Blauer Bund Gestaltungsfelder Moderner Ausbildung

Entwicklungslinien der Logistikschule der Bundeswehr

Dieser Beitrag ist der Vierte einer 6-teiligen Artikelserie. Teil 1 & 2 wurden im Newsletter Januar veröffentlicht, Teil 3 & 4 finden sie in diesem Newsletter, die Fortsetzung folgt im Juli. [Red.]

Achsen der Weiterentwicklung

Die Logistikschule der Bundeswehr ist eine hochanerkannte Ausbildungseinrichtung, die ihren Charakter als umfassende „Einsatzschule“ für Logistik zukünftig noch weiter schärfen und moderner ausgestalten wird. Die Verfestigung der Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung (LV/BV) in Lehre und Ausbildung, bei gleichzeitiger Vorbereitung von Personal für laufende Einsätze, unter Anwendung und Weiterentwicklung moderner und attraktiver Ausbildungsformen, stellen dabei die maßgeblichen Handlungsschwerpunkte dar. Die Schule startet dabei keineswegs bei Null. Schon in der Vergangenheit bildeten logistische und allgemeinmilitärische Ausbildungsinhalte hinsichtlich LV/BV wesentliche Bestandteile von Lehre und Ausbildung. Diese gilt es zukünftig auszubauen und weiter an zukünftigen Konflikten und Szenarien auszurichten, ohne dabei Bewährtes über Bord zu werfen. Neben der zweifelsohne anspruchsvollen Ausrichtung und Schärfung des „Mindsets“ von Ausbildern und Auszubildenden, bildet auch die konzeptionelle Komponente einen entscheidenden Erfolgsfaktor. Materielle und infrastrukturelle Aspekte ergänzen diese.

Abb. 1: Lehre und Ausbildung für das gesamte Aufgabenspektrum

Auch in 2021 wird die CORONA-Pandemie der Alma Mater der Logistik einiges abverlangen und ein Ende ist noch nicht absehbar. Die Auswirkungen auf den Lehrbetrieb waren und sind massiv und die Fokussierung auf Lehrgänge mit Einsatz- und Laufbahnrelevanz alternativlos. Die LogSBw wird die entstandene Bugwelle an ausgefallenen Lehrgängen sukzessive und bestmöglich abbauen. Dabei bieten sich absehbar Chancen für Entfrachtung und Kreativität.

Umsetzung der Agenda Ausbildung

Die Planung und Durchführung zielgerichteter und fordernder, aber genauso zeitgemäßer und motivierender Ausbildung, sind Auftrag und Anspruch zugleich. Die Weiterentwicklung der lehrgangsgebundenen Aus- und Weiterbildung bleibt Daueraufgabe und entscheidendes Attraktivitätskriterium. Die in der ministeriellen Agenda Ausbildung ausgebrachte Umstellung auf „Kompetenzorientierte Ausbildung (KOA) setzt hierfür die Leitplanken und mit dem Jahr 2030 eine Zielmarke. Die LogSBw hat sich dieser Aufgabe sehr erfolgreich gestellt, die Ausbildenden sukzessive qualifiziert und die schrittweise Implementierung forciert. Das Erreichen der Grundbefähigung KOA für das Lehrpersonal erfolgt parallel zum laufenden Ausbildungsbetrieb in einem integrativen Ansatz.

Abb. 2: Moderne Ausbildung gestalten

Bislang wurden bereits mehr als 30 Trainings auf KOA umgestellt, zahlreiche weitere sind initiiert. Die bisherigen Erfahrungen sind äußerst positiv und vielversprechend. Neu anzulegende Trainings werden ausschließlich kompetenzorientiert durchgeführt, so wird auch in der neu gestalteten Ausbildung und Prägung der Fahnenjunker ab Januar 2021 das KOA-Prinzip zur Anwendung kommen. Das Prinzip bedeutet aber nicht, dass auf bewährte Methoden verzichtet wird. KOA gibt es auch nicht zum Nulltarif, daher wird die weitere Ausfächerung dieses modernen Anspruchs in der Ausbildung zusätzliche Ressourcen, gerade beim Lehrpersonal, erfordern.
Ein ergänzendes aber durchaus entscheidendes Handlungsfeld besteht in der Bereitstellung moderner Ausbildungsmittel.

Hierzu sind, beispielsweise Laptops (rund 2.500) und Tablets, zeitgerecht verfügbar zu machen. Die Notwendigkeit einer sachgerechten technischen Ausstattung im Themenbereich „DistancE Learning“ wurde nicht zuletzt im Zuge des „Homeschooling“ unter COVID 19 in aller Deutlichkeit unterstrichen. Der Aufwand ist gerechtfertigt, denn sowohl für die Trainingsteilnehmenden als auch für die Ausbildenden erweitern sich die Möglichkeiten signifikant – weg von der klassischen Präsenzausbildung, hin zu den Methoden eines „Web-Based-Trainings“ ‑ zu gelangen. Darüber hinaus sind technische Weiterentwicklungen wie Augmented Reality (AR) zu begleiten und deren möglichst verzugslose Verwendbarkeit in der Ausbildung zu ermöglichen. Ferner gilt es die Etablierung eines effektiven Wissensmanagements, als Schlüssel zur Standardisierung und Qualitätssicherung der Trainingsinhalte, kontinuierlich voranzutreiben.

In den Gesamtzusammenhang effektiver Ausbildung fällt, neben den oben adressierten Handlungsfeldern, aber auch die vorgesehene Zusammenführung der Teile GARLSTEDT und PUTLOS des SpezPiAusbÜbZ und der damit verbundenen Synergieeffekte. Diese werden voraussichtlich 2023 mit Bau einer Ausbildungs-/Werkhalle und einer Containerhalle sowie der darauffolgenden Zusammenziehung der Ausbildung in PUTLOS sichtbar implementiert.

Schärfung der Einsatzorientierung Logistisches Übungszentrum

Das Logistische Übungszentrum (LogÜbZ) hat sich als zentrale nationale Ausbildungseinrichtung etabliert und gut bewährt. Der Hauptfokus liegt auf der Ausbildung und Inübunghaltung der LogBtl (SKB) und VersBtl (H) im Rahmen der zentralen Ausbildung Logistik (ZALog) und der einsatzvorbereitenden Kontingentausbildung. Die Vorbereitung auf Einsatzrealität umfasst heute und morgen jedoch nicht nur die Einsätze im Rahmen des Internationalen Krisenmanagements, sondern adressiert, sozusagen als zweite Seite der gleichen Medaille, ebenso die Erfordernisse von LV/BV. Die multinational eingebettete deutsche Präsenz im Baltikum und die Teilhabe, oftmals als Führungsnation, an NRF (NATO Response Force) / VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) -Rotationen sind hierfür Zeichen und deutliches Signal der Rolle Deutschlands in Europa und der NATO. Dies fordert gerade auch die Fähigkeiten der Logistik. Bei der Refokussierung in Ausbildung und Lehre, mit entsprechender inhaltlicher Schwerpunktsetzung, wurden in diesem Gesamtzusammenhang schon ermutigende Fortschritte gemacht. Gleichwohl bleibt keine Zeit für eine Atempause. Prominent festmachen lässt sich dieser Umstand an den Ende 2020 erfolgten In-Dienststellungen des Logistikregiments 1 in Burg sowie des Logistikbataillons 163 („RSOM“) in Delmenhorst. Die Aufstellung dieser Verbände ist ebenso sichtbarer wie glaubwürdiger Ausdruck der Konzentration auf diese anspruchsvollste Aufgabe für die Bundeswehr. Sie erfordert allerdings eine fundierte und genauso ambitionierte Ausbildung. Das gilt gleichermaßen für die logistische Leistungserbringung in einem anspruchsvollen und hoch dynamischen multinationalen Umfeld, wie auch im Falle des LogRgt 1 als Kernstab der Nationalen Unterstützungskräfte für die VJTF. Die Grundlagenarbeit und große Teile der Durchführungsverantwortung sind am LogÜbZ und beim seit 2019 NATO-akkreditierten Joint Logistics Support Group Coordination and Training Centre (JCTC) verortet. Die Anstrengungen werden andauern und sich auszahlen, in kürzerer Perspektive in Bezug auf die Einsatzbereitschaft der VJTF 23 und weiter gespannt, als eine belastbare Orientierungshilfe für die Ausbildung eines zweiten Logistikregiments ab 2023.

Zukünftig wird das LogÜbZ auch vermehrt Anteile multinationaler Logistik ansprechen, um eine Plattform für entsprechende Ausbildungen zusammen mit dem JCTC zu bilden. Damit wird die Ausbildung von multinationalen JLSG Einheiten im Rahmen des FNC-Cluster Logistik deutlich verbessert. Die Schulung der LOGFAS (Funktionale Anwendungsfunktionen der Logistik in NATO und EU) Komponenten im LogÜbZ wird dafür deutlich stärker als bisher nachgefragt und folglich verfügbar sein müssen.

Abb. 3: Weiterentwicklung des Logistischen Übungszentrums

Um den zukünftigen Aufträgen und berechtigten Ansprüchen noch besser gerecht zu werden ist zudem beabsichtigt, das LogÜbZ frühestmöglich zu Ausbildungen unter Nutzung des Battle Management System (BMS) zu befähigen. Absicht ist es, das LogÜbZ zu der zentralen Ausbildungsstätte BMS für alle Logistikkräfte der Bundeswehr zu befähigen, um Synergien und gemeinsame Abholpunkte zu erzielen. Gleichermaßen soll mit Einführung des Nachfolgesystems SASPF, S/4HANA, das LogÜbZ frühzeitig und rechtzeitig ausgestattet und zur Ausbildung befähigt werden. In ihrer Komplexität und Gesamtheit machen die angesprochenen Aspekte den Aufwuchs an und mit IT-Fachexpertise notwendig.

Übungsumgebung „Logistische Unterstützung im Einsatz“

Der konsequente Weg einer „Einsatzschule“ für Logistik für alle Szenarien, besonders LV/BV, ist weiter zu beschreiten. Es gilt ihn vorauszudenken, zu modellieren und Schritt für Schritt zu realisieren. Also von den erfolgreichen und weiterzuführenden Schulungen für die laufenden Einsätze, in bewährter Form in den Bürocontainern des LogÜbZ, über die paarweisen Gefechtsstandübungen der Logistik- und Versorgungsbataillone von SKB und Heer, hin zum Bestehen – der altehrwürdige Begriff sei an dieser Stelle bewusst gewählt – im „Gefecht der verbundenen Waffen“. Dies allerdings in einem zeitgemäßen, hybriden und so äußerst komplexen Umfeld, weshalb sich eigentlich jegliche Diskussionen über ein „vorne und hinten“, ggf. verklammert mit Ausrüstungsfragen, verbieten.

Abb. 4: Übungsumgebung Logistische Unterstützung im Einsatz

In naher Zukunft ist deshalb eine Übungsumgebung „Logistische Unterstützung im Einsatz“ zu etablieren. Was heißt das? Keine derzeit bestehende Ausbildungseinrichtung ermöglicht ein verzahntes Beüben logistischer Verbände mit Volltruppe. Um eine umfassende Abbildung für den jüngst vom Generalinspekteur nochmals sehr deutlich und außenwirksam gegebenen „Auftrag „Landes- und Bündnisverteidigung“ in vorbereitenden Übungen mit Volltruppe sicher zu stellen, ist die Implementierung einer Übungsumgebung „Logistische Unterstützung im Einsatz“ auf einem Truppenübungsplatz der Bundeswehr erforderlich. Hierbei geht es um realitätsnahe Ausbildung und Übung der Regimenter und Bataillone, welche die logistische Leistungserbringung in operativ relevanter Größenordnung abbilden müssen. Dazu wird auch Personal der LogSBw zu einem mobilen Wirken zu befähigen sein, um die logistischen Verbände beispielsweise in einer Übungsumgebung „Logistische Unterstützung im Einsatz“ auf einem TrÜbPl bzw. im Rahmen von Übungen unterstützen zu können. Die Einrichtung einer solchen Übungsumgebung „Logistische Unterstützung im Einsatz“ ist ohne großen personellen Mehrbedarf zu realisieren. Für die personelle Unterstützung durch die LogSBw bedeutet dies absehbar und wie dargestellt temporäre und vorhabenorientierte Entsendungen. In einer synergetischen Perspektive kommt durchaus eine gemeinsame Nutzung mit einem zukünftigen Übungszentrum für Host Nation Support (HNS)/ Convoi Support Centre (CSC) in Betracht.

In bestehenden Ausbildungseinrichtungen wie dem LogÜbZ, dem JCTC, dem GÜZ oder auch bei SIRA können Teilaspekte dieser verzahnten Verbandsübungen vorab durch das Führungspersonal (LogÜbZ, SIRA, JCTC) oder auch im geschlossenen Verband (GÜZ) durchlaufen werden. Dies ist im Hinblick auf die Herausforderungen für insbesondere die mobLogTr SKB in einem LV/BV Szenar aber nicht hinreichend.
Daher werden die Planungen für verzahnte Verbandsübungen aller Verbände der mobLogTr SKB mit Nachdruck weiter vorangetrieben. Die Leistungsfähigkeit der mobLogTr SKB wird noch deutlicher auf den Einsatz in multinationalen, dimensions- und systemverbundübergreifenden Operationen in einem dynamischen Gefecht ausgerichtet sein. Dies erfordert beispielsweise von der Führungsebene Regiment die Fähigkeit, mehrere LogBtl zeitgleich taktisch und logistisch führen zu können und zusätzlich multinationale logistische Beiträge, gewerbliche Dienstleister und HIL-Leistungen einzubinden und zu koordinieren. Eine Führungsebene tiefer müssen die Bataillone inhaltsgleiche Herausforderungen bei der taktischen und logistischen Führung ihrer Einheiten und der Zusammenarbeit mit Dritten bewältigen und entsprechend zielorientiert gestalten können.

Die Übung DEFENDER EUROPE 2020 (DEF 20) hat bestätigt, dass sich die Erbringung logistischer Leistungen zunehmend auch im Bündnisrahmen vollzieht und, unter dem Schlagwort „Drehscheibe Deutschland“, Unterstützungsleistungen oder Host Nation Support erforderlich machen, deren Dimensionen und „Bilder“ nur wenigen gegenwärtig sind. Die LogSBw hat im engen Zusammenwirken mit den Spezialpionieren bei DEF 20 eine „Life Support Area“ betrieben und den Einsatzwert der unterstützten US-Kräfte beispielgebend hochgehalten. Die Übungsserie wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen und nicht nur die Schule wiederholt fordern.

Abb. 5: Weiterentwicklung JCTC

Ausweitung der Ausbildung im JLSG Coordination and Training Centre

Das als erster Schritt der Umsetzung des FNC Cluster Logistics aufgestellte JCTC konnte in kürzester Zeit bereits im Oktober 2019 die Akkreditierung durch die NATO als Ausbildungs- und Übungsstätte erreichen und führt erfolgreich multinationale Individual- und Teamausbildung durch. Die fortschreitende Multinationalisierung der einst national ausgebildeten Logistik erfordert zunehmend die Nutzung der Produktfamilie LOGFAS. Dieser Umstand wurde einerseits durch neue Vorschriften zur Nutzung und Ausbildung in diesem Bereich, aber vor allem durch ein deutlich in Umfang und Qualität gesteigertes Lehrgangsangebot im JCTC begegnet. Bei der Inübunghaltung ist durch die Nutzung von ConnectBw ebenfalls bereits ein Anfang gemacht, den es nun unter Federführung des JCTC weiter auszubauen gilt. Die JLSG HQs aus Neapel und Brunssum der NATO Command Structure, aber auch die JLSG HQ Core Staff Elements der NATO Force Structure, kommen gerne und regelmäßig zum JCTC, um die anerkannt gute Ausbildungsumgebung zu nutzen. Seit Oktober 2020 besteht zudem mit dem Multinational Logistics Coordination Centre (MLCC) in Prag ein Personalaustausch von je einem Stabsoffizier. Während die gemeinsame Ausbildungsplanung und – durchführung deutscher Kräfte wie dem LogRgt 1 in seiner Rolle als Stab NUK für NRF 22-24 oder dem LogBtl 163 in seiner Rolle als RSOM Btl des JLSG HQ NRF 2023 zusammen mit dem LogÜbZ bereits Realität geworden ist, ist die Zielvorstellung der intensiveren und integrativen Zusammenarbeit mit dem NATO Joint Warfare Centre (JWC) in Norwegen oder dem Joint Force Training Centre (JFTC) in Polen indessen weiter voran zu treiben und wesentlich von der Verfügbarkeit einer Anbindung an das „rote Netz“ der NATO abhängig. Die Ausstattung mit modernen Führungs- und Informationssystemen im Hinblick auf Interoperabilität in allen Verschlussgraden bis hin zu NATO SECRET, ist eine zwingende Voraussetzung für ein erfolgreiches Wirken zur Erreichung der Zielbefähigung (FOC 2024) des JCTC. Dazu ist auch die Verfügbarkeit einer personellen Stabs- und Unterstützungskomponente sowie die Entwicklung eines breiten und verlässlichen Pools an ausgebildeten Fachleuten unerlässlich. Gleiches gilt für die Bereitstellung einer geeigneten Gefechtsstandhülle für Übung und Einsatz. Die Vernetzung und Positionierung des JCTC als hochwertiger Leistungserbringer schreitet insgesamt höchst erfreulich voran. Mit dem JCTC verfügt die Bundeswehr über ein leistungsstarkes und anerkanntes logistisches „Pfund“ und Hochwertausbildungsstätte, mit Strahlkraft auf andere Nationen und multinationale Stäbe.

Schlussbetrachtung

Die Zielmarken und Meilensteine der Weiterentwicklung sind gesetzt. Zur Erhöhung und zum Erhalt von Leistung- und Zukunftsfähigkeit der LogSBw bedarf es zahlreicher Maßnahmen und Zuweisung entsprechender Ressourcen. Insbesondere der nachhaltigen Implementierung von KoA und dem Aufwuchs der Logistikkräfte der Bundeswehr ist mit einem angemessenen Personalansatz an der LogSBw Rechnung zu tragen. Hierbei sind moderne Ausbildungstechnologien, prominent erweitert um eine DistancELearning-Fähigkeit, kurzfristig zu realisieren. Die Etablierung einer Übungsumgebung „Logistische Unterstützung im Einsatz“ wird die Trainingsmöglichkeiten der mobLogTr SKB signifikant verbessern und deren Einsatzwert weiter erhöhen. Um die Zielbefähigung für das JCTC im Jahr 2024 zu halten, ist ein Stabs-/Unterstützungselement aus einer aufbau- und ablauforganisatorischen Lösung zu implementieren. Darüber hinaus werden eine zweckmäßige Gefechtsstandhülle ebenso wie die belastbare NATO SECRET-Anbindung in einem stationären und einem verlegefähigen Anteil verzugslos zu realisieren sein. Das multinationale Lastenheft bleibt auch zukünftig gut gefüllt. Das Joint Logistic Support Group Hauptquartier (JLSG HQ) des I. DEU/NLD Korps steht bereits ab Januar 2021 in Person des Kommandeurs der LogSBw unter deutscher Führung. Darüber hinaus ist der Stab LogBtl 163 beginnend in 2021 fachlich für die Stand-By-Phase der NRF 2023 als RSOM Btl auszubilden. Zusätzlich entwickelt sich die Ausgestaltung der Zusammenarbeit als Anlehnungsnation im Rahmen des Framework Nations Concept der NATO und im Rahmen der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union (PESCO) weiter. Schließlich gilt es die Menschen, die an dieser hervorragenden Ausbildungseinrichtung ihren Dienst leisten weiterhin bestmöglich einzubeziehen, um Fachwissen und Innovationskraft zu erhalten und weiter zu verstetigen. Die Ausbildung der Logistiker von heute und morgen wird und muss es uns wert sein.

Text und Abbildungen: Logistikkommando der Bundeswehr

Blauer Bund 5 Mobile Teams von Rübsam Technik GmbH

RÜBSAM Technik GmbH – Der Zukunft voraus

Die Experten für technische Lösungen, für Ausbildung und Beratung – Ein Partnerunternehmen des Blauer Bund e.V. stellt sich vor:

Anfang September 2020 wurde die RÜBSAM Technik GmbH (https://www.ruebsam-technik.de/) unter dem Dach der R+S Group AG gegründet. Nachdem Aufbau der Firmenstrukturen, der ISO 9001 Zertifizierung und der Einführung eines ERP Systems konnte die RÜBSAM Technik GmbH bereits im November 2020 erste Serviceleistungen für ihre Kunden erbringen. Darüber hinaus war die neue Firma bereits im November 2020 für die Bundeswehr tätig. Im Rahmen einer Dienstleistung wurden DGUV-V3 Prüfungen an Gefechtsständen in 20 Fuss Containern durchgeführt.

Mit ihren Kooperationspartnern ist die RÜBSAM Technik GmbH seit Januar 2021 im Bereich der Instandsetzung von Stromerzeugeraggregaten (SEA) in den Instandhaltungsstufen (IHS) 2/3 tätig.
Im Rahmen von mobilen Serviceleistungen (IHS 2/3) werden vor Ort die nachfolgenden Produktgruppen betreut:
– SEA der 2. und 3. Generation der Bundeswehr und andere
– Teilklima-/Klimaanlagen
– Container/Funktionscontainer
– Einbausätze (Funk, FüInfoSys, usw.)
Weiterhin führt die RÜBSAM Technik GmbH für ihre Kunden verschiedenste sicherheitstechnische Prüfungen gem. DGUV (z. B. elektrische Anlagen und Betriebsmittel, Klimaanlagen, Lastenaufnahmemittel) durch.

Über die Schwesterfirma RÜBSAM Fachkräfte GmbH & Co. KG kann u. a. auf 700 Fachkräfte aus Industrie und Handwerk zugegriffen werden. Informationen zur Arbeitnehmerüberlassung von Fachkräften finden Sie unter https://www.ruebsam.de/.

Eine weitere Schwesterfirma, die WBZ-Weiterbildung mit Zukunft GmbH & Co. KG, bietet darüber hinaus eine Vielzahl an Ausbildungsangeboten zum Thema „Weiterbildung mit Zukunft“ unter https://www.wbz-fulda.de/ an.

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten unter https://www.ruebsam-technik.de/.

Ansprechpartner:

Markus Schneider | Vertriebsleiter
RÜBSAM Technik GmbH, Christian-Wirth-Straße 1, D-36043 Fulda
Tel.: +49 175-8118963
E-Mail: Markus.Schneider@ruebsam-technik.de

Text und Bilder: RÜBSAM Technik GmbH

Militärgeschichte 04/2020

Die „Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung“ gibt es seit 1986. Im Jahr 2002 hat sie ein optisch und konzeptionell neues Gesicht erhalten. Die Publikumszeitschrift erreicht mit vier Ausgaben pro Jahr und einer Auflage von jeweils rund 17.000 Heften alle Bereiche in den Streitkräften.

Die Zeitschrift dient der historischen Bildung in der Truppe. Sie will den Ausbilder unterstützen, der mit der Vorbereitung und Durchführung von entsprechenden Unterrichtseinheiten betraut ist. Gleichzeitig soll sie aber jeden historisch Interessierten ansprechen und an Militärgeschichte heranführen.

Die „Militärgeschichte“ enthält mehrere ausführlich bebilderte Beiträge zu ausgewählten historischen Themen, militärhistorische und biographische Stichworte, Literatur- und Veranstaltungshinweise und Links in das Internet.

Heftinhalt:

  • Die Bundeswehr im Golfkonflikt 1990/91
  • Das MG-Bataillon 10 an der Ostfront
  • Operation »Das Land Moses« 1964/65
  • Frieden in Kolumbien?

Zum Download ….

Rheinmetall liefert der Bundeswehr zwei weitere Cargo Hold-Simulatoren für europäisches Transportflugzeug Airbus A400M

Die deutsche Luftwaffe vertraut bei der Ausbildung ihres militärischen Personals für das Transportflugzeug A400M weiter auf Rheinmetalls führende Simulationsexpertise. Im Januar 2021 hat der A400M-Hersteller Airbus Rheinmetall damit beauftragt, gleich zwei weitere Ausbildungssimulatoren für das europäische Transportflugzeug A400M an die Standorte Wunstorf und Altenstadt zu liefern. Die beiden Simulatoren sollen Ende 2022/Anfang 2023 ausgeliefert und einsatzbereit sein. Der Auftragswert bewegt sich im unteren zweistelligen MioEUR-Bereich.

In Wunstorf erhält das Lufttransportgeschwader 62 einen A400M-Frachtlade-raumsimulator Cargo Hold Part Task Trainer (CPTT). Dieser ergänzt die bestehenden Simulations- und Trainingssysteme des A400M Training Centers wie z. B. den modernen Cargo Hold Trainer Enhanced (CHT-E) bei der Ausbildung der Laderaumbesatzungen, insbesondere des Ladungsmeisters und des Bodenpersonals.

Ein zweiter an seine spezifischen Aufgaben angepasster CPTT wird künftig an der Luftlande- und Lufttransportschule in Altenstadt für die Ausbildung des Luftumschlagspersonals und der Fallschirmspringer genutzt. Dort ist der CPTT der erste A400M-Simulator am Standort.

Beim A400M CPTT handelt es sich um einen exakt im Originalmaßstab nach-gebauten A400M-Laderaum mit Bedienelementen. Er dient der realitätsnahen Ausbildung der Frachtladeraumbesatzungen und des Bodenpersonals. Mit dem CPTT lassen sich der missionsspezifisch konfigurierbare Umbau des Laderaumes, die Vorbereitung der Ladung, das Be- und Entladen, Prozeduren während des Fluges und am Boden sowie die Zusammenarbeit der Crews trainieren. Das System eignet sich sowohl zur Erst- als auch zur Fortgeschrittenen- sowie auch zur Wiederholungs- und Einsatzausbildung.

Auch komplexe Szenarien und Notfallsituationen können gefahrlos geübt werden, da für diese Ausbildungszwecke kein Originalgerät gebunden wird und dieses stattdessen für Einsätze zur Verfügung steht. Dies alles trägt dazu bei, dass die Soldatinnen und Soldaten gut vorbereitet werden und qualifiziert in ihre Einsätze gehen. Über die Ausbildung hinaus versetzt der CPTT den Nutzer in die Lage, Prozeduren und Konfigurationen für neue Ladungstypen zu evaluieren, zu testen und zu qualifizieren. Dies gelingt durch die hohe Nachbildungsgüte des Originalsystems, die im CPTT umgesetzt wird.

Die zielgerichtete Erweiterung der umfassenden Cargo-Produktlinie Rheinmetalls durch den CPTT ermöglicht es, das ganze Spektrum der Cargo Trainingsmittel auch für andere Plattformen zu adaptieren.

Neben dem CPTT hat Rheinmetall weitere Cargo-Ausbildungsgeräte wie den Ladungsmeister-Trainer (Load Master Working Station Trainer/LMWST) oder den oben erwähnten CHT-E an verschiedene Nutzer-Nationen des A400M ausgeliefert. Mit dem jetzt erfolgten Auftrag tragen dann insgesamt zehn komplexe realitätsnahe A400M-Trainingsmittel von Rheinmetall zu einem hohen Ausbildungs- und Trainingsstandard im A400M-Cargo-Bereich bei.

Der erste A400M CPTT wurde 2019 an die Royal Malaysian Air Force übergeben. CHT-E Simulatoren wurden bisher an das Airbus International Training Centre (ITC)in Sevilla, die Royal Air Force in Brize Norton, die deutsche Luftwaffe in Wunstorf und an die französischen Fallschirmspringer (Heer) in Toulouse ausgeliefert. Jeweils ein LMWST befindet sich im Airbus ITC in Sevilla, beim nationalen französischen A400M-Trainingszentrum in Orléans sowie beim Royal Air Force National Training Center in Brize Norton in Nutzung.

 

Quelle: Bild und Text Rheinmetall AG

Rheinmetall liefert digitalen Klassenraum für neuen Mehrzweckhubschrauber NH90 NTH Sea Lion der Deutschen Marine nach Nordholz

Die Deutsche Marine setzt bei der Ausbildung ihrer NH90NTH Sea Lion-Hubschrauberbesatzungen erneut auf die Simulationsexpertise Rheinmetalls. Im Dezember 2020 erhielt das Unternehmen über die europäische NH90-Beschaffungs-und Managementorganisation NAHEMA den Auftrag, eine Asterion-Klassenraumlösung an das Marinefliegergeschwader 5 in Nordholz zu liefern. Die Auslieferung wird noch 2021 erfolgen.

Der digitale Asterion-Klassenraumdient der Ausbildung des Wartungspersonals des neuen Marinetransporthubschraubers (Naval Transport Helicopter, NTH) NH90 NTH Sea Lion. Hierzu umfasst die Anlage unter anderem ein Softpanel-Cockpitmit Darstellung der Instrumente über Touchscreens sowie einen für die Marinehubschrauberausbildung erforderlichen Missionskonsole-Trainer, AsterionSoftware, Desktop Hardware sowie Tablets.

Asterionist ein modernes, integriertes ganzheitliches Trainingskonzept für alle Trainingsphasen. Es simuliert das Verhalten sämtlicher Systeme des Hubschraubers originalgetreu wie z.B. hydraulische, elektrische oder taktische Systeme.

Die in Kürze stattfindende Auslieferung des digitalen Asterion-Klassenraumes stellt einen weiteren Vertriebserfolg bei derBundeswehr dar. Die Asterion-Simulationssoftware wurde in ähnlicher Form bereits in das Funktionale Cockpit des Maintenance Training Rigs NH90 NTH integriert. Diese Anlage wird ebenfalls bei dem Marinefliegergeschwader 5 für die Ausbildung des Wartungspersonals genutzt. Auch das Heer nutzt Asterion-Simulationstechnologie bei seinen Ground-Crew-Trainingssystemen am Internationalen Hubschrauber Ausbildungszentrum in Faßberg. Hier wird das Wartungs-und Instandsetzungspersonal der Heeresflieger auf drei original getreuen Cockpitnachbauten von Rheinmetall hinsichtlich der Bedien-und Wartungsprozeduren für die Heeresvariante des NH90 geschult.

Das NH90-Programm gilt als größtes europäisches militärisches Hubschrauberprogramm, an welchemRheinmetall nun mit weiteren Ausbildungsmitteln beteiligt ist. Bei der NH90-Beschaffungs-und Managementorganisation NAHEMA ist nun auch die Asterion-Simulation gelistet und damit für alle NH90-Nutzernationen beschaffbar. Weitere NH90-Nutzernationen haben bereits großes Interesse an dem Konzept bekundet.

Die Deutsche Marine hat die ersten NH90 NTH Sea Lion-Mehrzweckhubschrauber mittlerweile übernommen und kann inder Zukunft mit den Rheinmetall Simulatoren die ganzheitliche Ausbildung des Wartungspersonals durchführen. Die Ausbildung-und Umschulung des Personals auf dem neuen, sehr komplexen Hubschrauber ist gerade in der Anfangsphase von höchster Priorität.

Quelle: Rheinmetall AG

Bundeswehr bestellt bei Rheinmetall weitere 48 schwere Sattelzugmaschinen

Die Bundeswehr hat Rheinmetall mit der Lieferung weiterer schwerer Sattelzugmaschinen mit der Zuladungsklasse 70 Tonnen (SaZgM 70t mil) beauftragt. 2021 und 2022 sollen jeweils 24 weitere ungeschützte Schwerlasttransporter ausgeliefert werden. Der Auftragswert für die 48 Fahrzeuge liegt bei insgesamt 41 MioEUR. Die Sattelzugmaschinen dienen den Streitkräften vor allem zum Transport schwerer gepanzerter Fahrzeuge, zum Beispiel des Leopard 2-Kampfpanzers.

2018 hatte die Bundeswehr mit Rheinmetall einen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 137 SaZgM 70t mil geschlossen. Dieser läuft über sieben Jahre und hat einen möglichen Gesamtauftragswert von 122 MioEUR brutto. Zwischen 2019 und 2020 wurden bereits 32 Fahrzeuge ausgeliefert.

Die Sattelzugmaschine des Typs HX81 von Rheinmetall verfügt über einen Achtzylinder-Dieselmotor mit 680 PS. Hierdurch erreicht der hochmobile Allrad-LKW eine Höchstgeschwindigkeit von 89 km/h und kann Steigungen von 60 Prozent überwinden. Das technisch zulässige Zuggesamtgewicht liegt bei 130 Tonnen. Die HX81 Sattelzugmaschine verfügt über die gleiche Fahrerkabine wie die UTF-Fahrzeugfamilie von Rheinmetall. Die Kabine lässt sich bei Bedarf durch eine geschützte Variante austauschen. Zur Fahrzeugausstattung gehört weiterhin eine Doppelwinden-Anlage der Firma Rotzler mit jeweils 20 Tonnen Zugkraft.

Mit dem HX81 ergibt sich ein Familienzuwachs bei den Schwerlasttransportern (SLT) der Bundeswehr. So ergänzt der ungeschützte HX81 den geschützten Schwerlast-Transporter Mammut, welcher ebenfalls durch Rheinmetall geliefert wurde. Insbesondere im Hinblick auf die Verpflichtung Deutschlands, 2023 die schnelle NATO-Eingreiftruppe Very High Readiness Joint Task Force (VJTF 2023) zu stellen, stellt der Transport schwerer Gefechtsfahrzeuge eine Schlüsselfähigkeit dar.

 

Quelle:

Bild und Text: Rheinmetall AG

Verabschiedung Offizierslehrgang an der LogSBw 2020

Am 15. und 16. Dezember 2020 wurde der Offizierslehrgang 2020 an der LogSBw durch den Kommandeur General Boris Nannt verabschiedet. Drei wichtige Punkte gab der Schulkommandeur den jungen Offizieren mit auf dem Weg: „entscheiden, beraten und gestalten“ dies sollten Sie in Ihren Verwendungen umsetzen und beherzigen. Dabei steht’s auch nicht vergessen sich als junger Offizier „zu reflektieren“ und zu hinterfragen. Der erste Lernprozess mit Studium und Ausbildung zum Offizier ist jetzt beendet. Es gilt jetzt in der Truppe Praxis zu erlangen und im Prozess der persönlichen Weiterentwicklung, die nächsten Jahre zu gestalten.

Im Beisein des Stellvertreters und Geschäftsführers  der Kameradschaft NORDWEST Oberstlt Christoph Schladt und Oberstlt a.D. Michael Janczyk wurden wiederum die Besten der Hörsäle im Nachschub, Verkehr & Transport und Instandhaltung & Fertigung mit einer Urkunde und einem Gutschein des blauen Bundes e.V., durch den Schulkommandeur gewürdigt.

Am 15. 12. aus der II. Inspektion unser Mitglied Leutnant Alexander Barth, des weiteren Oberleutnant zur See Laure Mild, Oberleutnant Mario Breuer und Oberleutnant Andreas Christian Beyer.

BG Nannt und Lt Barth                                             BG Nannt und OL z. See Mild

BG Nannt und OL Breuer                              BG Nannt und OL Beyer

Aus der III. Inspektion folgten am 16.12. Oberleutnant Rika Ramson, Oberleutnant Jonas Maximilian Seyfert, Oberleutnant Tim Bartels und Oberleutnant Stefan Meiler.

BG Nannt und OL Ramson                                 BG Nannt und OL Seyfert

BG Nannt und OL Bartels                                     BG Nannt und OL Meiler

Herzlichen Glückwunsch an die Ausgezeichneten und viel Erfolg in den Verwendungen in der Truppe.

Vielleicht finden einige junge Offiziere den Weg in unser Netzwerk des blauen Bund e.V., dazu ein herzliches Willkommen.

(Autor: Oberstlt a.D.  Michael Janczyk, Fotos LogSBw Petra Reiter)

Neue „Mobile Feldküche“ zur Erprobung an der LogSBw

Logistikschule der Bundeswehr: Erprobungsstelle für die Feldküchen der Zukunft

Die Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt ist eine der ersten Dienststellen, an der das neue System „Mobile Feldküche“, einer Einsatzprüfung unterzogen wird. Lebensmittelrechtliche Gesetze und Hygienevorschriften, sowie die verschiedenen klimatischen Bedingungen in den weltweiten Einsatzgebieten, machen ein Umdenken und Umrüsten auf neue Technik nötig. Die Dienststelle der Streitkräftebasis, bildet unter anderem Feldköche in der Bundeswehr aus und hat den Auftrag, das neu konzipierte Arbeitsgerät auf Herz und Nieren zu prüfen.

Gulaschkanone war gestern

Mag sich manch einer noch an die gute, alte „Gulaschkanone“ erinnern: Die „Mobile Feldküche“ ist ein ganz anderes Kaliber.
In zwei 20 Fuß-Containern mit modularem Aufbau, findet der Nutzer ein in sich geschlossenes System. Autark, mit Notstromversorgung, eigenem Frisch- und Abwassersystem sowie Heiz- und Kühleinrichtungen. Von der Lebensmittellagerung, über Vor- und Zubereitung und Speisenausgabe für bis zu 250 Verpflegungsteilnehmende, alle Aspekte müssen bedacht werden, um die Genehmigung zur Nutzung vergeben zu können. Am 9. November 2020 wurde das erste Seriengerät an die Logistikschule der Bundeswehr, kurz LogSBw, geliefert. Kapitänleutnant Robert Eyhorn, der maßgeblich an dieser Erprobung beteiligt ist, erzählt: „Wir haben am Tag der Anlieferung bis 21 Uhr aufgebaut. Erst jetzt, wo alles angeschlossen ist, sieht man wo es hakt. Nun gilt es, die Kinderkrankheiten zu erkennen und zu beheben.“

Startschuss für die Erprobung

Die Ausbildung zur Erprobung an den standardisierten Containern, wird durch zwei Experten der Herstellerfirma sichergestellt. In einem Zeitraum von etwa sechs Wochen ab Aufbau werden die unterschiedlichsten Prüfschleifen für Bedienung, Technik, Beprobung von Trinkwasser und Sanität durchlaufen. Dann schließt sich der erste Teil der taktisch-, technisch-, logistischen Einsatzprüfung und der Fachaufsichtsbesuch der obersten Behörde des Sanitätsdienstes, dem Kommando Sanitätsdienst, an.
Der vorläufige Höhepunkt des Projekts „Mobile Feldküche“ findet in der Zeit vom 15. Januar 2021 bis 4. Februar 2021 in Ravatn/Skytebane, in Norwegen statt. Hier wird die Neuheit auf Ihre Kältetauglichkeit geprüft. „Eigentlich,“ bedauert Eyhorn, „sollten die Kälte- und auch Hitzeerprobung in den USA stattfinden. Leider hat uns bei dieser Planung Corona einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht.“ Insgesamt 15 Soldatinnen und Soldaten, sowie zivile Mitarbeitende, verschiedener Dienststellen der Bundeswehr werden nach der in Garlstedt abgeschlossenen Ausbildung unter einsatzähnlichen Bedingungen einen bedeutenden Schritt gehen. Hier zeigt sich, ob noch Änderungen oder eventuelle Verbesserungen vorgenommen werden müssen. Die Hitzeerprobung soll im Sommer 2021 stattfinden. Der Ort hierfür steht allerdings noch nicht fest.

Geplanter Einsatz: VJTF

Die Streitkräfte von heute bedienen sich modernster Technik, um auch im Einsatz und Gelände die Versorgung für die Truppe zu sichern. Mit der „Mobilen Feldküche“ etabliert die Bundeswehr ein System, das in vergleichbarer Form nicht am Markt verfügbar ist. Die Fähigkeitslücke zwischen der Verpflegungszubereitung mittels der persönlichen Ausstattung und der Versorgung in einem Feldlager oder Einsatzgebiet, kann hierdurch geschlossen werden. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte.
Eine in Deutschland ansässige Firma hat im letzten Jahr die öffentliche Ausschreibung des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, gewonnen. Die Firma entspricht den militärischen Anforderungen zur Trennung von Funktionalität und Mobilität an das Gerät. Nach und nach sollen die seit 1989 genutzten Taktischen Feldküchen ausgetauscht werden. Der Beschaffungsrahmen umfasst bis zu 400 Feldküchen. Die ersten Gesamtsysteme sollen während einer Großübung der Very High Readiness Joint Task Force, kurz VJTF, im Jahr 2023 zum Einsatz kommen.

(Text:  WebRedaktion LogSBw Carmen Meis;  Foto(s): Petra Reiter LogSBw)

1. Personalveränderungen in militärischen Spitzenstellen – Oktober/November 2020

Im Oktober 2020 wurden folgende Personalmaßnahmen wirksam:

Luftwaffe

Brigadegeneral Rudolf MAUS, Director of Life Cycle Management, NATO, Capellen/Luxemburg, trat in den Ruhestand.

Cyber- und Informationsraum

Flottillenadmiral Roland Beda Johannes OBERSTEG, Abteilungsleiter Führung Kommando Cyber- und Informationsraum, Bonn, wurde Chef des Stabes Kommando Cyber- und Informationsraum, Bonn. Ihm folgte Oberst Josef Antonius JÜNEMANN, Referatsleiter Personal Zentrale Aufgaben und Controlling im Bundesministerium der Verteidigung, Berlin.

Heer

Brigadegeneral Heinz Stefan ZEYEN, Abteilungsleiter Planung Kommando Heer, Strausberg, wurde Unterabteilungsleiter Haushalt und Controlling II im Bundesministerium der Verteidigung, Bonn. Sein Nachfolger wurde Brigadegeneral Dirk KIPPER, Abteilungsleiter Unterstützung Kommando Heer, Strausberg. Ihm folgte Oberst Michael MEINL, Referatsleiter Strategie und Einsatz III 2 Bundesministerium der Verteidigung, Berlin.

Im November 2020 wurde folgende Personalmaßnahme wirksam:

Streitkräftebasis

Brigadegeneral André Erich DENK, Kommandeur Logistikschule der Bundeswehr, Osterholz-Scharmbeck, wurde Director Logistics (DirLog) im European Union Military Staff, Brüssel/Belgien. Sein Nachfolger wurde Brigadegeneral Boris Alexander NANNT, Direktor Lehre Führungsakademie der Bundeswehr, Hamburg. Ihm folgte Oberst André Michael ABED, Chef des Stabes 10. Panzerdivision, Veitshöchheim.

 

Quelle:
Bundesministerium der Verteidigung
Autor: PIZ Personal

Rheinmetall liefert Wärmebildzielgeräte im Wert von 27 MioEUR für Bundeswehr-Schützenpanzer Marder

Saphir 2.6 MK wird ein weiteres Element der umfangreichen Nutzungsdauerverlängerung für das Kampffahrzeug

Rheinmetall ist von der Bundeswehr mit einer weiteren Maßnahme zur Nutzungsdauerverlängerung des Schützenpanzers Marder beauftragt worden. Nach der vor kurzem erfolgten Freigabe der Mittel durch den Haushaltsausschuss des Bundestages ist nun der entsprechende Auftrag im Wert von 27 MioEUR brutto an den Düsseldorfer Technologiekonzern erteilt worden. Vorhandene überalterte Wärmebildzielgeräte für die Aufklärung und den Waffeneinsatz werden dabei durch moderne Geräte vom Typ Saphir 2.6 MK (MK: Marder-Konfiguration) ersetzt, einer Entwicklung von Rheinmetall Electronics.

Zwischen 2022 und 2023 werden insgesamt 260 Gerätesätze geliefert. Zum Lieferumfang gehören Ersatzgeräte zur Bevorratung sowie entsprechendes Zubehör für die Nutzung in der Truppe.

Rheinmetall fertigt die Wärmebildzielgeräte mit zahlreichen Lieferanten vollumfänglich in Deutschland. Moderne Komponenten der Firma AIM Infrarot-Module GmbH, Heilbronn – einer Beteiligung Rheinmetalls – sichern beispielsweise langfristig bedeutsames Fachwissen für deutsche Sicherheitsinteressen.

Das Saphir 2.6 MK wurde speziell für den Schützenpanzer Marder ausgelegt. Die Kerntechnologie wird bereits in großer Stückzahl in der Bundeswehr und von anderen internationalen Kunden genutzt und kann somit bald auch im Marder Verwendung finden. Daraus ergeben sich Synergien in der Beschaffung und im Betrieb der Geräte.

Die moderne Gerätegeneration Saphir 2.6 MK macht es möglich, die Beobachtungsreichweite und Aufklärungsqualität bei Tag und Nacht erheblich zu verbessern. Dies liegt z.B. an der höheren Auflösung des Detektors und einer zeitgemäßen Displaytechnologie. Durch moderne Bildverarbeitungssoftware aus der Saphir-Familie wird die volle Leistungsfähigkeit der Bauteile unter allen Bedingungen erreicht.

Zusammen mit der Integration des Mehrrollenfähigen Leichten Lenkflugkörpersystems MELLS und neuen Marder-Fahrernachtsichtgeräten ergeben sich zukünftig bei Tag und Nacht erhebliche taktische Vorteile für die Soldaten in ihren gefährlichen Einsätzen.

Der Marder wird noch einige Jahre in der deutschen Panzergrenadiertruppe genutzt. Auch internationale Kunden setzen weiterhin auf die robusten und kampferprobten Schützenpanzer. Für diese Nutzer ist das Wärmebildzielgerät Saphir 2.6 MK ein wichtiger Baustein für den Erhalt der Einsatzbereitschaft.

 

Quelle:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Rheinmetall AG