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Neue Ausgabe: „Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung“ 2/2026

Skagerrak im Video: Die neue Ausgabe der „Militärgeschichte“ enthält erstmals eine animierte Karte, die den Beitrag zur Schlacht vor dem Skagerrak begleitet. Zudem geht es um den US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, die Geschichte der Reichsarmee und die Schlacht bei Ridgeway. Ein weiterer Beitrag fängt die letzten Tage der DDR in Skizzen ein.

Skagerrakschlacht

Vor 110 Jahren fand eine der berühmtesten Schlachten der Marinegeschichte statt. 250 Kriegsschiffe der Royal Navy und der Kaiserlichen Marine trafen am 31. Mai 1916 in der Schlacht vor dem Skagerrak aufeinander. Während die Armeen bereits seit Beginn des Ersten Weltkrieges intensive Gefechte geführt hatten, hatten die Marinen bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht die in sie gesetzten hohen Erwartungen als potenziell kriegsentscheidende High-Tech-Waffe erfüllt. Dieser Tatsache wollte der damalige Chef der Hochseeflotte, Vizeadmiral Reinhard Scheer, entgegenwirken und führte die Kaiserliche Marine in eine Seeschlacht, die zwar zu den größten der Geschichte zählt, aber am Ende ohne wirklichen Sieger blieb, wie Christian Jentzsch aufzeigt.

Bei den Gefechten im Skagerrak kam zweimal das klassische Marinemanöver „Crossing the T“ zum Einsatz, das es einem der Widersacher ermöglichte, die volle Breitseite der Bordartillerie gegen die feindlichen Schiffe einzusetzen. Wer sich schon immer gefragt hat, wie dieses Manöver konkret abläuft, erhält in unserem aktuellen Video und begleitend zum Beitrag einen detaillierten Einblick in den Gefechtsverlauf als animierte Karte.

250 Jahre Unabhängigkeit der USA

Am 4. Juli 1776 verfügten die USA mit der Declaration of Independence ihre Unabhängigkeit. Die damals 13 nordamerikanischen Kolonien sagten sich von Großbritannien los. Dabei war der bereits seit 1775 andauernde Unabhängigkeitskrieg Teil eines größeren Kriegskomplexes, wie Volker Depkat in seinem Beitrag schildert. Den Unabhängigkeitskrieg prägte dabei vor allem die internationale Dimension – an ihm waren am Ende vier Nationen beteiligt und er wurde mit regulären Armeen und europäischer Strategie und Taktik geführt. Die USA gelten seither als die älteste konstitutionelle Demokratie der modernen Welt.

Schlacht von Ridgeway

Auch andere Nationen strebten nach Freiheit und Unabhängigkeit. Knapp hundert Jahre nach dem Amerikanischen Revolutionskrieg folgte eine weitere Schlacht auf amerikanischem Boden, die als erste Schlacht der kanadischen Militärgeschichte gilt: die Schlacht bei Ridgeway. Am 2. Juni 1866 wollten Mitglieder der Fenian Brotherhood Teile der britischen Kolonien in Kanada erobern, um diese gegen die Freiheit Irlands zu „tauschen“, das zu dieser Zeit Teil des Vereinigten Königreichs war, aber ebenfalls eher den Status einer Kolonie hatte. Wie erfolgreich sie bei diesem Unterfangen waren und welche Bedeutung die Schlacht wiederum für die kanadischen Streitkräfte hatte, beleuchtet Björn Mielbrandt in unserer Rubrik „Militärgeschichte im Bild“.

Militär in Skizzen

1989/90 waren die letzten Tage der DDR bereits gezählt. Doch die offizielle Propagandamaschinerie der Sowjetunion lief zunächst noch weiter. Hier wurde in der Regel ein positives Bild des sowjetischen Militärs als „Sieger des Weltkrieges“ gezeichnet. Der Beitrag von Michael Paterson (Skizzen) und Klaus Storkmann (Text) zeigt indes auf, dass die Realität oftmals von diesen Darstellungen abwich. Der Brite Paterson reiste in den letzten Monaten ihres Bestehens durch die DDR und durch Ost-Berlin und hielt seine Eindrücke in Skizzen fest, die erstmals in der aktuellen Ausgabe der ZMG veröffentlicht werden. Sie machen ein Stück Alltags-Militärgeschichte der DDR sichtbar. Begleitet werden die Zeichnungen durch Einordnungen von Klaus Storkmann, der die Skizzen fachlich in ihren zeitgenössischen Kontext einbettet.

Die Reichsarmee

Zwischen 962 und 1806, also über 800 Jahre lang, existierte das Heilige Römische Reich (Deutscher Nation). Etwa die Hälfte dieser Zeit verfügte dieses auch über eine Armee, die Reichsarmee, die sich an zahlreichen Kriegen beteiligte. Zu den bedeutendsten Einsätzen gehören der Pfälzische Erbfolgekrieg (1688-1697), der Spanische Erbfolgekrieg (1701-1714) und der Siebenjährige Krieg (1756-1763). Doch als wie schlagkräftig erwies sich die Kontingentarmee, die auf einer losen föderalen Ordnung basierte, in den dortigen Gefechten? Robert Riemer beleuchtet in seinem Beitrag genauer, ob es sich bei der Reichsarmee um eine ernstzunehmende Streitmacht oder, wie oftmals konstatiert, doch eher um einen Papiertiger handelte.

Die Ausgabe finden Sie kostenlos zum Download auf unserer Website.

Quelle: Pressestelle ZMSBw/Bildrechte: SKA/IMZBw

Im September 2025 und Dezember 2025 sowie Januar 2026 wurden folgende Personalmaßnahmen in Spitzenstellen wirksam:

Ruhestand

Brigadegeneral Kay Brinkmann, zuletzt Chef des Stabes EUROCORPS in Straßburg Cedex/FRA, wurde in den Ruhestand versetzt.

Generalleutnant Alfons Mais, zuletzt Inspekteur des Heeres im Heereskommando in Strausberg, wurde in den Ruhestand versetzt.

Brigadegeneral Michael Volkmer, zuletzt Abteilungsleiter Informationstechnik im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz, wurde in den Ruhestand versetzt.

Brigadegeneral Peter Webert, zuletzt Kommandeur Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr und Leiter Geoinformationsdienst der Bundeswehr im Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr in Euskirchen, wurde in den Ruhestand versetzt.

Nachmeldung

Generalmajor Wilhelm Grün, zuletzt Deputy Chief of Staff Support im Joint Force Command in Neapel/ITA, wurde in den Ruhestand versetzt.

Personalmaßnahmen in militärischen Spitzenstellen

Bundesministerium der Verteidigung
Oberst i.G. Jonas Uhrlau, zuletzt Referatsleiter Streitkräfteangelegenheiten im Büro des Generalinspekteurs der Bundeswehr im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Leiter Gesamtkonzeption und Planung militärische Verteidigung im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Kommando Heer

Generalmajor Maik Keller, zuletzt Deputy Commander NATO Security Assistance and Training for Ukraine (NSATU) im Headquarter NSATU in Wiesbaden, wird nun als Chef des Stabes im Kommando Heer in Strausberg eingesetzt.

NATO und EU

Generalmajor Ulf Häussler, zuletzt Director Operations and Plannings im Internationalen Militärstab der NATO in Brüssel/BEL, wird nun als Deputy Commander NATO Security Assistance and Training for Ukraine (NSATU) im Headquarter NSATU in Wiesbaden eingesetzt.

Brigadegeneral Oliver Prost, zuletzt Unterabteilungsleiter MEO I im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, ist nun, im Streitkräfteamt in Bonn eingesetzt.

Zentrum für Geoinformationsdienst der Bundeswehr

Flottillenadmiral Dr. Sabine Reppin, zuletzt Referatsleiterin IC III 7 im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Kommandeurin Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr und Leiterin Geoinformationsdienst der Bundeswehr im Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr in Euskirchen eingesetzt.

Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung

Flottillenadmiral Christian Bock, zuletzt Unterabteilungsleiter SK I im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Leiter Innovationszentrum der Bundeswehr in Erding eingesetzt.

Oberst i.G. Michael Jäger, zuletzt Referatsleiter IC II 6 im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Abteilungsleiter Informationstechnik im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz eingesetzt.

Personalmaßnahmen in zivilen Spitzenstellen

Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

Direktor beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) Dr. Eric Danners, bisher Abteilungsleiter VII des BAPersBw in Düsseldorf, wird als Abteilungsleiter V des BAPersBw in Sankt Augustin eingesetzt.

 

Quelle:

Bundesministerium der Verteidigung
Autor: Presse- und Informationszentrum Personal

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Ihr direkter Ansprechpartner für Wehrtechnik:
Herr Matthias Vogel
Geschäftsführung
m.vogel@vogel-gruppe.de

NATO-Annahmen über sowjetische Angriffsplanungen im Norden Skandinaviens

Im Jahr 1968 herrschte zwischen NATO und Warschauer Pakt der Kalte Krieg. Der sowjetischen Aufklärung war nicht verborgen geblieben, dass die Flugplätze in Nordnorwegen eine viel größere Kapazität hatten, als für die Luftwaffe des Landes erforderlich war.

Um die Basen ihrer Atom-U-Boote im Murmansk-Fjord und die Flugplätze der strategischen Bomber auf der Kola-Halbinsel vor Luftangriffen der NATO zu schützen, würde daher die Sowjetunion zu Beginn eines Krieges oder präemptiv versuchen, die norwegische Atlantikküste und die norwegischen Flugplätze in eigene Hände zu bekommen. Die realen damaligen sowjetischen Planungen kennen wir auch heute nicht. Aber wir haben heute Zugang zu den nach Ende des (ersten) Ost-West-Konflikts veröffentlichten Feindlagebeurteilungen der NATO darüber. Die hier abgebildete Karte zeigt die Annahme des Allied Command Europe Mobile Force Anfang 1968.

Die Allied Mobile Force (AMF) war ein 1960 in Dienst gestellter multinationaler mobiler Eingreifverband der NATO. Dessen Analysten entwarfen auf einer Karte mögliche Angriffsoptionen der Sowjets auf Nordnorwegen, in Varianten mit und ohne dabei Gebiete der neutralen Staaten Finnland und Schweden zu besetzen.

Der angenommene Vormarsch der Sowjets

Die Karte zeigt zu Lande vier angenommene Vormärsche der Sowjets durch zwei Divisionen. Eine sowjetische Mot. Schützendivision (MSD) ist zu diesem Zeitpunkt ungefähr 14.500 Mann stark. Der von der 341. MSD auszuführende Hauptstoß im Süden (A) zielte über das finnische Rovaniemi und das schwedische Kiruna auf den norwegischen Hafen Narvik und sollte damit den Raum nördlich davon abschneiden. Den wiederum sollten weitere Angriffe (B, C und D) dieser Division und der 45. MSD fächerartig besetzen. Die Optionen B, C und D hätten ohne Verletzung der Neutralität Schwedens realisiert werden können, D auch ohne Finnlands Gebiet zu queren. Das Besetzen dieses weiten Raumes war keine einfache Aufgabe, denn abgesehen von der gut ausgebauten Straße zwischen Kiruna und Narvik und der an der Grenze bei Kirkenes beginnenden Europastraße E6 hemmte die von Seen und deren Zuflüssen geprägte Landschaft die Bewegungsmöglichkeiten der Angreifer, wie die Wehrmacht schon 1941 bis 1944 hatte erfahren müssen. Aufgrund der brettflachen Landschaft in der Finnmark und Lappland war Luftherrschaft eine zwingende Voraussetzung für die sowjetischen Angriffsbewegungen. Luft- und Seeanlandungen sollten die genannten Angriffsziele schon in den ersten Stunden des Krieges nehmen – und bis zum Eintreffen der Hauptkräfte zu Lande halten. Sollten Luftlandungen auf norwegischen und ggf. auch schwedischen Flugplätze nicht erfolgreich sein, hatten die Sowjets deren Verminung aus der Luft vorgesehen.

Angriffsszenarien in Nordnorwegen, 1968, ©Bundeswehr/Daniela Heinecke

Amerikanische Analyse aus den 1980ern

Eine weitere, amerikanische Analyse aus den früheren 1980er Jahren ähnelt grundsätzlich der aus dem Jahr 1968, zeigt aber Änderungen in Details, auch in den weiterhin angenommenen vier taktischen Angriffskeilen der Sowjets: Der nördlichste Vormarsch war über die Europastraße E6 von der Grenze bei Kirkenes bis Lakselv und bis zu dem nahen großen Flugplatz Banak geplant. Die südlich anschließende Vormarschachse verlief durch Finnisch-Lappland über Inari zur norwegischen Stadt Karasjok. Der dritte Angriffskeil sollte über das finnische Sodankylä und das norwegische Skibotn-Tal Tromsø erreichen. Der südlichste taktische Stoß sollte wie 1968 angenommen über Kemijärvi, Rovaniemi und Kiruna auf Narvik zielen. Die von amerikanischen Analysten befürchtete Überquerung des im Winter zugefrorenen Bottnischen Meerbusens durch sowjetische Panzerkolonnen verwiesen die mit dem Gelände und den Wetterbedingungen vertrauten Skandinavier ins Reich der Fantasie.

„Gibraltar des Nordens“

Die Eroberung der Hauptstädte Finnlands, Schwedens und Norwegens waren laut amerikanischer Bewertung Anfang der 1980er Jahre nicht Ziel der Angriffe. Wichtiger waren die Åland-Inseln. Das „Gibraltar des Nordens“ hätte den Sowjets als ideales Sprungbrett zur Landung an der schwedischen Küste gedient. Das neutrale Schweden sahen sowjetische Operationsplaner nicht nur als Durchmarschgebiet, sondernmaßen vor allem dessen Luftwaffe eine hohe Schlagkraft bei, die es auszuschalten galt. NATO-Analysten nahmen daher an, dass noch vor der eigentlichen sowjetischen Offensive so genannte Speznaz-Teams mit U-Booten an Schwedens Küste angelandet werden, die nicht nur die Flugplätze angreifen, sondern den Überraschungseffekt nutzend Piloten in ihren Wohnungen töten sollten.

Erstveröffentlichung im Intranet der Bundeswehr (YNSIDE), 10.03.2026

Autor: Oberstleutnant Dr. Klaus Storkmann, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Scipio Appia – Logistisches Lagebild und Entscheidungsunterstützung

Scipio Appia ist eine digitale Mittelschicht zwischen ERP, NATO-Systemen und Gefechtsfeld, die logistische Ebenen 1 und 2 in ein durchgängiges Lagebild integriert.

Die Fähigkeit moderner Streitkräfte, Operationen erfolgreich durchzuführen, hängt unmittelbar von der Leistungsfähigkeit ihrer Logistik ab. Im Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung
entscheidet nicht allein die Verfügbarkeit von Waffensystemen über die Einsatzbereitschaft, sondern vor allem die Fähigkeit, Munition, Ersatzteile, Treibstoff und Instandsetzung rechtzeitig
zur kämpfenden Truppe zu bringen.

Das logistische System der Bundeswehr bildet hierfür den strukturellen Rahmen. Während auf strategischer Ebene zentrale, nationale IT Systeme wie SASPF oder NATO-Systeme wie LOGFAS die Planung und Verwaltung logistischer Ressourcen unterstützen, entsteht auf den taktischen Ebenen der Logistik, insbesondere logistische Ebenen (LogE) 1 und 2, eine strukturelle Fähigkeitslücke.

Die LogE 1 und 2 sind geprägt durch hohe Dynamik, kurze Entscheidungszyklen und häufig wechselnde Organisationsstrukturen der (Groß-) Verbände im Einsatz. In Verbänden, etwa auf
Brigade- oder Bataillonsebene, müssen logistische Bedarfe, verfügbare Bestände und Transportkapazitäten kontinuierlich abgestimmt werden. Gleichzeitig bleiben die eingesetzten
IT-Systeme primär auf strategische Prozesse ausgelegt und sind für die operative Realität auf Gefechtsfeldebene nicht geeignet.

Das Resultat ist ein fragmentiertes Lagebild. Informationen über Bedarfe, Bestände oder Transportbewegungen werden über heterogene Kanäle wie Funk, Excel Tabellen, Sitaware Chat oder mündliche Abstimmung kommuniziert. Ein durchgängiges logistisches Lagebild (RLP) über alle Ebenen hinweg existiert nicht. In der Folge muss händisch und über Drehstuhl-Schnittstellen Information zusammengeführt und ausgewertet werden. Dadurch geht wertvolle Zeit verloren und der Prozess ist nur bedingt bis nicht kriegstauglich.

Recognized Logistic Picture (RLP): Das RLP zeigt die Einsatzbereitschaft eigener Einheiten (I, III, V, PAX) sowie laufende (grün) und vorgeschlagene (rot) Nachschubmissionen an, ©Scipio

Logistische Kräfte sind heute selbst Teil des Gefechtsfelds und müssen ihre Operationen schneller, verteilter und resilienter durchführen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die digitale Unterstützung logistischer Prozesse entscheidend an Bedeutung. Hier setzt Scipio Appia an. Appia ist ein logistisches Entscheidungs- und Führungssystem für die LogE 1 und 2 mit der
Brigade als Endnutzer im Schwerpunkt. Sie wurde speziell für den Zweck entwickelt, die bestehende Fähigkeitslücke zwischen SASPF, LOGFAS auf strategischer Ebene und der operativen Realität auf Brigadeebene komplementär zu schließen.

Technisch fungiert Appia als digitale Integrations- und Abstraktionsschicht zwischen bestehenden Systemen. Daten aus ERP-Systemen (bspw. SASPF), LOGFAS oder C2/C4I können über Schnittstellen bi-direktional integriert und in einem RLP zusammengeführt werden. Das System ermöglicht dadurch erstmals eine kontinuierliche, taktisch nutzbare Darstellung logistischer Informationen: Bedarfe von Einheiten, verfügbare Bestände, Prioritäten, Transportmittel und Versorgungskorridore & -routen können in Echtzeit zusammengeführt und für Planungs- und Führungsentscheidungen genutzt werden.

Appia ist spezifisch für die Anforderungen der Umgebung LogE 1 und 2 entwickelt. Das System kann auf einem Feldserver im Brigadegefechtsstand gehostet und via gehärtete Tablets/Laptops
bedient werden. Dabei sind die Funktionen unabhängig der Netzverbindung nutzbar, damit die Brigade offline in “congested” als auch “contested” Umgebungen handlungsfähig ist.

Mithilfe von KI ermöglicht Appia eine dynamische Planung und Steuerung von Nachschubbewegungen sowie die Optimierung logistischer Transportketten zwischen Depots, Versorgungspunkten im Einsatzgebiet und den versorgten Truppenteilen. Dadurch können Versorgungszeiten verkürzt, Transportkapazitäten effizienter eingesetzt und logistische Entscheidungen frühzeitig in den militärischen Führungsprozess eingebunden werden.

Appia ist seit Beginn der Entwicklung als multinationale, interoperable Plattform konzipiert. In multinationalen Operationen können unterschiedliche nationale Appia-Instanzen über eine
gemeinsame Daten- und Entscheidungsstruktur miteinander verbunden werden. Damit unterstützt Appia nicht nur nationale logistische Prozesse, sondern auch die Interoperabilität innerhalb von NATO-Verbänden, komplementär zu LOGFAS.

Im Kontext der digitalen Transformation der Streitkräfte und der zunehmenden Vernetzung militärischer Systeme stellt Appia somit einen neuen Ansatz für logistische Führung dar: ein durchgängiges Recognized Logistics Picture, das strategische Planungssysteme mit der operativen Realität des Gefechtsfelds verbindet.

Damit adressiert Appia eine zentrale Voraussetzung moderner Operationsführung: die Fähigkeit, logistische Informationen effizient, verlässlich und entscheidungsrelevant verfügbar zu machen und damit die Einsatzbereitschaft der Truppe zu erhöhen.

Scipio Networks GmbH | Julie-Wolfthorn-Straße 1 | 10115 Berlin

Autor: Tim Birkhofer

Veranstaltung BVL: Forum Ersatzteillogistik 22. – 23. Juni 2026

Forum Ersatzteillogistik 2026

Das Forum Ersatzteillogistik (FEL) 2026 ist der zentrale Treffpunkt für Fach- und Führungskräfte, die das Ersatzteilmanagement zukunftsfähig gestalten wollen. Am 22. und 23. Juni 2026 bringt die Veranstaltung im PARKS in Nürnberg Expertinnen und Experten aus Industrie, Handel und Dienstleistung zusammen und fördert den branchenübergreifenden Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe. Hochkarätige Fachvorträge zu vielfältig relevanten Themen, praxisnahe Einblicke und engagierte Diskussionen beleuchten aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze entlang der Ersatzteillogistik. Begleitend dazu bietet die Fachausstellung Raum für persönliche Gespräche mit kompetenten Ansprechpartnern und neue Impulse für die Umsetzung innovativer Ideen. Bereits am Vorabend lädt ein Networking-Abend im PARKS im Nürnberger Stadtpark zum Austausch in entspannter Atmosphäre ein.

Details zum Programm, zu Speakern und zu den Schwerpunktthemen folgen zeitnah. Hier gibt es alle weiteren Informationen – von der Anfahrtsskizze bis zur Teilnahmeoption: https://www.bvl.de/fel

Impressionen vom Forum Ersatzteillogistik 2025