Die neuen Sattelanhänger bilden zusammen mit den ebenfalls in der Be-schaffung befindlichen neuen Sattelzugmaschinen das System "militarisierter Sat-telzug 70 t". Blauer Bund

Bundeswehr erhöht eigene Kapazitäten für den Schwerlast-Transport

Koblenz. Um die eigenen Kapazitäten für Schwerlast-Transporte zu erweitern, beabsichtigt die Bundeswehr zusätzliche militarisierte Sattelanhänger mit einer Nutzlast von 70 t (SaAnh 70t mil) zu beschaffen. Hierzu wurde heute eine Rahmenvereinbarung zwischen dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und dem Auftragnehmer Firma Doll Fahrzeugbau GmbH unterzeichnet.
Neben einer anfänglichen Festbeauftragung von 31 Anhängern inklusive Dokumentation und Zubehör besteht die Möglichkeit, weitere 218 Stück im Laufe der nächsten sieben Jahre zu bestellen. Alle festbeauftragten Sattelanhänger sollen bereits im nächsten Jahr an die Bundeswehr geliefert werden.

Militärischer Schwerlast-Transport im Rahmen einer feierlichen Übergabe die ersten Fahrzeuge der neuesten Version des Kampfpanzers Leopard 2 mit der Be-zeichnung A7V in Bad Frankenhausen am 15.09.2021. Blauer Bund
Das Panzerbataillon 393 erhält als erste Einheit im Rahmen einer feierlichen Übergabe die ersten Fahrzeuge der neueste Version des Kampfpanzers Leopard 2 mit der Bezeichnung A7V in Bad Frankenhausen am 15.09.2021.

Die SaAnh 70t mil dienen dem Transport und der Bergung insbesondere des Kampfpanzers Leopard 2 A6M/A7V und seiner Varianten, weiterem Großgerät wie Ketten- und Radfahrzeugen sowie Containern. Durch die stetig zunehmende Gesamtmasse der zu transportierenden Fahrzeuge ist die Beförderung mit den vorhandenen Sattelanhängern der Bundeswehr zunehmend eingeschränkt. „Die neuen Sattelanhänger bilden zukünftig zusammen mit den bereits in der Beschaffung befindlichen neuen Sattelzugmaschinen das Rückgrat des militärischen Schwerlasttransports. Sie bieten zudem eine Nutzlastreserve für einen möglichen weiteren Aufwuchs der zu transportierenden Fahrzeuge und Großgeräte.“, so der im BAAINBw zuständige Projektleiter anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

Vertragsunterzeichnung für militarisierte Sattelanhänger 70t (SaAnh 70t mil) mit Vertretern der Firma Doll Fahrzeugbau GmbH und der Vizeprä-sidentin des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) Blauer Bund
Vertragsunterzeichnung für militarisierte Sattelanhänger 70t (SaAnh 70t mil) mit Vertretern der Firma Doll Fahrzeugbau GmbH und der Vizepräsidentin des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw)

Im Vergleich zu der zivil genutzten Version sind die Anhänger auch auf den Einsatz in leichtem Gelände ausgelegt. Darüber hinaus sind diese hinsichtlich Funktionalität, Bedienbarkeit und Schnittstellen sowohl auf die in der Bundeswehr vorhandenen ungeschützten als auch geschützten Sattelzugmaschinen abgestimmt. Bis Ende 2022 wird die Bundeswehr über 80 ungeschützte und 19 geschützte Zugmaschinen verfügen.

Die neuen Sattelanhänger bilden zusammen mit den ebenfalls in der Be-schaffung befindlichen neuen Sattelzugmaschinen das System "militarisierter Sat-telzug 70 t". Blauer Bund
Die neuen Sattelanhänger bilden zusammen mit den ebenfalls in der Beschaffung befindlichen neuen Sattelzugmaschinen das System „militarisierter Sattelzug 70 t“.

Text und Bilder: PIZ AIN

Ein neues Format: Im Info-Cafe‘ wurde das logistische System erklärt. Im gegenseitigen Austausch wurde viel Wissen vermittelt und gemeinsam gelernt. Blauer Bund

Von der Theorie in die Praxis: Der Offizierslehrgang 3

Kurz vor der Zielgeraden: An der Logistikschule der Bundeswehr begann der Offizierslehrgang 3. Der finale Lehrgang innerhalb der Regelausbildung der Offiziere aller Teilstreitkräfte im Bereich Logistik.

Ein neues Format: Im Info-Cafe‘ wurde das logistische System erklärt. Im gegenseitigen Austausch wurde viel Wissen vermittelt und gemeinsam gelernt. Blauer Bund
Ein neues Format: Im Info-Cafe‘ wurde das logistische System erklärt. Im gegenseitigen Austausch wurde viel Wissen vermittelt und gemeinsam gelernt. Foto: Bundeswehr, Petra Reiter

 

Im Frühjahr begann an der Logistikschule der Bundeswehr, eine Ausbildungsstätte der Streitkräftebasis, der Offizierslehrgang 3, kurz: OL3. Der finale Lehrgang in der Regelausbildung der Offiziere im Bereich Logistik. Die meisten Teilnehmenden reisten wortwörtlich mit Sack und Pack zu ihren Unterkünften in Garlstedt an. Die Mehrheit von ihnen wird hier nämlich die nächsten acht Monate verbringen. Für andere, wie z.B. Offiziere und Offiziersanwärter der Reserve kann der Offizierslehrgang Teil 3 auf das Fachmodul verkürzt sein. Dieser Lehrgang ist, neben dem Studium, nicht nur der längste in der Offiziersausbildung, sondern auch eine der längsten Ausbildungseinheiten an der Logistikschule der Bundeswehr.

Neues Handwerkzeug

Die jungen Offiziere haben bereits verschiedene Lehrgänge und ein Studium, in den meisten Fällen an einer der beiden Universitäten der Bundeswehr, absolviert. An der Logistikschule der Bundeswehr erhalten sie jetzt ein ergänzendes Training, um zukünftig ihre Truppe zu führen, zu erziehen und auszubilden. Neben den Offizieren des Truppendienstes nehmen an verschiedenen Abschnitten des Lehrgangs auch Anwärterinnen und Anwärter sowie Offiziere der Reserve teil. „Am Ende sind sie hier, weil wir ihre Führungskompetenz besser machen wollen. Meine Botschaft: Lassen sie sich darauf ein. Führung ist komplex. Probieren sie Dinge aus“, so Schulkommandeur, Brigadegeneral Boris Nannt, in seiner Begrüßung vor dem Offizierslehrgang Teil 3.

Die jungen Soldatinnen und Soldaten informieren sich über die modernen Ausbildungsmittel an der Logistikschule der Bundeswehr. Blauer Bund
Die jungen Soldatinnen und Soldaten informieren sich über die modernen Ausbildungsmittel an der Logistikschule der Bundeswehr. Foto: Bundeswehr, Petra Reiter

 

Die Inspektionschefs der II. und III. Inspektion „Modulare Offiziersausbildung“, Oberstleutnant Meik Eckhardt und Oberstleutnant Christian Goldbeck, sind die Verantwortlichen dieses Lehrgangs. „Wir tragen mit unserer Ausbildung im OL3 die Verantwortung, unsere Lehrgangsteilnehmenden auf ihre erste Verwendung in der Truppe vorzubereiten und ihnen das nötige Handwerkszeug zu geben, um dort bestehen zu können“, so Oberstleutnant Eckardt.

Entscheiden / Beraten / Gestalten

„Entscheiden, Beraten und Gestalten“, so Brigadegeneral Boris Nannt. Er möchte, dass die Lehrgangsteilnehmenden diese drei Dinge aus ihrer Zeit an der Logistikschule mitnehmen. Er begleitet die zukünftigen Führungskräfte auf diesem wichtigen Abschnitt in ihrer Ausbildung. Neben der Theorie werden die Lehrgangsteilnehmenden immer wieder in Führungsverantwortung gestellt, um sich so darin üben zu können. Unterstützend gibt es viele praktische Lehrvorführungen und Truppenbesuche: Beispielsweise eine Lehrvorführung Anlegen und Durchführen von Gefechtsschießen in Bergen, den Besuch von Feldeinsatzübungen, den logistischen Anteil der Übung „Wettiner Heide“ beim Versorgungsbataillon 131 aus Bad Frankenhausen und den Besuch einer Logistischen Basis im Einsatzland, dargestellt durch das Logistikbataillon 171 aus Burg. Hier werden die Soldatinnen und Soldaten in der Theorie Erlerntes praktisch angewendet sehen und die Tragweite der logistischen Verantwortung verstehen.
Nach Abschluss des Lehrgangs haben die Teilnehmenden des Offizierslehrgang Teil 3 das nötige Rüstzeug, um die ihnen anvertrauten Soldatinnen und Soldaten zu führen, zu erziehen und auszubilden.

Text: Web Redaktion LogSBw, Brian Melzer

Logistics besucht Logistik im Mai 2022

Brigadier Caldicott ließ sich die technischen Besonderheiten der deutschen Fahrzeuge erklären und setzte sich selbst ans Steuer. Foto Bundeswehr Web Redaktion LogSBw Brian Melzer

Eine Delegation britischer Logistiksoldaten besuchte ihr deutsches Pendant: Die Logistikschule der Bundeswehr, eine Ausbildungsstätte der Streitkräftebasis. Deutsche und britische Soldaten beabsichtigen zukünftig enger zusammenzuarbeiten.

Ordensritter und Kommandeur des Defence College of Logistics der Britischen Armee, Brigadier Michael Caldicott, besuchte die Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt, eine Ausbildungsstätte der Streitkräftebasis. Wie in der britischen Monarchie üblich, werden hochrangigen Persönlichkeiten für besondere Verdienste Titel und Orden verliehen. Brigadier Caldicott erhielt den Titel Commander of the British Empire (CBE). Anlass des Besuchs in Garlstedt ist die Planung einer intensiven Zusammenarbeit des neuen Defence College und der Logistikschule der Bundeswehr.

Schulkommandeur, Brigadegeneral Boris Nannt, begrüßt die britische Delegation vor dem Stabsgebäude der Logistikschule der Bundeswehr. Foto Bundeswehr Web Redaktion LogSBw Brian Melzer

Britische Logistikschule

Das Defence College of Logistics, Policing and Administration, kurz: DCLPA, ist das Pendant der Logistikschule der Bundeswehr bei der britischen Armee. Das College befindet sich in Worthy Down, einer Luftwaffenbasis nördlich von Southhampton im Süden Englands. Das DCLPA umfasst vier Schulen: Defence School of Logistics, Defence School of Policing and Administration, Defence Maritime Logistics School sowie die dislozierte Defence School of Transport in Leconfield. Dieser Standort wurde erst Anfang 2021 eröffnet und bildet Logistiker aller drei britischen Teilstreitkräfte aus. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Ausbildung für die Marine, traditionell eine Priorität bei den britischen Streitkräften.

Schnittmengen

Die britischen und deutschen Logistiker erkunden das Kasernengelände auf einem Rundgang. Foto Bundeswehr Web Redaktion LogSBw Brian Melzer

Brigadier Caldicott wurde vom Schulkommandeur der Logistikschule der Bundeswehr, Brigadegeneral Boris Nannt, begrüßt und während seines Besuchs begleitet. Auf dem Programm standen eine Einführung in Aktivitäten und Leistungsfähigkeit der Schule sowie eine Rundfahrt über das Kasernengelände. Das Thema „Modernes Lernen“ wurde ihm ausführlich in einer Präsentation vorgestellt.  „Der Fokus auf die Lern-Kultur ist auch bei uns ein wichtiges Thema“, stellte Caldicott dabei begeistert fest.

Im Anschluss folgte eine Präsentation der britischen Logistiker mit einem Einblick in gemeinsame Schnittmengen und die Herausforderungen in der Ausbildung. Ein Alleinstellungsmerkmal des britischen Ausbildungsstandorts ist ein 1:1-Modell einer Kombüse sowie des Laderaums eines Schiffes der Royal Navy. Hiermit lernen zukünftige Smuts und Logistiker der Royal Navy erste Herausforderungen ihrer neuen Arbeitsumgebung kennen. „Unsere Lehrgangsteilnehmenden sind nach ihrer Ausbildung bei uns schon mit ihrer Arbeitsumgebung vertraut, bevor sie jemals in ihrem Leben ein Schiff der Royal Navy in echt gesehen haben“, erklärt Colonel Leah Griffin im Vortrag.

Perspektiven

Ein Höhepunkt des Besuchs war für die britische Delegation die Präsentation von Material und Fähigkeiten der Lehrgruppe C im technischen Bereich der Logistikschule der Bundeswehr. Die Lehrgruppe C ist mit vier Inspektionen am Standort Garlstedt vertreten. Wie in einer Fahrschule der Bundeswehr reicht die Bandbreite der Aus- und Weiterbildung des kraftfahrtechnischen Führungs- und Funktionspersonals im Kraftfahrwesen über die Ausbildung von Soldatinnen und Soldaten im Bereich Bergung, Schwerlasttransport und Flurförderzeuge, bis hin zu Nachschub, Gefahrgut und Ladungssicherung im Prozess Verkehr sowie Transport.

Im Gespräch erfahren die britischen Soldaten technische Besonderheiten und Unterschiede zum eigenen Material. Foto Bundeswehr Web Redaktion LogSBw Brian Melzer

Brigadier Caldicott stieg auch selbst auf den Bergepanzer 3 A1 und das Geschützte Berge- und Kranfahrzeug G-BKF, steuerte beide durch den technischen Bereich der Logistikschule. „Der Besuch an der Logistikschule der Bundeswehr war für uns wirklich sehr aufschlussreich. Ich bedanke mich dafür. Ein Perspektivwechsel, auch wenn wir sehr ähnliche Herausforderungen und Ziele haben. Wir müssen Zuhause einiges auf den Prüfstand stellen oder zumindest überdenken“, resümierte er beim abschließenden und unausweichlichem Tee.

Text: Web Redaktion LogSBw Brian Melzer

Pressemitteilung – Rheinmetall MAN LKW erreichen wichtigen Meilenstein in Australien

Einsatzbereitschaft für Logistikfahrzeuge der Australia Defence Force erklärt

Bei dem Rüstungsvorhaben Land 121 Phase 3B, in dessen Rahmen Rheinmetall mehr als 2.500 hochmobile Logistikfahrzeuge an die australischen Streitkräfte ausliefert, hat das Commonwealth of Australia einen neuen wichtigen Meilenstein erreicht. So wurde durch Verteidigungsministerin Linda Reynolds nach der Übung Talisman Sabre Ende 2019 der Status der Einsatzbereitschaft (Initial Operating Capability/IOC) für dieses Programm erklärt.

Im April 2016 hatte Australien das Land 121 Phase 3B als Vier-Jahres-Programm beauftragt. Es umfasste die Lieferung einer Flotte von 2.536 Fahrzeugen in verschiedenen Konfigurationen, die das logistische Rückgrat der australischen Streitkräfte bilden. Die Lieferungen an Einrichtungen der australischen Armee in ganz Australien sollen im Rahmen des Programmplans bis April 2020 abgeschlossen sein.

„Dieser wichtige Meilenstein zeigt den Fortschritt des Programms Land 121 Phase 3B und ist ein Beleg für die enge Zusammenarbeit zwischen Rheinmetall und dem Commonwealth“, so Gary Stewart, Geschäftsführer von Rheinmetall Defence Australia. „Gemeinsam liefern wir die robustesten, zuverlässigsten, vielseitigsten und kostengünstigsten Fahrzeuge ihrer Klasse an das Heer und die übrigen Teilstreitkräfte der Australia Defence Force. So sorgen wir auch für die Sicherheit der australischen Soldaten.“

Die Fahrzeuge, die im Rahmen des Land 121 Phase 3B-Programms an die australische Armee geliefert werden, umfassen die Varianten:

  • Schweres Integriertes Wechselladesystem (HX-77)
  • Schwerer Kipper (HX-77)
  • Mittlerer Kipper (40-M)
  • Zugmaschine (HX-81)
  • Schweres Bergefahrzeug (45M)
  • Mittlere Pritsche mit Kran (40M)
  • Mittlere Pritsche (40M)

„Diese Fahrzeuge vereinen Rheinmetalls Know-how bei Schutz und einsatzspezifischer Ausrüstung militärischer Systeme mit den hochwertigen Automobilkomponenten und Fahrassistenzsystemen von MAN sowie mit einsatzspezifischen High-Tech-Komponenten aus einem Netzwerk australischer Industriepartner“, so Stewart.

Die Fähigkeiten der australischen Industrie (AIC = Australian Industry Capability) sind ein entscheidender Teil des Land 121 Phase 3B-Programms, insbesondere bei der Integration und Lieferung der Fahrzeuge an die australische Armee. Dieses Engagement für die AIC wird in der nächsten Phase des Programms – Land 121 Phase 3B/5B – unterstrichen werden. Hier liefert Rheinmetall weitere 1.044 Fahrzeuge und 872 Module und wird die Fähigkeit zur Erfüllung der operativen Anforderungen in Zusammenarbeit mit seinem wachsenden Netzwerk australischer Industriepartner kontinuierlich unterstützen.

Weltweit sind rund 10.000 Logistikfahrzeuge von Rheinmetall MAN Military Vehicles im Einsatz, was den militärischen Nutzern – insbesondere bei multinationalen Einsätzen – große Vorteile hinsichtlich Interoperabilität und Logistik bietet. Zu den derzeitigen Nutzernationen gehören Großbritannien, Deutschland, Dänemark und Neuseeland, Australien, Schweden und Norwegen.

Quelle:

RHEINMETALL AG
Unternehmensbereich Defence
Presse und Information
Rheinmetall Platz 1
40476 Düsseldorf

Tag der offenen Tür mit Biwak am 22. Juni 2019 in GARLSTEDT

Information für alle Mitglieder des blauen Bund e.V.

Der Kommandeur Brigadegeneral Andre‘ Denk

sowie die zivilen und militärischen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Logistikschule der Bundeswehr

laden zum

Tag der offenen Tür mit Biwak

am Samstag, 22. Juni 2019

in die Lucius D. Clay-Kaserne,

Garlstedt ein.

Programm:

Zeit:                            Programmpunkt

10:00                          Einlass / Start der Programmpunkte

10:15                          Ökumenischer Feldgottesdienst auf dem Biwakplatz

11:00                          Begrüßung durch den Schulkommandeur

12:00                          Platzkonzert des Heeresmusikkorps Hannover

12:00 und                 Dynamische Geräte- und Fahrzeugpräsentation

14:00

10:00-17:00             Vergleichswettbewerb der Freiwilligen Feuerwehren OHZ

13:00 und                 Modenschau Bundeswehrbekleidung

15:00

16:00                         Nachwuchsband OHZ „Friday 5pm“

17:30-22:00             Biwak mit Livemusik

22:00                         Ende Biwak

Alle Programmpunkte werden durch Ausschilderung gekennzeichnet.

Fotos und Inhalt LogSBw, Informations-, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Transatlantische Handelspolitik – Was kommt nach TTIP?

Die Kameradschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler lädt gemeinsam mit der GSP zu einem Vortragsabend am Dienstag, 22.01.2019 um 19:30 Uhr im Hotel Krupp, Poststraße 4, Bad Neuenahr, ein.

 

 

Es spricht Herr Jacob Schrot zum Thema:

 

Transatlantische Handelspolitik –

Was kommt nach TTIP?

 

Kaum im Amt erfüllte US-Präsident Donald J. Trump sein erstes Wahlkampfversprechen, indem er den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem transpazifischen Freihandelsabkommen TPP vollzog. Auch das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP liegt „im Kühlschrank“, wie EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström ernüchtert feststellte. Viel steht für beide Seiten des Atlantiks auf dem Spiel: knapp 14 Millionen Arbeitsplätze hängen direkt von der transatlantischen Handelsbeziehung ab. Europa und Amerika kombinieren rund ein Drittel des globalen Handels und fast die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsproduktes. Der begonnene Handelskrieg zwischen den USA und China ist auch in Europa schon zu spüren. Hinzu kommen Sorgen, dass die Vereinigten Staaten die Welthandelsordnung und die Integrität der Welthandelsorganisation in ihrer Gesamtheit untergraben könnten. Deutschland als Export- und Handelsmacht hängt in besonderer Weise von der Stabilität der internationalen Ordnung ab. Wird Amerika als Mutterland des Kapitalismus zum wichtigsten Gegner des Freihandels? Ist die Kritik von Präsident Trump an derzeitigen Handelspraktiken völlig unberechtigt? Wie soll Europa auf all diese Entwicklungen reagieren?

 

Jacob Schrot hat in den USA und Deutschland Politikwissenschaft, transatlantische Beziehungen und US-Außenpolitik studiert. Er war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Aspen Instituts. Hauptberuflich arbeitet er im Deutschen Bundestag, wo er das Büro von Dr. Stephan Harbarth MdB, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und von Dr. Dietlind Tiemann MdB, leitet. Darüber hinaus ist er Gründer der Initiative junger Transatlantiker, Mitglied im AK „Junge Außenpolitiker“ der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie des Netzwerkes Außenpolitik der Körber Stiftung.

 

Quelle:
Oberst a.D. Geipel
1.Vorsitzender der Kameradschaft Bad Neuenahr/Ahrweiler

Aus dem „Ich“ ein „Wir“ werden lassen

Sie ist derzeit in aller Munde. Für Gegner ist sie ein Zwangsdienst oder die Wehrpflicht durch die Hintertür. Befürworter sprechen von der Dienstpflicht oder dem allgemeinen Gesellschaftsdienst. Seit 2015 sein führender Verfechter: der Reservistenverband.

Aus dem politischen Winterschlaf geholt hat das Thema CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Um sich ein Bild davon zu machen, was die Parteibasis bewegt, hat sie auf ihrer „Zuhörtour“ in diesem Sommer an 40 Stationen zahlreiche Mitglieder getroffen. Und dort sind Wehr- oder Dienstpflicht tatsächlich Thema. Mit einem Videobeitrag auf der Webseite ihrer Partei brachte sie das Thema vor einigen Wochen schließlich auf das Tableau der Bundespolitik. Verstärkt durch die Personalnot der Bundeswehr, den vielfältigen Stellenbedarf gemeinnütziger und sozialer Einrichtungen und die zunehmende Spaltung der Gesellschaft, bestimmt es seitdem den politischen Sommerdiskurs. Die Bild am Sonntag vom 12. August beschäftigt sich mit dem Thema auf vier Seiten. Die Nummer 33 des Magazins „Woche“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat es als Aufmacher. Alle Tageszeitungen berichten.

Im Gegensatz zur CDU-Parteibasis lehnt die Regierung einen verpflichtenden Gesellschaftsdienst ab, wie Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer Anfang August mitteilte. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen begrüßt zwar die Diskussion an sich, bezieht in der Sache jedoch keine klare Position. Viele Journalistinnen und Journalisten haben die Debatte um die Sinnhaftigkeit einer Dienstpflicht zunächst als Sommerloch-Thema abgetan. Es ist ein großes Sommerloch, denn mittlerweile haben sich zahlreiche Bürger, Journalisten, Interessenverbände und viele der Parlamentarier darin vertieft. Und laut Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen sprechen sich immerhin 68 Prozent von 1294 Befragten für die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht aus.
Gesellschaftsdienst statt Wehrpflicht.

„Die Wiedereinführung der (alten) Wehrpflicht ist weder hilfreich noch sinnvoll“, sagt der Präsident des Reservistenverbandes und Oberst d.R. Oswin Veith MdB. Vielmehr sei es an der Zeit, über die Einführung eines allgemeinen Gesellschaftsdienstes nachzudenken. Der Unterschied: Die Wehrpflicht bestand nur für Männer. Wer verweigerte, musste den Zivildienst ersatzweise leisten. Das galt zumindest so lange, wie die Wehrgerechtigkeit noch gegeben war und konsequent alle Männer eines Jahrganges gemustert wurden. Beim allgemeinen Gesellschaftsdienst geht es nicht mehr darum, junge Männer an der Waffe auszubilden. Stattdessen sollen nun alle jungen Menschen nach ihrem Schulabschluss einen Dienst an der Allgemeinheit leisten – auch dies verpflichtend, wohlgemerkt.

„Wir stellen uns vor, dass sich junge Männer und Frauen ab 18 Jahren ein Jahr lang verpflichten, sich zu engagieren. Unterhalb dieser Pflicht wollen wir die Möglichkeit einer breiten Wahl lassen; beispielsweise Dienst in den Streitkräften, der Reserve, in den Blaulichtorganisationen und Hilfsdiensten, der Pflege, im Gesundheitsbereich ebenso wie in sozialen und karitativen Verbänden etc. Da ist vieles denkbar und möglich. In Teilen könnte dieser Pflichtdienst sogar unabhängig von der Staatsbürgerschaft angeboten werden“, beschreibt Veith. Dass ein „Zwangsdienst“ eben nicht „nichts bringt“ – wie zum Beispiel Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche vom 6. August argumentiert – zeigt die jüngste deutsche Vergangenheit – der Zivildienst bis 2011 hat funktioniert.

Zwang oder Freiheit?

„Zwang“ ist ein starker Begriff der mit zahlreichen negativen Assoziationen verknüpft ist. Nicht umsonst wird er gern von den Gegnern des Gesellschaftsdienstes verwendet. Zu Recht? Ein Beispiel: Programme wie das Freiwillige Soziale Jahr seien ein Zuschussgeschäft für die Teilnehmenden und würden deshalb vornehmlich von Sprösslingen gut situierter Akademikerfamilien in Anspruch genommen, schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 12. August. Junge Menschen haben also durchaus ein Interesse am Dienst an der Gesellschaft. Menschen aus einkommensschwachen Familien dieses Interesse pauschal abzusprechen, wäre diskriminierend. Für sie könnte der Gesellschaftsdienst bei gerechter Entlohnung also eine Befreiung bedeuten. Nämlich eine Befreiung von ökonomischen Zwängen, die verhindern, dass sie sich auf gleichberechtigte Art und Weise ausprobieren dürfen, Neigungen nachgehen und Fähigkeiten entwickeln.

Für Josa Mania-Schlegel bedeutet ein Gesellschaftsdienst genau das: Freiheit. Der Journalist hat Zivildienst geleistet und hält in einem Kommentar vom 10. August im Online-Magazin Krautreporter ein entsprechendes Plädoyer. Für ihn ist der Gesellschaftsdienst eine einzigartige Möglichkeit, den Pflichten des Lebens – Schule, Ausbildung, Universität oder Beruf – für eine gewisse Zeit eine Absage zu erteilen. Auch Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, setzt sich in einem Videokommentar vom 7. August mit Nachdruck für einen Gesellschaftsdienst ein. Er wirbt für ein „soziales Erfahrungsjahr“, ein „Jahr der Begegnung“ und „ein Jahr der Erkenntnis für die Nöte der Gesellschaft.“

Aus dem „Ich“ ein „Wir“ werden lassen Die breite Debatte dreht sich um junge Menschen als „Zielgruppe“ für den Gesellschaftsdienst. Es geht darum, ihnen in unserer Ich-bezogenen Gesellschaft ein Gefühl von Gemeinschaft und die Bedeutung wechselseitiger Verantwortung zu vermitteln. Der Gesellschaftsdienst bietet die Möglichkeit, Menschen aus unterschiedlichsten Lebenswelten zusammenzuführen, ihnen Vorurteile und vielleicht auch Ängste zu nehmen. „Die Einbindung aller jungen Menschen in einen solchen Dienst an der Gesellschaft könnte Zusammenhalt und Widerstandsfähigkeit stärken und die Identifikation mit dem eigenen Land wieder fördern“, sagt Veith dazu. Und das ist unbezahlbar.

Trotzdem unternimmt die Frankfurter Allgemeine Zeitung in einem Artikel vom 14. August den Versuch, mögliche Kosten der Einführung des Gesellschaftsdienstes zu schätzen. 13 Milliarden Euro sollen dadurch jährlich anfallen, wenn man einen Mindestlohn von 9,35 Euro (ab 2020 gültig), eine Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden und 700.000 Dienende pro Jahrgang zu Grunde legt. Wer sich aber auf dieses Argument stützt, macht es sich bequem. Denn die immateriellen Werte auf Seiten des Gesellschaftsdienstes lassen sich nicht mit einer Geldsumme ausdrücken.

Heute für die Zukunft Deutschlands eintreten

Das Strohfeuer hat sich mittlerweile zu einem Waldbrand entwickelt – um im thematischen Sommer-Kontext zu bleiben. Geht es nach Kramp-Karrenbauer, wird die Frage nach dem Gesellschaftsdienst Thema auf dem CDU-Parteitag Ende des Jahres. Auf diesem werden auch Leitfragen für die Erstellung eines neuen Grundsatzprogrammes diskutiert. „Gesetzlich sind zahlreiche Hürden zu nehmen, vieles wird neu gedacht und überarbeitet werden müssen. Das braucht seine Zeit und muss breit diskutiert werden. Daher müssen wir die Debatte darüber heute führen, um auch in Zukunft in einer sicheren, wehrhaften Gesellschaft leben, die Sicherungssysteme aufrechterhalten und die Herausforderungen für unser Land angemessen bewältigen zu können“, sagt Veith. Die Hürden bleiben damit hoch, aber ein Anfang ist gemacht.

Quelle:
Reservistenverband, Postfach 20 14 64, 53144 Bonn
Ein Beitrag aus Loyal – Das Magazin für Sicherheitspolitik, September-Ausgabe „Das Zerwürfnis“
Autor: Julian Hückelheim