Neue Ausgabe: Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung 3/2026

30 Jahre Kommando Spezialkräfte: In der neuen Ausgabe der „Militärgeschichte“ geht es um die Aufstellung des KSK 1996. Nur wenige Jahre später wurde der Afghanistaneinsatz beschlossen – dieser Einsatz, der vor beinahe 25 Jahren begann, ist ebenfalls Thema der Ausgabe. Weitere Beiträge widmen sich dem Boxerkrieg in China, der Schlacht um Kiew von 1941 und der „Starfighter“-Krise.

Das Kommando Spezialkräfte

Die Geschichte des Kommandos Spezialkräfte begann vor 30 Jahren, oder? Offiziell in Dienst gestellt wurde es am 20. September 1996. Doch erste Überlegungen, dass die Bundeswehr eigene Spezialkräfte benötigt und wie diese aussehen sollten, gab es bereits wesentlich früher, wie Martin Rink in seinem Beitrag aufzeigt. Diese Vorgeschichte reicht sogar über das Jahr 1994 hinaus, das allgemein als Startschuss für den Aufbau des KSK gilt. Damals gelang es aufgrund fehlender Kräfte nicht, deutsche Staatsbürger aus dem von Bürgerkrieg zerrissenen Ruanda zu evakuieren. Es war deutlich geworden, dass die Bundeswehr ein neues Aufgabenspektrum abdecken musste. Zugleich stellte sich die Frage, wie denn der Soldat, der diesem neuen Kommando angehörte, aussehen sollte: Wollte man einen Kämpfer à la John J. Rambo, einen smarten Offizier im Stil eines James Bond oder war ein völlig anderer Typ gefordert und erwünscht?

25 Jahre Afghanistaneinsatz

Angehörige des KSK waren dann auch unter den ersten Kräften, die nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 in Afghanistan zum Einsatz kamen – ein Einsatz, der wohl zu den prägendsten der bisherigen Bundeswehrgeschichte gehört. Über 20 Jahre waren dort Tausende Soldatinnen und Soldaten im Einsatz – sie machten Erfahrungen mit Kampf und Verlust und mussten am Ende mit ansehen, wie das Land nach dem Abzug wieder in die Hände der Taliban fiel. Wie konnte es dazu kommen und was war überhaupt das ursprüngliche Ziel dieses Einsatzes gewesen?Warum die Bundesregierung im Dezember 2001 entschied, sich an dem Kampfeinsatz zu beteiligen, untersucht Philipp Münch in seinem Beitrag. Dabei macht er deutlich, dass politische Überlegungen zur außenpolitischen Stellung Deutschlands eine tragende Rolle spielten.

Der „Starfighter“ – eine gefährliche Affäre?

Pannen, Pech und praktische Fehler führten zu einer der tragischsten Unfallserien der Bundeswehrgeschichte. Der „Starfighter“ war für die Bundeswehr in den 1960er-Jahren beschafft worden, um unter anderem die deutsche nukleare Teilhabe im NATO-Bündnis abzusichern. Doch alsbald entwickelte er sich zum „Witwenmacher“. Zwischen 1964 und 1966 kam es zu mehr als 40 Totalausfällen. Dass den im „Starfighter“ verbauten Schleudersitzen daher eine besondere Bedeutung zufiel, zeichnet Heiner Möllers in seinem Beitrag für unsere Rubrik „Militärgeschichte im Bild“ nach.

Das Boxerprotokoll

Einem bislang in der Forschung eher unterbelichteten Thema widmet sich der Beitrag von Martin Schulz, der sich mit dem Boxerprotokoll von 1901 befasst. Das um die Jahrhundertwende politisch schwache China stand unter dem Druck ausländischer westlicher Mächte, die sich Einflusszonen im Fernen Osten sichern wollten. Dagegen formierte sich in China die sogenannte Boxerbewegung; der Widerstand weitete sich zu einem Krieg aus. Doch die nur rudimentär bewaffneten Boxer hatten keine Chance gegen die modern ausgerüsteten internationalen Truppen. Als Ergebnis der militärischen Auseinandersetzung musste die chinesische Seite dem Boxerprotokoll zustimmen, das eine politische Demütigung war und harte wirtschaftliche Sanktionen beinhaltete.

Die Schlacht um Kiew

Kiew war in der Geschichte schon mehrfach Schauplatz entscheidender militärischer Kämpfe. Zuletzt versuchten die russischen Truppen bei ihrem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022, die ukrainische Hauptstadt mit einem schnellen Vorstoß einzunehmen – und scheiterten. Auch im Zweiten Weltkrieg spielte Kiew eine zentrale Rolle, wie Chris Helmecke aufzeigt: Die Stadt war zentraler Streitpunkt zwischen Adolf Hitler und der militärischen Führung darüber, wie der Krieg im Osten weitergeführt werden sollte. Sollte es gen Moskau gehen, um das politische Zentrum der Sowjetunion einzunehmen, oder war die südliche Region mit ihren kriegswichtigen Ressourcen das strategisch sinnvollere Ziel? Im Spätsommer 1941 wurde die ukrainische Metropole schließlich zum Schauplatz einer der größten Kesselschlachten der Geschichte und auch zum Tatort der wohl bekanntesten einzelnen Massenerschießung von Jüdinnen und Juden in Babyn Jar. Damit gehört sie zu den zentralen Orten nationalsozialistischer Vernichtungspolitik.

Die Ausgabe finden Sie kostenlos zum Download auf unserer Website.

Quelle: Pressestelle ZMSBw/Bildrechte: SKA/IMZBw

Deutsche und niederländische Unterstützungsfähigkeiten im gemeinsamen Fokus

Der Befehlshaber des Unterstützungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Gerald Funke, empfing in dieser Woche seinen niederländischen Counterpart, Generalleutnant Jan-Willem Maas, zu einem offiziellen Besuch in Bonn.

Das Verteidigungsunterstützungskommandos der Streitkräfte des Königsreichs der Niederlande (DOSCO) und das Unterstützungskommando der Bundeswehr verfolgen vergleichbare Ansätze und Aufgabenprofile bei der Unterstützung ihrer Streitkräfte. Die Niederlande zählen dabei zu den engsten und verlässlichsten Partnern Deutschlands im militärischen Bereich.

Im Mittelpunkt der Gespräche in Bonn standen aktuelle Herausforderungen der logistischen und militärischen Unterstützung, Fragen der Interoperabilität sowie Möglichkeiten zur weiteren Intensivierung der Zusammenarbeit. Beide Generäle verbindet seit Jahren ein vertrauensvoller und enger fachlicher Austausch.

Zum Besuchsprogramm gehörten auch Vorführungen auf Truppenübungsplatz in Putlos. Dort erhielt die niederländische Delegation Einblicke in militärischen Fähigkeiten des Unterstützungsbereichs mit besonderem Fokus auf das Spezialpionierwesen mit dem Feldlagerbetrieb sowie mit mobilen Betankungsfähigkeiten. Für beide Streitkräfte sind die Unterstützungsfähigkeiten begrenzte Ressourcen, deren gemeinsame Nutzung operative Vorteile mit sich bringt. Gerade in Litauen zeigt sich: Unsere Streitkräfte kämpfen gemeinsam, also unterstützen wir auch gemeinsam.

Generalleutnant Funke betonte die Bedeutung des kontinuierlichen Dialogs: „Unsere Streitkräfte stehen vor vergleichbaren Herausforderungen. Gerade deshalb ist der enge und vertrauensvolle Austausch mit meinem niederländischen Partner von herausragendem Wert. Gemeinsam stärken wir unsere Fähigkeiten, unsere Einsatzbereitschaft und unsere Fähigkeit zur Unterstützung im Bündnis.“

Der Besuch von Generalleutnant Maas setzt die enge deutsch-niederländische Zusammenarbeit konsequent fort und unterstreicht den gemeinsamen Anspruch, Unterstützungs- und Logistikfähigkeiten im multinationalen Rahmen weiterzuentwickeln – das verdeutlichte auch Generalleutnant Maas:

„Military support does not stop at national borders. NATO readiness depends on our ability to operate, sustain, and adapt together with trusted and reliable partners. Strengthening our cooperation with Germany is therefore not only practical, but essential. Shared values create the foundation; strong personal relationships create the trust to succeed together.“

Quelle/Bildrechte: Unterstützungskommando der Bundeswehr Presse- und Informationszentrum