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QUADRIGA 2025: Größte Übung des Jahres – der Unterstützungsbereich macht es möglich

Die jährlich stattfindende Übung Quadriga ist eine der größten multinationalen Übungen Europas im Jahr 2025. Soldatinnen und Soldaten der Marine, des Heeres, der Luftwaffe, des Cyber- und Informationsraums sowie des Unterstützungsbereichs übten dieses Jahr gemeinsam in Deutschland, Litauen, Finnland und auf der Ostsee.

Über 2.000 der rund 8.000 deutschen Kräfte stammten aus dem Unterstützungsbereich der Bundeswehr. Mit Logistik, Sanitätsdienst, Pipelinepionieren, ABC-Abwehrkräften und Feldjägern schufen sie die Grundlagen, die eine solche Großübung überhaupt erst ermöglichten. Die Gesamtunterstützung des Bereichs zeigte sich dabei in quasi allen Teilübungen von Quadriga 2025. Denn ohne die Unterstützer geht nichts.

Unterstützer in Aktion – Beitrag zu einer erfolgreichen Großübung 

Jede vierte Soldatin oder Soldat bei Quadriga 2025 stammte aus dem Unterstützungsbereich. Dabei trainierten sie vor allem in den kombinierten Logistikübungen Brave Blue und Safety Fuel, unterstützten aber auch Teilübungen des Heeres und der Marine.

Absolut zentral am Erfolg von Quadriga war das Logistikzentrum des Unterstützungsbereich: Es plante und koordinierte alle Märsche über Land, See und Luft und war somit der „Taktgeber“ für die Verlegung aller Kräfte in den Übungsraum. Knotenpunkt war dabei der vom Logistikbataillon 163 RSOM („Reception, Staging, Onward Movement“) betriebene Hafenumschlag in Rostock und Klaipėda. Eine in der NATO einzigartige Fähigkeit, welche den Unterstützungsbereich der Bundeswehr auszeichnet.

Rein personell leistete das Logistikregiment 1 mit rund 1.750 Soldatinnen und Soldaten, 850 Fahrzeugen und 350 Anhängern den größten Beitrag aus dem Unterstützungsbereich. Während der Teilübung Brave Blue setzen seine Bataillone 161 und 171 ein sogenanntes „Logistisches Netzwerk im Einsatzland“ in Litauen auf, welches die Heereskräfte der Teilübung Grand Eagle mit Munition, Verpflegung, Ersatzteilen und Betriebsstoffen versorgte.

Drohnenaufnahme. Im Vordergrund zwei Spähwagen Fennek vor einem Tanklaster. Zwei Soldaten knien auf den Fenneks und betanken sie. Im Hintergrund warten weitere Fahrzeuge.  ©Bundeswehr/PIZ Ustg

Über Litauen hinaus waren die Logistikbataillone 172 und 472 mit Erkundungskommandos in die Übung Brave Blue eingebunden. Ihr Auftrag war, alternative Einsatzräume zu erkunden, die genutzt werden könnten, wenn der Verlauf eines heißen Konflikts dies fordert. Auch Litauens Nachbarland Lettland steuerten die Erkundungstrupps an, denn für die Bundeswehrlogistik ist das gesamte Baltikum mögliches Einsatzgebiet.

Bei der Teilübung Safety Fuel sorgte das Spezialpionierregiment 164 mit ungarischen Alliierten für die Spritversorgung, indem sie gemeinsam ein mobiles Feldtanklager aufbauten und betrieben. Darüber hinaus übten sie die Wasseraufbereitung.

Pipelinepioniere des Spezialpionierregiments 164 beim Aufbau des Feldtanklagers, ©Bundeswehr/Katharina Waier

ABC-Abwehrkräfte und Feldjäger leisteten Brandschutz und militärpolizeiliche Unterstützung und fungierten als Überteilnehmer.

Sanitätsdienst übt auf hoher See

Doch nicht nur die Logistiker, sondern auch der Sanitätsdienst macht die jährliche Großübung möglich. Gemeinsam mit der Marine führte er die Übung Role2Sea 2025 durch. Dabei übten Ärztinnen, Notfallsanitäter und anderes Fachpersonal der Bundeswehrkrankenhäuser die durchgängige Rettungskette von Verwundeten an Bord auf See bis an Land in zivile Krankenhäuser. Simuliert wurde ein Unfall auf dem Minenjagdboot „Pegnitz“ mit rund 30 Verwundeten.

An einer Übungspuppe nehmen Soldatinnen und Soldaten des Sanitätswesens im Schockraum eine Operation vor. Bei Quadriga 2025 üben sie unter anderem die Role 1 und Role 2 in der Rettungskette. ©Bundeswehr/Susanne Hähnel

Im iMERZ (integriertes Marineeinsatzrettungszentrum) einer Behandlungseinrichtung der Role 2 erfolgte die chirurgische Akutversorgung, die intensivmedizinische Überwachung sowie die Überwachung und Pflege der Patientinnen und Patienten nach Operationen. Danach wurden „verwundete“ Personen mit dem Medevac zur weiteren medizinischen Versorgung von See aufs Land in zivile Krankenhäuser gebracht. Das erfolgt teils auch per Lufttransport mit Hubschraubern.

Aber auch auf sandigem Boden trainierten Role 2-Kräfte des Sanitätsregiments 1 – ebenfalls verstärkt durch Ergänzungspersonal aus den Kliniken der Bundeswehr – in Litauen Seite an Seite mit Einsatzstaffeln der Sanitätszentren Erfurt und Köln die Abläufe in der Rettungskette. Dabei unterstützten sie die Heeresübung Grand Eagle auch mit Real Life Support.

Die Möglichmacher der Bundeswehr

Die Unterstützerinnen und Unterstützer stellen mit ihren hochspezialisierten Fähigkeiten sicher, dass die kämpfende Truppe verlegen, kämpfen und durchhalten kann. Ob es darum geht die schnelle und reibungslose Verlegung zu planen, Verwundete zu versorgen, oder den Nachschub an Treibstoff, Material oder Trinkwasser sicherzustellen: Funktionierende Unterstützung legt die Grundlage für glaubhafte Abschreckung – gerade im Bündnisgebiet und in Zusammenarbeit mit multinationalen Partnern der NATO und EU.

Dass Deutschland damit die NATO-Ostflanke stärkt, die Einsatzbereitschaft seiner Streitkräfte erhöht und die gesamtstaatliche Abschreckung nachhaltig unterstützt, ist daher auch dem essentiellen Beitrag des Unterstützungsbereichs zu verdanken.

Erstveröffentlichung in YNSIDE, 22.09.2025

Autor: Jonas Kellner 

Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung 4/2025

70 Jahre Bundeswehr: Die neueste Ausgabe der „Militärgeschichte“ wirft einen Blick auf die ersten Jahre der Truppe (auch im Video), beleuchtet die Gründung des BMVg sowie die sogenannte Gründergeneration. Die Posterbeilage zeigt zudem die Geschichte der Bundeswehr zwischen 1955 und 2025 auf einem Zeitstrahl.

70 Jahre Bundeswehr

Es ist beinahe nicht zu glauben, dass die Bundeswehr inzwischen bereits eine 70-jährige Geschichte vorzuweisen hat. Und dies obwohl gerade die Umstände ihrer Entstehung nach dem Zweiten Weltkrieg alles andere als einfach waren. Heiner Möllers beleuchtet in seinem Beitrag die konkreten Bedingungen der Aufstellung einer „schlagkräftigen Truppe“, die von Beginn an in ein westliches Bündnis eingebunden war. Die Schritte der ersten westdeutschen Soldaten können Sie zudem in unserem Videoformat begleiten, das über QR-Code in der Ausgabe verlinkt ist.

Der neu aufgestellte Truppenkörper benötigte indes auch einen Kopf: Bereits ab 1950 begannen im „Amt Blank“ daher die ersten Vorarbeiten zur Gründung des Bundesministeriums für Verteidigung. In seinem Beitrag legt Christoph Nübel dar, welche Stolpersteine überwunden werden mussten, um das neue Ministerium aus der Taufe zu heben, und inwiefern dies auch substanziell vom internationalen Geschehen beeinflusst wurde.

70 Jahre auf einen Blick: Die Geschichte der Bundeswehr als Posterbeilage in der aktuellen Ausgabe der ZMG, ©Bundeswehr/Sabine Ritschel

Kontrovers diskutiert werden heute darüber hinaus die Angehörigen der sogenannten Gründergeneration der Bundeswehr. Praktisch alle, die die Bundeswehr mit aufbauten, waren auf die eine oder andere Weise in das NS-Regime verstrickt. Zugleich trugen sie zur Aufstellung der Bundeswehr als fest in der parlamentarischen Demokratie verankerter Armee bei. In diesem Spannungsfeld standen auch General Adolf Heusinger, General Johannes Steinhoff und Konteradmiral Rolf Johannesson, die in der aktuellen Ausgabe stellvertretend für die Gründergeneration näher vorgestellt werden.

Japanische Wiederbewaffnung

Neben Deutschland hatte auch dessen japanischer Verbündeter im Pazifik 1945 bedingungslos kapituliert. Damit einher ging auch in Japan eine umfassende Demilitarisierung. Die japanische Verfassung sah anschließend sogar explizit den Verzicht auf eigene Streitkräfte vor. Doch alsbald machten sich nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch auf der anderen Seite des Globus die internationalen Entwicklungen bemerkbar. Der Kalte Krieg und das sowjetische und chinesische Expansionsbestreben bewogen die USA dazu, die japanische Wiederaufrüstung zu forcieren. Wie dies möglich wurde und inwiefern sich hier Unterscheide und Parallelen zur westdeutschen Wiederbewaffnung zeigten, legt Agilolf Kesselring in seinem Beitrag offen.

Tiere und Militär

Die meisten haben vielleicht eine Vorstellung davon, dass Pferde als Reit- oder Zugtiere im Militär dienen können. Und auch der Einsatz von Hunden als Rettungs- oder Spürhunden dürfte vielen bekannt sein. Vielleicht hat der ein oder andere auch schon von Hannibals „Kriegselefanten“ gehört. Doch wohl den wenigsten ist bewusst, wie viele unterschiedliche Funktionen die verschiedensten Tierarten im und für das Militär haben können, wobei das Tierwohl nur selten im Mittelpunkt steht. Einige Beispiele für die besondere Beziehung von Tieren und Militär stellt Dennis Werberg in der Rubrik „Im Blickpunkt“ vor.

 Azincourt

Eine gegnerische Streitmacht in Unterzahl zu schlagen, ist nicht häufig in der Geschichte gelungen. Ein Faktor, der hierzu beitragen kann, ist die technische Überlegenheit. Und wer hier nun an Überschallraketen oder Drohnen denkt, der liegt einige hundert Jahre und technische Entwicklungsstufen daneben. Denn 1415 gelang es den Engländern in der Schlacht von Azincourt, die zahlenmäßig überlegenen Franzosen vor allem aufgrund des Einsatzes von Langbögen niederzuringen. Martin Schulz wirft in unserer Rubrik „Militärgeschichte im Bild“ einen Blick auf diesen wichtigen Sieg der Engländer im hundertjährigen Krieg.

Militärtheorie

Niccolò Machiavelli, den meisten durch sein Werk „Il Principe“ („Der Fürst“) bekannt, befasste sich in seinen Schriften nicht nur mit dem politischen Staatswesen, sondern auch mit militärischen Aspekten. Martin Grässler analysiert in seinem Beitrag diesen Teil des Werkes Machiavellis und nimmt hierzu dessen Buch „Die Kunst des Krieges“ unter die Lupe. Dabei zeigt er auf, welche Bedeutung Söldnern, Bürgerheeren und verschiedenen Waffengattungen an der Schwelle zur Frühen Neuzeit zukam, um die Sicherheit eines Staates zu gewährleisten.

Hier ist der Link zur aktuellen Ausgabe:

https://zms.bundeswehr.de/de/publikationen-ueberblick/zmsbw-kanal-publikationen-zeitschriften/zeitschrift-fuer-militaergeschichte

Erstveröffentlichung auf der Internetseite des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, 21.10.2025

Autorin: Cornelia Juliane Grosse

 

Bundeswehrübung „Tapferer Schweppermann 2025“ – Stärke, Präzision und gelebte Partnerschaft in der Oberpfalz

Mit der Feldeinsatzübung „Tapferer Schweppermann 2025“ hat das Logistikbataillon 472 aus Kümmersbruck eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass logistische Leistungsfähigkeit, militärische Planung und gesellschaftliche Verwurzelung Hand in Hand gehen können. Über zwei Wochen hinweg wurde in der Oberpfalz ein komplexes Szenario erprobt, das die Einsatzbereitschaft und Flexibilität moderner Logistikverbände unter realitätsnahen Bedingungen auf die Probe stellte.

Rund 700 Soldatinnen und Soldaten aus verschiedenen Verbänden nahmen an der Übung teil, unterstützt von zivilen Kräften und der regionalen Bevölkerung. Ziel war es, die logistischen Abläufe in einem fiktiven Krisenszenario zu trainieren – von der Materialverteilung, der Instandsetzung und dem Transport über die Versorgung verwundeter Kameradinnen und Kameraden bis hin zur Sicherstellung moderner Kommunikations- und Führungseinrichtungen.

Ein Jahr der Vorbereitung – Organisation in höchster Komplexität

Bereits die Vorbereitung auf die Übung „Tapferer Schweppermann 2025“ stellte alle Beteiligten vor Herausforderungen. Im Frühjahr 2024 begannen die Planungen, die sich über mehr als zwölf Monate erstreckten und die Klärung einer Vielzahl von logistischen, organisatorischen und auch bürokratischen Herausforderungen umfassten.

„Eine Übung dieser Größenordnung ist keine Selbstverständlichkeit“, betonte Oberstleutnant Martin Hillebrandt, Kommandeur des Logistikbataillons 472. Im Schwerpunkt lagen die Vorbereitungen darin, unterschiedlichste Akteure – militärisch wie zivil – aufeinander abzustimmen, Genehmigungen einzuholen, Infrastruktur vorzubereiten um die hohe Qualität der Ausbildung sicherzustellen.

Der Planungsstab unter Führung des stellvertretenden Kommandeurs des Logistikbataillons 472 arbeitete monatelang in enger Abstimmung mit der Bundeswehrverwaltung, den kommunalen Vertretungen und den zuständigen Sicherheitsbehörden. Die organisatorische Komplexität war beträchtlich, da neben der logistischen Planung Sicherheitskonzepte erstellt, Transport- und Versorgungswege festgelegt sowie technische Infrastrukturen vorbereitet werden mussten.

Feldbetten stehen für die Nacht auf einem zivilen Bauernhof bereit

Die Vorbereitungsphase diente hierbei nicht nur der Strukturierung der Übung, sondern auch der Abstimmung aller Beteiligten auf gemeinsame Ziele und Prozesse. Sie bildete die Grundlage für den späteren Erfolg und stellte sicher, dass sowohl militärische Effizienz als auch zivile Rücksichtnahme miteinander vereinbar blieben.

Verlässliche Partner – Die Oberpfalz als Fundament des Erfolges

Ein wesentliches Element des Erfolges war die hervorragende Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden, den Patengemeinden des Bataillons und der Bevölkerung der Oberpfalz. Kümmersbruck, Amberg und die umliegenden Gemeinden zeigten sich als zuverlässige Partner und als engagierte Gastgeber.

Die lokale Bevölkerung begegnete der Bundeswehr mit Offenheit und Unterstützung. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger leisteten durch Bereitstellung von Flächen logistische Hilfestellungen oder durch organisatorische Mithilfe einen wertvollen Beitrag.

Umdenken: Der Einsatz im zivilen Umfeld erfordert Improvisationstalent

Informationsveranstaltungen, Einbindung der Kommunen in die Planung sowie der kontinuierliche Austausch zwischen Militär und Zivilgesellschaft sorgten für ein hohes Maß an Transparenz und gegenseitigem Vertrauen. So wurde die Feldeinsatzübung auch zu einem Symbol gelebter zivil-militärischer Partnerschaft – einer Partnerschaft, die weit über die Dauer der Übung hinaus Bestand haben wird.

Drei Säulen der Struktur – Rahmenleitgruppe, übende Truppe und Schiedsrichterorganisation

Ein zentraler Erfolgsfaktor war die klare organisatorische Trennung zwischen der Rahmenleitgruppe, der übenden Truppe und der Schiedsrichterorganisation. Diese Aufteilung ermöglichte nicht nur eine saubere Steuerung der Abläufe, sondern auch eine objektive Bewertung der Ergebnisse.

Ein Gefechtsstand der Stabs- und Versorgungskompanie vom Logistikbataillon 472 steht im Gelände eines zivilen Bauhofes

Die Rahmenleitgruppe koordinierte die übergeordneten Planungs- und Steuerungsvorgänge und stellte sicher, dass das Übungsszenario den beabsichtigten Zielen entsprach. Die übende Truppe wiederum agierte unabhängig und reagierte anlassbezogen auf die anstehenden Lagen, ähnlich wie in einem echten Einsatz.

Besonders hervorzuheben ist die Rolle der Schiedsrichterorganisation: Sie beobachtete, bewertete und dokumentierte die Abläufe neutral und unabhängig. Unterstützt wurde sie dabei von verbandsfremden Experten aus dem Bereich der Logistik und der Sanität.

Gerade dieser Aspekt war entscheidend um eine realistische, ungeschönte Bestandsaufnahme des Ausbildungsstandes aufzuzeigen.

Drohnen – Ein relevanter Akteur im militärischen Umfeld

Ein Schwerpunkt der Übung lag auf dem Einsatz von Drohnen. Sie sind unter anderen ein essentieller Teil der Aufklärung zur Überwachung von Einsatzräumen und zur Erfassung von Lageveränderungen in Echtzeit. Erkenntnisse aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigen allerdings, dass Drohnen längst mehr sind als bloße Aufklärungsinstrumente. So wurden Drohnen im Rahmen der Übung auch als feindliche Wirkmittel eingesetzt, um die zweckmäßige Reaktion der Truppe zu üben. Insbesondere durch die vorhandene optische und thermische Sensorik konnte die Effizienz der Tarnung von Gefechtsständen und Fahrzeugen bewertet, die Truppe sensibilisiert und Mängel behoben werden.

Allerdings zeigte sich auch: Der Umgang mit dieser neuen Technologie will geübt sein. Sowohl die technische Handhabung als auch die taktische Integration erfordern regelmäßiges Training. Die Erkenntnis aus der Übung lautet daher eindeutig: Der Umgang mit Drohnentechnologie muss systematisch in die Ausbildung integriert werden.

Präsenz zeigen – Abschreckung und Vertrauen zugleich

Neben den militärischen Zielsetzungen diente die Übung auch einem gesellschaftlich-politischen Zweck: Sie sollte Präsenz zeigen – in der Region, in der Bevölkerung und gegenüber potenziellen Gegnern.

Ein Soldat vom Logistikbataillon 472 sichert die Umgebung nach dem Bezug des Einsatzraumes

In Zeiten globaler Unsicherheiten und wachsender geopolitischer Spannungen ist es für die Bundeswehr wichtiger denn je, die eigene Einsatzbereitschaft sichtbar zu machen. Die Feldeinsatzübung „Tapfere Schweppermann 2025“ war daher auch ein Signal an die Bürgerinnen und Bürger, dass ihre Streitkräfte handlungsfähig sind. Durch die sichtbare Darstellung logistischer und taktischer Abläufe wurde verdeutlicht, dass die mobilen Logistiktruppen der Basislogistik in der Lage sind, auf komplexe Lagen schnell und entschlossen zu reagieren.

Fazit – Ein Meilenstein für die militärische Logistik und die Region

Mit der Übung „Tapferer Schweppermann 2025“ hat das Logistikbataillon 472 Maßstäbe gesetzt. Die Übung demonstrierte nicht nur die Leistungsfähigkeit moderner logistischer Kräfte, sondern auch die enge Verzahnung von militärischem Können, technischer Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung der Bundeswehr.

Ein Lkw 15t mil gl Multi 2 vom Logistikbataillon 472 erreicht nach einem Fahrzeugmarsch die Nachschubkompanie

Die intensive Vorbereitung, die hervorragende Zusammenarbeit mit den Behörden und Gemeinden der Oberpfalz sowie die klare organisatorische Trennung zwischen Planern, Übenden und Bewertenden schufen die Grundlage für einen reibungslosen Ablauf und aussagekräftige Ergebnisse.

Zugleich zeigte die Übung, dass bereits heute die militärische Logistik zunehmend digital, vernetzt und technologisch anspruchsvoll ist.

Die Feldeinsatzübung „Tapferere Schweppermann 2025“ steht damit sinnbildlich für die mobilen Logistiktruppen Basislogistik, die bereit sind, die Lehren aus der Vergangenheit umzusetzen, sich den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen und entschlossen den wachsenden Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.

Dieser Artikel wurde bereitgestellt vom Logistikkommando der Bundeswehr

Autor: Hauptfeldwebel Christoph Vietzke

Bilder: ©Bundeswehr/Susanne Hähnel 

DOLL: Schwerlastfahrzeuge für die Streitkräfte von heute und morgen

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine investiert Europa verstärkt in Verteidigung. Auch Deutschland beschafft moderne Panzer, Artillerie- und Schützenfahrzeuge. Um sie sicher und schnell an ihren Einsatzort zu verlegen, sind zuverlässige Transportlösungen entscheidend – robust, schnell verfügbar und in angemessener Stückzahl.

Genau auf solche Transportlösungen ist die Firma DOLL Fahrzeugbau u. a. spezialisiert. Das Unternehmen aus dem Schwarzwald ist der führende Anbieter militärischer Schwerlastfahrzeuge für den Transport von Panzern und schweren Kampffahrzeugen in der Klasse 70t plus. Trailer von DOLL sind bei NATO-Streitkräften weltweit im Einsatz, u. a. in Deutschland, Großbritannien, Litauen und Kanada. Ihr Rückgrat: eine hochstabile Rahmenkonstruktion aus langlebigem Feinkornstahl, der klimatischen Extremen von Arktis bis Wüste standhält.

Der DOLL 4-Achs-Sattelanhänger 30t ist teleskopierbar und kann so eine Vielzahl verschiedener Geräte und Fahrzeuge transportieren

Eine Stärke des Spezialfahrzeugbauers sind besonders robuste Achstechnologien. „Wir entwickeln unsere Achsen selbst, weil wir wissen, dass im Einsatz selbst kleine Details über Sicherheit und Ausfall entscheiden“, betont DOLL-Geschäftsführer Markus Ehl. Im harten militärischen Offroad-Einsatz hat sich DOLLs robuste Pendelachse bewährt. Diese gleicht Geländeunebenheiten hydraulisch aus. Ein maximaler Federweg von 600 Millimetern erlaubt es, selbst tiefe Bodenwellen zu überfahren. Zusätzlich misst ein spezieller Sensor die Querbeschleunigung in Kurvenfahrten. Droht ein Übersteuern oder Kippen, bremst das System automatisch ab.

„Wir entwickeln unsere Produkte ständig weiter, um den sich verändernden Anforderungen moderner Streitkräfte gerecht zu werden“, sagt Ehl. 35 Ingenieure arbeiten kontinuierlich an neuen Lösungen, auch basierend auf Einsatzerfahrungen. In Afghanistan beispielsweise rissen improvisierte Sprengsätze (IEDs) teils ganze Pendelarme ab. Austretendes Hydrauliköl führte zu Druckverlust im gesamten Hydrauliksystem und beeinträchtigte somit die Lenkung. Heute lassen sich die Achsen bei Bedarf einzeln vom Hydrauliksystem entkoppeln. So bleiben die Trailer auch nach schweren Treffern einsatzfähig.

Zuverlässigkeit im Einsatz bedeutet auch, dass Soldaten ihre Fahrzeuge in jeder Situation sicher bedienen können, ob bei Dunkelheit oder im Gefecht. DOLL stattet seine Schwerlastfahrzeuge deshalb mit intuitiv bedienbaren Assistenzsystemen aus. Das hochmoderne Steuerungssystem „DOLL control“ ermöglicht die Überwachung und Steuerung sämtlicher Trailerfunktionen. Ein 7-Zoll-Farbdisplay zeigt alle wichtigen Daten zu Reifendruck, Gewicht und Lastverteilung an. Zudem lassen sich alle Auflieger-Funktionen über die Funkfernbedienung „DOLL connect“ steuern. Der Fahrer kann vom Fahrersitz aus in die Lenkung eingreifen oder das Fahrniveau einstellen. Nach dem manuellen Nachlenken reicht ebenfalls ein Knopfdruck auf der Fernbedienung, um die Achsen wieder einzuspuren. Das automatische Einspursystem „DOLL EEP“ passt die Spur des Anhängers eigenständig an die Zugmaschine an. Und schließlich reguliert ein hydraulisch gesteuerter Schwanenhals den Druck auf die Zugmaschine beim Überfahren von Kuppen oder Steigungen. So behält die Zugmaschine stets eine gleichmäßige Traktion.

Der Sattelanhänger 70 t DOLL tera S8P im Gebirge

Weil viele Streitkräfte ihre Beschaffungsprozesse beschleunigen, gewinnt neben Qualität auch schnelle Verfügbarkeit an Bedeutung. DOLL kann liefern: „Dank unseres starken Partnernetzwerks in Deutschland und Europa können wir die Produktion bei Bedarf schnell hochfahren“, erläutert Ehl. „Und durch Simultaneous Engineering gelingt uns ein besonders schneller Übergang von der Entwicklung in die Fertigung.“ Ein Beweis für die Liefertreue: der im Juni 2022 unterzeichnete Rahmenvertrag mit dem BAAINBw über 249 Sattelanhänger mit 70 Tonnen Nutzlast (SaAnh 70t mil). Das erste Los von 31 Fahrzeugen wurde schon im Oktober 2023 an die Bundeswehr übergeben – drei Monate früher als vereinbart.

Zum Konzept von DOLL gehört außerdem ein umfassender Service über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge. Dazu zählen Training und ein „Train-the-Trainer“-Programm, Ersatzteilversorgung und Obsoleszenzmanagement. DOLL bietet die Materialerhaltungsstufen MES 1 bis 4 – auf Wunsch auch im Ausland oder Krisengebieten.

Über DOLL Fahrzeugbau

Die DOLL Fahrzeugbau GmbH mit Hauptsitz in Oppenau im Schwarzwald ist einer der führenden europäischen Hersteller von Transportfahrzeugen für die Bereiche Defence, Schwertransport, Airport Equipment und Holztransport. Zum Hauptsitz addieren sich die Tochtergesellschaften DOLL Airport Equipment in Oppenau, DOLL America in New Jersey, DOLL TimTech in Mildenau und DOLL France in Paris. Des Weiteren bietet DOLL Schulungen und Trainings, technischen Support, Reparatur- und Refurbishmentarbeiten, mobilen Service sowie 24-Stunden-Ersatzteilservice an. Gebrauchtfahrzeuge runden das Servicespektrum ab. Das im Jahr 1878 gegründete Traditionsunternehmen beschäftigt heute zirka 420 Mitarbeitende und baut rund 1.000 Fahrzeuge pro Jahr.

DOLL Hauptsitz in Oppenau

Pressekontakt

Christoph Ernst

möller pr

Telefon: +49 (0)221 80 10 87-82

Email: ce@moeller-pr.de

www.moeller-pr.de

 

Bilder: ©DOLL Fahrzeugbau

Informationsveranstaltung am 26. und 27.02.2026 an der Logistikschule in Garlstedt

Am 26. und 27. Februar wird die ursprünglich im November letzten Jahres geplante Mitgliederversammlung und Informationsveranstaltung an der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt durchgeführt.

Schwerpunkt wird die „Verteidigungsfähigkeit Deutschlands unter neuen sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen“ sein. In diesem Rahmen werden wir u.a. eine sicherheitspolitische Standortbestimmung, die gemeinsame Europäische Rüstungspolitik, die Nationale Sicherheits- und Verteidigungsindustriestrategie, die Logistische Unterstützung durch die NSPA, den Operationsplan Deutschland sowie die Heimatschutzdivision thematisieren. Die Logistischen Ausbildungseinrichtungen in Krise und Krieg sollen in diesem Zusammenhang ebenfalls dargestellt werden.

Für alle Themenbereiche konnten Referenten gewonnen werden, die zu den neuesten Entwicklungen vortragen und für vertiefende Diskussionen zur Verfügung stehen werden. Natürlich soll es auch in diesem Jahr wieder ausreichend Zeit und Gelegenheit zum „Netzwerken“ geben.

Die Einladung zur Informationsveranstaltung mit der Möglichkeit zur digitalen Anmeldung wird mit gesonderter Mail an die Mitglieder versandt.

Ort und Zeit

Zeit: 26. Februar 2026 bis 27. Februar 2026
Ort: Logschule der Bundeswehr
Lucius-D.-Clay-Kaserne
Bremerhavener Heerstr. 10
27711 Osterholz-Scharmbeck

#267: Logistik und Militär: Die große Chance der Transformation der Bundeswehrlogistik

Generalmajor Jochen Deuer, der Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr, führt ein Gespräch mit dem Host der Bundesvereinigung Logistik (BVL) – Boris Felgendreher – über die große Chance der Transformation der Bundeswehrlogistik.

Unter anderem geht es dabei um folgende Themen:

Bedeutungszuwachs der Militärlogistik
– Logistik wurde schon vor der Zeitenwende wichtiger, durch größere Materialmengen noch stärker.
– Rückblick auf 2014 (Krim) als eigentlicher Beginn des Umdenkens.
– 2022 als Beschleuniger: mehr Aufmerksamkeit, mehr Mittel, stärkere öffentliche Debatte.

Aufgaben des Logistikkommandos
– Dreistufiges logistisches System: Deutschland → Verlegeweg → Einsatzgebiet.
– Verantwortung für Depots, Materialfluss, Folgeversorgung, Ausbildung (Logistikschule) und Kraftfahrwesen (Y-Kennzeichen).
– Logistikschule: Ausbildung von Logistikern, auch mit Simulation/VR-Technik.

Rolle der Logistik im modernen Militär
– Logistik begrenzt militärische Operationen – Ressourcen bestimmen, was möglich ist.
– Unterschiede zwischen Auslandseinsätzen und Landes-/Bündnisverteidigung: v. a. Mengen steigen massiv.
– Beispiel: Eine Division kann pro Tag rund 1.000 Tonnen Munition benötigen.

Kombination militärischer und ziviler Kräfte
– 17.000 Personen im Logistikkommando (inkl. 4.500 Zivilbeschäftigten).
– Militär alleine wird Anforderungen nicht stemmen können.
– Industrie bleibt unverzichtbar – in Deutschland, unterwegs (Coupling Bridge) und im Einsatzland.

Übungen & Vorbereitung auf den Ernstfall
– Grundbetrieb trainiert das „blaue“ logistische Kerngeschäft; Übungen simulieren den Ernstfall.
– Großübung „Wave Blue“ in Litauen mit vollständigem Durchspielen aller Übergabepunkte.

Aktueller Stand zivile–militärische Zusammenarbeit
– 90 % der Transporte im Grundbetrieb laufen über zivile Logistikunternehmen.
– Enge Zusammenarbeit mit Inhouse-Gesellschaften (HIL, BW Fuhrparkservice).
– Funktionierende Routinen im Schwerlasttransport und Tagesgeschäft.

Zentrale Herausforderungen & Ausbau-Bedarf
– Wertehaltende Lagerung: deutlich mehr Material, Notwendigkeit professioneller externer Lagerkapazitäten.
– Transportkapazitäten: Deutschland als logistische Drehscheibe benötigt massiven Kapazitätsausbau.
– Rast- und Sammelräume als neues Element (z. B. Vertrag mit Rheinmetall).
– Große Infrastrukturbedarfe in Deutschland (z. B. Häfen wie Bremerhaven).

Digitalisierung & Innovation
– SAP-basierte Steuerung, Umstieg auf S4/HANA geplant.
– Softwarelösungen wie JADET oder DART BW für Planung und Erkundung.
– Interesse an bodengebundenen, autonom fahrenden Logistikdrohnen.
– Smart Warehousing und Automatisierung gewinnen an Bedeutung; Beispiel: automatisiertes Ersatzteillager mit Hensoldt.

Chancen für die Wirtschaft / Zugang zur Bundeswehr
– Teilnahme an Foren: CPM-Forum, CPM LogNet, „Zukunftsorientierung Kooperation Logistik“.
– Neues Beschaffungs- und Planungsgesetz erleichtert Zugang, auch für kleinere Firmen.
– Startups besonders interessant in Bereichen wie Sensorik, Automatisierung, Drohnen.
– Wichtig: Leistungsfähigkeit, Verlässlichkeit, Sicherheitsbewusstsein (Cyber, hybride Bedrohungen).

Anforderungen an Dienstleister
– Robustheit, Ausfallsicherheit, Bewusstsein für Risiken (Cyberangriffe, hybride Bedrohungen).
– Transparenz und vertrauensvolle Zusammenarbeit – Leistungsversagen ist im Ernstfall nicht tolerierbar.

Hier geht es zum Podcast:

#267: Logistik und Militär: Die große Chance der Transformation der Bundeswehrlogistik – Die BVL: Das Logistik-Netzwerk für Fach- und Führungskräfte

Erstveröffentlichung auf der Internetseite der Bundesvereinigung Logistik (BVL), 04.12.2025, www.bvl.de

Titel: Logistik und Militär: Die große Chance der Transformation der Bundeswehrlogistik

Moderator: Boris Felgendreher

Bild: BVL

 

Neuer Wehrdienst für Deutschland beschlossen

Sinnstiftend, attraktiv, digital: Mit dem Neuen Wehrdienst reagiert Deutschland auf die veränderte sicherheitspolitische Lage und die Anforderungen an die Landes- und Bündnisverteidigung. Die Wiedereinführung der Wehrerfassung und der Wehrüberwachung sorgen für eine personell starke Reserve.

Neuer Wehrdienst – Regierung schafft rechtliche Grundlage

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat mit einer einfachgesetzlichen Änderung – das heißt ohne Änderung des Grundgesetzes – ein neues Wehrdienstmodell und die dafür dringend erforderlichen Strukturen und Kapazitäten geschaffen. Hierfür wurde in den Fachabteilungen des BMVg ein Gesetzentwurf erarbeitet, der nach der Ressortabstimmung und Verbändebeteiligung am 27. August 2025 im Kabinett für die Einleitung des parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens beschlossen wurde. Im Besonderen enthält der Gesetzentwurf zahlreiche Maßnahmen für einen attraktiven und sinnstiften Wehrdienst sowie die Wiederaufnahme von Wehrerfassung und Wehrüberwachung.

Pistorius Rede zum neuen Wehrdienst, ©picture alliance/Flashpic

Im Rahmen dieses Gesetzgebungsverfahrens erhielten die Fraktionen die Möglichkeit, Änderungen einzubringen, die in gemeinsamen Gesprächen erörtert wurden. Dies betont das demokratische Verständnis. Die Einigung auf Ebene der Regierungsfraktionen aus CDU/CSU und SPD markierte den nächsten Schritt im Gesetzgebungsverfahren. Der Bundestag hatte sodann am 5. Dezember 2025 über den Gesetzentwurf abgestimmt. Am 19. Dezember hatte das Gesetz zur Modernisierung des Wehrdienstes den Bundesrat passiert und soll nun zum 1. Januar 2026 in Kraft treten.

Modern, freiwillig und mit einer starken Reserve

Das Gesetz sieht vor, dass mit Einführung des Neuen Wehrdienstes zahlreiche attraktivitätssteigernde Maßnahmen vorgenommen werden. So tritt beispielsweise bereits ab einem Jahr Verpflichtungszeit anstelle des bislang „Freiwilligen Wehrdienstes als besonderes staatsbürgerliches Engagement“ der Status einer Soldatin beziehungsweise eines Soldaten auf Zeit, was zu besoldungs- und versorgungsrechtlichen Verbesserungen führt. Aber auch bei geringeren Verpflichtungszeiten erhalten die Soldatinnen und Soldaten bereits eine höhere Besoldung als bisher – vorgesehen sind mindestens 2.600 Euro Einstiegsgehalt. Mit dem Neuen Wehrdienst wird die Reserve gestärkt, weil jeder neue Wehrdienstleistende nach Ende der aktiven Dienstzeit in die Reserve beordert wird. Und während ihrer Dienstzeit stärken die neuen Wehrdienstleistenden aber auch die aktive Truppe, gerade im Bereich der Mannschaften. Der Neue Wehrdienst eröffnet die Möglichkeit, schon mit kurzen Verpflichtungszeiten ab sechs Monaten einen eigenen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands zu leisten.

Wie lange er oder sie Wehrdienst leisten möchte, kann jeder und jede für sich selbst entscheiden. Möglich sind als Freiwillig Wehrdienstleistender von sechs bis zu elf Monate als besonderes staatsbürgerliches Engagement, monatlich abgestuft, beziehungsweise als Soldatin oder Soldat auf Zeit ab zwölf Monaten. Bei entsprechender Eignung sind Verpflichtungszeiten als Soldatin oder Soldat auf Zeit bis zu 25 Jahren möglich. Je nach Bildungsgrad, Qualifizierung, Eignung oder Bedarf ist es unabhängig davon möglich, die Laufbahn zu wechseln und später sogar Berufssoldatin oder Berufssoldat zu werden. Das Gesetz sieht weiterhin vor, die Wehrerfassung zu modernisieren. Sie wird an das aktuelle Melderecht angepasst. Die Aufgabe der Wehrerfassungsbehörden geht von den Meldebehörden auf die Bundeswehrverwaltung über. Dies bedeutet eine Entlastung für die Meldebehörden der Länder.

Bereitschaftserklärung für Männer Pflicht

Im Zuge der Wehrerfassung wird es eine für Männer verpflichtende Befragung über deren Bereitschaft und Fähigkeit zur Ableistung des Wehrdienstes, die sogenannte Bereitschaftserklärung, geben. Alle jungen Menschen erhalten nach ihrem 18. Geburtstag einen Brief mit einem QR-Code zugesandt, der zu einem Onlinefragebogen führt. Junge Männer sind verpflichtet, den Fragebogen auszufüllen. Für Personen anderen Geschlechts ist die Beantwortung der Fragen freiwillig, da sie nicht der Wehrpflicht unterliegen.

In dem Fragebogen werden persönliche Daten, Verfügbarkeit, Bildungsabschlüsse und sonstige Qualifikationen sowie die Bereitschaft zu einer Wehrdienstleistung abgefragt. Nach dem Gesetz über den Neuen Wehrdienst werden die wehrpflichtigen Männer ab Geburtsjahr 2008 einer verpflichtenden Musterung unterzogen. Aufgrund der derzeit im Aufbau befindlichen Musterungskapazitäten werden die Musterungen schrittweise erfolgen und nach und nach auf den gesamten Jahrgang 2008 ausgeweitet. Bis dahin werden diejenigen, die sich bereit erklären Wehrdienst zu leisten, nach Auswertung des Fragebogens und wenn sie für den Dienst in den Streitkräften geeignet erscheinen, zu einem Assessment eingeladen.

Durch Assessment und Musterung wird festgestellt: Ist die Person geeignet und tauglich? Ist sie verfügbar? Wo könnte sie am sinnvollsten eingesetzt werden? Und passt sie zum Bedarf der Streitkräfte? Es ist zudem vorgesehen, dass eine erneute verpflichtende Befragung der Wehrpflichtigen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann. Dadurch werden die Angaben aktualisiert. Das alles geschieht mit der Absicht, ein besseres Lagebild über Eignung und Qualifikation der Wehrpflichtigen zu erhalten.

Neue Bedrohungslage – Neuer Wehrdienst

Angesichts der massiv verschärften Bedrohungslage in Europa infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine richtet sich die Bundeswehr noch konsequenter auf die Landes- und Bündnisverteidigung aus und schafft dafür die erforderlichen Strukturen. Der Neue Wehrdienst stellt ein zentrales Element dieser Entwicklung dar.

Reserve und „Bedarfswehrpflicht“

Bereits in Friedenszeiten muss die Bundeswehr dafür sorgen, dass sie im Ernstfall schnell wachsen kann. Dafür muss sie unbedingt wissen, wen sie heranziehen kann und wie geeignet der- oder diejenige ist. Auf der Grundlage des Gesetzes wird es der Bundeswehr ermöglicht, effektiver und zielgerichtet das Potenzial der zur Verfügung stehenden jungen Menschen sowie der künftigen Reservistinnen und Reservisten zu erfassen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, bei einer möglichen Reaktivierung der verpflichtenden Einberufung unmittelbar auf einen belastbaren Datenbestand und bestehende administrative Strukturen zurückgreifen zu können. Die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte soll dadurch deutlich verbessert werden.

Der Neue Wehrdienst wird ein freiwilliger Dienst sein. Vorgesehen ist aber, einen Korridor der Aufwuchszahlen für aktive Soldatinnen und Soldaten sowie nicht aktive Reservistinnen und Reservisten der Bundeswehr bis 2035 gesetzlich festzuhalten. Dabei geht es also um den gesamten Personalstand der Bundeswehr. Diese aktuellen Zahlen müssen halbjährlich dem Bundestag berichtet werden. Wird dieser Aufwuchskorridor angesichts der gesetzten Zielvorgaben nicht eingehalten, werden Regierung und Parlament im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens festlegen, welche Maßnahmen zum Erreichen dieser Ziele ergriffen werden müssen. Dass können zum Beispiel über den Fragebogen hinausgehende verpflichtende Elemente sein. Einen Automatismus für verpflichtende Elemente, oder – wie diskutiert – für ein Losverfahren ist im aktuellen Gesetz nicht enthalten.

Fragen und Antworten zum neuen Wehrdienst finden Sie über folgenden Link:

https://www.bmvg.de/de/neuer-wehrdienst#section-5987018

Erstveröffentlichung auf der Internetseite des Bundesministeriums der Verteidigung, 05.12.2025, www.bmvg.de

Titel: Neuer Wehrdienst für Deutschland beschlossen

 

Personalveränderungen in militärischen und zivilen Spitzenpositionen – Oktober 2025

Ruhestand:

General Christian Badia, zuletzt Deputy Supreme Allied Commander Transformation im Headquarters Supreme Allied Command Transformation Norfolk/USA, wurde in den Ruhestand versetzt.

Vizeadmiral Frank Lenski, zuletzt Stellvertretender Inspekteur der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte im Marinekommando in Rostock, wurde in den Ruhestand versetzt.

Generalmajor Thorsten Puschmann, zuletzt Vizepräsident Bundesamt für Ausrüstung Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz, wurde in den Ruhestand versetzt.

Generalmajor Hartmut Renk, zuletzt tätig im Kommando Heer in Strausberg, wurde in den Ruhestand versetzt.

Generalmajor Frank Schlösser, zuletzt Kommandeur Einsatzkräfte und Militärisches Nachrichtenwesen im Kommando Cyber- und Informationsraum in Bonn, wurde in den Ruhestand versetzt.

Generalstabsarzt Dr. Stephan Schmidt, zuletzt Kommandeur Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung in Weißenfels, wurde in den Ruhestand versetzt.

Brigadegeneral Heiko Krogmann, zuletzt Chef des Stabes und Stellvertreter Amtschef im Amt für Heeresentwicklung in Köln, wurde in den Ruhestand versetzt.

Brigadegeneral Ralf Lungershausen, zuletzt Stellvertretender Kommandeur Logistikkommando der Bundeswehr in Erfurt, wurde in den Ruhestand versetzt.

Flottillenadmiral Helge Risch, zuletzt Abteilungsleiter Personal/Ausbildung/Organisation im Marinekommando in Rostock, wurde in den Ruhestand versetzt.

Brigadegeneral Friedhelm Tränapp, zuletzt Abteilungsleiter 3 Personal/Organisation/SASPFStandard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien/Ausbildung im Kommando Luftwaffe in Köln, wurde in den Ruhestand versetzt.

Personalmaßnahmen in militärischen Spitzenpositionen:

Bundesministerium der Verteidigung:

Generalleutnant Gunter Schneider, zuletzt Abteilungsleiter MEOMedium Earth Orbit im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Hauptabteilungsleiter SK im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Generalleutnant Michael Vetter, zuletzt Abteilungsleiter Cyber- und Informationstechnik im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Abteilungsleiter IC im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Konteradmiral Tobias Abry, zuletzt Chef des Stabes im Marinekommando in Rostock, wird nun als Stellvertreter des Hauptabteilungsleiters Streitkräfte im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Generalmajor Wolfgang Ohl, zuletzt Stellvertreter des Abteilungsleiters MEOMedium Earth Orbit im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Stellvertreter des Hauptabteilungsleiters SK im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Konteradmiral Axel Schulz, zuletzt Stellvertreter der Abteilungsleiterin P im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, wird nun als Stellvertreter des Hauptabteilungsleiters Aufwuchs im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn eingesetzt.

Flottillenadmiral Christian Bock, zuletzt Unterabteilungsleiter MEOMedium Earth Orbit II im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Unterabteilungsleiter SK I im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Brigadegeneral Robert Wilhelm, zuletzt Unterabteilungsleiter EBU II im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, wird nun als Unterabteilungsleiter SK II im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn eingesetzt.

Generalarzt Dr. Jörg Ahrens, zuletzt Unterabteilungsleiter EBU III im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Unterabteilungsleiter SK III im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Brigadegeneral Oliver Prost, zuletzt Unterabteilungsleiter Medium Earth Orbit I im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Unterabteilungsleiter SK IV im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Brigadegeneral Jürgen Schrödl, zuletzt Unterabteilungsleiter MEOMedium Earth Orbit III im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Unterabteilungsleiter SK V im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Brigadegeneral Dr. Volker Pötzsch, zuletzt Unterabteilungsleiter Cyber- und Informationstechnik I im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Leiter der ministeriellen Steuergruppe „Aufbau Innovation“ innerhalb der Abteilung IC im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

 

Heer:

Generalleutnant Dr. Christian Freuding, zuletzt Leiter Planungs- und Führungsstab im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Inspekteur des Heeres im Kommando Heer in Strausberg eingesetzt.

Generalleutnant Heico Hübner, zuletzt Kommandeur 1. Panzerdivision in Oldenburg, wird nun als Stellvertretender Inspekteur des Heeres und Kommandeur Militärische Grundorganisation im Kommando Heer in Strausberg eingesetzt.

Brigadegeneral Christian Hubert Friedl, zuletzt eingesetzt als Kommandeur Deutsch-Französische Brigade in Müllheim im Markgräflerland, wird nun als Kommandeur Pionierschule in Ingolstadt eingesetzt.

Brigadegeneral Wolfgang Jordan, zuletzt Abteilungsleiter Planung und internationale Zusammenarbeit im Kommando Heer in Strausberg, wird nun als Chef des Stabes und Stellvertreter Amtschef im Amt für Heeresentwicklung in Köln eingesetzt.

Brigadegeneral Alexander Krone, zuletzt Kommandeur Kommando Spezialkräfte in Calw, wird nun als Kommandeur 1. Panzerdivision in Oldenburg eingesetzt.

Brigadegeneral Andreas Kühne, zuletzt Unterabteilungsleiter EBU I im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Kommandeur Kommando Spezialkräfte in Calw eingesetzt.

Oberst Stephan Behrenz, zuletzt Leiter Arbeitsbereich III im Planungs- und Führungsstab im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Kommandeur Panzerlehrbrigade 9 in Munster eingesetzt.

 

Luftwaffe:

Oberst i.G. Marco Klimpel, zuletzt Teilnehmer am Global Strategy Programme des Royal College of Defence Studies in London/ENG, wird nun als Abteilungsleiter 3 Personal/Organisation/SASPFStandard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien/Ausbildung im Kommando Luftwaffe in Köln eingesetzt.

 

Marine:

Vizeadmiral Axel Deertz, zuletzt Stellvertretender Abteilungsleiter EBU im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Stellvertretender Inspekteur der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte im Marinekommando in Rostock eingesetzt.

Flottillenadmiral Richard Kesten, zuletzt Commander Task Group Maritime Task Force United Nations Interim Foce in Lebanon (UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon) in Naqura/LIB, wird nun als Chef des Stabes im Marinekommando in Rostock eingesetzt.

Kapitän zur See Christoph Ciliax, zuletzt Referatsleiter Plg I 6 im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, wird nun als Assistant Chief of Staff Support im Marinekommando in Rostock eingesetzt.

 

Cyber- und Informationssicherheit:

Generalmajor Lutz Kuhn, zuletzt Kommandeur Panzerlehrbrigade 9 in Munster, wird nun als Kommandeur Einsatzkräfte und Militärisches Nachrichtenwesen im Kommando Cyber- und Informationsraum in Bonn eingesetzt.

 

Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung:

Brigadegeneral Dr. Frank Utzerath, zuletzt Beauftragter Zeitenwende im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Vizepräsident Bundesamt für Ausrüstung Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz eingesetzt.

 

NATO/EU/VN:

Brigadegeneral Gunnar Brügner, zuletzt in der Ausbildung zum Militärattaché, wird nun als Militärattaché in Washington/USA eingesetzt.

 

Personalmaßnahmen in zivilen Spitzenpositionen:

Bundesministerium der Verteidigung

Ministerialdirigentin Anke Domuradt, bisher Unterabteilungsleiterin Recht und Organisation I im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird als Abteilungsleiterin Recht im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Ministerialdirigent Stefan Sohm, bisher Unterabteilungsleiter Recht und Organisation III im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird als Stellvertreter der Abteilungsleiterin Recht im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Quelle:

Bundesministerium der Verteidigung
Autor: Presse- und Informationszentrum Personal