Stimmungsbericht der Mitgliederversammlung und zentrale Informationsveranstaltung

Logistikfachleute innerhalb und außerhalb der Bundeswehr sowie interessierte Gäste trafen sich in der Lucius-D.-Clay-Kaserne in OSTERHOLZ-SCHARMBECK

Die gut 200 Besucher setzten sich aus Mitgliedern aller Teilstreitkräfte (TSK)/Organisationsbereiche (OrgBer), aus allen Dienstgradgruppen sowie zahlreiche zivilen Logistikern, Rüstungsfachleuten, Wehrtechnikern, Firmenvertretern und Gästen zusammen. An der Logistikschule der Bundeswehr (LogSBw) im Generalmajor Henning von Treskow-Saal konnte unser Präsident, Generalmajor Volker Thomas, zur jährlichen Mitgliederversammlung und Informationsveranstaltung begrüßen. Zwei Tage lang trugen hochrangige Entscheidungsträger aus militärischer Führung der Streitkräfte und TSK/OrgBer, Logistik und der Wirtschaft, aber auch aus Politikwissenschaft und den Ausbildungseinrichtungen zu aktuellen, zukunftsweisenden Themen vor.
Zuvor jedoch wurde in der Mitgliederversammlung die Bilanz des vergangenen Jahres gezogen und über Neuerungen informiert.

Mitgliederversammlung: „blauer Bund e.V.“ (bB) wächst erneut um 10% an Mitgliedern

Der Präsident blickte auf eine positive Entwicklung zurück und freut sich über den erneuten Anstieg der Mitglieder auf nun über 1.100, vor allem der Zuwachs an „jungen“ Mitgliedern sei sehr willkommen und es gelte diesen künftig auszubauen. Weiter ging Generalmajor Thomas auf die Mitarbeit des bB innerhalb des „Beirat für Reservistenangelegenheiten“ ein, in welchem unser Verein an Vorschlägen zur „Strategie der Reserve“ mitarbeitet. Außerdem werde der bB an der intensiven Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung Logistik (BVL) festhalten, da die Notwendigkeit zukünftig verstärkter Zusammenarbeit zwischen Militär und Wirtschaft immer deutlicher werde.
In der Folge wurde über den Umgang mit personenbezogenen Daten im Allgemeinen und über deren Handhabung im bB informiert sowie damit verbundene Aktivitäten erläutert.
Letztlich kündigte der Präsident noch den neu überarbeiteten Web-Auftritt des bB an, der jetzt modern und auf jedem Endgerät lauffähig ist und zusammen mit den weiteren Publikationen ein Aushängeschild des Vereins darstellt.

Die folgenden zwölf Einzelvorträge mit dem Leitthema „Herausforderungen, abgeleitet aus dem Fähigkeitsprofil der Bundeswehr“ waren geprägt von erfreulicher Offenheit und höchst aktuell. An der Vielzahl der gestellten Fragen konnte man das große Interesse an den Inhalten ablesen.
In einem kurzen Grußwort ging der Vizepräsident des Reservistenverbandes, Lutz Berkling, auf die gemeinsame Arbeit mit dem bB im Beirat der Reservistenarbeit und der gemeinsamen Arbeit am Konzept der Reserve ein. Nach seiner Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit der Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht ging er noch auf die militärische Ausbildung Ungedienter zur Erweiterung der Reserve ein.

Den darauf folgenden Anfang machte der Gastgeber, indem Brigadegeneral Lüth, Kommandeur der Logistikschule der Bundeswehr, über aktuelle Handlungsfelder zur Optimierung, wie den strukturellen Aufwuchs der Lehre um ca. 30% und eingeplante Infrastrukturerweiterung durch Neubauten, informierte. Außerdem sprach er über die Modernisierung der Ausbildung und streifte dabei Themen wie Kompetenzorientierte Ausbildung, Digitale Ausbildungstechnik, Multinationalität und Zulauf durch die geänderte Ausbildung der Offizieranwärter (Fahnenjunker-Lehrgang ab 2021).

Daran anschließend erläuterte Oberst Cohrs als Kommandeur des Ausbildungszentrum Technik Landsysteme, dass sein Zentrum ebenfalls vom Zulauf in der Ausbildung der Offizieranwärter betroffen ist, notwendige Ressourcen aber noch ausstehen. Dann informierte er über das erwartete Eintreffen der Hardware an Moderner Ausbildungstechnik ab 2020 und ging auf die Pilotlehrgänge zur Kompetenzorientierten Ausbildung, nämlich staatlich geprüfter Techniker und Systemtechnik PUMA, ein. Abschließend betonte Oberst Cohrs die große Bedeutung einer frühen Einbindung des Bereiches Technik/Logistik in Rüstungsvorhaben und stellte Unterschiede im Vorgehen in den Projekten anhand der Beispiele Schützenpanzer PUMA und Ungeschützte Transportfahrzeuge 5t/15t heraus.

Danach eröffnete Oberst i.G. Draber, Referatsleiter Planung I 1 im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), den Schwerpunkt des ersten Tages unter der Überschrift „Konzeption (KdB) und Fähigkeitsprofil (FP) der Bundeswehr“. Er führte aus, dass aus der KdB, welche die Qualität der Streitkräfte – das „Wie?“- vorgibt, das FP abgeleitet ist und nun die Quantität der Streitkräfte – das „Womit?“- bestimmt. Landes- und Bündnisverteidigung (LV/BV) stehen nun gleichrangig zu internationalem Konfliktmanagement (iKM), wobei gleichrangig nicht zwangsläufig auch gleichzeitig meint. An der anspruchsvollsten Aufgabe LV/BV ausgerichtet sollen die Streitkräfte eine Grundaufstellung einnehmen und in zwölf Systemverbünden in drei Schritten bis 2031 in der Lage sein die festgelegten Fähigkeiten bündnisorientiert an NATO und EU bereitzustellen. Die robuste Grundaufstellung wird um Missionspakete (z.B. iKM, besondere geo-Bedingungen) ergänzt.

In der Folge schilderte Oberst i.G. Mittelstädt, Referatsleiter Führungsstab der Streitkräfte (FüSK II 4)  im BMVg, aus ministerieller Sicht die Umsetzung des Fähigkeitsprofil der Bundeswehr in der Logistik.

Er stellte dar, dass aus den logistischen Anforderungen der Systemverbünde abgeleitet eine „Fachstrategie Logistik“, mit einem Planungshorizont von 15 Jahren und einem Weiterentwicklungs-Zyklus von 2-3 Jahren, erstellt wird. Aus dieser Fachstrategie wird ein Fachkonzept Logistik entwickelt (ehem. TK Logistik) welches wichtige Bausteine des logistischen Systems der Bundeswehr aufgreift, die eine sichere Leistungserbringung gewährleisten. Als wesentliche Säulen wurden hierfür die logistischen Ressourcen der Bundeswehr, der gewerblichen Wirtschaft und multinationaler Partner genannt.

Unmittelbar danach referierte Oberst Schulz, Abt IV im Kommando Heer (Kdo Heer), zur Sichtweise der Teilstreitkraft.
Im Heer sollen logistische Verbände zur Unterstützung der Korps- und Divisionstruppen aufgestellt werden und die logistischen Kräfte der Brigaden verstärkt werden. Insgesamt ist ein starker personeller Aufwuchs der Logistikkräfte im Heer gebilligt, der dennoch unter dem errechneten Bedarf liegt. In der Planung wird ein Zusammenfassen von Versorgungsbataillonen in Regimentern ebenso erwogen, wie das Ausbringen von TaskForces zur Unterstützung von Brigaden aus diesen Regimentern heraus.

Als nächster übernahm zum selben Leitthema Oberst i.G. Fennel, Abteilung Planung im Logistikkommando der Bundeswehr (LogKdoBw), aus Sicht des Organisationsbereiches  Streitkräftebasis (SKB).
Seinen Ausführungen war zu entnehmen, dass abgeleitet aus dem angenommenen logistischen Bedarf der Systemverbünde mit Hilfe eines Rechentools der Bedarf an logistischen Teil-/Einheiten ermittelt wurde. Unter Berücksichtigung von zwei verschiedenen Einsatzräumen wurde so der notwendige Aufwuchs an Truppenkörpern ermittelt. In der Zielstruktur sind auch in der Basislogistik Regimenter vorgesehen, es soll darin ein schweres und vier leichte (mob) Bataillone geben und zusätzlich ein RSOM Bataillon, sowie ein SpezPi Regiment.
Den ersten Tag schloss Herr Priebs, von Agility Logistics und FCS GmbH, zum Gegenstand „Kooperation mit der Wirtschaft“ die Vortragsreihe.

Er beleuchtete zunächst die Historie zur Einbindung der Wirtschaft zur logistischen Leistungserbringung in der Bundeswehr und führte über, zu erreichter Kooperation am Beispiel Unterbringung im Einsatz. Sehr hilfreich erscheine die recht(früh-)zeitige Einbindung der zivilen Leistungserbringer in die Planung. Bereits realisierte Ein-Partner-Verträge sollten um das Instrument von Mehr-Partner-Verträgen erweitert werden.

Der Gesellschaftsabend kam bei allen Teilnehmern sehr gut an und beförderte das Kennenlernen und einen regen Austausch. Den würdigen Rahmen nutzte der Präsident um besondere Auszeichnungen vorzunehmen. So wurde einem verdienten Mitglied im Bundesvorstand sowie dem Vorstand der Kameradschaft Nordwest, Herrn Oberstleutnant Janczyk die Ehrenmitgliedschaft im bB verliehen und einem weiteren, vor allem um die Nachwuchsgewinnung verdienten Mitglied, nämlich Major Gerloff, die Ehrennadel des bB verliehen. Vier Ehrungen zur 25-jährigen Mitgliedschaft wurden ebenfalls vor Ort vorgenommen.

Der zweite Tag wurde von Oberstleutnant Leyhe, Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw Abt IV 3.1.4) zum Thema „Agenda Personal“ begonnen.

Er erläuterte das Ziel, bis 2024 die Personalstärke der Bundeswehr auf 198.000 zu erhöhen und führte aus, dass der begrenzende Faktor beim Aufwuchs die Ausbildungskapazität sei. Mit größerer Flexibilität bei Instrumenten der Personalführung soll trotzdem der „Atmende Personalkörper“ und die Sollzahlen erreicht werden. Instrumente wie Bindungszuschläge und flexible Zurruhesetzung würden bereits erfolgreich angewandt. Der Personalreferent verschwieg jedoch nicht, dass sich Zukunftsprogramme auch gegenseitig hemmen können, wie z.B. die aus der Agenda Attraktivität resultierende Dienstpostenbündelung A9 bis A11 bei Offizieren, welche die Möglichkeiten zur Personalveränderung einschränke. Aus der aktuellen Personalstrategie stellte er die Überlegungen zur Einführung der Korporale als Berufssoldaten (BS) in der Laufbahn der Mannschaften, wie auch die Möglichkeit für Unteroffiziere ohne Portepee im Fachdienst zum BS ernannt zu werden. Die Neuerung des Berufsoffizieranwärters für Offiziere des militärischen Fachdienstes ist ebenso vorgesehen, wobei die Umsetzung aller Maßnahmen noch Zeit benötigt. Zuletzt ging Oberstlt Leyhe noch auf die derzeitige Personalsituation der Unteroffiziere in der Logistik ein. Dort sind z.B. die Fachrichtungen in der InstTr Elo und Eli sowie in der NschTr Transport und Betriebsstoff stark mit unbesetzten Stellen betroffen.

Danach setzte Brigadegeneral von Butler, Unterabteilungsleiter Führungsstab der Streitkräfte (UAL FüSK I 1 im BMVg), zum Thema „Von der IVJTF zur VJTF-Auswirkungen auf den Leistungsprozess Einsatzbereite Kräfte bereitstellen“ fort.

Er machte klar, dass einsatzbereite Kräfte mindestens die Kategorien Personal, Material und Ausbildung einschließen. Weiter sei es mitunter schwierig für Streitkräfte-Planer scharf abzugrenzen, wer welche Aufgabe hat, z.B. zwischen den Systemverbünden Luft und Weltraum. Zu iVJTF gab er aus seinem eigenem Erleben zu, dass es eine Vielzahl von Problemen gab. Andererseits würde sich jenes Ereignis, genauso wie die Vorbereitung zu VJTF 2019 und aktuell aus der NATO-Großübung Trident Juncture, für einen Zugewinn an Erfahrung besonders eignen. In Folge informierte er über die Ausstattung mit Material für VJTF 2023 und der Notwendigkeit die operative Führungsfähigeit für Landoperationen zu verbessern.

Jetzt schilderte Oberst i.G. Knappe seine Erfahrungen aus Sicht des DCOS Operation bei MINUSMA in MALI. Nach dem sehr anschaulichen Aufzeigen der vorherrschenden Sicherheitssituation und der abgeleiteten taktischen Lage zog er sein persönliches Resümee. Die UN biete in MALI viel Truppe auf, die jedoch mehrheitlich schlecht ausgebildet und ausgestattet seien. Das UN-peacekeeping in jetziger Form solle dringend auf den Prüfstand gestellt werden.

Den Abschluss bildete Dr. Kaim von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Er erklärte zunächst den Wandel von einer bi-polaren zu einer multi-polaren internationalen Ordnung und ergänzte, dass die Bildung neuer Machtkonzentrationen Rivalität und Konflikte steigern würden.
Dr. Kaim zeigte auf, dass die UN den negativen Folgen revisionistischer Tendenzen mit Schwäche gegenübersteht. Er streifte die Rolle der USA und Russlands und ging nochmals auf die Europäische Sicherheitspolitik ein. Anschließend zeigte er die Bemühungen Europas am Beispiel PESCO (Permanent Structured Cooperation) auf und äußerte seine Skepsis zur Schaffung einer EUR Armee. Wahrscheinlicher erscheine ihm ein Ausbau der Zusammenarbeit in kleinen Schritten.

Abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass der Gesellschaftsabend wie immer eine runde Sache war – die Sammlung für das Soldatenhilfswerk ergab die Summe von 965 Euro ,die vom bB auf 1.465 Euro aufgestockt wurden.

In seinem Schlusswort sprach Generalmajor Thomas die Hoffnung aus, die Mitglieder des Vereins im Jahre 2019 am 07. und 08. November am Ausbildungszentrum Technik Landsysteme begrüßen zu dürfen.
Zum Schluss dankte der Präsident dem Gastgeber, Brigadegeneral Lüth und dem Team der Logistikschule der Bundeswehr für die gelungene Unterstützung im Rahmen der Weiterbildungsmaßnahme.

Fazit: Die diesjährige Mitgliederversammlung und zentrale Informationsveranstaltung des „blauer Bund e.V.“ war wieder eine gelungene Sache.

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr in ESCHWEILER!

 

Autor:

Major Roman Schlosser, Redakteur im blauer Bund e.V.

Informationsveranstaltung 2017

Über 300 Personen, bestehend aus Mitgliedern aus allen Teilstreitkräften/Organisationsbereichen, aus allen Dienstgradgruppen sowie zahlreiche zivilen Logistikern, Rüstungsfachleuten, Wehrtechnikern, Firmenvertretern und Gästen, konnte unser Präsident, Generalmajor Volker Thomas, zur jährlichen Mitgliederversammlung und Informationsveranstaltung am Ausbildungszentrum Technik Landsysteme (AusbZ TLS) in ESCHWEILER begrüßen. Unter den Teilnehmern befand sich auch eine größere Abordnung unseres Partners Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL), die über 50 Teilnehmer umfasste.

Zwei Tage lang trugen hochrangige Entscheidungsträger aus Sicherheitspolitik/militärischer Führung, Logistik und der Wirtschaft, aber auch aus der Truppe und den Ausbildungseinrichtungen zu aktuellen Themen vor.

Zuvor jedoch wurde in der Mitgliederversammlung die Bilanz des vergangenen Jahres gezogen und über die nächste Zukunft entschieden.

Mitgliederversammlung: „blauer Bund e.V.“ (bB) wächst an Mitgliedern um 10%

Der Präsident blickte auf eine beachtliche, positive Periode zurück und beleuchtete nochmals das würdige Begehen des 25-jährigen Jubiläums des Vereins in BERLIN, aber auch die beiderseits gewinnbringende Zusammenarbeit mit der BVL. Weiter ging er auf die Mitarbeit des bB innerhalb des „Beirat für Reservistenangelegenheiten“ ein, in dem unser Verein, zuletzt über eine flink durchgeführte Mitgliederbefragung, ein erstes Meinungsbild zu den Themen „Innere Führung“ und „Tradition“ beisteuerte, welches viel Beachtung und Anerkennung fand. Darüber hinaus gab GenMaj Thomas seiner Freude über den Zuwachs an Mitgliedern Ausdruck, deren Zahl im vergangenen Jahr um ca. 100 anstieg.
Ein wesentlicher Bestandteil der Mitgliederversammlung war die Neuwahl des Bundesvorstandes. Hier gab es keine umwälzende Veränderung zur vorherigen Besetzung.

Die folgenden zehn Einzelvorträge sowie das durchgeführte Interview/Podiumsdiskussion waren geprägt von erfreulicher Offenheit und höchst interessant, was man über die intensive Beteiligung des Publikums durch gestellte Fragen ablesen konnte.
Den Anfang machte der Gastgeber, indem Oberst Brauner als Stellvertreter des Kommandeurs AusbZ TLS über aktuelle Handlungsfelder wie, Erweiterung der internationalen Zusammenarbeit zur Aufgabe Gefechtsschaden Instandsetzung und die Unterstützung von einsatzbedingtem Ausbildungsbedarf informierte.

Daran anschließend zeigte Brigadegeneral Lüth, Kommandeur der Logistikschule der Bundeswehr (LogSBw), was sich unter den Clustern „Modernisierung der Lehre“ und „Modernisierung der Struktur“ an Veränderungen an „seiner Schule“ verbirgt und spannte dabei den Bogen von „Kompetenzorientierter Ausbildung“ bis zum „Joint Logistic Support Group Coordination and Training Centre (JCTC)“. Letzteres hat im Rahmen des Framework Nations Concept (FNC) der NATO hohen Stellenwert und wird deshalb in Garlstedt ambitioniert vorangetrieben (siehe auch bB-Infoheft 49).

Danach eröffnete Generalmajor Thomas, Kommandeur des Logistikkommando der Bundeswehr (LogKdoBw), den Schwerpunkt des ersten Tages unter der Überschrift „Wirtschaft und Bundeswehr – Partner in der Logistik“; indem er die angewachsenen Forderungen an die Logistik der Streitkräfte den Herausforderungen der demographischen Entwicklung gegenüberstellte und seine Vorstellungen zu Kooperationsmöglichkeiten mit der Wirtschaft aufzeigte. Denkbar erscheint bei Personalgewinnung, der Lagerung/Bewirtschaftung von Material, Instandhaltung und Fertigung und Verlegung/Marsch, kooperative Lösungen zu finden. In einer Klausur von SKB und Wirtschaft sollen dazu in 2018 erste Untersuchungen angestellt werden.

Kdr LogKdoBw: „Alleine wird es keiner von uns schaffen die jeweiligen Forderungen an die Logistik in der Zukunft zu erfüllen. Nur die Kooperation von Streitkräften und Wirtschaft ermöglicht es die Herausforderungen zu bewältigen.“

In der Folge schilderte Prof. Dr. Wimmer, Vorsitzender der BVL, aktuelle Trends und Strategien in der zivilen Wirtschaft. Anhand von Beispielen erläuterte er die Aktivitäten von Firmen zu innovativen Technologiekonzepten. Der Firma Bosch ist es beispielsweise gelungen durch einen innovativen Veränderungsprozess, globale Bedarfe in den Materialfeldern stärker zu bündeln, Beschaffungsprozesse weltweit zu standardisieren und die Kompetenzen der Mitarbeiter weiter zu stärken. Dafür wurde die Firma 2016 mit dem BME-Innovationspreis ausgezeichnet. Die Trends Veränderung in der Wertschöpfungskette und in den Kompetenzanforderungen wurden ebenso erläutert wie das Etablieren neuer Geschäftsmodelle und mündete in die eindeutige Empfehlung des Professors, den Trend zunehmender Digitalisierung der Berufswelt in Unternehmen besser heute als morgen anzugehen.

Zur Personalgewinnung als gemeinsame Herausforderung für Bundeswehr und Wirtschaft referierte Oberst i.G. Dormanns vom Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr wobei er, zu seiner Aufgabe passend, den Schwerpunkt auf die Einbindung von Reservedienst Leistenden und ungedienten „Quereinsteigern“ legte. Zwei Personengruppen die den Demographie-bedingten Personalmangel abschwächen sollen.

Abgeschlossen wurde das Themenfeld gegenseitiger Zusammenarbeit mit einem Interview führender Logistiker der Unternehmen REWE (Herr Moosmüller) und PENNY (Herr Ritter) zur wechselseitigen Einbindung von Personal in der Wirtschaft und den Streitkräften. Da beide Interviewten eine Vergangenheit als Soldat auf Zeit in der Bundeswehr haben konnte der Interviewer, Prof. Dr. Wimmer, authentische Aussagen einfangen, die sicher bei den zahlreich anwesenden Offizieren des Truppendienstes, die noch vor der Übernahme zum Berufssoldaten stehen auf Interesse stieß.

Aus dem Interview: „Die Fähigkeiten zur Menschenführung und das Verinnerlichen des Führungsprozesses haben mir beim Einstieg in die zivile Berufswelt entscheidend geholfen!“

Der Gesellschaftsabend kam bei allen Teilnehmern sehr gut an und beförderte das Kennenlernen und einen regen Austausch. Den würdigen Rahmen nutzte der Präsident um besondere Auszeichnungen vorzunehmen. So wurde seinem Vorgänger als Präsident, Herrn Generalleutnant Warnecke die Ehrenmitgliedschaft im bB verliehen und weiteren verdienten Mitgliedern, nämlich den Obersten a.D. Bruderhofer und Fischer, die Ehrennadel des bB verliehen. Ehrungen zur 25-jährigen Mitgliedschaft wurden ebenfalls vorgenommen.
Der zweite Tag wurde von Generalleutnant Warnecke, Abteilungsleiter Strategie und Einsatz im BMVg, zum Thema Auslandseinsätze begonnen. Nach einer Einschätzung der Sicherheits- und Bedrohungslage betonte er die Komplexität und Volatilität der Situation, worauf er auf das Engagement Deutschlands in AFRIKA mit Schwerpunkt MALI einging. Die Einschätzung, dass LYBIEN und die UKRAINE für die Zukunft in den Fokus rücken, erläuterte Generalleutnant Warnecke ebenso wie das derzeit zu ertragende Geduldsspiel welches für Mandatsverlängerungen nötig ist, da es noch nicht zur einer neuen Bildung einer neuen Bundesregierung gekommen ist.

Aus Sicht des Sanitätsdienstes der Bundeswehr beleuchtete Generalarzt Most, Abteilungsleiter Planung/Führung/Steuerung im Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr, Erfahrungen und Perspektiven zu den Aufgaben der Streitkräfte. Nach den Ausführungen zur Rettungskette Personal und den Bedingungen des SanDst im MALI-Einsatz wurde schnell deutlich, dass auch der SanDst in Zukunft verstärkt auf den multinationalen Ansatz baut und dazu ein Multinational Medical Coordination Center (MMCC) etablieren möchte. Die Einschätzungen zur erforderlichen Struktur des ZSanDst innerhalb der Landes- und Bündnisverteidigung legte er abschließend dar. Wie zu erwarten müssten dazu auch die Kräfte des ZSanDst erheblich (Faktor >6) anwachsen.

Den Sprung von der politisch/strategischen Ebene hinunter zur Taktischen vollzog Frau Major Gerung, TrVersStOffz Panzergrenadierbataillon 122, die über ihre Erfahrungen mit dem Auftrag Enhanced Forward Presence Battle Group in LITAUEN informierte. Anschaulich vermittelte sie den erheblichen Umfang an Vorbereitung innerhalb enger Zeitfenster („wir konnten nicht immer auf die Befehlsgebung warten“) und schilderte die logistischen Herausforderungen des multinationalen Verbandes vor Ort („wir mussten unsere Transporte regelmäßig suchen, um sie zum Entladeort zu leiten“).

Major Gerung: „Ich hätte mir gewünscht, dass vor Ort dauerhaft ein DEU Verbindungselement zu den LUT Streitkräften (HNS) bestanden hätte und ich aus LITAUEN heraus nicht parallel Aufgaben am Heimatstandort wahrnehmen zu müssen.“
Den Sprung zurück bis auf das politische Parkett in BRÜSSEL vollzog Generalleutnant Wiermann, Deutscher Militärischer Vertreter im Militärausschuss der NATO und EU.
Er machte deutlich, dass die Geschlossenheit von Bündnispartnern und das verlässliche Einbringen von militärischen Fähigkeiten das wirksamste Mittel gegen eine eventuelle Bedrohung, wie der NATO-Ostflanke, ist. Die NATO wird ihre Kapazitäten in der Kommandostruktur aber auch in der Logistik (Standing JLSG in MONTS) verstärken. Während sich in der EU 21 Nationen auf eine permanente Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen verständigt haben und auch bei Planung der nationalen Verteidigung und bei Rüstungsvorhaben enger zusammenarbeiten wollen.

Abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass der Gesellschaftsabend wie immer eine runde Sache war – die Sammlung für das Soldatenhilfswerk ergab die Summe von 1.060,80 Euro.
In seinem Schlusswort sprach Generalmajor Thomas die Hoffnung aus, die Mitglieder des Vereins im Jahre 2018 am 08. und 09.November an der LogSBw begrüßen zu dürfen.

Zum Schluss dankte der Präsident dem Gastgeber, Oberst Brauner und dem Team des AusbZTLS für die gelungene Unterstützung im Rahmen der Weiterbildungsmaßnahme.
Fazit: Die diesjährige Mitgliederversammlung und zentrale Informationsveranstaltung des „blauer Bund e.V.“ war wieder eine gelungene Sache.
Auf Wiedersehen im nächsten Jahr in GARLSTEDT!

Informationsveranstaltung 2016

Mit dem Grußwort des Kommandeurs der Logistikschule der Bundeswehr als Hausherr der diesjährigen Veranstaltung wurde die Informationsveranstaltung, an der rund 200 Mitglieder und Interessierte teilnahmen, eröffnet. Der Verlauf der Informationsveranstaltung folgte im Weiteren dem Titel des diesjährigen Informationsheftes „Logistik – Gestern & Heute“. Hierbei wurden folgende Themenkomplexe mit hochkarätigen Vortragenden in logischer Folge behandelt : Einsätze – Einsatzerfahrungen, Logistisches System der Bundeswehr – neue Herausforderungen aufgrund der sicherheitspolitischen Veränderungen, Erfahrungen –Auswertung der multinationaler Großübung JOINT DERBY 2016 und abschließend Aktuelles von den Schulen / Ausbildungszentren.

Im ersten Teil des ersten Tages erläuterte Brigadegeneral Albl, Kommandeur der dt-frz. Brigade seine Erfahrungen als Kommandeur der Ausbildungsmission in MALI (EUTM). Hierbei gelang es Ihm eindrucksvoll die besonderen Herausforderungen, beruhend auf Geschichte, klimatische Bedingungen und Multinationalität, aber auch die besonderen Erfolge (Ausbildung von mehr als 8.000 Soldaten der malischen Streitkräfte) darzustellen.

Auch der folgende Vortrag von Dr. Kieschoweit, heute EAFT GmbH, EMDEN, zuvor Geschäftsführer der BwFPS, griff die Herausforderungen von Einsätzen im Ausland, diesmal aus Sicht eines zivilen Dienstleisters, erneut auf. Der Umfang der Unterstützung im Einsatz weitet sich zunehmend aus und umfasst heute neben der Erbringung von Instandsetzungsleistungen auch die Bereitstellung von Werkzeug / Sonderwerkzeug, die Ausbildung des Bedienerpersonals als auch die Bereitstellung von Ersatzteilen, einschließlich der zugehörigen Managementleistung, bei ggf. unklaren Lagebild im Einsatzland und unbekannten Schadensbildern am genutzten Einsatzgerät. Zur Sicherstellung / Unterstützung auch kommender Einsätze kommt somit der Einsatzauswertung und dem Aspekt „Lessons learned“ besondere Bedeutung zu.

Nach diesem ersten Teil, der sich mit den aktuellen Einsätzen und deren Herausforderungen beschäftigte, befasste ich der zweite Teil des ersten Tages der Informationsveranstaltung mit den sich verändernden sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen und derer Folgen.

Herr Klingbiel, Mitglied des Deutschen Bundestags sowie unter anderem Mitglied des Verteidigungsausschusses, skizzierte die sich verändernde Sicherheitslage und den resultierenden strategischen Ansatz deutscher Sicherheitspolitik, wie er im Weißbuch niedergelegt wurde. Einem präventiven Engagement im multinationalen Rahmen kommt hierbei besondere Bedeutung zu.

Den auf den Vorgaben des Weißbuch 2016 basierenden Planungen für die Zukunft der Bundeswehr wurden im Folgenden durch Generalleutnant Bühler, BMVg AbtLtr Planung, erläutert. Die eingeschlagene Trendwende umfasst neben dem Personal auch die Rüstungsinvestitionen (Ausstattung/Material). Bis 2020, so der Plan, erfolgt die Steigerung der Investitionsquote bis auf 20%. Dies führt unter anderem bis 2021 zur Beschaffung von 403 GTK BOXER bzw. 328 KPz Leopard. Der „Konzeption der Bundeswehr“, die 2017 zu erwarten ist, wird dem vernetzten Handeln (Multinationalität/Integration) und Flexibilität / Agilität besondere Rechnung tragen.

Der erste Tag schloss in bewährter Form mit dem Gesellschaftsabend, der neben einem vorzüglichen Buffetangebot reichlich Gelegenheit für interessante Gespräche, Erfahrungsaustausch und zur Pflege der Vereinsgedankens bot. Neben der Ehrung / Auszeichnung verdienter Mitglieder durch den Präsidenten spendeten bei der auch schon traditionellen Sammlung für das Bundeswehr Sozialwerk mehr als 1.500,– € (ohne Zuschuss durch die Bundeskasse).

Der zweite Tag der Informationsveranstaltung wurde durch den Präsidenten des blauen Bund e.V. , Herrn Generalmajor Thomas mit einem Vortrag zum logistischen System der Bundeswehr –Sachstand und Herausforderungen, begonnen.

In seinem Vortrag beleuchtete Generalmajor Thomas die durch Staatssekretärin Suder beauftragte Untersuchung zur Weiterentwicklung des logistischen Systems und darüber hinaus die Auswertung und Schlussfolgerungen aus der Rückführung von Material/Gerät aus dem Afghanistaneinsatz. Die Veränderung der sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen stellt auch die Logistik vor neue Herausforderungen. Die bisherige Einsatzrealität erfordert aufgrund vieler „kleiner“ Einsätze zwingend die Einbindung von Leistungen Dritter, z.B. ziviler Dienstleister (bis hin zum Full-Service). Der Einsatz von bis zu 10.000 Soldaten in zwei Einsatzgebieten neben Einsätzen im Rahmen der Landes- bzw. Bündnisverteidigung stellen die aktuellen Herausforderungen dar. Die Fähigkeiten hierzu sind schrittweise (wieder) aufzubauen.

Eine zentrale Rolle im logistischen System spielt das durch das BAAINBw wahrgenommene Rüstungsmanagement. Über wesentliche Aspekte der Agenda Rüstung, die auf einem Gutachten der Fa. KMPG basiert und rund 180 Empfehlungen zur Optimierung enthält, referierte der Abteilungsleiter Kampf im BAAINBw, Herr Brigadegeneral Könen. Kernelemente der Agenda Rüstung bilden ein Kennzahlensystem, die Festlegung klarer Verantwortlichkeiten und ein entsprechendes Berichtswesen zur Information / Befassung der Leitung bis hin zur Ministerin. Mit Umsetzung der Agenda Rüstung wird das Rüstungsmanagement hohe Effizienz und Effektivität erlangen.

Herr Generalleutnant Roßmanith, Befehlshaber des Multinational Joint Headquarter ULM (MN JHQ) berichtete anschließend zur multinationalen Großübung JOINT DERBY 2016. Es handelte sich zwar nicht um eine logistische Großübung, doch stellte die erforderliche Logistik eine wesentliche Komponente dieser Übung dar. In logistischer Hinsicht war der Einsatz einer Joint Logistic Support Group (JLSG) entscheidend, da hier die gesamte logistische Unterstützung geplant und umgesetzt wurde. Die Übung JOINT DERBY 2016 ist nicht als isolierte Übung zu verstehen, sondern ist eine von mehreren Übungen, die in 2018/2019 auch zu der Zertifizierung des JLSG ULM führen werden. Schwerpunkt der Übung war der Aufmarsch von multinationalen Truppenteilen auf dem Land-, See- und Luftweg. Die komplexe Vorbereitung der Übung erstreckte sich über mehr als 18 Monate. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in einem Erfahrungsbericht zusammengefasst, der bis auf die Ebene des Generalinspekteurs der Bundeswehr betrachtet und bewertet werden wird.

Die Informationsveranstaltung schloss in bekannter Weise mit aktuellen Informationen aus den Schulen, wobei aufgrund der fortgeschrittenen Zeit der Beitrag des AusbZTLS entfallen musste. Brigadegeneral Zimmer, Kommandeur der Logistikschule der Bundeswehr, informierte über die Neuerungen im Bereich der Lehre (Einsatz moderner Technologie, wie zum Bsp. computerunterstützte Ausbildung, Fernausbildung) sowie die Einrichtung neuer Lehrgänge, wie zum dem JLSG Orientation Trainings. In 2017 erwartet die LogSBw eine Anpassung der Soll-Organisation (ehem. STAN), basierend auf einer Vor-Ort-Erhebung. Der Betrieb des Logistischen Übungszentrums wird erweitert, macht aber bereits unter Berücksichtigung der bindenden europäischen Arbeitszeitrichtlinie einen personellen Mehrbedarf erforderlich.

Zum Ende der Informationsveranstaltung bedankte sich der Präsident des blauer Bund e.V. bei allen Vortragenden und interessierten Teilnehmern. Besonderer Dank galt dem Projektoffizier der LogSBw, Herrn Oberstleutnant Janczyk, der mit hervorragender Vorbereitung und Flexibilität wesentlich zum Erfolg der Informationsveranstaltung beigetragen hat. Insgesamt eine höchst interessante Informationsveranstaltung, die den Teilnehmer die aktuellen Entwicklungen in der Logistik der Bundeswehr durch sehr gute, anschauliche Vorträge vermitteln konnte. Zahlreiche Teilnahme im nächsten Jahr ist somit gesichert.

Im nächsten Jahr wird die Mitgliederversammlung / Informationsveranstaltung am 09./10.11.2017 am AusbZTLS, AACHEN stattfinden.

Informationsveranstaltung 2015

Stimmungsbericht der zentralen Informationsveranstaltung 2016

Das 25-jährige  Jubiläum war Anlass genug, um zur diesjährigen Mitgliederversammlung sowie zur  Zentralen Informationsveranstaltung nach Berlin in das Casino der Julius-Leber-Kaserne  einzuladen. Allerdings spielte die Vergangenheit auf keiner der beiden Tagungen eine große Rolle, vielmehr war der Blick deutlich nach vorn gerichtet, sowohl auf die Zukunft des „blauen Bund e.V.“ als auch auf die zukünftige Entwicklung der Bundeswehr.

Gefordert ist die Präsenz in der Fläche

Herstellen und Halten einer soliden Präsenz in der Fläche ist eine der größten Herausforderungen für den Verein in den kommenden Jahren, so der Präsident, Herr Generalleutnant Warnecke. Davon wird es abhängen, ob das Angebot an Information und Kommunikation, welches der Verein seinen Mitgliedern bietet, weiterhin ausgebaut und genutzt werden kann. Um dies zu ermöglichen, soll in jedem Standort mit Logistikkräften ein fester Ansprechpartner ernannt werden, welcher vor allem den aktiven militärischen und zivilen Logistikern die zahlreichen und attraktiven Leistungen des Vereins erschließt.
(Anmerkung: Im Anschluss an die Tagung erklärte sich ein Kamerad spontan bereit, diese Aufgaben für den Standort Volkach zu übernehmen).

General Warnecke wies besonders auf die Partnerschaft des „blauen Bund e.V.“ mit der Bundesvereinigung Logistik (BVL) hin. Diese bietet jedem Logistiker hervorragende Möglichkeiten zur fachlichen Information und nicht zuletzt zur zivilberuflichen Weiterbildung. Mit Oberstleutnant d. Res. Gimmler von der Kameradschaft Koblenz steht ein kompetenter Ansprechpartner zur BVL bereit.
Der Präsident ermunterte die Kameradschaften, die Kontakte und vor allem die gemeinsamen Aktivitäten mit der BV L vermehrt zu pflegen.

Neuausrichtung der Bundeswehr und Schluss mit dem „Mehr durch weniger“

Die Themen auf der nun folgenden Informationsveranstaltung wurden beherrscht durch den gewandelten Auftrag der Streitkräfte: die Neuausrichtung auf die Landes- und Bündnisverteidigung unter Beibehaltung der laufenden Stabilisierungsoperationen. Wie ein Leitmotiv durchzog dieser Paradigmenwechsel die Vorträge zu den aktuellen Entwicklungen in der Bedrohungsanalyse, der Bundeswehrplanung sowie dem Rüstungsmanagement. Eine Ebene tiefer, bei den Truppenkommandos und Schulen dominierte die Suche nach Lösungen für die logistischen Herausforderungen, welche sich u.a. aus der schwierigen personellen Nachwuchslage und aus den Rahmenbedingungen für die Einsätze ergeben.

Aber der Reihe nach :

Den Auftakt der Veranstaltung machten der Vorsitzende des Beirates der Reservisten, Herr Generalmajor a.D. Fiege, und der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Herr Oberstleutnant Wüstner. Generalmajor a.D. Fiege zeigte auf, dass den Reservisten angesichts der zunehmenden Aufgaben der Streitkräfte wieder eine mittragende Rolle zukomme. Der Reservist dürfe nicht mehr als Lückenbüßer und Urlaubsvertreter angesehen werden, sondern als verlässlicher und unverzichtbarer Leistungsträger mit fester Aufgabenzuweisung innerhalb der Gesamtverteidigung. Leider blieb zu wenig Zeit, um über die Realisierung dieser Gedanken, vor allem über deren strukturelle Gestaltung zu debattieren.
Oberstleutnant Wüstner richtete eine deutliche Forderung an die politische Führung: Eine allgemein akzeptierte Definition der nationalen Interessen des Landes als Grundlage für die Planung der Bundeswehr!
Er verlangte eine klare Abkehr vom bisherigen „Mehr mit weniger“; die Zusage der Ministerin, zukünftig 1,17 % des BSP für die Verteidigung  einzuplanen, bewertete er als längst fällige Voraussetzung für eine anforderungsgerechte Neuausrichtung der Bundeswehr.

Neue Finanzplanungslinie und neues Rüstungsmanagement

Nachdem damit  der allgemein-politische Rahmen abgesteckt worden war, stellte der Abteilungsleiter Planung im BMVg, Herr Generalleutnant Bühler, die Leitgedanken für die Weiterentwicklung der Bundeswehr vor, so wie sie sich im Erarbeitungsprozess für das neue Weißbuch wiederfinden werden:
Die Fokussierung auf die Landes – und Bündnisverteidigung, welche 2014 auf dem NATO-Gipfel in Wales beschlossen wurde, stellt eine Zäsur für Planung, Ausrüstung und Einsatz der Streitkräfte dar. Eine neue Finanzplanungslinie wird zu einem real wachsenden Anteil der Investitionen im Rüstungsbereich führen. Vorrangiges Ziel ist es, die Vollausstattung der Truppe mit Großgerät wieder herzustellen. Allerdings ist dies auf längere Sicht nur möglich durch die parallele Nutzung von Gerät unterschiedlicher Generationen. Die Truppe wird sich also auf eine fortdauernde Typenvielfalt beim Großgerät einstellen müssen. Was dies für die Logistik, insbesondere für die Materialerhaltung bedeutet, braucht nicht erläutert zu werden.
Eine mittelfristige Möglichkeit zur Effizienzsteigerung ist die internationale und arbeitsteilige Zusammenarbeit. Als vielversprechendes Beispiel wurde das Framework Nation Concept vorgestellt, in welchem Deutschland eine zentrale Rolle zukommt.

Die künftige Gestaltung des Rüstungsprozesses war Gegenstand des folgenden Vortrags. Herr Ministerialdirigent Blahnik von der Abteilung Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung stellte das neugeschaffene Steuerungsboard Rüstungsmanagement vor. Ziel dieses Organisationselements ist es, der Leitungsebene Entscheidungsgrundlagen für eine effiziente Lenkung aller rüstungsspezifischen Teilprozesse zur Verfügung zu stellen. Dies wurde anhand von Einzelfunktionen wie der Vertragsgestaltung und des Berichtswesens vorgestellt. Das neue Managementsystem muss seine Tauglichkeit bei der Planung mehrerer „Leuchtturmprojekte“ unter Beweis stellen, u.a. beim neuen Mehrzweckkampfschiff. Dieses wird europaweit ausgeschrieben werden– ein Novum bei Projekten dieser Größenordnung.
Die anschließende lebhafte, aber sachkundig geführte Diskussion betraf vor allem die Problematik von Rüstungsexportbeschränkungen bei i nternationalen Kooperationen und nicht zuletzt das Gewehr G 36 ! Die Diskussion zum letzterem Thema konnte von Herrn Blahnik durch eine sehr diplomatische Zusammenfassung – mit der alles gesagt wurde –zu einem aussagekräftigen Abschluss gebracht werden.

Neue Aufgaben – alte Probleme

In den nächsten Vorträgen  berichteten der stellvertretende Kommandeur des Logistikkommandos, Herr Brigadegeneral Funke und der Bereichsleiter Unterstützung des Luftwaffentruppenkommandos, Herr Oberst i.G. Mielke, zur aktuellen Lage in ihren Bereichen: Eine der größten Herausforderungen an die Logistik stellt die Vielzahl der Einsatzgebiete dar. Während die jetzige Struktur von der Konzeption her nur von zwei parallelen Einsätzen ausgeht, sind inzwischen siebzehn Kontingente in weltweit unterschiedlichen geographischen Gebieten zu versorgen. Weiterhin hat die Fokussierung auf die Bündnisverteidigung zur Folge, dass sich die Bundesrepublik auf eine Rolle als Transitland einstellen muss. Jeder der Älteren, der einmal in einer Territorialen Kommandobehörde Dienst geleistet hat, weiß, was dies  konzeptionell, planerisch und organisatorisch bedeutet – die Jüngeren werden es wieder lernen müssen.
Die Truppe ist zusätzlich durch eine Vielzahl einsatzgleicher Übungen belastet – natürlich wirft dies Fragen nach der Attraktivität des Dienstes auf. Auch gibt die Personallage in einigen Bereichen Anlass zur Besorgnis, die deutliche Unterbesetzung bei den Unteroffizieren o.P. und eine zunehmende Überalterung beim zivilen Personal sind nur zwei besonders markante Beispiele.

Mit neuartigen Denkansätzen machte der Einblick in die Luftwaffenlogistik vertraut: Anstelle der klassischen Stabsabteilung Logistik hat das neuaufgestellte Luftwaffentruppenkommando jetzt einen „Bereich Unterstützung“ mit sowohl Stabs- als auch Linienkompetenz. Dadurch soll ein effizienterer Einsatz des Wirkverbundes von organischer und Waffensystemlogistik erzielt werden.
Dagegen ist die intensive Kooperation mit der zivilen Luftfahrtindustrie nicht grundsätzlich Neues, sondern eine technische und wirtschaftliche Notwendigkeit. Am Beispiel des A 400 M und des Leichten Unterstützungshubschraubers wurde dies detailliert dargestellt.

Nach den eher auf abstrakt-konzeptionellem Niveau angesiedelten Vorträgen bot der Beitrag des Vertriebsleiters Wehrtechnik der Firma Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH, Herrn Peter, eine willkommene Abwechslung. Sehr anschaulich wurden die „neuen Eisen im Feuer“ der Firma vorgestellt: Mehrrollenfähige Trägerplattformen wie der Berge-, Pionier- und Minenräumpanzer Wisent sowie der völlig neu konzipierte modulare Waffenträger G 5, ein potentieller Nachfolger des jahrzehntealten M 113.

Mehr Ausbildung mit weniger Zeit und weniger Ausbildern

Die Vorstellung der Schulen mit logistischem Auftrag zeigte, dass alle diese Einrichtungen mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen haben: Die neue europäische Arbeitszeitrichtlinie, welche entweder  eine Verlängerung der Lehrgänge oder eine Reduzierung der Ausbildungsinhalte erfordert sowie die zunehmende Gerätevielfalt bei eher geringer werdenden Stückzahlen, wodurch sowohl eine Mehrfachqualifikation der Auszubildenden als auch mehr Ausbilder nötig werden.
Herr Fregattenkapitän Schwede, Kommandeur Lehrgruppe Ausbildung der Marinetechnikschule schilderte anschaulich die Grenzen der Simulation in der schiffstechnischen Ausbildung und wies auf die Vorteile einer Internatsunterbringung für die Teilnehmer an der zivilberuflichen Qualifizierung hin – letzteres wird wohl leider nur  noch im Nordosten Deutschlands praktiziert!
Der stellvertretende Kommandeur der Logistikschule, Herr Oberst Betz, stellte die laufenden Aktivitäten am Logistischen Übungszentrum vor – erstmalig üben Logistikkräfte von Heer und SKB im gemeinsamen Wirkverbund. (Mein erster Gedanke war: “Wieso erst jetzt?“, aber dann dachte ich an den Aufwand, den allein die Koordinierung und Planung einer gemeinsamen Übung mit Kräften aus unterschiedlichen Organisationsbereichen mit sich bringen … ).
Herr Oberst Selbert, stellvertretender Kommandeur des Ausbildungszentrums Technik Landsysteme, demonstrierte wie auf die Verknappung der Ressourcen Personal und Zeit reagiert werden kann: Mit Komprimierung der Lehrgänge, dargestellt am Beispiel der Mehrfachqualifizierung zum Instandsetzungsunteroffizier für die Panzerhaubitze, den SPz Marder und den KPz Leopard 2. Auch die Rolle der Fernlehrgänge als unverzichtbarer Anteil im Ausbildungsverbund wurde allen ersichtlich.

Aktuelle Bedrohung und verfügbare Kräfte

Den Abschluss der Informationstagung bildete wieder ein Thema auf der politisch-strategischen Ebene. Herr Generalleutnant Warnecke, Abteilungsleiter Strategie und Einsatz im BMVg, referierte zu aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen und Bedrohungspotenzialen. Die bekannten Bedrohungsfaktoren, weltweiter Staatszerfall und Terrorismus, Migration etc., zwingen die Streitkräfte zu einer Vielzahl dauerhafter Einsätze. Dadurch sind besonders die Kapazitäten der Führungssysteme und der militärischen Logistik bis über die Grenzen ihrer Durchhaltefähigkeit hinaus beansprucht. Hinzu kommen die hochaktuellen Aufgaben im Bereich der Flüchtlingshilfe. All dies zwingt zu einer Gratwanderung zwischen verantwortlicher Ausführung des Auftrages und der verfügbar zu machenden militärischen und zivilen Ressourcen.
Am Beispiel der kräfteintensivsten Einsätze, wie Resolute Support und EUTM MLI, wurde dies im Detail vorgestellt. Leider blieb nur wenig Zeit für eine Aussprache über die weitreichenden logistischen Anforderungen dieser Einsätze.

Damit endete die Informationsveranstaltung zum 25 –jährigen Jubiläum des „blauen Bund e.V.“ Die Teilnehmer konnten Berlin mit neuen und wertvollen Erkenntnissen verlassen.

Blick zurück: Auszeichnungen und Ehrungen

Bleibt noch der Gesellschaftsabend am Donnerstag, dem 05. November zu erwähnen. Hier wurde ausnahmsweise zurück in die Vergangenheit geblickt:

Für ihre Verdienste um den „blauen Bund e.V.“ wurden zwei Kameraden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Herr Oberst Selbert für seine langjährige Arbeit als Bundesgeschäftsführer und Herr Oberstabsfeldwebel Zarth für seine Arbeit als Schatzmeister und Webmaster.

Mit der neugeschaffenen Ehrennadel des „blaue Bund e.V.“ wurden folgende Herren für ihre 25-jährige Mitgliedschaft gewürdigt:

  • Oberst a.D. Joachim Schaprian
  • Oberst a.D. Gerd Thormann
  • Oberst a.D. Peter Näser
  • Oberst a.D. Werner Dösereck
  • Oberst a.D. Wolfgang Rabach
  • Oberstleutnant a.D. Hans-Georg Hollube
  • Oberstleutnant a.D. Karl-Dieter Karstens
  • Oberstleutnant a.D. Dieter Fricke
  • Oberstleutnant a.D. Heinrich Rüttgers
  • Oberstleutnant a.D. Karl-Heinz Laux

Nicht Vorort anwesend, aber dennoch für 25-jährige Mitgliedschaft gewürdigt:

  • Generalmajor a.D. Rainer Fell
  • Generalmajor a.D. Hartmut Schmidt-Petri
  • Brigadegeneral Hans-Hermann Schwede
  • Brigadegeneral Kurt-Helmut Schiebold
  • Brigadegeneral Erich Schwemmle
  • Brigadegeneral Joachim Prignitz
  • Oberst a.D. Josef Norda
  • Oberst a.D. Günter Georg Villinger
  • Oberst a.D. Klaus Mettig
  • Oberstleutnant a.D. Walter Lennert
  • Oberstabsfeldwebel a.D. Helmut Arndt
  • Oberstleutnant a.D. Klaus Göttsch
  • Oberstleutnant Karl-Heinz Heil
  • Oberst a.D. Horst Joachim Mostert
  • Oberst a.D. Heinz Hartwig
  • Oberst a.D. Wolfgang Rockel
  • Oberst a.D. Rainer Dölker
  • Oberst a.D. Klaus Zeisig
  • Oberst a.D. Rolf Damke
  • Oberst a.D. Fridolin Bruderhofer
  • Oberst a.D. Karl Wiegand
  • Oberst a.D. Dieter Korte
  • Oberst a.D. Manfred Nass
  • Oberst a.D. Norbert Wenzlick
  • Oberst a.D. Dieter Hesse
  • Oberst a.D. Michael Dusch
  • Oberst a.D. Harald Weißhaar
  • Oberst Josef Schmidhofer
  • Oberst a.D. Rolf Plath
  • Oberst a.D. Bruno Hasenpunsch
  • Oberst a.D. Bernd Clausen
  • Oberst a.D. Peter Bischof
  • Oberst a.D. Axel Schwer
  • Oberst a.D. Hans-Joachim Wagner
  • Oberstleutnant a.D. Dietmar Taubert
  • Oberstleutnant a.D. Hans-Ulrich Kulka
  • Oberstleutnant a.D. Konrad Gasper
  • Oberstleutnant a.D. Dietrich Lehmann
  • Oberstleutnant a.D. Karsten Meyer
  • Oberstleutnant a.D. Claus Ruthenberg
  • Oberstleutnant a.D. Hans-Werner Maetzing
  • Oberstleutnant Michael Friedrich
  • Oberstleutnant a.D. Paul Rüth
  • Oberstleutnant a.D. Hans Brünler
  • Oberstleutnant Ulrich Meyer
  • Oberstleutnant Hartmut Kirchner
  • Oberstleutnant Franz Kaindl
  • Oberstleutnant Stefan Bär
  • Oberstleutnant a.D. Ernst-Ludwig Hoffmann
  • Oberstleutnant i.G. Michael Mager
  • Oberstleutnant a.D. Wilhelm Schleyer
  • Oberstleutnant a.D. Otto Eck
  • Oberstleutnant a.D. Christian Schäfer
  • Oberstleutnant a.D. Dietrich Pfeiffer
  • Oberstleutnant a.D. Hans Gräbner
  • Oberstleutnant Stefan Degelow
  • Major a.D. Heinz Gelenewsky
  • Major a.D. Wolfgang Seimetz
  • Major d.R. Enno Kapelle
  • Hauptmann a.D. Josef Bock
  • Hauptmann Manfred Reimer
  • Hauptmann a.D. Dieter Stüve
  • Oberstabsfeldwebel a.D. Günther Kühnel
  • Oberstabsfeldwebel a.D. Albert Piro
  • Oberstabsfeldwebel a.D. Helmut Schönell
  • Oberstabsfeldwebel a.D. Horst Reckmann
  • Stabsfeldwebel a.D. Hermann Honermann
  • Hauptfeldwebel a.D. Hermann List
  • Oberst a.D. Karl Klüser
  • Oberst a.D. Werner Grube

Die ausgezeichneten Mitglieder erhalten ihre Anstecknadel demnächst per Post zugesendet.

Die traditionelle Sammlung zugunsten des Soldatenhilfswerks erbrachte den Betrag von 1.440,10 Euro. Der Bundesvorstand blauer Bund e.V. stockte diesen Betrag auf 1.800 Euro auf.

Berlin-Programm

Ein Dank geht an die Kameradschaft Aachen/Eschweiler, die das Berlin-Programm organisierte. Ein besonderer Dank geht an Oberstleutnant a.D. Karl-Heinz Laux, der die Teilnehmer über 3 Tage in Berlin und Potsdam begleitete und mit zahlreichen Informationen aus erster Hand versorgte.
Ein weiterer Bericht über diese Aktivitäten erscheint in Kürze.

Ausblick

Die nächste Zentrale Informationsveranstaltung findet vom 03. bis zum 04. November 2016 an der Logistikschule der Bundeswehr statt.

Auf Wiedersehen in Garlstedt !

Informationsveranstaltung 2014

Mitgliederversammlung:  Der „blaue Bund“ wird attraktiver für Jüngere  –  und –  jetzt haben auch wir einen Präsidenten !

Auf besonderes Interesse stieß der Bericht über die Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung der Logistiker (BvL). Das Netzwerk der BvL umfasst mehr als 10.000 Führungs- und Fachkräfte aus Logistik und Supply Chain Management. Es sind alle Wirtschaftsbereiche und Branchen vertreten, ebenso wie Wissenschaft und Politik; weiterhin betreibt die BvL eine eigene Fachhochschule, die Hochschule für Internationale Wirtschaft und Logistik in Bremen. Sie ist bundesweit präsent durch Regionalgrupen und studentische Gruppen an den Universitäten.

Die BvL bietet ihren Mitgliedern  vielfältige Möglichkeiten zur Aus- ,Fort- und Weiterbildung, die von Arbeitskreisen, Wochenendseminaren bis hin zum Studium reichen  und unterhält eine spezielle Stellenvermittlung für logistische Fach – und Führungskräfte. Dies alles macht die BvL gerade für jüngere Soldaten aller Dienstgrade interessant – Angehörige des „blauen  Bund e.V.“ können der BvL  gewissermaßen zum “ Studententarif “ beitreten. Wie berichtet, wurden vor allem die Informationsveranstaltungen der BvL bereits rege in Anspruch genommen. Die Vorsitzenden  der Kameradschaften werden in ihrer Region die Kontakte zur BvL weiter vertiefen.

Ansonsten verlief der formelle Teil der Mitgliederversammlung in geregelten Bahnen; mit der neuen Satzung ist der Verband jetzt auch terminologisch und vereinsrechtlich auf der Höhe der Zeit; die Entscheidung, die beiden Vorsitzenden von nun an “Präsident” und “Vizepräsident”  zu nennen, ist dafür wenn auch nicht das bedeutsamste, so doch das markanteste Beispiel.

Die folgenden zwölf Einzelvorträge waren geprägt von erfreulicher Offenheit. Auch wenn zahlreiche Fragen nicht immer umfassend beantwortet werden konnten, so wurde einhellig festgestellt, dass die Vortragenden kein Blatt vor den Mund nahmen und zu den Stärken und Schwächen ihrer Verantwortungsbereiche engagiert und sachlich informierten.

Erosion der militärischen Fähigkeiten ? – Neuausrichtung der SKB – Rückführung und Instandsetzung von Material aus Afghanistan – Herausforderungen an die Logistik werden nicht geringer.

Den Anfang machte der Inspekteur der Streitkräftebasis (SKB), Vizeadmiral Nielson , mit einem Vortrag zum Stand der Neuausrichtung der SKB. Er zeigte auf, dass vor allem durch kleine, aber zahlreiche Einsätze  die Ressourcen der SKB an ihre Grenzen gelangen; wörtlich sprach er von einer „Erosion der militärischen Fähigkeiten“ und begründete die geplante Nachsteuerung in bestimmten Engpassbereichen, z.B. bei den logistischen Sonderaufgaben.

Das Ausmaß, welches die Neustrukturierung der SKB angenommen hat, wird besonders an der neuen Führungsstruktur deutlich: Statt wie bisher fünf, wird es zukünftig nur noch drei Führungsebenen geben: Die Ebenen des  Inspekteurs, der Fachkommandos und der Bataillone. Etwas Bedrückung rief jedoch die Bewertung der Personallage hervor: Künftig müssten jährlich 100 000 junge Frauen und Männer, d.h. 15 % eines Geburtenjahrgangs, eine Bewerbung für den Dienst in der Bundeswehr schreiben, damit ausreichend qualifizierte Bewerber eingestellt werden können. Dass dies nicht  der Fall sein wird, liegt auf der Hand –Lösungen sind zur Zeit nicht in Sicht, müssen aber bald auf den Tisch.

Der eindeutige Schwerpunkt der Basislogistik liegt zur Zeit bei der Rückführung und Instandsetzung des Wehrmaterials aus Afghanistan. Ziel ist es, der Truppe ihr Material so zeitig wie möglich wieder zur Verfügung zu stellen. Der Inspekteur wies nachdrücklich darauf hin, dass er bei den aktuellen Abläufen des Instandsetzungs – und Rückführungsprozesses noch erheblichen Verbesserungs- und Vereinfachungsbedarf sieht.

Damit  war der folgende Referent, Oberst Attermeyer, Abteilungsleiter Instandhaltung und Fertigung im Logistikzentrum der Bundeswehr, direkt angesprochen. Er erläuterte den in der Tat recht komplexen Prozess der Rücklieferung und Instandsetzung  und machte deutlich, dass die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft dieses Materials einen, im Vergleich zum Grundbetrieb, einen sehr hohen Instandsetzungsaufwand erfordert. Auf großes Interesse stießen auch die Erkenntnisse für neuartige, einsatzbedingte Anforderungen an die technische Einsatzreife von Wehrmaterial.

Die Anforderungen, welche an die Logistikverbände gestellt werden, stellte auch der Stellvertretende Kommandeur des Logistikkommandos, Brigadegeneral Gäbelein, sehr klar heraus: Allein aufgrund der planmäßig vorgesehenen Einsätze sind die Erholungsphasen für die Verbände äußerst knapp bemessen. Wenn dazu noch Einsätze im Rahmen der NATO Response Force oder der EU  Battle Group kommen sollten, wäre  dies nur mit einer Verlängerung von Stehzeiten im Einsatzgebiet zu realisieren. Was dies für die Attraktivität des Dienstes bedeutet, brauchte nicht weiter ausgeführt zu werden. Deutlich betont wurde, dass die Fähigkeiten der Basislogistik in ihrem gesamten Spektrum aufrechtzuerhalten sind, damit zumindest  zu Beginn eines Einsatzes alle erforderlichen Leistungen zeitgerecht erbracht werden können. Die im weitern Zeitablauf erforderlich werdende Durchhaltefähigkeit  ist dann, so weit wie möglich, durch zivile bzw. internationale Partner sicherzustellen.

Rüstungsplanung im Wandel – Geringer finanzieller Spielraum – Unbequeme Entscheidungen

Der Leiter des Planungsamts der Bundeswehr, Generalmajor  Leidenberger, sowie der Abteilungsleiter Kampf im Bundesamt für Ausrüstung, IT-Technik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw),Brigadegeneral Könen, stellten in detaillierter Form die Prozesse der Rüstungsplanung vor. Das hochkomplexe Zusammenwirken zwischen Führungsstäben, Ämtern und Kommandobehörden wurde am Beispiel  einzelner Landsysteme erläutert.

Nachhaltigen Eindruck hinterließ danach die Vorstellung des Finanziellen Planungsrahmens für 2016. Vor dem Hintergrund der aktuellen Kontroversen zur Rüstungsplanung zeigte Generalmajor  Leidenberger  auf, wie gering der  finanzielle Spielraum für effektive Änderungen in der Beschaffung von Wehrmaterial tatsächlich ist  – nicht ohne Grund ist dieser Finanzierungsrahmen um mehrere Milliarden „gesteuert“ überplant. Als unmittelbare Folge drängen sich unangenehme Entscheidungen auf: Teilausstattung von Verbänden, Inkaufnahme langer Lieferzeiten für Ersatzteile etc. Weiterhin verursacht die Reduzierung von Stückzahlen für neues Gerät einen unverhältnismäßig hohen Aufwand. Dies führt dazu, dass in vielen Fällen die Nutzungsdauer von altem Gerät („komplexe Legacysysteme“) zulasten von Neubeschaffungen verlängert werden muss.

Einsatzlogistik der Luftwaffe: Unterschiede, aber kein Sonderweg –Heftig diskutiert: Die Heeresinstandsetzungslogistik – Blick in die Schullandschaft

Der Unterabteilungsleiter Logistik/Grundsatz im Luftwaffenkommando, Oberst i.G. Mittelstädt, gab einen Überblick über ausgewählte Handlungsfelder der Einsatzlogistik seiner Teilstreitkraft. Im Verlauf der letzten Jahre sind die Schnittstellen zur Basislogistik der SKB erfolgreich harmonisiert  worden, ein beträchtlicher Teil der Einsatzlogistik wird jedoch durch Industriekooperation bzw. Betreiberlösungen sichergestellt. Die technischen Besonderheiten bestimmen die Leistungserbringung in besonderem Maße, so ist z.B. auch zwischen Luftfahrzeugen des gleichen Typs in der Regel kein Austausch von Baugruppen möglich. Eine maßgebliche Rolle spielt die Zertifizierung  von Luftfahrtmaterial. Anhand eines Pilotprojektes, des neuen Airbus A 400 M, wurde erläutert, wie dieses im multinationalen, europäischen Rahmen erfolgt.

Einen nicht ganz leichten Stand hatten die Vertreter der Heeresinstandsetzungslogistik  GmbH (HIL GmbH). Der Geschäftsführer, Herr Kaptein,  sowie der Bereichsleiter Kunden- und Produktmanagement, Herr Hartmann, gaben einen Bericht über die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Anschließend folgte eine emotional, aber sachlich geführte Debatte über das Konzept des „Dynamischen Verfügbarkeitsmanagements“, d.h. einer reduzierten  Ausstattung im Grundbetrieb, welche ergänzt wird durch eine einsatz- und übungsbezogene Bereitstellung von Waffensystemen. Diskutiert wurde vor allem die Kosteneffizienz diese Konzepts und dessen grundsätzliche Praktikabilität.

Die Kommandeure der TSL/FSHT, Brigadegeneral Hochwart, und der Marinetechnikschule (MTS), Kapitän zur See Möding, sowie der stellvertretende Kommandeur der Logistikschule der Bundeswehr (LogSBw), Oberst Geyer, stellten aktuelle Entwicklungen innerhalb ihrer Schulen vor.

Die wesentliche Herausforderung für die Schulen bleibt weiterhin der zunehmende Bedarf an unterschiedlichen, hochspezialisierten Lehrgängen mit sehr kleiner Teilnehmerzahl,  bei  einem gleichzeitig tendenziell abnehmenden Stellenumfang  für Ausbilder. Die TSL/FSHT  reagiert darauf durch Effizienzsteigerung mittels einer nach Systemfamilien zusammengefassten Ausbildung und mit Fernunterricht. Letzterer führt nicht zu einer Reduzierung des Hörsaalleiterbedarfs, führt aber zu überraschend guten Lernerfolgen.

Die MTS steht darüberhinaus vor der traditionellen Herausforderung, technisches Spezialistentum mit seemännischem Können verknüpfen  zu müssen– eine Aufgabe, die vor allem Zeit benötigt. Der Einsatz von Simulatoren ist dabei eine wichtige Hilfe – ersetzt aber nicht die Borderfahrung.

Die LogSBw steht mit ihren Ausbildungszentren für den Feldlagerbetrieb sowie für den Betrieb von Feldtanklagern, auch im  Vergleich mit Partnerländern, einzigartig dar. Dies wird nicht zuletzt anhand der multinationalen Zusammenarbeit deutlich. Ein entscheidender Beitrag zur Neuausrichtung der logistischen IT-Landschaft ist  die Ausbildung in den  SASPF – Verfahren. Die Schule bildet hierzu – auch das ist einmalig – einen Großteil ihrer Ausbilder mit hohem Zeitaufwand selbst aus.

Bericht aus dem NATO Hauptquartier  zum Ukraine – Konflikt – Herausforderung für die NATO und Reaktionen

Wie in jedem Jahr stand auch diesmal ein hochkarätiger Vortrag zu einem  militärpolitischen Thema auf der Tagesordnung. Der Abteilungsleiter Operations Division im International Military Staff des NATO Hauptquartiers, Generalmajor Blotz, berichtete fundiert und offen über die Reaktionen  im NATO –Bündnis auf die Entwicklung in der Ukraine. Er schilderte die offizielle Bewertung des Konflikts, insbesondere zu dessen  Ursachen sowie die Konsequenzen für das weitere Vorgehen im Bündnis. Spätestens mit der NATO-Tagung  in Wales ist die umfassende Neuausrichtung der NATO  beschlossene Sache. Einsätze im Rahmen von Artikel 5 des NATO-Vertrages sind wieder in den Vordergrund des politischen und militärischen Interesses gerückt. Erstes Ergebnis sind die bereits angelaufenen Immediate Assurance Measures zur politischen und militärischen Unterstützung der baltischen Staaten, z.B. das verstärkte Air Policing im Vor allem aber sind  Auftrag und Struktur der Schnellen Eingreifkräfte neu gestaltet worden. Bereits im nächsten Jahr findet  die erste multinationale Übung mit der neukonzipierten Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) statt.
Im Anschluss wurden die Konsequenzen diskutiert, welche die Neuausrichtung der NATO für die Bundeswehr in struktureller und operativer Hinsicht mit sich bringen wird.

Ausblick – 25 jähriges Jubiläum in Berlin ?

Abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass der Gesellschaftsabend wie immer eine runde Sache war – die Sammlung für das Soldatenhilfswerk ergab die Summe von eintausend Euro. Der Bundesvorstand stockte den Betrag auf 1.500 Euro auf.

In seinem Schlusswort sprach Generalmajor Warnecke die Hoffnung aus, die Mitglieder des Verbandes im Jahre 2015 – dem 25 jährigen Jubiläum des „blauen Bund e.V.“ – in Berlin begrüßen zu können. Termin und  Tagungsgort werden  sobald wie möglich bekanntgegeben.

Zum Schluss dankte der Präsident dem Gastgeber, Brigadegeneral Hochwart und dem Team der TSL/FSHT für die gelungene Unterstützung .

Fazit : Die Mitgliederversammlung/Informationsveranstaltung des „blauen Bund e.V.“  in Aachen war eine gelungene Sache.

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr – wo auch immer !

Informationsveranstaltung 2013

Mitgliederversammlung und Informationsveranstaltung des bB vom 7./8. November 2013 in GARLSTEDT

Erste-Hand-Information aus Afghanistan – Zwischenbilanz der Neustrukturierung von Logistik und Rüstung – Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des bB

Zur diesjährigen Mitgliederversammlung und Informationsveranstaltung des bB kamen über 150 Interessierte an die Logistikschule der Bundeswehr nach Garlstedt.

Hinsichtlich der Durchführung und Organisation beider Veranstaltungen wurde primär auf die Infrastruktur des der LogSBw unterstellten Logistischen Übungszentrums (LogÜbZ) zurückgegriffen. Somit konnte die moderne Informationsübertragungstechnik des LogÜbZ in der Ausbildungshalle 418 der Lucius D. Clay-Kaserne einmal mehr genutzt werden, um der vielbeachteten Veranstaltung einen angemessenen organisatorischen Rahmen zu bieten. Zur Durchführung des geselligen Kameradschaftsabends wechselte man am 07. November in die gastfreundlichen Räumlichkeiten des Rolandclub, der Gemeinsamen Heimgesellschaft (GHG) in der Lucius-De-Clay-Kaserne.

Nach vorheriger Mitgliederversammlung und der anschließenden Begrüßung der Teilnehmer durch den Bundesvorsitzenden BLAUER BUND e.V., Herrn Generalmajor Dieter Warnecke, hat der Leiter des LogÜbZ, Herr Oberst Bischoff, zum Auftrag, zu aktuellen und zukünftigen Ausbildungsinhalten sowie darüber hinaus zur methodischen, aber auch infrastrukturellen Weiterentwicklung des LogÜbZ vorgetragen.
Auch das Ausbildungsjahr 2014 wird im LogÜbZ durch viele Übungs-, aber auch Ausbildungsvorhaben geprägt sein. An dieser Stelle sind vorrangig die turnusmäßigen Kontingentausbildungen im Rahmen der Einsatzvorbereitung sowie die Zentralen Ausbildungen Logistik (ZALog) der Logistikbataillone (LogBtl) der SKB und des Heeres zu nennen. Aber auch Lehrgänge zur Ausbildung und anschließen-dem Handlungstraining am „Führungs-(Waffen)-Einsatzsystem für landbasierte Operationen“ [Fü(W)ES-LBO] werden das Portfolio des vielseitigen Auftragsspektrums des LogÜbZ in 2014 abrunden.

Beginnend ab 2015 werden die ZALog mit den LogBtl der Streitkräftebasis (SKB) und den (zukünftigen) Versorgungsbataillonen des Heeres (VersBtl H) gemeinsam durchgeführt, um so die gesamte logistische Kette von Basis- (SKB) und Einsatzlogistik (H) unter Nutzung von SASPF in der neu entwi-ckelten Schullage „OBSIDIA Logistik“ abbilden und beüben zu können.
Oberst Bischoff führte abschließend aus, dass der Kommandeur Logistikkommando der Bundeswehr die Bedeutung des LogÜbZ als „Ausbildungseinrichtung Nr. 1 für alle logistischen Truppenteile und Verbände“ während seiner Dienstaufsicht vor Ort dargestellt hat.

In den Veranstaltungspausen konnten die Mitglieder und Gäste zudem an der LogSBw befindliches Großgerät der Lehrgruppe D, unter anderen auch das Bergefahrzeug BISON oder den Schwerlast-transporter SLT 70 to, kennenlernen und im Bedarfsfall auf die praktische Fachexpertise des Bedie-nerpersonals zurückgreifen.

Kalte Dusche zum Auftakt – Verstärkte Kooperation mit privatwirtschaftlicher Logistik

Hauptthema der Mitgliederversammlung war die Vorstellung der ersten Ergebnisse einer internen Studie zur Steigerung der Attraktivität des bB. Die zusammenfassende Feststellung war eigentlich wenig überraschend: Dem bB droht die Überalterung und er ist in der Truppe – vor allem in den Logistikverbänden – so gut wie gar nicht bekannt!
Gegen beides gibt es nur ein Mittel: Verstärkte Information in der Fläche! Nicht nur über Ziele und Aktivitäten des bB , sondern auch über die Vorteile einer Zugehörigkeit zum bB – gerade für jüngere Soldaten. Solche Vorteile sind vor allem die Kommunikation zwischen Logistikern aller Organisationsbereiche und Führungsebenen sowie der Austausch mit Logistikfachleuten aus der zivilen Wirtschaft. Letzterer wird in Zukunft dank der beschlossenen Kooperation des bB mit der Bundesvereinigung Logistik (BVL) verstärkt gefördert werden. Dadurch können sich –nicht zuletzt für jüngere Soldaten – neue Perspektiven für die fachliche und zivilberufliche Weiterbildung ergeben.
Über dies alles muss in den Regionen – vor allem in den Verbänden – gezielt informiert werden. Bundesvorstand und Kameradschaften bereiten entsprechende Veranstaltungen vor.
Besondere Aufmerksamkeit wird künftig den Regionen BERLIN und ERFURT gewidmet – hier ist die Einrichtung von neuen Kameradschaften geplant.

An die Mitgliederversammlung schloss sich nahtlos die eintägige Informationsveranstaltung an.

Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) stellt sich vor: Ein starker Partner, auch für die zivilberufliche Weiterbildung

Die BVL ist eine Interessengemeinschaft von Logistikfachleuten aus der Privatwirtschaft. Sie umfasst über 10 000 Mitglieder und führt über 250 Veranstaltungen im Jahr durch. Hierbei arbeitet sie mit zahlreichen, hochqualifizierten Experten, Dozenten und Firmen zusammen. Das Angebot reicht von Informationsforen und Arbeitskreisen bis hin zu fachlichen Ergänzungsstudiengängen. Diese beinhalten z. B. ein Kompaktstudium Logistik oder eine Ausbildung zum Certified Automotive Logistician; nicht zuletzt sind es solche Themen, welche die BVL für Zeitsoldaten interessant machen.
Mit dem Geschäftsführer der BVL, Herrn Peters, und Herrn Gimmler, Dozent für Logistikrecht und stv. Vorsitzendem der bB – Kameradschaft Rhein/Lahn, wurden künftige gemeinsame Aktivitäten von bB und BVL diskutiert. Die Kameradschaften des bB werden mit den regionalen Gruppen der BVL zusammenarbeiten und ihre Mitglieder informieren.
(Hier der Link zur BVL: www.bvl.de)

Entscheidung in Afghanistan: Eindrücke aus der Perspektive des ISAF JOINT COMMANDS –Vorsichtiger Optimismus

Herr GM Warnecke, Abteilungsleiter Einsatz im Kommando Streitkräftebasis und Bundesvorsitzender des bB, berichtete hochaktuell und ungeschminkt aus seiner gerade beendeten Verwendung als Deputy Commander ISAF Joint Command. Offen und anschaulich analysierte er diejenigen Faktoren, welche das politische Schicksal Afghanistans in den kommenden Jahren bestimmen werden.
Nach seiner Bewertung ist der militärische Zweck des ISAF-Einsatzes erfüllt, nämlich der Aufbau von nationalen afghanischen Streitkräften. Deren Einsatzwert beurteilte er als zufriedenstellend, insbesondere im Hinblick auf die afghanischen Hauptkräfte, die leichte Infanterie. Diese hat inzwischen einen befriedigenden Stand der Ausbildung – und Ausrüstung erreicht. Nachholbedarf gibt es noch im Bereich der operativen Führungsfähigkeit, der Luftwaffe sowie bei speziellen Fähigkeiten, wie z. B. IED und Logistik. Dieser Bedarf wird den Folgeeinsatz der Allianz in Afghanistan nach 2014 bestimmen, und damit auch die Forderungen an den deutschen Anteil. Letztlich wird das Engagement der Alliierten – über 2014 hinaus – darüber entscheiden, ob die Qualität der Sicherheitskräfte weiter gehalten und gesteigert werden kann.
Der politische Erfolg des Einsatzes in Afghanistan dagegen hängt ausschließlich vom Willen der nationalen Führung ab, die Sicherheitskräfte auch wirksam und nachhaltig einzusetzen. Den Wahlen im nächsten Jahr kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu.
Zusammenfassend schätzte GM Warnecke die Zukunft des Landes vorsichtig optimistisch ein.

Einen weitgefassten Überblick über aktuelle Tendenzen in der Entwicklung der deutschen Sicherheitspolitik bot der Vortrag:

Künftige Ausrichtung der deutschen und europäischen Sicherheitspolitik aus der Sicht der Wissenschaft: Eine umfassende Orientierung

Herr Dr. habil. Kaim, Leiter der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik der Stiftung Wissenschaft und Politik, gab einen sachkundigen Überblick über die hauptsächlichen Herausforderungen an die künftige deutsche Sicherheitspolitik. Hierzu zählen besonders die Definition der deutschen Interessen und die Festlegung der Rolle Deutschlands bei der Übernahme internationaler Verantwortung, eine sich abzeichnende Innenwende der USA, die Konsequenzen einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit, vor allem hinsichtlich der Abgabe staatlicher Souveränität sowie die Rolle Deutschlands angesichts der zunehmenden Einsätze, die immer weniger im NATO – Rahmen, sondern immer mehr innerhalb einer ad-hoc gebildeten „Coalition of the Willing“ stattfinden.
Leider reichte die Zeit auch hier nicht annähernd aus, um auf die zahlreichen engagierten Fragen und Diskussionsbeiträge erschöpfend einzugehen.

Aber auch das Kerngeschäft des bB , Logistik und Rüstung, kam nicht zu kurz:

Die Neuausrichtung der Logistik in der Streitkräftebasis: Logistikkräfte extrem eng auf Rand genäht!

Der Kommandeur des Logistikkommandos, Herr GM Antoni, stellte die gewaltigen Herausforderungen an sein Fachkommando vor: Bei einem nahezu gleichen Einsatzspektrum werden die mobilen Logistikkräfte der SKB um fast die Hälfte reduziert! Dazu kommt mittelfristig ein schmerzhafter Mangel an Mannschaftsdienstgraden. Die daraus resultierenden Belastungen für die Truppe wurden unverblümt aufgezeigt. Eine Durchhaltefähigkeit der Logistik auf der Ebene der SKB kann daher nur durch noch stärkere Inanspruchnahme Dritter, sprich ziviler Leistungserbringer, sichergestellt werden. Hierzu müssen neue Wege und Verfahren erschlossen werden, z. B. neue zivil-militärische Projekte für den Einsatz; „HIL im Einsatzland“ ist dabei nur eine Option unter vielen.
Die derzeit größte Herausforderung an die Logistik, die Rückverlegung aus Afghanistan, wurde detailliert vorgestellt. Damit die operative logistische Führung kurzfristig auf Änderungen der Lage reagieren kann, ist es unabdingbar, stets über mehrere Handlungsoptionen (Bahn, Luft, Luft/See etc.) zu verfügen.

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw): Großbaustelle oder gelungene Fusion?

Herr Oberst Schmidhofer, BAAINBw, stellte die aus der Fusion mehrerer Ämter und Abteilungen entstandene Mammut-Dienststelle vor. Sein Schwerpunkt lag dabei auf den Teilprozessen Rüstung/Kampf/Landsysteme. Anhand der komplexen Schilderungen wurde deutlich, dass die von vielen skeptisch beurteilte Zusammenfassung von Bedarfsträger- und Bedarfsdeckerämtern auf gutem Wege ist. Gleiches gilt für die Übernahme der Materialverantwortung zum Erhalt der Einsatzreife aus den Teilstreitkräften. Offen ist hingegen die Zukunft der alten IT-Systeme in Nutzung (SinN). Hier werden noch längerfristig Ressourcen gebunden sein, welche dann andernorts fehlen werden.
Auch nach diesem Vortrag entflammte eine heftige, aber informative Fachdiskussion.

Neues aus der Schullandschaft: Die Logistikschule der Bundeswehr (LogSBw) und die Technische Schule Landsysteme/Fachschule des Heeres für Technik (TSL/FSHT) – Kleiner, aber noch mehr Qualität

Die Kommandeure der beiden großen logistischen Schulen, Herr BG Weidhüner (LogSBw) und Herr BG Hochwart (TSL/FSHT), stellten ihre Einrichtungen vor. Gemeinsam ist beiden Schulen, dass zwar die Anzahl der Lehrgangsteilnehmer geringer werden wird, der Stoffumfang und damit die Dauer der Lehrgänge jedoch ständig zunehmen. Demgegenüber wird die Zahl der Ausbilder überproportional reduziert. Damit sinkt die Fähigkeit der Schulen, auf kurzfristigen, zusätzlichen Bedarf so flexibel zu reagieren, wie es in der Vergangenheit der Fall war. Der einsatzbedingte Ausbildungsbedarf wird dabei natürlich stets Vorrang vor allem anderen haben.
Auch für die Schulen wird das „Outsourcen“ von bestimmten Ausbildungsvorhaben immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Die LogSBw stellte ihr Logistisches Übungszentrum (LogÜbZ, Oberst Bischoff) vor. Diese Einrichtung ist seit fast zwei Jahrzehnten der Garant für die Qualität der Logistik im Einsatz. Dies zeigt nicht zuletzt das hohe Interesse anderer Nationen an diesem Zentrum.
Die Demonstration einer DV-gestützten Konvoiausbildung stellte eindrucksvoll den hohen Standard des LogÜbZ unter Beweis.

IT-Unterstützung im Einsatz: Neue feldtaugliche Eisen im Feuer

Die Firma CONET (Herr Maucher) informierte über zwei Projekte zur IT-Unterstützung der Logistik im Einsatz.
Das Logistic Execution System ermöglicht eine autarke Bewirtschaftung von Material im Einsatzgebiet. Eine besondere Stärke dieses Systems liegt darin, dass es den Übergang vom logistischen Grundbetrieb zum Betrieb im Einsatzland erheblich erleichtert.
Weiterhin ermöglicht das SAP Netware Weaver Gateway die mobile Erfassung von Daten.
Interessierte Teilnehmer konnten anhand einer detaillierten Demonstration tieferen Einblick in die Verfahren gewinnen.

Gesellschaftsabend – Sammlung und Mitgliederzahl: Zweimal die Tausendermarke erreicht

Wie immer bot der Gesellschaftsabend im Roland-Club allen Teilnehmern Gelegenheit zu ausgiebigen und guten Gesprächen.
Dabei wurden zwei Rekorde aufgestellt: Die Sammlung für das Soldatenhilfswerk ergab – nach Aufrundung – den Betrag von 1400.- Euro.
Und zu guter Letzt gelang es, die Mitgliederzahl des blauen Bundes erstmals in seiner Geschichte in den vierstelligen Bereich zu heben. Ob durch Zufall oder Planung, die Firma HIL GmbH, vertreten durch ihren Geschäftsführer, Herrn BG Zimmer, trat als korporatives Mitglied bei und konnte als tausendstes Mitglied begrüßt werden.

Fazit: Eine lohnende Sache

Die Veranstaltung bot, wie in jedem Jahr hochwertige und aktuelle Informationen zur Logistik, Rüstung und zur Sicherheitspolitik sowie zum freien Meinungsaustausch über die Grenzen der Teilstreitkräfte und der Führungsebenen hinweg. Es hat sich gelohnt!
Herrn GM Warnecke wies in seinem Schlusswort noch einmal auf die Chancen hin, die sich vor allem für jüngere Soldaten aus einer Kooperation mit der Bundesvereinigung Logistik ergeben.
Sein besonderer Dank galt der Logistikschule der Bundeswehr für ihre Gastfreundschaft.

Bitte vormerken: Nächstes Jahr in Eschweiler!

Die nächste Mitgliederversammlung und Informationsveranstaltung des bB wird vom 06./07.November 2014 an der TSL/FSHT in Eschweiler stattfinden.

Informationsveranstaltung 2012

Vom General bis zum Bootsmann: Logistiker aus Bundeswehr und Wirtschaft informieren sich auf der Informationsveranstaltung des „blauen Bund e.V.“

Über 300  Gäste aus allen Teilstreitkräften, aus  allen Dienstgradgruppen sowie zahlreiche zivile Logistiker, Rüstungsfachleute, Wehrtechniker und Firmenvertreter  konnte unser  Präsident (jawohl, richtig gelesen!), Generalmajor  Warnecke, zur jährlichen Mitgliederversammlung  und Informationsveranstaltung  an der Schule Technische Landsysteme/Fachschule für Technik (TSL/FSHT) in Aachen begrüßen. Zwei Tage lang trugen hochrangige Entscheidungsträger aus Sicherheitspolitik, Logistik, Rüstung und Nutzung zu aktuellen Themen vor.

Zuvor  jedoch wurde in der Mitgliederversammlung die Bilanz des vergangenen Jahres gezogen und über die nächste Zukunft entschieden.

Anstehende Neuausrichtung der Bundeswehr

Unter der Leitung des frischgewählten Bundesvorsitzenden Generalmajor Dieter Warnecke tagte der „blauer Bund e.V“. am 08.11.12 und 09.11.12 an der Technischen Schule Landsystem und Fachschule des Heeres für Technik zum Thema „Neuausrichtung der Bundeswehr“. Wieder war die Veranstaltung von hochklassigen Vorträgen geprägt. Nach der Begrüßung durch den Bundesvorsitzenden eröffnete Brigadegeneral Harry Richter, UAL FüSK III mit seinem Vortrag zum Thema „Auswirkungen der Neuausrichtung der Bundeswehr auf die Logistik“ die Vortragsreihe.

In der Einleitung seines Vortrages steckte er die Rahmenbedingungen, die die Neuausrichtung der Bw bestimmen: NATO Strategic Concept, Einsatzerfahrungen, Aussetzung der Wehrpflicht, Finanzierung.
Über eine Defizitanalyse zur Zieldefinition folgte die Ableitung von Fähigkeitsprofilen. Daraus ergaben sich die zukünftige Personalstruktur und die materiellen Rahmenbedingungen. Brigadegeneral Harry Richter ergänzte seine Ausführungen mit Informationen zur Umgliederung des BMVg, das zukünftig die Zentrale Führung für alle TSK/OrgBerS übernehmen wird. Er erläuterte die Gliederung und Aufgaben des FüSK III. Die Herausforderungen, die sich durch die Neuausrichtung der Bw für das logistische System der Bw ergeben, werden im Kern durch eine Binnenoptimierung gelöst. Das Logistikkommando Bw wird sich bei seiner Auftragserfüllung zukünftig noch stärker auf zivile Firmen abstützen. Grundsätzlich wird die Einsatzlogistik von Heer, Luftwaffe und Marine durch militärische Kräfte wahrgenommen. Mit einem kurzen Überblick über die SanMat Versorgung und den Sachstand der aktuellen und zukünftigen Kooperationsvorhaben beendete Brigadegeneral Harry Richter seinen Vortrag.

Die “ Prinzipien des neuen Ausrüstungs- und Nutzungsprozesses sowie Auswirkungen auf die Organisationen“ wurden durch Konteradmiral Wolfgang Bremer, Stellvertretender Abteilungsleiter Ausrüstung, dargestellt.

Er machte Ausführungen zu Struktur/Gliederung sowie zu den zukünftigen Arbeitsbeziehungen. Die Erläuterung des neuen CPM und die Darstellung der neuen Verantwortungen und Entscheidungsbefugnisse mit den daraus resultierenden Konsequenzen wurden von den Zuhörern, die sich aus aktiven und ehemaligen Soldaten sowie Vertretern ziviler Firmen zusammensetzten, interessiert verfolgt. Die wesentlichen Bestandteile einer Funktionalen Fähigkeitsforderung sowie die daraus abzuleitenden Lösungsvorschläge mit abgestuftem Erfüllungsgrad wurden dargestellt. Informationen über die Eskalationsgremien, die Materialverantwortung für die Einsatzreife sowie die Betriebs- und Versorgungsverantwortung im Rahmen des neuen CPM rundeten den Vortrag ab.

Kapitän zur See Jens Dombert Referatsleiter SE III4, Abteilung Strategie und Einsatz fesselte die Zuhörer mit seinem Thema: „Die Deutsche Marine im Auslandeinsatz unter besonderer Berücksichtigung der Logistik“.

Für die meisten Tagungsteilnehmer waren die dargestellten Bereiche: Maritime Abhängigkeit Deutschlands, Bedrohung durch Piraterie und das Einsatzprofil der Marine absolutes Neuland. Am Beispiel der Operation ATALANTA und den dafür im Jahr 2008 erteilten Auftrag wurde der Wandel zum heutigen Auftrag sowie die Einbindung der Marine in nationalen und internationalen Einsätzen verdeutlicht. Die Logistische Einsatzunterstützung, Arten und Ressourcen/Dienstleister wurden am Beispiel UNIFIL konkretisiert und Kapitän zur See Jens Dombert stellte heraus, dass die logistischen Verfahren der Marine in Übungen und im Einsatz identisch sind.

Mit den zur Institution gewordenen Vorträge aus den beiden Truppenschulen begann Oberst Hans-Otto Drotleff.

Er informierte über den Auftrag mit Schwerpunkt der aktuellen Änderungen, u.a. über die Übernahme der Zuständigkeit für die Kraftfahrausbildungszentren. Zur aktuellen Gliederung der Schule betonte er, dass wesentliche schulrelevante Elemente in die zukünftige Struktur gerettet werden konnten und ein Element zur Evaluation der Ausbildung und Erstellung von Lehrgangsbefehlen aufgestellt wurde. Inzwischen wird die Offizierausbildung für Offiziere nach dem Studium für alle TSK/OrgBer durchgeführt. Unterschiedliche Folgeverwendungen und daraus resultierende Ausbildungsinteressen führten zunächst zu einer starken Modularisierung der Ausbildung. Inzwischen konnte die Ausbildung weiter harmonisiert werden. Die Arbeit des LogÜbZ wurde am Beispiel Vorbereitung eines LogBtl/VersBtl in der Phase zwischen den Einsätzen und in der Einsatzvorbereitung erläutert. Mit einem Ausblick auf eine weitere Erhöhung der Lehrgangsarten und der Anzahl der durchgeführten Lehrgänge sowie auf die geplante Ausbildung für das Personal der Wehrverwaltung in Vorbereitung auf die Aufgaben im Einsatz beendete Oberst Hans-Otto Drotleff seinen letzten Vortrag beim „blauer Bund e.V“ vor seiner Versetzung in den Ruhestand.

Oberst Günter Selbert, stv. Kdr TSL/FSHT sowie zugleich amtierender Schulkommandeur und Hausherr berichtete aus der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik.

Unveränderte Vorgaben für die Ausbildung durch die für den Einsatz vorgesehenen und im Einsatz befindlichen Waffensysteme sowie durch nicht versorgungsreifes Gerät prägen die Auftragsdurchführung der TSL/FSHT. Zur Bewältigung dieser Herausforderung wurde das Technisches Ausbildungszentrum Einsatz (TAZ) im Rahmen einer Arbeitsgliederung aufgestellt und erfüllt seinen Auftrag neben der STAN-mäßigen Organisation für die Regenerationsausbildung.

Gliederung und Arbeitsweise des TAZ mit der Darstellung der Kooperativen Industrieausbildung und den Systemen, deren Instandsetzung im TAZ ausgebildet wurde, bildeten den Kern dieses Vortragsanteils.

Ferner ging Oberst Günter Selbert auf das Helpdesk zur Hilfe bei technischen Fragen aus den Einsätzen und dem Grundbetrieb ein.

Die Veränderungen im Bereich der Weiterentwicklung ist geprägt durch die Aufgabenverlagerung aus den Grundsatzdezernaten Konzeption, Führung/Einsatz und Ausbildung zum Amt für Heeresentwicklung und zum Ausbildungskommando.

Neben der lehrgangsgebundenen Ausbildung ist die Einbindung des AusbZ TLS als Kompetenzträger für Technik in den neuen CPM eine Kernaufgabe.

Oberst Frank Hartwig, Leiter Bereich Weiterentwicklung der TSL/FSHT, gab mit seinem Vortrag zur „Auswertung und Folgerungen des Forums „Einsatzauswertung“ während der letzten Informationsveranstaltung Blauer Bund e.V. in 2011″ ein Feedback zu den im Forum identifizierten 19 Einzelaspekten. Er wies darauf hin, dass an die Forumsteilnehmer ein ausführlicher Bericht übersandt wurde.

Oberst Frank Hartwig fasste zusammen, dass die Bearbeitung der Einzelaspekte durch die TSL/FSHT, das HA, das HFüKdo, das SKUKdo, die LogSBw und das BWB erfolgte. Sieben im Forum identifizierte Punkte waren ohne weiteren Handlungsbedarf, weil die Problemfelder bereits bekannt und schon durch die zuständigen Stellen in Bearbeitung waren oder sich als Einzelprobleme herausstellten. Die Entwicklung der verbleibenden relevanten Einzelaspekte wurde dargestellt.
Oberst Frank Hartwig

Das Plenum hätte Herrn Bernd König von der BWI Informationstechnik GmbH bei seinem plakativ unterhaltsamen Vortrag mit dem Thema „Zielbetrieb der BWI – Cybersicherheit der Bundeswehr“ für den Rest des Tages zuhören können. Auch für Laien verständlich gab es Informationen über Organisation/Aufbau und Dislozierung der BWI sowie zur Erbringung der geforderten Servicelevel.

Beginnend bei der Ausgangslage der IT-Struktur und IT-Sicherheitsstruktur der Bw bis 2009 trug Herr Bernd König zum Umgang mit dem Virus Conficker im Februar 2009 und zu den Bedrohungsszenaren vor. Die sehr plastischen Beispiele für IT-Angriffe im dienstlichen und privaten Bereich machten den Zuhörerkreis betroffen. Es wurde dargestellt, wer die Angreifer sind, welche Geschäftsmodelle die IT-Angreifer betreiben und wie die BWI zum Schutz gegen IT-Angriffe die geänderten IT-Strategie umsetzt.

Abschließend referierte General a.D. Egon Ramms, ehemaliger Befehlshaber des Allied Joint Force Command zum Thema „Aktuelle sicherheitspolitische Entwicklungen in der NATO und in der Europäischen Union“.

Der Vortrag beschäftigte sich mit den Kernaufgaben der NATO und General a.D. Egon Ramms stellte heraus, dass es keine Alternative zur NATO und zur Transatlantischen Partnerschaft gibt. Die Forderungen der NATO und der internationalen Gemeinschaft an Deutschland wurden mit Blick auf die Bereitstellung militärischer Kräfte beschrieben. General a.D. Egon Ramms ging auf die Notwendigkeit gesicherter militärischer Kräftebereitstellung und Bündnissolidarität für den Verzicht auf militärische Teilfähigkeiten ein. Gemeinsame Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Maßnahmen und Mittel sowie Forderung der Partner nach einer der Größe und des Bruttoinlandsproduktes Deutschlands angemessenen Wahrnehmung einer Führungsfunktion wurden besonders betont. Der Konflikt zwischen deutscher Sparpolitik und den Forderungen der Partner wird eine entscheidende Auswirkung auf die Entwicklung der Rolle Deutschlands in der NATO haben. Mit einer Gedankenreise von Maghreb bis zum Kaukasus durch die Regionen Tunesien, Mali, Libyen, Ägypten, Gaza-Streifen, Westjordanland, Israel, Libanon, Syrien, Türkei, Iran und Irak endet der Vortag mit einer Bewertung der Lage in den durchquerten Gebieten.

In alter Tradition wurde der Gesellschaftsabend im gemeinsamen Offizier- / Unteroffizierheim der Donnerberg-Kaserne durchgeführt. Er bot wieder einmal Gelegenheit für dienstlichen und außerdienstlichen Informationsaustausch über alle Führungsebenen und Dienstgrade hinweg. Das ausgezeichnete Essen und die guten Gespräche werden allen Teilnehmern auch dieses Mal im Gedächtnis bleiben. Die ebenfalls traditionelle Sammlung für das Soldatenhilfswerk brachte einen Erlös von €874,-. Dieser Betrag wurde aus der Kasse des „blauer Bund e.V.“ auf €1.000,- aufgestockt. Aufgrund der hohen Qualität der Infoveranstaltung freuen sich die Teilnehmer auf die nächste Informationsveranstaltung am 07/08.11.13 in Garlstedt.

Informationsveranstaltung 2011

Am Pulsschlag einer neuen Generation

Von 3. bis 4. November 2011 fand an der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt die zentrale Informationsveranstaltung des Blauen Bund e.V. statt: sie stand unter dem Motto der Neuausrichtung der Bundeswehr. Über 150 Mitglieder und zahlreiche Teilnehmer der unterschiedlichsten logistischen Verbände und Dienststellen aus dem gesamten Bundesgebiet nutzten die Gelegenheit, um sich über neue Impulse in Sachen Logistik, Rüstung und Nutzung der Bundeswehr zu informieren, mit den hochrangigen und kompetenten Referenten – u.a. aus Politik, Rüstung und Industrie – auszutauschen, ihr „logistisches Netzwerk“ zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen.

Die Zukunft im Visier

Nach der Mitgliederversammlung und dem Grußwort des stellvertretenden Kommandeurs der Logistikschule der Bundeswehr, Oberst Hans-Otto Drotleff, folgte zum Einstieg in die Veranstaltung der Vortrag des Bundesvorsitzenden, Kommandeur der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik und General der Heereslogistiktruppen, Brigadegeneral Walter Jakob Ohm, zum Thema „Neuausrichtung der Bundeswehr, Auswirkungen auf die Logistik“.

Noch in der Vorwoche in Berlin, hatte sich Brigadegeneral Ohm umfassend zum Stand der Neuausrichtung der Bundeswehr nach der durch den Minister getroffenen Stationierungsentscheidung informiert und zudem im Rahmen dieser Veranstaltung die Gelegenheit einige Hintergrundgespräche zu führen. Nach detaillierter Auswertung zieht Brigadegeneral Ohm nicht zuletzt für die Heereslogistiktruppen insgesamt ein persönlich positives Gesamturteil: „Für die Heereslogistiktruppen kann festgestellt werden, dass die Versorgungsbataillone der Brigaden mit ihren Einheiten sowie die entsprechenden Versorgungseinheiten der schnellen Kräfte sachgerecht in den jeweiligen Stationierungsräumen der zu unterstützenden Kampf- und Kampfunterstützungsverbände des Heeres integriert sein werden. Damit haben wir eine gute Zukunft vor uns.“

Best Practice: zeigen, wie es gehen kann

Erfahrungen über die Einsätze auszutauschen und Verbesserungsvorschläge für die Vorbereitung und Durchführung der Einsätze zu erarbeiten, war das erklärte Ziel des Forums „Einsatzauswertung“, das der diesjährigen Informationsveranstaltung vorgeschaltet war. Brigadegeneral Ohm hatte als Bundesvorsitzender hierzu im Vorfeld die Logistikverbände angeschrieben. Die positiven Reaktionen darauf waren überwältigend und sprechen für sich: so konnte erstmals der Durchführungsebene der Logistik, sozusagen den „Praktikern“, ein Podium zum Einbringen ihrer Erfahrungen und Vorschläge geboten werden.

Hierzu wurden in drei Arbeitsgruppen unter der Leitung von Oberstleutnant Manfred Klaffus (LogABw, Rü/Nu), Oberstleutnant Joseph Steibel (TSL/FSHT, BerWE EinsLogH) und Oberstleutnant Frank Hartwig (TSL/FSHT, BerWE EinsLogH) durch einsatzerfahrene Soldaten der logistischen Ebenen 1 und 2 Vorschläge zu Verbesserungen und zur Weiterentwicklung im Bereich der Ausbildung und des Einsatzes von Logistiktruppen zusammengetragen und anschließend dem breiten Plenum vorgestellt.

Die Ergebnisse müssen nun an die richtigen Stellen: hierzu wird Oberstleutnant Hartwig, Leiter des Bereichs Weiterentwicklung Einsatzlogistik Heer an der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik – dem „Kompetenzzentrum für Heereslogistik und Landsystemtechnik“,  bereits in einem ersten Zwischenbericht u.a. das Heeresamt, die Logistikschule der Bundeswehr sowie das Logistikamt der Bundeswehr mit einbinden.

Mit seinem Forum „Einsatzauswertung“ ist der Blaue Bund e.V. somit „am Puls der Zeit“ und hat das nächste Forum dieser Art bereits für 2012 fest in Planung.

Den Abschluss des ersten Nachmittages bildete ein Vortrag von Herrn Klaus Niessen, Dir. Strategic Projects der Firma CAE Elektronik GmbH mit dem Thema: „Die Zukunft einer gemeinsamen Ausbildung für die europäischen Streitkräfte. Er beleuchtete hierbei die Möglichkeiten mittels Simulationen Kosten zu sparen: ein Weg und Mittel, hin zu einer effektiveren und effizienteren europäischen Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit.

Du, bist Deutschland: ein Urgestein spricht Klartext

Das Highlight des ersten Tages war jedoch sicherlich der Vortrag von Herrn Franz Müntefering, Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD, u.a. ehem. Generalsekretär, Vorsitzender und Vizekanzler), mit seinem Thema „Deutschland in Bewegung – soziale Gesellschaft im Wandel“. Ein mitreißender Klartext-Redner und unterhaltsamer Überzeugungstäter, der es auf brillante Weise schaffte, trotz später Stunde, seine Zuhörer in den Bann zu ziehen – sein Befund: „Wir leben länger und werden bunter; in Deutschland werden wir weniger, weltweit deutlich mehr.“

Dabei sei das Jahr 2050 keine ferne Zukunft, sondern liegt näher als 1970. Der demografische Wandel schreitet schnell voran und der Fachkräftemangel nimmt rapide zu. „Was wir in die Köpfe und Herzen der Jugend investieren, entscheidet über unsere Zukunft.“ Aber auch das Engagement unserer Ruheständler müsse besser organisiert werden, denn: „Demokratie kennt keinen Schaukelstuhl.“

Trotz aller aufgezeigten Probleme und Handlungsfelder verströmte Müntefering Tatendrang und Zuversicht: „Die Welt ist klein geworden, das geht uns alle an.“ Jeder einzelne solle sich einbringen; statt zu resignieren, dürfe man sich nicht heraushalten, so sein eindringlicher Appell.

„Du bist von allem ein Teil und alles ist ein Teil von Dir. Deutschland hat genug Hände, um sie einander zu reichen und anzupacken: Du, bist das Wunder von Deutschland.“
TV-Werbespot, 2006 (Auszug)

Damit den nachdenklichen und mahnenden Worten auch gute Taten folgen, zeigte der Blaue Bund e.V. am anschließenden Gesellschaftsabend zum wiederholten Male, wozu er bei gemeinsamen Handeln in der Lage ist: stolze 1.500 Euro kamen bei der Sammlung für das Soldatenhilfswerk in diesem Jahr zusammen – ein herzliches „vergelt`s Gott“ allen Spendern!

Schneller von heute nach morgen

Am zweiten Tag trugen zuerst die Kommandeure der Logistikschule der Bundeswehr sowie der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik (zukünftig: Ausbildungszentrum Technik Landsysteme) vor und gaben uns Einblicke in Ausbildung und Weiterentwicklung der Logistik. Sowohl Brigadegeneral Hartwig-Holger Tarnowski als auch Brigadegeneral Walter Jakob Ohm machten dabei deutlich, dass bereits heute Antworten auf die brennenden Fragen und Herausforderungen von morgen gefunden werden müssen. Darum sind bereits jetzt prozessorientierte Lösungen und projektbezogene Arbeitsgliederungen erforderlich, als Antworten „unserer beiden Mutterhäuser“, um beispielsweise einen um 50% gestiegenen Ausbildungsbedarf an der Logistikschule für die streitkräftegemeinsame Aus-, Fort- und Weiterbildung des logistischen Führungs- und Funktionspersonals zu decken, im Logistischen Übungszentrum das logistische Fachpersonal aller Einsatzkontingente der Bundeswehr auf seine Aufgaben im Einsatz zielgerichtet vorzubereiten oder in Aachen mit dem Technischen Ausbildungszentrum Einsatz – kurz: TAZ – die einsatzvorbereitende, kontingentabhängige technische Ausbildung der Instandsetzungskräfte des Heeres und anderer TSK/OrgBereiche zukünftig noch flexibler, effektiver und effizienter durchführen zu können und die Unterstützung im Einsatz sicherzustellen.

Vom Einsatz her denken: Oberstleutnant Manfred Klaffus, Dezernatsleiter Rü/Nu IC1 für geschützte Radfahrzeuge im Logistikamt der Bundeswehr, sprach dann über seine aktuellen Erfahrungen aus dem 25. Kontingent ISAF als „Nutzungsleiter im Einsatz“, der regelmäßig und wechselseitig mit der Abteilung V des Heeresamtes gestellt wird. Es gilt insbesondere die Einsatzkontingente mit der Expertise aus der Nutzungssteuerung anlass- und produktbezogen zu unterstützen und frühzeitig Erkenntnisse aus dem Einsatz zum Herstellen und Halten der Einsatzreife zu gewinnen. Der historische Aufwuchs geschützter Fahrzeuge seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes, ihre unmittelbare Bewährung in der hochdynamischen Einsatzrealität sowie die daraus abzuleitende systematische und standardisierte Erfassung von fähigkeitsbezogenen Forderungen der Nutzer an die Produkte im Einsatz lagen ihm dabei besonders am Herzen.

Der Komplex Rüstung wurde anschließend von Ministerialrat Dr. Lutz Wenzel, Leiter des Projektsekretariats (Rü I 3) im Bundesministerium der Verteidigung, persönlich vorgestellt. In seinem „Ausflug“ in die Zukunft des Rüstungsbereichs stellte er die Struktur des neu aufzustellenden Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) dar und ging dabei besonders auf die schnittstellenminimierten Mitzeichnungsprozesse im neuen Nutzungsprozess ein: die Betriebs- und Versorgungsverantwortung bleibt dabei bei den Streitkräften und die Industrie wird rechtzeitig in den Rüstungsprozess eingebunden. Er hob aber auch hervor, dass hier noch viele Diskussionen folgen werden und dabei Detailfragen zu klären sind.

Der letzte Vortrag der diesjährigen Informationsveranstaltung beschäftigte sich mit der „Neuausrichtung der Bundeswehr aus parlamentarischer Sicht“. Herr Henning Otte (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages (Wahlkreis Celle/Uelzen), stellte dabei die Veränderungen der Bundeswehr aus der Sicht der Politik dar. Im Kern ging es dabei um die Verantwortung des Parlaments für die Sicherheit Deutschlands und für das Wohl unserer Soldaten: „In Zeiten unverändert knapper Haushaltsmittel muss das Parlament eine tragfähige Lösung zur Finanzierung der Bundeswehr finden.“ Die Verbesserung der Situation der Soldaten im Einsatz ist ihm dabei besonders wichtig.

Unterwegs vernetzt: www.bw-k.de

Mit seinem Messestand präsentierte sich das Team der Internetplattform „Bw-K – Bundeswehr-Kameradschaft“, einer neuen Community mit bereits über 1.000 Mitgliedern, mit der auch der Blaue Bund e.V. verlinkt ist und im gegenseitigen Austausch steht. Bw-K ist eine Online Plattform, die aktive und ehemalige Kameraden untereinander und mit ihren Familien verbindet: sie steht für Ehre, Respekt, Integrität und Bewusstsein in der Gesellschaft. „Unser Ziel ist es, eine Veränderung der Wahrnehmung unserer Soldaten in der Gesellschaft unseres Landes anzustoßen“, so die Pressesprecherin, Frau Franziska Hagenah (BSprA). “Dies tun wir, um bei den Zivilisten, die von den Soldaten beschützt werden, ein neues Bewusstsein zu schaffen.“

In den Pausen zwischen den Vorträgen ergab sich vielfach Gelegenheit für persönliche Gespräche. So zeigten u.a. MdB Henning Otte  und Brigadegeneral Ohm großes Interesse und sagten dem Geschäftsführer, Stabsfeldwebel Ralf Daum (TSL/FSHT, BerWE EinsLogH), für die Zukunft ihre Unterstützung für dieses herausragende und bewundernswerte Projekt zu.

SECURESYSTEM – WE KEEP YOU SAFE. Eindrucksvoll zeigte die Firma Astrium GmbH (EADS) an Ihrem Messestand die Leistungsfähigkeit und Nutzungsbandbreite eines Systems auf, das als integrierter Bestandteil und wegweisendes Konzept zur Materialverfolgung und Sicherung mittels GPS Disponder Überwachung dient: im Rahmen des von der BwFuhrparkServive GmbH vorgestellten Konzepts von modularen Pritschencontainern leistet SecureSystem einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit und zur Verbesserung der logistischen Abläufe in den Landsystemen der Bundeswehr.

Aber auch der Messestand des Blauen Bund e.V. erfreute sich großen Zuspruchs, an dem der Bundesgeschäftsbeauftragte, Oberstabsfeldwebel a.D. Kunibert Matheis, unseren Mitgliedern das noch druckfrische Informationsheft Nr. 42 präsentieren konnte und den vielen Fragen interessierter Neumitglieder Rede und Antwort stand.

Abgerundet wurde das Ganze durch eine „kleine Geräteschau“ hinter dem Tagungsgebäude. Hier zeigte die Firma CHS Spezialcontainer – Shelter and Engineering GmbH mit ihrem innovativen Verstauungskonzept maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedlichste Anwendungen. Transport- und Lagerbehälter aus Aluminium und Stahl, sogenannte „MULTI-Boxen“, für das Raketensystem Patriot oder für den Transport von Tieren sowie der Betreuungssatz Einsatz waren nur Auszüge aus dem breiten Portfolio des Unternehmens. Und mit dem geschützten Container zur Personenbeförderung (MuConPers), dem „BISON“, das neue schwere geschützte Berge- und Abschleppfahrzeug (sgeBAF) und dem mobilen Umschlaggerät (MHT LSU 950 Evolution) präsentierte das Team der Logistikschule sichtlich stolz ihr neustes Ausbildungsgerät, das für die Einsatzvorbereitung in Garlstedt zur Verfügung steht und höchsten Ansprüchen genügt.

Drei Worte: Logistik, Rüstung, Nutzung

Der Blauen Bund e.V. geht in sein 22. Jahr und hat auf der zentralen Informationsveranstaltung 2011 bewiesen: er ist brandaktuell, erfreut sich mit über 970 Mitgliedern nach wie vor wachsender Beliebtheit und bietet neben den Informationsveranstaltungen mit seinen Informationsheften sowie seinem Internetportal viel Interessantes und Wissenswertes rund um aktuelle logistische Themen.

Es genügen weiterhin drei Worte, um inhaltlich zu beschreiben, was der Blauer Bund e.V. ist und immer sein wird – Ihre Interessengemeinschaft für Logistik, Rüstung, Nutzung.

Mit dieser positiven Bilanz verabschiedete der Bundesvorsitzende, Brigadegeneral Walter Jakob Ohm, die Tagungsteilnehmer und bedankte sich ganz herzlich bei Brigadegeneral Hartwig-Holger Tarnowski, der mit der Logistikschule der Bundeswehr wieder einmal die Gastgeberrolle übernommen hatte sowie bei allen fleißigen Helfern „vor und hinter den Kulissen“.

Wir freuen uns bereits jetzt auf ein Wiedersehen am 8. und 9. November 2012 in Aachen, wo an der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik die nächste zentrale Informationsveranstaltung stattfinden wird.

Informationsveranstaltung 2010

20 Jahre Blauer Bund e.V. – zentrale Informationsveranstaltung an der TSL/FSHT

Am 4. und 5.November 2010 fand die diesjährige Informationsveranstaltung des Blauen Bund e.V. in der Donnerberg-Kaserne, Eschweiler der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik statt. Über 400 Offiziere und Unteroffiziere nutzten die Gelegenheit, um sich bei den Verantwortlichen über den aktuellen Sachstand und die Weiterentwicklung in den Bereichen Logistik, Rüstung und Nutzung zu informieren.

20 Jahre erfolgreicher Einsatz für die Logistik

Am 18.Juni 1990 trafen sich auf Initiative von Brigadegeneral a.D. Kurt Vogel an der damaligen Schule Technische Truppe 1 und Fachschule des Heeres für Technik 30 Soldaten der Instandsetzungstruppe und gründeten den Blauen Bund e.V. als Interessengemeinschaft für Materialerhaltung. Im Laufe der Jahre um die Interessenvertretung der Materialbewirtschaftung erweitert durchbrach „das blaue Netzwerk“ – insbesondere durch die neue Organisationsstruktur der Bundeswehr und die Schaffung der Streitkräftebasis –  die Grenzen der Logistik des Heeres hin zu einer Gemeinschaft aus aktiven und ehemaligen Soldaten sowie zivilen Mitarbeitern aus allen Teilstreitkräften, die an der Logistik, Rüstung und Nutzung der Bundeswehr interessiert sind. Zusammen mit den zivilen Personen aus Institutionen und Unternehmen – einschließlich vieler Unternehmen, die kooperative Mitglieder sind – hat die Mitgliederzahl bald die „1000er-Schallmauer durchbrochen“.

Der Blaue Bund e.V. hat sich somit seit seiner Gründung vor zwanzig Jahren zu der mitgliederstärksten Interessengemeinschaft für Logistik, Rüstung und Nutzung in unserem Lande entwickelt – eine überregional wirkende Körperschaft nach dem deutschen Vereinsrecht mit einem Bundesvorstand und 10 bundesweit dislozierten „Kameradschaften“, die sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert.

Anspruchsvolles Programm

Nach der Mitgliederversammlung, u.a. mit der Neuwahl des Bundesvorstandes, begrüßte Brigadegeneral Walter Jakob Ohm (Bundesvorsitzender Blauer Bund e.V., Kommandeur TSL/FSHT und General Heereslogistiktruppen) die über 400 Teilnehmer, die aus allen Teilen des Landes in die schöne Städteregion Aachen angereist waren.

Nach dem Grußwort von Herrn Helmut Brandt, Mitglied des Deutschen Bundestages, folgte bereits das erste Highlight als Einstieg in die Veranstaltung. Dr. Walther Otremba, Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, referierte über nichts geringeres als zum aktuellen Sachstand der „Neuausrichtung der Bundeswehr“.

Im Anschluss daran wurden die Anwesenden über die „Fortschritte im Bereich aktiver und passiver Schutztechnologien für Fahrzeuge im Einsatz“ informiert; sicherlich nicht nur ein „Brennpunktthema“ – hierfür konnte als Referent Herr Michael Rust, Diplomphysiker bei der IBD Deisenroth Engineering, gewonnen werden.

Den Abschluss des ersten Tages bildete Flottenarzt Dr. Roger Braas, Leitender Facharzt für Psychiatrie/ Psychotherapie im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz. Sein Thema: „PTBS – Eine Herausforderung (nicht nur) für den Sanitätsdienst der Bundeswehr“. Trotz fortgeschrittener Stunde herrschte gebanntes Interesse und die anschließende Aussprache zeigt wieder einmal die Aktualität dieses Themas, das vielen „unter den Nägeln brennt“!

Am Beginn des zweiten Tages standen zunächst „unsere beiden Mutterhäuser“ GARLSTEDT und AACHEN im Blickpunkt. Die Kommandeure der Logistikschule der Bundeswehr sowie der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik, Brigadegeneral Hartwig-Holger Tarnowski sowie Brigadegeneral Walter Jakob Ohm, gaben Einblicke in „Ausbildung und Weiterentwicklung der Logistik“ sowie Informationen zu den aktuellen Sachständen vor Ort.

Auch das Thema „Auslandseinsätze der Bundeswehr“ sollte nicht zu kurz kommen. Hierfür sprachen Hauptmann Dennis Bockholt (UgStffFhr NschKp ISAF) und Hauptmann Torsten Ziese (KpChef InstKp ISAF) über ihre aktuellen Einsatzerfahrungen.

Krönender Abschluss der Jubiläums-Informationsveranstaltung war sicherlich der Besuch des 14. COM KFOR. Trotz seines „prallgefüllten Terminkalenders“ kam Generalleutnant Markus Bentler sehr gerne in die Städteregion und trug zum Thema „Politische Entwicklungen im KOSOVO und militärische Herausforderungen auf dem Balkan“ vor.

„Netzwerken“ und Ehre, wem Ehre gebührt

Auch in den Pausen stand der Informationsaustausch im Vordergrund. In der nahe gelegenen „Messehalle“ konnte man sich davon überzeugen, dass die Kooperation zwischen Bundeswehr und Industrie lebt. An den zahlreichen Infoständen der Bundeswehr sowie der kooperativen Firmenmitglieder konnten sich die Besucher über aktuelles Einsatzgerät und Entwicklungen informieren und rege austauschen.

Nicht zuletzt wurden auch am Gesellschaftsabend, der am Donnerstag Abend im Casino der Donnerberg-Kaserne stattfand, alte Kontakte gepflegt und neue Kontakte – quer durch alle Organisationsstrukturen – geknüpft.

Nach dem Festvortrag von dem Gründungsmitglied Brigadegeneral a.D. Hans-Hermann Schwede (ehem. Kommandeur der Schule Technische Truppe 1 und Fachschule des Heeres für Technik) zum „20-jährigen Bestehen des Blauen Bund e.V.“, war es aber für den Bundesvorsitzenden, Brigadegeneral Walter Jakob Ohm, an der Zeit zwei Mitgliedern besonders zu danken, ohne die es den Blauen Bund heute nicht geben würde und die diesen bis heute „leben und am Leben erhalten“.

Sichtlich bewegt und sprachlos nahmen Brigadegeneral a.D. Hans-Hermann Schwede und Oberstleutnant a.D. Karl-Dieter Karstens – auf einstimmigen Beschluss des Bundesvorstandes – ihre Ernennung zum Ehrenmitglied des Blauen Bund e.V. entgegen; der langanhaltende Applaus der knapp 200 anwesenden Mitglieder war ein sichtbares Zeichen von Dank und Anerkennung für das geleistete Engagement für den Blauen Bund!

Auch dieses Mal zeigt der blaue Bund beim Gesellschaftsabend, wozu er bei gemeinsamem Handeln in der Lage ist. Die Sammlung für das Soldatenhilfswerk überstieg mit dem Betrag von 1124,80 Euro das Vorjahresergebnis.

Positives Rèsumè des Bundesvorsitzenden

Mit einer positiven Bilanz verabschiedete der Bundesvorsitzende, Brigadegeneral Walter Jakob Ohm, die Tagungsteilnehmer der diesjährigen zentralen Informationsveranstaltung – ohne jedoch zu vergessen, sich ganz herzlich bei allen fleißigen Helfern „vor und hinter den Kulissen“ (dem Schulstab; dem Bereich Lehre und Ausbildung mit seinen beiden Lehrgruppen; dem Bereich Unterstützung mit Stabsquartier, Kfz-Koordinierungsstelle, Rekrutenkompanie 6 und Fachmedienzentrum; dem Kasernenkommandanten Donnerberg-Kaserne mit Team; dem Sanitätszentrum Aachen – Außenstelle Eschweiler; den Teams von Betreuungsgesellschaft Donnerberg-Kaserne und Kantine Imhoff sowie dem Org-Stab des Bundesvorstandes) zu bedanken. Nur gemeinsam konnte dieses Projekt „gestemmt“ werden!

Ausblick

Die nächste zentrale Informationsveranstaltung findet am 3. und 4.November 2011 an der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt statt.