Verabschiedung Offizierslehrgang an der LogSBw 2020

Am 15. und 16. Dezember 2020 wurde der Offizierslehrgang 2020 an der LogSBw durch den Kommandeur General Boris Nannt verabschiedet. Drei wichtige Punkte gab der Schulkommandeur den jungen Offizieren mit auf dem Weg: „entscheiden, beraten und gestalten“ dies sollten Sie in Ihren Verwendungen umsetzen und beherzigen. Dabei steht’s auch nicht vergessen sich als junger Offizier „zu reflektieren“ und zu hinterfragen. Der erste Lernprozess mit Studium und Ausbildung zum Offizier ist jetzt beendet. Es gilt jetzt in der Truppe Praxis zu erlangen und im Prozess der persönlichen Weiterentwicklung, die nächsten Jahre zu gestalten.

Im Beisein des Stellvertreters und Geschäftsführers  der Kameradschaft NORDWEST Oberstlt Christoph Schladt und Oberstlt a.D. Michael Janczyk wurden wiederum die Besten der Hörsäle im Nachschub, Verkehr & Transport und Instandhaltung & Fertigung mit einer Urkunde und einem Gutschein des blauen Bundes e.V., durch den Schulkommandeur gewürdigt.

Am 15. 12. aus der II. Inspektion unser Mitglied Leutnant Alexander Barth, des weiteren Oberleutnant zur See Laure Mild, Oberleutnant Mario Breuer und Oberleutnant Andreas Christian Beyer.

BG Nannt und Lt Barth                                             BG Nannt und OL z. See Mild

BG Nannt und OL Breuer                              BG Nannt und OL Beyer

Aus der III. Inspektion folgten am 16.12. Oberleutnant Rika Ramson, Oberleutnant Jonas Maximilian Seyfert, Oberleutnant Tim Bartels und Oberleutnant Stefan Meiler.

BG Nannt und OL Ramson                                 BG Nannt und OL Seyfert

BG Nannt und OL Bartels                                     BG Nannt und OL Meiler

Herzlichen Glückwunsch an die Ausgezeichneten und viel Erfolg in den Verwendungen in der Truppe.

Vielleicht finden einige junge Offiziere den Weg in unser Netzwerk des blauen Bund e.V., dazu ein herzliches Willkommen.

(Autor: Oberstlt a.D.  Michael Janczyk, Fotos LogSBw Petra Reiter)

Neue „Mobile Feldküche“ zur Erprobung an der LogSBw

Logistikschule der Bundeswehr: Erprobungsstelle für die Feldküchen der Zukunft

Die Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt ist eine der ersten Dienststellen, an der das neue System „Mobile Feldküche“, einer Einsatzprüfung unterzogen wird. Lebensmittelrechtliche Gesetze und Hygienevorschriften, sowie die verschiedenen klimatischen Bedingungen in den weltweiten Einsatzgebieten, machen ein Umdenken und Umrüsten auf neue Technik nötig. Die Dienststelle der Streitkräftebasis, bildet unter anderem Feldköche in der Bundeswehr aus und hat den Auftrag, das neu konzipierte Arbeitsgerät auf Herz und Nieren zu prüfen.

Gulaschkanone war gestern

Mag sich manch einer noch an die gute, alte „Gulaschkanone“ erinnern: Die „Mobile Feldküche“ ist ein ganz anderes Kaliber.
In zwei 20 Fuß-Containern mit modularem Aufbau, findet der Nutzer ein in sich geschlossenes System. Autark, mit Notstromversorgung, eigenem Frisch- und Abwassersystem sowie Heiz- und Kühleinrichtungen. Von der Lebensmittellagerung, über Vor- und Zubereitung und Speisenausgabe für bis zu 250 Verpflegungsteilnehmende, alle Aspekte müssen bedacht werden, um die Genehmigung zur Nutzung vergeben zu können. Am 9. November 2020 wurde das erste Seriengerät an die Logistikschule der Bundeswehr, kurz LogSBw, geliefert. Kapitänleutnant Robert Eyhorn, der maßgeblich an dieser Erprobung beteiligt ist, erzählt: „Wir haben am Tag der Anlieferung bis 21 Uhr aufgebaut. Erst jetzt, wo alles angeschlossen ist, sieht man wo es hakt. Nun gilt es, die Kinderkrankheiten zu erkennen und zu beheben.“

Startschuss für die Erprobung

Die Ausbildung zur Erprobung an den standardisierten Containern, wird durch zwei Experten der Herstellerfirma sichergestellt. In einem Zeitraum von etwa sechs Wochen ab Aufbau werden die unterschiedlichsten Prüfschleifen für Bedienung, Technik, Beprobung von Trinkwasser und Sanität durchlaufen. Dann schließt sich der erste Teil der taktisch-, technisch-, logistischen Einsatzprüfung und der Fachaufsichtsbesuch der obersten Behörde des Sanitätsdienstes, dem Kommando Sanitätsdienst, an.
Der vorläufige Höhepunkt des Projekts „Mobile Feldküche“ findet in der Zeit vom 15. Januar 2021 bis 4. Februar 2021 in Ravatn/Skytebane, in Norwegen statt. Hier wird die Neuheit auf Ihre Kältetauglichkeit geprüft. „Eigentlich,“ bedauert Eyhorn, „sollten die Kälte- und auch Hitzeerprobung in den USA stattfinden. Leider hat uns bei dieser Planung Corona einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht.“ Insgesamt 15 Soldatinnen und Soldaten, sowie zivile Mitarbeitende, verschiedener Dienststellen der Bundeswehr werden nach der in Garlstedt abgeschlossenen Ausbildung unter einsatzähnlichen Bedingungen einen bedeutenden Schritt gehen. Hier zeigt sich, ob noch Änderungen oder eventuelle Verbesserungen vorgenommen werden müssen. Die Hitzeerprobung soll im Sommer 2021 stattfinden. Der Ort hierfür steht allerdings noch nicht fest.

Geplanter Einsatz: VJTF

Die Streitkräfte von heute bedienen sich modernster Technik, um auch im Einsatz und Gelände die Versorgung für die Truppe zu sichern. Mit der „Mobilen Feldküche“ etabliert die Bundeswehr ein System, das in vergleichbarer Form nicht am Markt verfügbar ist. Die Fähigkeitslücke zwischen der Verpflegungszubereitung mittels der persönlichen Ausstattung und der Versorgung in einem Feldlager oder Einsatzgebiet, kann hierdurch geschlossen werden. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte.
Eine in Deutschland ansässige Firma hat im letzten Jahr die öffentliche Ausschreibung des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, gewonnen. Die Firma entspricht den militärischen Anforderungen zur Trennung von Funktionalität und Mobilität an das Gerät. Nach und nach sollen die seit 1989 genutzten Taktischen Feldküchen ausgetauscht werden. Der Beschaffungsrahmen umfasst bis zu 400 Feldküchen. Die ersten Gesamtsysteme sollen während einer Großübung der Very High Readiness Joint Task Force, kurz VJTF, im Jahr 2023 zum Einsatz kommen.

(Text:  WebRedaktion LogSBw Carmen Meis;  Foto(s): Petra Reiter LogSBw)

HIL GmbH – TEAMLEITER WERKSTATT (M/W/D)

Wir sind starker Partner der Bundeswehr. Unsere Expertise setzen wir für die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten ein. Unsere einzigartigen Aufgaben in der Wehrtechnik und des Logistikmanagements machen uns zu einem spannenden und abwechslungsreichen Arbeitgeber. Mit rund 2.000 Beschäftigten an über 60 Standorten ist die HIL GmbH ein dynamisches Unternehmen, das als bundeseigene Gesellschaft nicht konjunkturabhängig ist. Dadurch können wir einen sicheren Arbeitsplatz mit Zukunftsgarantie gewährleisten. Wir verfügen über Werkhallen auf höchstem Niveau, moderne technische Infrastruktur und Arbeitsplätze auf dem neusten Stand der Technik. Mit uns arbeiten Sie nicht nur in einem verlässlichen Team, sondern auch in einem faszinierenden Arbeitsumfeld.

Ihr Arbeitsort wird Außenstelle Planken sein.

TEAMLEITER WERKSTATT (M/W/D)

Das erwartet Sie bei uns:

  • Sie organisieren und führen die Geräteannahme sowie die Eingangs- und Ausgangsbefundungen im Dialog mit dem Kunden durch, organisieren die Auftragsbearbeitung im SAP und sind für die fachliche Qualitätssicherung verantwortlich.
  • Sie führen die Beschäftigten des Werkstattteams, die Soldaten und UAN.
  • Sie disponieren die Instandsetzungsaufträge aus fachlicher Sicht und nach terminlichen Vorgaben.
  • Sie verwalten und ändern die Materialgrundlagen wie Technische Dienstvorschriften etc.
  • Sie wirken an der Kapazitätsberechnung der Niederlassung mit

Das bringen Sie idealerweise mit:

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine Ausbildung zum Techniker oder Meister
  • mind. 3 Jahre Berufserfahrung, erste Führungserfahrung erwünscht
  • gute Kenntnisse in der Instandsetzung von Fahrzeugen der Bundeswehr
  • gute SAP-Kenntnisse (Modul CS)
  • eine leistungs- und ergebnisorientierte sowie gleichermaßen eigenverantwortliche Arbeitsweise.

Voraussetzung für eine Tätigkeit in unserem Unternehmen ist die Bereitschaft zur Sicherheitsüberprüfung.

 

Das ist unser Angebot:

Die HIL GmbH ist ein dynamisches und wachsendes Unternehmen. Das starke Unternehmenswachstum sorgt dafür, dass ihr Arbeitsalltag immer abwechslungsreich bleibt. Neben einer marktüblichen Bezahlung mit attraktiven Sozialleistungen wie vermögenswirksamen Leistungen sowie betrieblichem Gesundheitsmanagement, bieten wir flexible Arbeitszeiten für die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben. Um Sie optimal in die HIL GmbH zu integrieren, wird für alle neuen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein maßgeschneiderter Einarbeitungsplan entwickelt, an den individuelle Weiterbildungsmaßnahmen anknüpfen.

Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung und des möglichen Eintrittstermins. Diese senden Sie bitte per Online-Formular (www.karriere.hilgmbh.de/Bewerbung) unter der Angabe des Referenzcodes 60062060-4. Selbstverständlich behandeln wir Ihre Bewerbung vertraulich. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

ALTERNATIVE KRAFTSTOFFE – Bundeskabinett verabschiedet Wasserstoffstrategie

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die Nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet. Es geht darum, wie Wasserstoff unter anderem in der Mobilität angewendet, wie er produziert und gegebenenfalls importiert werden kann. Wesentliche Teile der Wasserstoffstrategie fanden sich bereits im Konjunkturprogramm in der vergangenen Woche. Die Regierung rechnet mit einem Finanzierungsbedarf in Höhe von rund 20 Milliarden Euro bis etwa 2023. Mit sieben Milliarden Euro entfällt der größte Teil der 38 Maßnahmen auf den Markthochlauf im Rahmen des Konjunkturprogramms. Weitere Mittel sollen für die Grundlagen- und Energieforschung sowie für Energie-Reallabore zur Verfügung stehen. Aus dem Energie- und Klimafonds will die Bundesregierung die Entwicklung von Anlagen zur Erzeugung von strombasierten Kraftstoffen sowie den Aufbau einer Tankinfrastruktur auch für den Straßengüterverkehr fördern. Auch auf europäischer Ebene will die Bundesregierung das Thema Wasserstoff aktiv vorantreiben. (Grafik: BMWI)

Inhalte der nationalen Wasserstoffstrategie

 

Der Zaungast

Europa droht zum bloßen Zuschauer am Rande einer neuen, machtbasierten Weltordnung zu geraten

Wolfgang Hellmich, SPD, MdB

Wer sich im Dezember vergangenen Jahres der Hoffnung hingab, 2020 könnte einen frischen Anfang darstellen, wurde in diesem ersten Quartal recht brutal eines Anderen belehrt.

Die gezielte Tötung eines hochrangigen iranischen Militärs auf irakischem Boden durch die USA, ein bilaterales Abkommen zwischen den Taliban und den USA, sowie die kaskadenhafte Eskalation in Nord-Syrien, an deren Anfang die türkische Bodenoffensive stand, in deren Folge sich die Situation in Idlib dramatisch zuspitzte und abermals hunderttausende Menschen in die Flucht gen Westen treibt. Für Europa ist all dies geradezu ein Offenbarungseid.

Mittelfristig wird sich die globale Ordnung hin zu einer Aufspaltung in wenige Großmächte einerseits und regionale Staatenverbünde andererseits entwickeln, so der ehemalige britische Premierminister Tony Blair bei eine Keynote Speech am Institute For Government in London Anfang September letzten Jahres.

Auch wenn man diese Einschätzung nicht in Gänze teilt, so beobachten wir in den vergangenen Jahren doch deutliche Entwicklungen, die eine solche These stützen.

Hieraus folgt zwangsläufig, dass jene Staaten, die weder das eine sind, noch dem anderen angehören, bei der Durchsetzung ihrer Interessen einen schweren Stand haben werden. Kein Staat Europas wäre, auf sich allein gestellt, heute fähig, seine Interessen weltweit auch nur annähernd so effektiv zu vertreten, wie es uns die EU aktuell ermöglicht oder zukünftig ermöglichen könnte. Während sich diese Sichtweise wirtschaftlich weitestgehend etabliert hat, bleibt die militärische Kooperation und Integration der EU-Mitgliedsstaaten noch weit dahinter zurück. Die Auflösung des Multilateralismus und die zunehmenden Multipolarität der politischen Weltordnung sind die zentralen Herausforderungen für die deutsche und europäische Außenpolitik. Europa droht zum bloßen Zuschauer am Rande einer neuen, machtbasierten Weltordnung zu geraten.

Zwar ist es europäischer Konsens, dass eine effektive Sicherheits- und Verteidigungspolitik nur europaweit und in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern Bestand haben kann, doch müssen die EU-Mitgliedsstaaten zum Erfolg dieser Strategie auch entschlossen und vor allem gemeinsam handeln. Hierzu ist eine Homogenisierung der verteidigungs- und rüstungspolitischen Bemühungen in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten notwendig. Deutschland übernimmt hier als starkes Land eine aktive Rolle, um mit den weniger starken Staaten in Europa die gemeinsame Sicherheit zu gewährleisten.

In den vergangenen Jahren wurden bereits wesentliche Schritte im Sinne einer engeren europäischen Zusammenarbeit unternommen. So werden im Rahmen der „Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit“ (SSZ, engl. PESCO) verschiedene Projekte vereinbart, zu deren Umsetzung jeweils einige EU-Staaten in enger Zusammenarbeit kooperieren. Ferner steht bei dieser Form der Zusammenarbeit auch die Frage im Raum, unter welchen Bedingungen Nicht-EU-Länder an der PESCO beteiligt werden können. Nach meinem Dafürhalten wäre eine Öffnung sinnvoll, zumindest für die Nato-Partnerstaaten und die mit der EU vertraglich eng verbundenen Staaten, z.B. Norwegen, Israel, die USA und Großbritannien – unabhängig vom anstehenden Brexit. Auf einer praktischen Ebene macht die Koordination mit der Nato sichtbare Fortschritte, die Dopplungen ausschließen werden.

Im Herbst 2019 wird mit dem „Coordinated Annual Review on Defence“ (CARD) erstmals eine gemeinsame Übersicht über Verteidigungsausgaben implementiert, welche Fähigkeitslücken aufzeigen soll und den europäischen Staaten so eine transparente und auf die Fähigkeiten der Partner abgestimmte Planung ermöglicht. Ferner wird mit dem Europäischen Verteidigungsfonds (engl. EDF) ein Schwerpunkt auf die gemeinsame Forschung und Entwicklung von Rüstungsgütern gelegt. Und dies ist abgestimmt mit den Planungen der Nato, um unnötige Dopplungen zu vermeiden und mehr gezielte Wirksamkeit der investierten Mittel zu erreichen.

Gemeinsam stellen diese Mechanismen das Fundament dar, auf welchem es nun jene Strukturen zu errichten gilt, welche die gemeinsame europäische Sicherheits- und Außenpolitik in den nächsten Dekaden tragen werden.

All diese Bemühungen haben eine stärkere eigenständige Rolle Europas in der Sicherheit- und Verteidigungspolitik zum Ziel, in welche auch die zunehmende Anzahl bi- und trilateraler Vereinbarungen eingepasst werden muss. Der Kurs darf nicht durch das Ausspielen der europäischen Autonomie gegen das Schutzversprechen der Nato und die besondere Rolle der USA für einige Staaten bestimmt werden. An dieser Stelle ist nochmals zu betonen, dass es sich nicht um eine Parallelstruktur zur NATO handelt, sondern um die Stärkung des europäischen Pfeilers in der NATO und die Handlungsfähigkeit der EU.

Diese Entwicklung wird längerfristig betrachtet in einer europäischen Armee, kurzfristig in einer vertieften Kooperation der einzelnen Armeen untereinander münden. Klar ist, dass Europa seine Interessen in einer krisenbedrohten Welt nur zur Geltung bringen kann, wenn es zusammensteht. Hierzu zählen explizit auch die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) und die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP). Der Frieden nach Außen und Innen bleibt dabei auch zukünftig die wichtigste Aufgabe dieser Politik.

Autor: Wolfgang Hellmich, Mitglied des Deutschen Bundestages und u.a. des Verteidigungsausschusses
Bild: DBT von Saldern

Bundeswehr – Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und Steigerung der Attraktivität – zwei Seiten einer Medaille

Thomas Sohst, Vorsitzender Landesverband West im Deutschen BundeswehrVerband

BwEinsBerStG – BesStMG. Die Abkürzungen stehen für zwei große Gesetzesvorhaben, die in diesem Jahr vom Bundestag verabschiedet wurden und mit denen die Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit des öffentlichen Dienstes gestärkt werden soll. Diesen Auftrag hatten sich die Regierungsparteien Anfang 2018 in das Lastenheft, den Koalitionsvertrag geschrieben.

Die Abkürzungen stehen für das Bundeswehr–Einsatzbereitschafts–Stärkungsgesetz und das Besoldungs–Strukturen–Modernisierungsgesetz.

Warum zwei Gesetze? Die komplexe Zuständigkeitsverteilung der Ministerien machte dies notwendig. Das BwEinsBerStG wurde in Verantwortung des BMVg erstellt und umfasst die Weiterentwicklung von Gesetzen, die in dessen Verantwortung stehen. Dazu gehören das Soldatengesetz, das Wehrpflichtgesetz, die Soldatenarbeitszeitversorgung u.a.m. Der Gesetzentwurf hatte einen Umfang von 166 Seiten. Das Gesetz änderte mehr als 30 Vorschriften.

Das BesStMG wurde durch das BMI erstellt und beinhaltet die in dessen Kompetenzbereich fallenden Normen. So enthält es gesetzliche Regelungen, die neben den Soldatinnen und Soldaten für den gesamten öffentlichen Dienst des Bundes, also auch für Beamte und Polizeibeamte Wirkung entfaltet. Es hat einen Umfang von 188 Seiten und ändert insgesamt 15 Gesetze.

Die Darstellung der blanken Zahlen verdeutlicht, dass es sich bei beiden Gesetzesvorhaben um echte Dickschiffe handelt, die den Ministerien bei der Erstellung der Referentenentwürfe, in der parlamentarischen Beratung den Abgeordneten und in der Begleitung der Prozesse den Gewerkschaften und Interessenvertretungen vieles abverlangt haben.

Dabei ging es für den DBwV darum, die Beschlüsse der 20.Hauptversammlung, auf der zuletzt der verbandspolitische Fahrplan des Verbandes zur Weiterentwicklung des Dienstrechts festgelegt wurde, umzusetzen.

Dafür mussten frühzeitig verbandspolitische Konzepte eingebracht werden, um aus guten noch bessere Entwürfe entstehen zu lassen. Teilweise ging es aber auch darum, Änderungen abzuwehren, die einen klaren Rückschritt für die Menschen in der Bundeswehr bedeutet hätten. Weitertreiben von Gutem und Verhindern von Negativen: Beides gehört aus Sicht des DBwV zur konstruktiven Arbeit einer Interessenvertretung.

Aus Sicht des DBwV ragen folgende Änderungen der Gesetzeslandschaft heraus.

Anhebung der Bezüge für Freiwillig Wehrdienstleistende

Mit der Änderung des Wehrsoldgesetzes und des Unterhaltssicherungsgesetzes wird der monatliche Wehrsold der Freiwillig Wehrdienstleistenden an das Maß der Grundbesoldung, also vergleichbar zu SaZ und BS angehoben.

Schaffung einer neuen Form des Wehrdienstes für Reservisten

Bis zu 10 Monate im Jahr können Reservisten Dienst in den Streitkräften leisten, um die personelle Einsatzbereitschaft für die vertretungsweise Wahrnehmung von Tätigkeiten von Soldaten, die länger absehbar von ihrem Dienstposten abwesend sind.

Einführung eines Ausnahmetatbestandszuschlag (ATZ)

Vielen Soldaten waren die Begriffe „großer Anrechnungsfall“, „kleiner Anrechnungsfall“, „Dienst zu ungünstigen Zeiten“ Zeichen einer bürokratischen Armee. Deshalb ist die Zusammenfassung zu einem einheitlichen, pauschalisierten Tagessatz, dem ATZ zu begrüßen. Er ermöglicht eine Vergütung für Tätigkeiten, die in der Ausnahme zur gesetzlichen Arbeitszeit, also zum Beispiel bei Ausbildungsvorhaben zur Einsatzvorbereitung, durchgeführt werden. Eine Vergütung greift, wenn Freizeitausgleich für diese Tätigkeiten ausnahmsweise nicht möglich ist. Der ATZ steht daher für Verwaltungsvereinfachung, weil unterschiedliche Zulagen zu einem Tagessatz zusammengefasst werden. Er steht für Transparenz, weil es nur noch einen einheitlichen Tagessatz für alle gibt: Pro Ausbildungstag kann zukünftig 91 Euro brutto ausgezahlt werden Ergänzend sei erwähnt, dass evaluiert werden muss, ob dieser Tagessatz Verlierer produziert, also Personengruppen existieren, die durch die Änderung eine Schlechterstellung erfahren. In diesem Fall ist in jedem Fall eine sehr zeitnahe Anpassung erforderlich. Der DBwV wird diesen Punkt sehr genau im Blick haben.

Anpassung des Auslandsverwendungszuschlag (AVZ)

Nach neun Jahren ohne Anpassung erfolgte eine Anpassung auf 141 Euro in der Stufe 6. Das ist gut und angemessen, selbst wenn sich Interessenvertretungen hier wie bei anderen finanziellen Verbesserungen auch mehr hätten vorstellen können. Leider ist es auch dieses Mal nicht gelungen, die Zuschläge in die Dynamisierung, die jeder Besoldungsanpassung folgt, zu bringen. Die Folge: Die bedauerliche, jährliche Entwertung des AVZ – im Vergleich zur Grundbesoldung – hält an.

Erfreulich dagegen ist: Der AVZ wird zukünftig auch für Vor– und Nachkommandos oder kurzzeitige Aufenthalte (ab dem 15. Tag rückwirkend ab dem ersten Tag) gezahlt.

Überfällig war die Aufnahme der Soldaten des KSK, die auch in Missionen ohne Beschluss des Bundestages im Einsatz sind. Sie können zukünftig pro Tag den AVZ der Stufe 6 erhalten.

Gewährung der Einsatzversorgung auch bei einsatzgleichen Verpflichtungen

Die Anzahl sog. einsatzgleicher Verpflichtungen für die Bundeswehr nimmt zu. Am Bekanntesten ist der Einsatz an der Ostgrenze der Nato im Baltikum. Diese Einsätze sind nicht vom Bundestag mandatiert. Zuletzt konnte aber bereits die Gewährung des AVZ (eigentlich auf mandatierte Einsätze beschränkt) auf diese einsatzgleichen Verpflichtungen erweitert werden. Auch die Einsatzversorgung galt bisher nur für mandatierte Einsätze. Jetzt sind auch die einsatzgleichen Verpflichtungen in die Einsatzversorgung einbezogen. Dies gilt auch für Beamte und Arbeitnehmer.

Möglichkeit für Fachunteroffizier ohne Portepee Berufssoldat zu werden

Es wird die Möglichkeit geschaffen, qualifiziertes Personal auch in der Uffz–Laufbahn an die Streitkräfte zu binden. Diese Möglichkeit wurde für die Mannschaften bewusst nicht geschaffen.

Änderung der Arbeitszeitregelungen.

Neben leichten positiv zu bewertenden Anpassungen konnte verhindert werden, dass die gerade von einigen Jahren eingeführte, gesetzlich geregelte Arbeitszeit nach Zeit und Umfang wieder zurückgeschraubt wird. Das bedeutet, dass geregelte Arbeitszeit im Grundbetrieb als Zeichen der Attraktivität auch für die Vereinbarkeit von Familie und Dienst beibehalten wird und damit auch der Gesundheitsschutz bei hoher zeitlicher Belastung angemessen sichergestellt bleibt.

Schaffung einer Zulage für militärische Führungsverantwortung

Die sogenannte Führungszulage wird dienstpostenbezogen gezahlt und ersetzt die Außendienstzulage. Das verwaltungsintensive und fehlerträchtige Nachhalten der dafür erforderlichen 87 Stunden monatlichen Außendienstes soll entfallen. Die Zulage ermöglicht also eine Verwaltungserleichterung. In diesem Zusammenhang wurde auch die Kompaniefeldwebelzulage auf 135 Euro angepasst, eine Erhöhung, die der besonderen Aufgabe der Spieße Rechnung trägt.

Neue und erhöhte Stellen und Erschwerniszulagen

Eine Vielzahl von Zulagen konnten so gestaltet werden, dass besondere Belastungen honoriert werden und damit auch zur Attraktivität bestimmter Verwendungen beigetragen wird. Luftbildauswerter, Seefahrer, IT– und Cyber–Personal, Flieger, Prüfer, Feldjäger und Spezialkräfte, viele profitieren in bestimmten Funktionen von den neuen Regelungen.

Dem DBwV ist es durch viel Überzeugungsarbeit in allen Phasen der Gesetzgebung – vom Referentenentwurf über Stellungnahme im Rahmen von Beteiligungsgesprächen – bis hin zur Teilnahme an Anhörungen in den zuständigen Ausschüssen des Bundestages gelungen, aus guten Gesetzen sehr gute Gesetze für die Menschen der Bundeswehr zu machen. Der Dank gehört vor allem denjenigen, die zugehört haben, konstruktiv mit dem DBwV gerungen haben, offen für unsere Positionen waren und mit uns gemeinsam gute Ergebnisse erzielt haben. Absicht des DBwV war es, die Gesetze so ins Ziel zu bringen, dass die vom Gesetzgeber gewollte Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und die sozialen Belange der Menschen in der Bundeswehr – also insbesondere des Bestandspersonal – im wechselseitigen Ausgleich zueinander stehen, denn: Für den DBwV ist und bleibt eine attraktive Grundbesoldung neben umfassender Ausrüstung (im Großen wie im Kleinen / im Einsatz wie im Grundbetrieb), moderne Infrastruktur für Unterbringung und Ausbildung der beste Garant für eine attraktive Bundeswehr.

Nun ist der Dienstherr, also die Bundeswehr gefragt. Es gilt, die Vielzahl an gesetzlichen Maßnahmen in die Regelungswelt der Bundeswehr zu übertragen. Vor allem dieser Schritt wird davon abhängen, ob die Menschen in der Bundeswehr die Änderungen auch tatsächlich als Erfolg erleben. Augenmaß beim Erstellen von neuen Vorschriften, Bestimmtheit bei der Umsetzung und ein Blick auf die Menschen sind Maßgaben, an denen jedenfalls der DBwV diesen Schritt messen wird. In diesem Sinne wird der DBwV auch diesen Prozess über die Beteiligungsgremien in HPR und GVPA begleiten.

 

Autor und Bild: Thomas Sohst, Vorsitzender Landesverband West im Deutschen BundeswehrVerband

Änderung: Veranstaltung Kameradschaft NORDWEST mit der BVL Regionalgruppe Weser/Ems

Achtung ! Verschiebung des Termins ins zweite Halbjahr aufgrund der Lageentwicklung zum Corona Virus.

„Logistisches Wissen trainieren für die Einsätze“

Ausbildung an der Logistikschule im Logistischen Übungszentrum und dem Spezial Pionierausbildungs-zentrum in Garlstedt. Am 16. April 2020 für Studierende, Young Professionals und Fachpublikum (Professionals) der Regionalgruppe: Weser / Ems und Mitglieder der Kameradschaft NORDWEST.

Uhrzeit: 16:00 – 19:00 Uhr

Anmeldeschluss:  07.04.2020   Mail an NORDWEST

Ort: LogÜbZ an der LogSBw

Regionalgruppensprecher Weser/Ems Prof. Dr. Giesa (LogÜbz 2015)

Die Logistikschule der Bundeswehr (LogSBw) ist die zentrale Ausbildungsstätte für die Aus- Fort- und Weiterbildung von logistischem Führungs- und Funktionspersonal in der Bundeswehr.

Die fachliche Breite der Komplexität, Kompetenz und Ausbildung machen die LogSBw zu einer der größten Truppenschulen der Bundeswehr. Mit weit über 100 unterschiedlichen Lehrgängen/Trainings schult sie die Logistiker in Theorie und Praxis, getreu dem Motto „Wir lehren Logistik“.

Mit dem Logistischem Übungszentrum und Spezial Pionierausbildungszentrum hat die LogSBw zwei wichtige Elemente zur Ausbildung und Training der Logistiker in Vorbereitung auf die anstehenden Auslandeinsätze der Bundeswehr.

Der Besuch der BVL Regionalgruppe Weser/Ems setzt die gute Tradition der Kooperation und engen Zusammenarbeit aus dem Netzwerk Logistik mit dem blauen Bund e.V. der Kameradschaft NORDWEST aus 2015 im Jahr 2020 weiter fort.

Die Teilnehmerzahl dieser Veranstaltung ist auf 50 Personen begrenzt.

Geplanter Ablauf:

16:00 – 16:30 Uhr

Eintreffen und Registrierung der Teilnehmer

16:30 – 16:45 Uhr

Begrüßung durch die BVL Regionalgruppensprecher Weser/Ems und

dem Verantwortlichen der LogSBw

16:45 – 17:30 Uhr

Vortrag und Besichtigung in zwei Gruppen LogÜbZ und SpezPiZ

17:40 – 18:25 Uhr

Vortrag und Besichtigung in zwei Gruppen LogÜbZ und SpezPiZ

18:30 – 19:00 Uhr

Fragen und Diskussion

(Fotos Bw LogSbw Petra Reiter, Text OTL a.D. Michael Janczyk Geschäftsführer NORDWEST)

Pressemitteilung – Rheinmetall MAN LKW erreichen wichtigen Meilenstein in Australien

Einsatzbereitschaft für Logistikfahrzeuge der Australia Defence Force erklärt

Bei dem Rüstungsvorhaben Land 121 Phase 3B, in dessen Rahmen Rheinmetall mehr als 2.500 hochmobile Logistikfahrzeuge an die australischen Streitkräfte ausliefert, hat das Commonwealth of Australia einen neuen wichtigen Meilenstein erreicht. So wurde durch Verteidigungsministerin Linda Reynolds nach der Übung Talisman Sabre Ende 2019 der Status der Einsatzbereitschaft (Initial Operating Capability/IOC) für dieses Programm erklärt.

Im April 2016 hatte Australien das Land 121 Phase 3B als Vier-Jahres-Programm beauftragt. Es umfasste die Lieferung einer Flotte von 2.536 Fahrzeugen in verschiedenen Konfigurationen, die das logistische Rückgrat der australischen Streitkräfte bilden. Die Lieferungen an Einrichtungen der australischen Armee in ganz Australien sollen im Rahmen des Programmplans bis April 2020 abgeschlossen sein.

„Dieser wichtige Meilenstein zeigt den Fortschritt des Programms Land 121 Phase 3B und ist ein Beleg für die enge Zusammenarbeit zwischen Rheinmetall und dem Commonwealth“, so Gary Stewart, Geschäftsführer von Rheinmetall Defence Australia. „Gemeinsam liefern wir die robustesten, zuverlässigsten, vielseitigsten und kostengünstigsten Fahrzeuge ihrer Klasse an das Heer und die übrigen Teilstreitkräfte der Australia Defence Force. So sorgen wir auch für die Sicherheit der australischen Soldaten.“

Die Fahrzeuge, die im Rahmen des Land 121 Phase 3B-Programms an die australische Armee geliefert werden, umfassen die Varianten:

  • Schweres Integriertes Wechselladesystem (HX-77)
  • Schwerer Kipper (HX-77)
  • Mittlerer Kipper (40-M)
  • Zugmaschine (HX-81)
  • Schweres Bergefahrzeug (45M)
  • Mittlere Pritsche mit Kran (40M)
  • Mittlere Pritsche (40M)

„Diese Fahrzeuge vereinen Rheinmetalls Know-how bei Schutz und einsatzspezifischer Ausrüstung militärischer Systeme mit den hochwertigen Automobilkomponenten und Fahrassistenzsystemen von MAN sowie mit einsatzspezifischen High-Tech-Komponenten aus einem Netzwerk australischer Industriepartner“, so Stewart.

Die Fähigkeiten der australischen Industrie (AIC = Australian Industry Capability) sind ein entscheidender Teil des Land 121 Phase 3B-Programms, insbesondere bei der Integration und Lieferung der Fahrzeuge an die australische Armee. Dieses Engagement für die AIC wird in der nächsten Phase des Programms – Land 121 Phase 3B/5B – unterstrichen werden. Hier liefert Rheinmetall weitere 1.044 Fahrzeuge und 872 Module und wird die Fähigkeit zur Erfüllung der operativen Anforderungen in Zusammenarbeit mit seinem wachsenden Netzwerk australischer Industriepartner kontinuierlich unterstützen.

Weltweit sind rund 10.000 Logistikfahrzeuge von Rheinmetall MAN Military Vehicles im Einsatz, was den militärischen Nutzern – insbesondere bei multinationalen Einsätzen – große Vorteile hinsichtlich Interoperabilität und Logistik bietet. Zu den derzeitigen Nutzernationen gehören Großbritannien, Deutschland, Dänemark und Neuseeland, Australien, Schweden und Norwegen.

Quelle:

RHEINMETALL AG
Unternehmensbereich Defence
Presse und Information
Rheinmetall Platz 1
40476 Düsseldorf

Newsletter Verteidigung 25/2019

Die aktuelle Ausgabe stellen wir unseren Mitgliedern jeden Dienstag als Download zum Herunterladen bereit.

Themen der Ausgabe 25/2019:

  • „Baden- Württemberg“ in Dienst gestellt
  • VJTF: Gefechtsschießen in Zagan
  • Neue A319 für Open Skies – Einsätze
  • Airbus startet FCAS Innovationsinitiative
  • Deutsche Unternehmen gründen FCMS-Konsortium
  • MBDA und Lockheed Martin geben Angebot für TLVS ab

Zum Download …