bad Aibling. Von dort führte die Strecke zunächst durch Österreich und Italien (Südtirol), weiter durch die Schweiz und über die Südalpen Frankreichs nach Spanien.

Immer wieder ging es über spektakuläre Hochalpenstraßen und zahlreiche Alpenpässe. Höhepunkte waren die Fahrten über die Großglockner-Hochalpenstraße (2.504 m), den Col de l’Iseran, der mit 2.764 m der höchste überfahrbare Gebirgspass der Alpen ist.  

Für Mensch und Maschine waren die langen Steigungen, die vielen Kehren und die teilweise extremen Abfahrten eine Herausforderung.

Die technische Belastung verteilt sich über die Route asymmetrisch: während die erste Hälfte (Alpen, Zentralmassiv) die Bremsen und die Thermik fordert, beansprucht die zweite Hälfte (Spanien, Pyrenäen) primär die Filterstruktur, das Fahrwerk und die Reifen durch Staub und raues Terrain.

Die erste Reparatur noch vor dem Start

Unsere erste technische Überraschung erwartete uns bereits auf dem Anmarsch nach Bad Aibling.

Die Lichtmaschine fiel aus.

Zum Glück hatten wir vorgesorgt und eine Ersatzlichtmaschine dabei. Also hieß es: Werkzeug raus, alte Lichtmaschine raus, Ersatzteil rein – und weiter.

Damit war das erste Problem gelöst.

Allerdings blieb es nicht dabei. Bei der Kontrolle (Technischer Dienst) stellten wir fest, dass eine Druckleitung unseres Turbodiesels einen Haarriss hatte und Diesel austrat.

Also suchten wir uns in Thüringen einen Instandsetzungsbetrieb für Landmaschinen. Ein Altgeselle konnte die Leitung kurzerhand löten und damit das Leck schließen.

Eine klassische Feldinstandsetzung – nur eben mitten in Deutschland.

Hinterhofwerkstatt statt Vertragswerkstatt

Nach den vielen Alpenstraßen machten sich in den Südalpen plötzlich starke Geräusche am linken Hinterrad bemerkbar.

Unser erster Verdacht: Radlager.

Eine französische Hinterhofwerkstatt brachte schließlich die Erleichterung – und gleichzeitig die nächste Herausforderung.

Es war nicht das Radlager.

Es waren, in Anführungszeichen, „nur“ die Spurstangenköpfe.

Einer davon war komplett ausgetrocknet und ausgeschlagen.

Das Problem: Ersatzteile waren nicht kurzfristig verfügbar.

Also wurde improvisiert.

Mit Rödeldraht wurde das Ganze zunächst provisorisch gesichert. Anschließend legten wir rund 300 Kilometer zurück, während wir parallel aus Deutschland die genaue Artikelnummer des benötigten Ersatzteils organisierten.

Es wird improvisiert

Und dann kam der vielleicht schönste Moment einer Ersatzteilsuche während einer Rallye:

Nîmes. Autoteilehändler. Telefonische Bestellung.

Das benötigte Teil war eigentlich für einen Porsche 911 vorgesehen – passte aber auch für unseren Iltis.

Um 16 Uhr bestellt, am nächsten Tag um 07:30 Uhr war das Ersatzteil da.

Nun musste es nur noch eingebaut werden.

Die alten, festgerosteten Verbindungen ließen sich natürlich nicht freiwillig lösen. Also kam durch einen versierten Schrauber „Hardy“, der die Rallye begleitete, Bunsenbrenner und Flex zum Einsatz.

Altes Teil raus, neues Teil rein – und weiter ging es.

Und dann kam die Kupplung

Am nächsten Tag erwischte es uns erneut.

Mitten im Kreisverkehr versagte plötzlich die Kupplung komplett.

Da war zunächst einmal Schluss und wir informierten Hardy.

Gemeinsam mit Hardy gingen wir auf Fehlersuche. Die Kupplung selbst war grundsätzlich in Ordnung. Mit Hilfe einer Endoskop Kamera deutete alles darauf hin, dass sich ein Fremdkörper im Kupplungsbereich befand – vermutlich ein abgebrochenes Teil.

Nur: Wie bekommt man einen Fremdkörper aus einem geschlossenen Kupplungssystem, wenn man nicht mal eben eine Werkstatt mit Hebebühne und Ersatzteilen zur Verfügung hat?

Die Lösung war ebenso ungewöhnlich wie erfolgreich.

Der Tipp von Hardy war, bei getretener Kupplung und eingelegtem vierten Gang den Iltis rückwärts zu schieben.

Und tatsächlich:

Der Fremdkörper veränderte seine Postion. Plötzlich ließ sich die Kupplung wieder ganz normal bedienen – butterweich.

Also hieß es erneut:

Weiterfahren!

Die Kupplung wird zum Dauerproblem

Ganz ausgestanden war die Sache allerdings nicht.

Auf der zweiten Hälfte der Rallye machte uns die Kupplung immer wieder Probleme. Bis sie schließlich am vorletzten Tag endgültig deutlich nachließ.

Erster und zweiter Gang ließen sich nicht mehr einlegen.

Also blieb nur eine Lösung:

Im Geländegang anfahren und direkt in den dritten Gang schalten.

Und hier zeigte sich wieder, was in dem alten Iltis steckt.

Der Turbodiesel nahm es erstaunlich gelassen hin und brachte uns trotzdem weiter.

Cabrio am Mittelmeer und Wüste in Spanien

Nach den Strapazen der Alpen führte unsere Strecke aus Südfrankreich heraus am Mittelmeer entlang.

Bei Temperaturen um die 30 Grad konnten wir den Iltis als Cabrio genießen.

Und plötzlich wurde aus dem alten Bundeswehrfahrzeug ein echter Hingucker.

Ob an Tankstellen, in Ortschaften oder auf den Straßen: Unser Iltis zog immer wieder interessierte Blicke auf sich. Ein fast 40 Jahre altes ehemaliges Militärfahrzeug, offen unterwegs am Mittelmeer – so etwas sieht man schließlich nicht jeden Tag.

Von Frankreich ging es weiter nach Spanien.

Auch die Fahrt durch die spanische Wüstenlandschaft war ein besonderes Erlebnis. Staub, Hitze, Weite und unser Iltis mittendrin – genau für solche Momente war das Fahrzeug gebaut worden.

Anschließend ging es über die Pyrenäen wieder Richtung Norden.

Bretagne, Normandie und der Endspurt

Über Frankreich führte die Route schließlich weiter in die Bretagne und Normandie.

Nach 16 Tagen, unzähligen Pässen, Hitze, Wüste, Küstenstraßen und einigen unfreiwilligen Instandsetzungen näherten wir uns dem Ziel.

Und tatsächlich:

Der Iltis erreichte das Ziel in Bernkastel-Kues.

Damit war die European 5000 für uns offiziell beendet.

Aber noch nicht die Fahrt.

Am selben Tag lagen noch einmal rund 600 Kilometer bis nach Hause vor uns.

Also hieß es: einsteigen, Motor starten und weiter Richtung Nordosten.

Und auch diese letzte Etappe hat unser Iltis geschafft.

6.600 Kilometer für den guten Zweck

Bei all dem Abenteuer, der Technik und den vielen Erlebnissen gab es für uns während der gesamten Rallye noch einen weiteren wichtigen Antrieb:

Wir wollten mit unserer Teilnahme etwas für den guten Zweck bewegen.

Wie bereits im Vorfeld angekündigt, haben wir unsere Rallye genutzt, um auf die Arbeit der NCL-Stiftung aufmerksam zu machen und Spenden für die Erforschung der seltenen Kinder-Demenz NCL (Neuronale Ceroid-Lipofuszinose) zu sammeln.

Und das Ergebnis macht uns sehr stolz:

Bis heute sind rund 1.700 Euro an Spenden zusammengekommen.

Dafür möchten wir uns bei allen Unterstützern ganz herzlich bedanken!

Doch die Spendenaktion läuft noch weiter. Bis zum Ende des Monats September besteht weiterhin die Möglichkeit, unser Charity-Projekt zu unterstützen.

Wer sich noch beteiligen möchte, kann hier direkt spenden:

Zur Spendenseite der NCL-Stiftung – Team Iltis 183

Jeder Beitrag hilft dabei, die Forschung zu dieser seltenen Erkrankung zu unterstützen und den betroffenen Kindern und ihren Familien eine Perspektive zu geben.

1.700 Euro sind für uns ein großartiges Zwischenergebnis – aber vielleicht schaffen wir gemeinsam bis Ende September noch die nächste Marke.

Was bleibt?

6.600 Kilometer.

16 Tage Teamgeist.

Unzählige Eindrücke bei halboffenen oder offenen Fahrten mit dem Iltis

100 Rallye-Teilnehmer.

Zahlreiche Alpenpässe bei bestem Wetter mit engen Kehren und Steigungen größer 14 %.

Frankreich, Spanien, Pyrenäen, Bretagne und Normandie.

Und jede Menge technische Herausforderungen.

Was uns besonders beeindruckt hat: Der Iltis ist trotz seines Alters immer wieder mit einfachen Mitteln zurück auf die Straße gebracht worden.

Lichtmaschine wechseln.
Dieselleitung löten.
Spurstangenkopf sichern und anschließend ersetzen.
Festgerostete Verbindungen mit Wärme und Kraft lösen.
Eine Kupplung durch Improvisation wieder zum Funktionieren bringen.

Vieles davon erinnert an eine Zeit, in der Instandsetzung noch stärker von mechanischem Verständnis, Improvisationsfähigkeit und handwerklichem Können geprägt war.

Und genau deshalb war diese Rallye für uns auch ein kleines Stück praktische Geschichte.

Der Iltis hat auf dieser Reise nicht nur Europa gesehen.

Er hat erneut bewiesen, dass Robustheit, einfache Konstruktion und Reparierbarkeit auch nach Jahrzehnten noch einen Wert haben.

Vielleicht war die European 5000 deshalb nicht nur eine Rallye.

Vielleicht war sie auch ein kleiner Praxistest für die Frage, die wir uns bereits im Vorfeld gestellt hatten:

Brauchen wir irgendwann einen „Iltis 2.0“ – ein modernes Fahrzeug, das die Möglichkeiten heutiger Technik mit der Robustheit, Einfachheit und Instandsetzbarkeit des alten Iltis verbindet?

Unser Iltis hat jedenfalls seine Antwort gegeben:

Er fährt.

Und wenn er muss, dann fährt er auch noch ein Stück weiter.

Team Iltis 183

Carsten Brammer & Volker Zarth

Kameradschaft NORDWEST besuchte BLG – Logistics in Bremerhaven

Besuch der Kameradschaft NORDWEST am 22. September 2026, bei der Bremer Lagerhaus Gesellschaft – Logistik (BLG -Logistics) in Bremerhaven.

Mit 18 interessierten Personen erhielten wir einige Einblicke in die Firmenstruktur und den drei wichtigsten Unternehmensbereichen. Dazu begrüßte und führte uns durchs Programm der Geschäftsführer BLG Projects Logistics Herr Thomas Leiber, auch Mitglied des Blauen Bund e.V. und der Kameradschaft NORDWEST und der Geschäftsführer BLG Autoterminal Herr Jan Bellendorf.

                        

Geschäftsführer BLG     Geschäftsführer Autoterminal   Besuchergruppe NORDWEST 

Herr Thomas Leiber               Herr Jan Bellendorf

Die BLG wurde bereits 1877 als Aktiengesellschaft gegründet, hat Ihren Hauptsitz in Bremen und gehört der Freien Hansestadt Bremen. Zu Ihr gehören knapp 100 Standorte und Niederlassungen in Europa, Amerika, Afrika und Asien, mit mehr als 10.000 Mitarbeitenden.

Die drei Säulen der Unternehmensbereiche sind CONTRACT, AUTOMOBILE und CONTAINERUMSCHLAG.

Unter CONTRACT bietet die BLG Logistics die Realisierung passgenauer Lager-logistik- und Speditionslösungen an. Die Entwicklung und den Betrieb von technisch hochkomplexen Logistikanlagen Betreut 45 Standorte und bewirtschaftet 1,6 Mio. qm Hallenfläche.

In dem Bereich AUTOMOBILE, ist die BLG Logistics führender Automobil-Logistik-dienstleister in Europa im Umschlag. Das heißt an 23 Standorten | mit ca. 4,2 Mio. Fahrzeugen, weltweite Logistik für Fertigfahrzeuge. Transport über Land und Schiene, betreiben von Seehäfen und Innlandterminals. Ein wichtiger Baustein neben der kurzfristigen Lagerung und Umschlag, ist eine technische Befundung und firmengerechte Instandhaltung unter hohem Standard und qualitativen Niveau.

Der Bereich CONTAINERUMSCHLAG erfolgt in enger Zusammenarbeit mit EUROGATE. In Europa ist dies der führende reedereiunabhängige Terminal-betreiber. Auf zwölf Terminals weltweit an 9 Standorten, erfolgt der Container-umschlag.

Im praktischen Anteil des Besuchs wurde uns die Sequenz AUTOMOBILE durch Herrn Jan Bellendorf präsentiert, indem wir eine Rundfahrt über die entsprechenden Sektionen Nordhafen, Planhafen, ABC Halbinsel und Kaiserhafen durchführten. So lernten wir 50% der Hafenfläche, 3 Mio. m² für Automobile mit 70.000 Fzg-Stell-plätzen kennen. 3 Mio. m² weiterhin werden für den Container Terminal genutzt.

3 Technik-Zentren stellen die größte Autowerkstatt Europas dar. Diese besitzen ein umfassendes Leistungsspektrum wie, Lackiererei, Smart Repair, Autowäsche, Fahrzeugvor-bereitung, professionelle Innenreinigung, Einbau von Sonderzubehör, individuelle Umbauten und PDI. Eine davon konnten wir uns auch im Detail anschauen.

Insgesamt ging der Besuch von drei Stunden wieder viel zu schnell vorbei, es konnten einige Fragen geklärt werden, da ein Großteil der Teilnehmer auch aus dem Bereich Instandhaltung des LogÜbZ der Bw der LogSBw kam.

Ein besonderen Dank konnte unser Stellvertreter Vorsitzende der Kameradschaft NORDWEST Oberstlt Norman Willared an Herrn Leiber und Herrn Bellendorf aussprechen, es war ein gelungener Nachmittag mit einem aktuellen Überblick über die BLG Logistics in Bremerhaven.

Autor: © Oberstlt a.D. Michael Janczyk

Fotos: © Kameradschaft NORDWEST

Mit dem Iltis durch Europa – Technik, Kameradschaft und ein guter Zweck

Zwei Mitglieder des Blauen Bundes starten mit einem ehemaligen Bundeswehr-Fahrzeug bei der European 5000

Was haben ein ehemaliges Bundeswehr-Fahrzeug aus der Zeit des Kalten Krieges, zwei Mitglieder des Blauen Bundes, mehrere tausend Kilometer durch Europa und die Unterstützung einer Stiftung für die Erforschung einer seltenen Kinder-Demenz gemeinsam? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel. Auf den zweiten Blick eine ganze Menge.

Im September gehen Carsten Brammer, Oberstleutnant d.R., und Volker Zarth, Oberstabsfeldwebel a.D., als Team Iltis 183 bei der European 5000 an den Start. Ihr Rallyefahrzeug ist dabei kein moderner SUV und schon gar kein Hightech-Rennwagen, sondern ein Fahrzeug, das viele Mitglieder des Blauen Bundes noch aus ihrer aktiven Dienstzeit kennen dürften: Der VW Iltis, Typ 183. Und genau das macht diese Rallye für uns zu etwas Besonderem.

Ein Fahrzeug aus einer anderen Zeit

Der Iltis wurde Ende der 1970er-Jahre für die Bundeswehr eingeführt und war bis in die 1990er-Jahre hinein ein wichtiger Bestandteil der Fahrzeugflotte. Entwickelt für die Anforderungen der damaligen Landes- und Bündnisverteidigung, war der Iltis konsequent auf Robustheit, Geländegängigkeit und Instandsetzbarkeit unter schwierigen Bedingungen ausgelegt. Elektronische Steuergeräte und umfangreiche Sensortechnik waren nicht erforderlich. Stattdessen dominierten mechanische Lösungen, robuste Komponenten und eine Konstruktion, die auch unter Bedingungen funktionieren sollte, unter denen eine Werkstatt mit umfangreicher Infrastruktur nicht zur Verfügung stand. Besonders interessant aus Sicht der Instandsetzung: Viele Komponenten waren konstruktiv einfach gehalten und teilweise zwischen Vorder- und Hinterachse identisch oder austauschbar. Das reduzierte die Ersatzteilvielfalt und erleichterte die Feldinstandsetzung.

Genau diese Philosophie passt zu dem, was den Bereich Logistik und Instandsetzung bis heute auszeichnet: Ein Fahrzeug muss nicht nur funktionieren – es muss auch unter den Bedingungen instand gesetzt werden können, unter denen es eingesetzt wird.

Vom Dornröschenschlaf auf die Rallyestrecke

Unser Iltis hat selbst bereits eine kleine Geschichte hinter sich. Von 2004 bis 2021 stand das Fahrzeug still, bevor es in einer Garage wiederentdeckt wurde. Für Carsten Brammer war schnell klar: Dieser Iltis gehört nicht ins Museum – er gehört zurück ins Gelände. Mit viel persönlichem Engagement wurde das Fahrzeug restauriert und wieder fahrbereit gemacht. Nun bekommt der Iltis erneut Auslauf – allerdings nicht im militärischen Einsatz, sondern auf einer ganz besonderen Mission durch Europa. Die Rücksitze weichen der Rallyeausrüstung und aus dem ehemaligen Dienstfahrzeug wird wieder ein Expeditionsfahrzeug. Mit zwei Besatzungsmitgliedern, möglichst wenig elektronischem Komfort und viel mechanischer Technik geht es auf die Strecke.

Zwei Instandsetzer – eine gemeinsame Geschichte

Team Iltis 183 besteht aus Carsten Brammer und Volker Zarth, beide sind dem Blauen Bund seit vielen Jahren eng verbunden.

Carsten Brammer ist Oberstleutnant d.R. und beorderter Reservist. Im zivilen Berufsleben ist er Niederlassungsleiter West der Heeresinstandsetzungslogistik GmbH (HIL).

Volker Zarth ist Oberstabsfeldwebel a.D. und war über viele Jahre Mitarbeiter der HIL. Mehr als 25 Jahre engagierte er sich zudem im Vorstand des Blauen Bundes. Darüber hinaus war Volker maßgeblich am Aufbau der Koordinierungsstelle der Technischen Schule des Heeres (TSH) in Aachen beteiligt und engagierte sich beim Helpdesk-Einsatz vor Ort.

Damit treffen bei dieser Rallye nicht nur zwei Rallyefahrer aufeinander, sondern zwei Menschen mit einer gemeinsamen beruflichen und kameradschaftlichen Vergangenheit – und mit einer besonderen Verbindung zu Technik, Logistik und Instandsetzung.

Alte Technik auf neuen Wegen

Natürlich kann ein fast 50 Jahre altes Fahrzeug nicht mit einem modernen Fahrzeug hinsichtlich Komfort, Assistenzsystemen oder elektronischer Vernetzung konkurrieren. Aber genau darin liegt der Reiz. Der Iltis zeigt eindrucksvoll, welche Möglichkeiten eine konsequent auf Robustheit, Einfachheit, Modularität und Reparierbarkeit ausgelegte Konstruktion bietet. Und vielleicht ist das mehr als nur nostalgisch. Angesichts der Erfahrungen moderner Konflikte und der zunehmenden Bedeutung von Resilienz, Durchhaltefähigkeit und dezentraler Instandsetzung lohnt es sich durchaus, einen Blick zurückzuwerfen.

Wie viel Elektronik braucht ein Fahrzeug tatsächlich? Wie abhängig darf ein militärisches Fahrzeug von Diagnosegeräten, spezieller Infrastruktur und komplexen Lieferketten sein? Und wie wichtig ist es, dass ein Fahrzeug auch mit begrenzten Mitteln und durch geschultes Personal vor Ort instand gesetzt werden kann?

Iltis 2.0?

Vielleicht steckt in der Philosophie des Iltis auch ein kleiner Denkanstoß für die Zukunft.

Natürlich wird ein modernes Gefechtsfahrzeug nicht einfach durch die Technik der 1970er-Jahre ersetzt werden können. Vernetzung, Schutz, Sensorik und moderne Antriebstechnik sind heute unverzichtbar. Aber vielleicht könnte man beides miteinander verbinden: Die Robustheit und Reparierbarkeit des Iltis mit den Möglichkeiten moderner Technik.

Ein Fahrzeug, das geländegängig, modular, möglichst wartungsarm und vor allem auch unter widrigen Bedingungen instandsetzbar ist. Ein „Iltis 2.0“ – nicht als nostalgische Rückkehr, sondern als Denkanstoß für ein resilienteres Fahrzeugkonzept der Zukunft.

Die European 5000 bietet uns dabei die Möglichkeit, die Fähigkeiten unseres alten Iltis erneut unter Beweis zu stellen – nicht auf einem Übungsplatz, sondern auf tausenden Kilometern durch Europa.

Das Fahrzeug ist für die Rallye European 5000 vorbereitet, die am 04.09.2026 startet.
Das Fahrzeug ist für die Rallye European 5000 vorbereitet, die am 04.09.2026 in Bad Aibling startet.

Rallye für einen guten Zweck

Bei aller Technik und allem Abenteuer steht für uns jedoch ein anderer Gedanke im Mittelpunkt. Wir möchten die Rallye nutzen, um auf die Arbeit der NCL-Stiftung aufmerksam zu machen und Spenden für die Erforschung der seltenen Kinder-Demenz NCL (Neuronale Ceroid-Lipofuszinose) zu sammeln. Die Erkrankung verändert das Leben betroffener Kinder und ihrer Familien dramatisch. Die Erforschung dieser seltenen Erkrankung ist deshalb auf Aufmerksamkeit und Unterstützung angewiesen.

Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Mitglieder und Freunde des Blauen Bundes unser Charity-Projekt unterstützen.

Jede Spende hilft.

Mehr Informationen zur NCL-Stiftung:

www.ncl-stiftung.de

Direkt zu unserer Spende:

Zur Spendenseite der NCL-Stiftung

Eine Reise mit vielen Facetten

Wenn sich im September der Iltis auf den Weg durch Europa macht, nehmen wir deshalb mehr mit als nur Werkzeug, Ersatzteile und Rallyeausrüstung.

Wir nehmen ein Stück Bundeswehr- und Instandsetzungsgeschichte mit.

Wir nehmen die Kameradschaft des Blauen Bundes mit.

Und wir nehmen die Hoffnung mit, mit unserem Abenteuer etwas für einen guten Zweck beitragen zu können.

Vielleicht beweist der alte Iltis auf seiner Reise nicht nur, dass gute Konstruktionen auch nach Jahrzehnten noch funktionieren. Vielleicht erinnert er uns auch daran, dass manchmal ein Blick zurück notwendig ist, um Ideen für die Zukunft zu entwickeln.

Wer uns folgen möchte, kann es hier.

 

 

Autoren/Bildrechte: OTL d.R. Carsten Brammer und OStFw a.D. Volker Zarth

FTS und SIMA bündeln Kräfte zur Modernisierung europäischer Verteidigung

Im Rahmen des heutigen German-Danish Defence Network Forum auf dem Luftwaffenstützpunkt Karup (Dänemark) haben Flensburg Technology Systems (FTS) und SIMA Innovation (SIMA) eine strategische Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um ihr Know-how in den Bereichen militärischer Fahrzeugplattformen sowie fortschrittliche Ring- and Weapon-Mount-Technologien zu bündeln. Im Mittelpunkt der Partnerschaft stehen gemeinsame Entwicklungen, Systemintegration sowie koordinierte Marktaktivitäten mit dem Ziel, Streitkräften weltweit verbesserte Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen.

In einer Zeit, in der die europäischen Staaten ihre Verteidigungsfähigkeiten rasant ausbauen, sind beide Unternehmen der Überzeugung, dass eine engere industrielle Zusammenarbeit unerlässlich ist, um die Bereitstellung einsatzrelevanter und zukunftsfähiger Lösungen zu beschleunigen, die auf dem Gefechtsfeld von morgen den entscheidenden Unterschied ausmachen können.

Durch die Bündelung von deutscher Fahrzeugexpertise und dänischer Ringmount-Innovation werden FTS und SIMA Lösungen fördern, die auf offener Architektur und Modularität basieren und es Kunden ermöglichen, ihre Fähigkeiten entsprechend den sich wandelnden operativen Anforderungen zu erweitern und anzupassen.

Die Zusammenarbeit unterstreicht zudem die Bedeutung einer starken und resilienten Basis der europäischen Verteidigungsindustrie, in der grenzübergreifende Partnerschaften dazu beitragen, die Einsatzbereitschaft zu beschleunigen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Streitkräfte Zugang zu modernsten Systemen haben, die auch weit in die Zukunft hinein relevant bleiben.

Quelle/Bildrechte (AI-generated): FTS

Schnelle und lebensrettende Verwundetenversorgung: Bundeswehr beschafft weitere mobile Rettungsstationen

Die medizinische Versorgung verwundeter Soldatinnen und Soldaten ist der Kernauftrag des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Die Präsidentin des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), Annette Lehnigk-Emden, beauftragte dazu am 13.07.2026 den Lieferanten Rheinmetall Project Solutions GmbH (RhPS) mit der Lieferung von 149 zusätzlichen mobilen Rettungsstationen.

Bei den Rettungsstationen handelt es sich um ein Teilprojekt des Großvorhabens Modulare Sanitätseinrichtungen (MSE). Bei den MSE handelt es sich um containerbasierte, mobile Behandlungseinrichtungen. Sie werden maßgeblich dazu beitragen, dass verwundete Soldaten und Soldatinnen über die gesamte Rettungskette hinweg die medizinische Versorgung bekommen, die sie benötigen.

Die neu bestellten Rettungsstationen sind ein Teil der MSE und bilden die NATO-Behandlungsebene 1 ab. Diese Ebene folgt direkt auf die Selbst- und Kameradenhilfe und hat ihren Schwerpunkt in der notfallmedizinischen Versorgung. Konkret bedeutet das Aufrechterhaltung und Sicherung der Vitalfunktionen sowie die Vorbereitung bzw. Stabilisierung für den Weitertransport. Zudem besteht die Möglichkeit, erste notfallchirurgische Eingriffe (z.B. chirurgische Wundbehandlung) vorzunehmen. Somit werden die neuen Stationen die erste Anlaufstelle für verwundete Soldatinnen und Soldaten. Die dort vorgenommene Akutversorgung ist für die Rettung von Menschenleben von entscheidender Bedeutung, wie der aktuelle Krieg in der Ukraine zeigt.

Jede mobile Rettungsstation besteht aus zwei Containern, einem Verbindungselement sowie der dafür erforderlichen Transportkomponente. Sämtliche notwendigen medizinischen Geräte werden in der Rettungsstation mitgeführt. Daher kann die Rettungsstation mitsamt ihrem Personal innerhalb kürzester Zeit transportiert, aufgebaut, betrieben, wieder abgebaut und an den nächsten Einsatzort verbracht werden. Somit kann der Sanitätsdienst den kämpfenden Truppen unmittelbar folgen.

Bei der neuen Bestellung handelt es sich um einen Abruf aus dem 2024 geschlossenen Rahmenvertrag zwischen dem BAAINBw und der Firma RhPS. Mit Vertragsschluss wurden bereits 16 Rettungsstationen fest beauftragt. Nun wurde der Abruf von weiteren 149 Rettungsstationen gebilligt. 112 dieser Stationen sind ballistisch – also gegen den Beschuss aus Handwaffen und gegen Splitterwirkung – geschützt.

Der neue Abruf ist ein Meilenstein der Regeneration der Rettungsstationen der Bundeswehr. Die jetzt im Einsatz befindlichen Stationen wurden Anfang der 2000er Jahre beschafft. Sie werden nun bis zum Ende des Jahres 2029 nach und nach durch die neuen Stationen ersetzt. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hatte den Rahmenvertragsabruf am 08. Juli 2026 gebilligt.

Quelle: PIZ BAAINBW Bildrechte: Rheinmetall AG | RH-Internal

Neue Ausgabe: Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung 3/2026

30 Jahre Kommando Spezialkräfte: In der neuen Ausgabe der „Militärgeschichte“ geht es um die Aufstellung des KSK 1996. Nur wenige Jahre später wurde der Afghanistaneinsatz beschlossen – dieser Einsatz, der vor beinahe 25 Jahren begann, ist ebenfalls Thema der Ausgabe. Weitere Beiträge widmen sich dem Boxerkrieg in China, der Schlacht um Kiew von 1941 und der „Starfighter“-Krise.

Das Kommando Spezialkräfte

Die Geschichte des Kommandos Spezialkräfte begann vor 30 Jahren, oder? Offiziell in Dienst gestellt wurde es am 20. September 1996. Doch erste Überlegungen, dass die Bundeswehr eigene Spezialkräfte benötigt und wie diese aussehen sollten, gab es bereits wesentlich früher, wie Martin Rink in seinem Beitrag aufzeigt. Diese Vorgeschichte reicht sogar über das Jahr 1994 hinaus, das allgemein als Startschuss für den Aufbau des KSK gilt. Damals gelang es aufgrund fehlender Kräfte nicht, deutsche Staatsbürger aus dem von Bürgerkrieg zerrissenen Ruanda zu evakuieren. Es war deutlich geworden, dass die Bundeswehr ein neues Aufgabenspektrum abdecken musste. Zugleich stellte sich die Frage, wie denn der Soldat, der diesem neuen Kommando angehörte, aussehen sollte: Wollte man einen Kämpfer à la John J. Rambo, einen smarten Offizier im Stil eines James Bond oder war ein völlig anderer Typ gefordert und erwünscht?

25 Jahre Afghanistaneinsatz

Angehörige des KSK waren dann auch unter den ersten Kräften, die nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 in Afghanistan zum Einsatz kamen – ein Einsatz, der wohl zu den prägendsten der bisherigen Bundeswehrgeschichte gehört. Über 20 Jahre waren dort Tausende Soldatinnen und Soldaten im Einsatz – sie machten Erfahrungen mit Kampf und Verlust und mussten am Ende mit ansehen, wie das Land nach dem Abzug wieder in die Hände der Taliban fiel. Wie konnte es dazu kommen und was war überhaupt das ursprüngliche Ziel dieses Einsatzes gewesen?Warum die Bundesregierung im Dezember 2001 entschied, sich an dem Kampfeinsatz zu beteiligen, untersucht Philipp Münch in seinem Beitrag. Dabei macht er deutlich, dass politische Überlegungen zur außenpolitischen Stellung Deutschlands eine tragende Rolle spielten.

Der „Starfighter“ – eine gefährliche Affäre?

Pannen, Pech und praktische Fehler führten zu einer der tragischsten Unfallserien der Bundeswehrgeschichte. Der „Starfighter“ war für die Bundeswehr in den 1960er-Jahren beschafft worden, um unter anderem die deutsche nukleare Teilhabe im NATO-Bündnis abzusichern. Doch alsbald entwickelte er sich zum „Witwenmacher“. Zwischen 1964 und 1966 kam es zu mehr als 40 Totalausfällen. Dass den im „Starfighter“ verbauten Schleudersitzen daher eine besondere Bedeutung zufiel, zeichnet Heiner Möllers in seinem Beitrag für unsere Rubrik „Militärgeschichte im Bild“ nach.

Das Boxerprotokoll

Einem bislang in der Forschung eher unterbelichteten Thema widmet sich der Beitrag von Martin Schulz, der sich mit dem Boxerprotokoll von 1901 befasst. Das um die Jahrhundertwende politisch schwache China stand unter dem Druck ausländischer westlicher Mächte, die sich Einflusszonen im Fernen Osten sichern wollten. Dagegen formierte sich in China die sogenannte Boxerbewegung; der Widerstand weitete sich zu einem Krieg aus. Doch die nur rudimentär bewaffneten Boxer hatten keine Chance gegen die modern ausgerüsteten internationalen Truppen. Als Ergebnis der militärischen Auseinandersetzung musste die chinesische Seite dem Boxerprotokoll zustimmen, das eine politische Demütigung war und harte wirtschaftliche Sanktionen beinhaltete.

Die Schlacht um Kiew

Kiew war in der Geschichte schon mehrfach Schauplatz entscheidender militärischer Kämpfe. Zuletzt versuchten die russischen Truppen bei ihrem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022, die ukrainische Hauptstadt mit einem schnellen Vorstoß einzunehmen – und scheiterten. Auch im Zweiten Weltkrieg spielte Kiew eine zentrale Rolle, wie Chris Helmecke aufzeigt: Die Stadt war zentraler Streitpunkt zwischen Adolf Hitler und der militärischen Führung darüber, wie der Krieg im Osten weitergeführt werden sollte. Sollte es gen Moskau gehen, um das politische Zentrum der Sowjetunion einzunehmen, oder war die südliche Region mit ihren kriegswichtigen Ressourcen das strategisch sinnvollere Ziel? Im Spätsommer 1941 wurde die ukrainische Metropole schließlich zum Schauplatz einer der größten Kesselschlachten der Geschichte und auch zum Tatort der wohl bekanntesten einzelnen Massenerschießung von Jüdinnen und Juden in Babyn Jar. Damit gehört sie zu den zentralen Orten nationalsozialistischer Vernichtungspolitik.

Die Ausgabe finden Sie kostenlos zum Download auf unserer Website.

Quelle: Pressestelle ZMSBw/Bildrechte: SKA/IMZBw

Truppenbesuch des Bundesministers der Verteidigung – Boris Pistorius zu Gast beim Versorgungsbataillon in Unna

Unna – Der Bundesminister der Verteidigung, Boris Pistorius, besuchte am Dienstag, den 21. Juli 2026, das Versorgungsbataillon 7 in Unna. Der Besuch stand im Zeichen der Landes- und Bündnisverteidigung sowie der wachsenden Bedeutung leistungsfähiger militärischer Logistik. Bei dem rund 1.000 Soldatinnen und Soldaten starken Verband informierte sich der Minister über Fähigkeiten, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Bataillons.

Das Versorgungsbataillon 7 bildet das logistische Rückgrat der Panzerbrigade 21 „Lipperland“, der ersten Brigade des Heeres, die vollständig den Mittleren Kräften zugeordnet ist. Diese verbinden die hohe taktische Beweglichkeit radbeweglicher Kräfte mit ausreichender Kampfkraft und strategischer Verlegefähigkeit innerhalb des NATO-Bündnisgebietes. Ohne eine leistungsfähige Logistik wären diese Fähigkeiten nicht dauerhaft einsatzbereit.

Zu den Kernaufgaben des Bataillons gehören Nachschub, Transport, Materialbewirtschaftung, Instandsetzung sowie die Versorgung der Truppe mit Munition, Betriebsstoffen, Ersatzteilen, Wasser und Verpflegung. Darüber hinaus werden beschädigte Fahrzeuge geborgen, instandgesetzt oder für die weitere Instandsetzung vorbereitet. Mobile Instandsetzungstrupps können Schäden möglichst nahe am Einsatzort beheben und dadurch die Einsatzbereitschaft wesentlich erhöhen.

Für diese Aufgaben nutzt der Verband moderne geschützte und ungeschützte Transportfahrzeuge, Wechselladersysteme, Schwerlasttransportkapazitäten, Werkstattcontainer sowie spezialisierte Berge- und Instandsetzungssysteme. Dadurch können sowohl einzelne Fahrzeuge als auch komplette Gefechtsverbände versorgt und unterstützt werden.

Der Verteidigungsminister im Gespräch mit Soldaten des Versorgungsbataillons 7

Während des Truppenbesuchs erhielt der Bundesminister Einblicke in die Versorgungskette des Heeres – von der Materialannahme über Transport und Nachschub bis hin zur Instandsetzung komplexer Waffensysteme. Dynamische Vorführungen zeigten die Instandsetzung von Großgerät sowie logistische Abläufe unter möglichst realitätsnahen Bedingungen. Ergänzt wurde das Programm durch Gespräche mit Soldatinnen und Soldaten sowie die Begleitung eines Ausbildungsabschnittes der Basisausbildung.

Vor Ort besuchte der Minister auch die Rekruten der Basisausbildung

Die militärische Logistik hat durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die stärkere Ausrichtung der Bundeswehr auf die Landes- und Bündnisverteidigung erheblich an Bedeutung gewonnen. Hohe Einsatzbereitschaft setzt eine belastbare Versorgungskette voraus. Das Versorgungsbataillon 7 leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag und stellt sicher, dass Kampftruppen auch bei längeren Operationen durchhaltefähig bleiben.

Autor: Pressestelle der 1. Panzerdivision, 22.07.2026

Bilder: ©Bundeswehr/Jens Hartet

Offizierbriefübergabe und Beförderung zum Fahnenjunker im Krönungssaal des Aachener Rathauses: Verantwortung übernehmen in schwierigen Zeiten

Nach fünfzehn fordernden Lehrgangswochen haben die rund 29 Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter der Hörsäle 15b und 16b am 1. Juli 2026 durch Brigadegeneral Stephan Kurjahn ihren Offizierbrief im feierlichen Rahmen des Krönungssaals des Aachener Rathauses verliehen bekommen. Auch für die Soldatinnen und Soldaten des achtwöchigen Grundpraktikums war es ein ereignisreicher Tag. Es wurden insgesamt 46 Soldatinnen und Soldaten zum Fahnenjunker befördert.

Neben dem Schulkommandeur Brigadegeneral Stephan Kurjahn, welcher in seiner Rede die Verflechtungen von Bundeswehr, Gesellschaft und Politik herstellte, begrüßten und beglückwünschten direkt mehrere Ehrengäste aus der Politik die jungen Soldatinnen und Soldaten an ihrem besonderen Tag und richteten ebenfalls das Wort an die Anwesenden.

„Verantwortung, Pflichterfüllung und Führungswille“

„Die Zurückstellung individueller Interessen, das Tragen von Entbehrungen bis hin zum Einsatz des Lebens gehören zu den Herausforderungen, denen Sie sich als Offizier jederzeit stellen müssen bzw. Sie sich darauf einstellen sich diesen zu stellen“, appelliert Brigadegeneral Stephan Kurjahn an den jungen Führungsnachwuchs.

Brigadegeneral Stephan Kurjahn begrüßt den jungen Führungsnachwuchs sowohl mit aufbauenden, als auch mit ernsten Worten für ihren weiteren Werdegang. ©Bundeswehr/Aleksej Evert

Vor diesem Hintergrund wurden zusätzlich zu der Offizierbriefvergabe und den Beförderungen der OG (OA) Bode aus dem Hörsaal 15b zum Lehrgangsbesten und der OG (OA) Borm zum Hörsaalbesten seines Hörsaals durch die Ehrengäste Frau Abgeordnete des Bundestages Claudia Moll, Frau Abgeordnete des Bundestages dos Santos-Wintz, den Städteregierungsrat Herrn Dr. Grüttemeyer und den Oberbürgermeister Herrn Dr. Michael Ziemons ausgezeichnet. Hier zeigte sich neben der hohen Wertschätzung der Leistung der beiden jungen Soldaten ebenso die Wertschätzung, welche die Bundeswehr, und damit besonders auch die Technische Schule des Heeres, in Aachen genießt.
Im Anschluss an die Beförderung und die Vergabe lud die Technische Schule des Heeres die Soldatinnen und Soldaten sowie deren Angehörige, Familie und Freunde zu einem Standing Lunch ein, um auf die frisch ausgezeichneten und beförderten Kameradinnen und Kameraden anzustoßen und zu feiern.

Impressionen:

Erstveröffentlichung im Intranet der TSH, 01.07.2026

Autor: OLt Viktoria Overhage

Bilder: ©Bundeswehr/Aleksej Evert

„Wenn Logistik entscheidet“ Treffen K NORDWEST mit BVL WESER EMS

Am 10.06.2026 führte die Kameradschaft Nordwest eine Informations- und Kohäsionsveranstaltung mit der Regionalgruppe Weser-Ems der Bundesvereinigung Logistik (BVL) in Garlstedt durch. Mit 35 Teilnehmenden aus beiden Gruppierungen war dies seit einiger Zeit wieder ein erfreulich gut besuchtes Event. Als Durchführungsort diente das Logistische Übungszentrum (LogÜbZ) an der Logistikschule der Bundeswehr (LogSBw). Der Leiter der LogÜbZ und Vorsitzende der Kameradschaft Nordwest, Oberst Christoph Schladt, informierte in einem 45 minütigen Vortrag über die Handlungsfelder der Schule und insbesondere über die Inhalte und aktuellen Entwicklungen im LogÜbZ.

Leiter LogÜbZ und Vorsitzender NORDWEST Oberst Christoph Schladt

Besonders plastisch wurde dies für die Teilnehmenden, durch die gerade stattfindende Übung BLUE CORE des Logistikbataillons 461 aus Waldürn. Hierdurch konnte man mit dem Blick nach links und rechts bereits während des Vortrages das LogÜbZ und die Übungstruppe live erleben. Daran anschließend wurde in drei Stationen auf ausgewählte Themen noch detaillierter eingegangen. Die Infrastruktur des LogÜbZ wurde durch einen Rundgang und Blick hinter die Kulissen gezeigt. Möglichkeiten der Übungssteuerung und -auswertung wurden durch eine Einweisung in die Zelle Transportsimulation erläutert. Ein weiteres Highlight war für die Teilnehmenden der Blick in die Zukunft und Weiterentwicklung durch die Präsentation des Projektes Augmented-Common-Operational-Picture ACOP. In dieses Projekt zur möglichen Einbindung von AR-Brillen und entsprechender Software ist das LogÜbZ gemeinsam mit der Bundeswehruniversität Hamburg und der Firma Hensoldt eingebunden.

Den Abschluss fand die Veranstaltung im Kasino „Roland Club“ der LogSBw. In gemeinsamer Runde mit interessantem Austausch, guten Gesprächen und Verfestigung der Netzwerke erfüllte der Tag damit einen weiteren wichtigen Aspekt der Arbeit in beiden Vereinigungen. Beide Vorstände waren sich einig, dass diese fruchtvolle Verbindung fortgeführt werden sollte und sprachen gegenseitige Einladungen zu weiteren Maßnahmen aus.

v.l. Regionalgruppensprecher Weser Ems Heiko Müller,

Ehrenpräsident der BVL Prof.Dr. Thomas Wimmer und

Geschäftsführer K NORDWEST Oberstlt a.D. Michael Janczyk

Der Vorstand der Kameradschaft Nordwest plant als nächstes zwei Veranstaltung, am 22. September Besuch der BLG in Bremerhaven unterstützt durch unser Mitglied Thomas Leiber und am 06. Oktober auf Einladung unseres Mitgliedes Carsten Leopold einen Besuch der Firma CHS-Container in Bremen.

Autor: © Oberst Christoph Schladt und Oberstlt a.D. Michael Janczyk

Fotos: © Kameradschaft NORDWEST

 

Deutsche und niederländische Unterstützungsfähigkeiten im gemeinsamen Fokus

Der Befehlshaber des Unterstützungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Gerald Funke, empfing in dieser Woche seinen niederländischen Counterpart, Generalleutnant Jan-Willem Maas, zu einem offiziellen Besuch in Bonn.

Das Verteidigungsunterstützungskommandos der Streitkräfte des Königsreichs der Niederlande (DOSCO) und das Unterstützungskommando der Bundeswehr verfolgen vergleichbare Ansätze und Aufgabenprofile bei der Unterstützung ihrer Streitkräfte. Die Niederlande zählen dabei zu den engsten und verlässlichsten Partnern Deutschlands im militärischen Bereich.

Im Mittelpunkt der Gespräche in Bonn standen aktuelle Herausforderungen der logistischen und militärischen Unterstützung, Fragen der Interoperabilität sowie Möglichkeiten zur weiteren Intensivierung der Zusammenarbeit. Beide Generäle verbindet seit Jahren ein vertrauensvoller und enger fachlicher Austausch.

Zum Besuchsprogramm gehörten auch Vorführungen auf Truppenübungsplatz in Putlos. Dort erhielt die niederländische Delegation Einblicke in militärischen Fähigkeiten des Unterstützungsbereichs mit besonderem Fokus auf das Spezialpionierwesen mit dem Feldlagerbetrieb sowie mit mobilen Betankungsfähigkeiten. Für beide Streitkräfte sind die Unterstützungsfähigkeiten begrenzte Ressourcen, deren gemeinsame Nutzung operative Vorteile mit sich bringt. Gerade in Litauen zeigt sich: Unsere Streitkräfte kämpfen gemeinsam, also unterstützen wir auch gemeinsam.

Generalleutnant Funke betonte die Bedeutung des kontinuierlichen Dialogs: „Unsere Streitkräfte stehen vor vergleichbaren Herausforderungen. Gerade deshalb ist der enge und vertrauensvolle Austausch mit meinem niederländischen Partner von herausragendem Wert. Gemeinsam stärken wir unsere Fähigkeiten, unsere Einsatzbereitschaft und unsere Fähigkeit zur Unterstützung im Bündnis.“

Der Besuch von Generalleutnant Maas setzt die enge deutsch-niederländische Zusammenarbeit konsequent fort und unterstreicht den gemeinsamen Anspruch, Unterstützungs- und Logistikfähigkeiten im multinationalen Rahmen weiterzuentwickeln – das verdeutlichte auch Generalleutnant Maas:

„Military support does not stop at national borders. NATO readiness depends on our ability to operate, sustain, and adapt together with trusted and reliable partners. Strengthening our cooperation with Germany is therefore not only practical, but essential. Shared values create the foundation; strong personal relationships create the trust to succeed together.“

Quelle/Bildrechte: Unterstützungskommando der Bundeswehr Presse- und Informationszentrum