Blauer Bund Sattelzugmaschine 70 Tonnen im Profil

Technisch-logistische Einsatzprüfung (TLEP) an Sattelzugmaschine 2 70 t TRUM

Im Zeitraum vom 13.07.2020 bis 20.08.2020 wurde durch den Bereich Technik/Logistik Dezernat U die TLEP am neuen Schwerlasttransporter (SLT) der Bundeswehr durchgeführt. Die neue Sattelzugmaschine 2 70 t TRUM (Teilregeneration ungeschützte Mobilität) bekommt den Spitznamen „Elefant II“ und ist Nachfolger der alten „Franziska/Elefant I“.

Die neuen Fahrzeuge ergänzen die bereits eingeführte geschützte Version „Mammut“. In diesem Jahr laufen 32 Sattelzugmaschinen und in den nächsten beiden Jahren jeweils weitere 25 Fahrzeuge der Truppe zu. Die ungeschützte Sattelzugmaschine ist baugleich bis auf das geschützte Fahrerhaus. Die jetzige TLEP diente als ergänzende Untersuchung, zu der TLEP am Mammut im Jahr 2015, für noch nicht erprobte Instandhaltungsarbeiten. Hierbei lag der Schwerpunkt auf der Erprobung des Hauptbaugruppentauschs von Fahrerhaus, Motor, Getriebe und Doppelseilwindenanlage.

Ausgebautes Triebwerk zur Vorbereitung der Arbeit „Trennen Motor und Getriebe“

Ziel der Erprobung war es, diese Instandhaltungsarbeiten in das logistische System der Bundeswehr einzuordnen, die Arbeitsplatzbelegungszeiten zu ermitteln und die Arbeitsschritte zur Erstellung der IETD festzulegen.

ERGEBNIS

Das „Abnehmen Fahrerhaus“ und ein Umbau auf ein geschütztes Fahrerhaus ist in acht Stunden in der IHS 3 auch in einer Feldinstandsetzung möglich. Motor- und Getriebewechsel sind äußert komplex und stellen hohe Anforderungen an das Instandhaltungspersonal.

Seitenansicht SaZgM 2 70t TRUM Triebwerk ausgebaut

Der Ausbau Motor und Getriebe erfolgt immer zusammen aus dem Chassis nach oben und benötigt 12 Stunden Arbeitsplatzbelegungszeit. Das Trennen des Motors vom Getriebe sowie erforderliche Umbauarbeiten an der neuen Baugruppe benötigt drei Stunden. Das Zusammenbauen benötigt weitere 15 Stunden, so dass für den Hauptbaugruppentausch Motor oder Getriebe 30 Stunden Arbeitsplatzbelegungszeit anzusetzen sind. Damit ist diese Instandhaltungstätigkeit grenzwertig zur IHS 4, aber dennoch für eine militärische Instandhaltung zwingend erforderlich. Im Gegensatz dazu lassen sich die beiden Seilwinden einzeln nacheinander in acht Stunden pro Winde austauschen. Ein weiteres wesentliches Ergebnis war die Feststellung, dass für die Instandhaltung der neuen Sattelzugmaschine die beiden eingeführten Sonderwerkzeugsätze für die UTF mil 5 t – 15 t und des Mammuts ausreichend sind und kein neuer eigenständiger Sonderwerkzeugsatz erforderlich ist. Als Gesamtergebnis bleibt festzuhalten, dass der neue SLT „Elefant II“ insgesamt gesehen gut instandhaltbar ist und daher konnte in der TLEP erfreulicherweise der Eignungsgrad „geeignet“ vergeben werden.

Das Erprobungsteam AusbZTLS von links nach rechts: OSF Noß, OSG Esser, Hptm Thönnissen, HF Oertel, OSG Marx

Text: Stabshauptmann Thönnissen

Bilder: Herr Seemann, Firma Sorg

Teile des Bundesvorstandes des bB

„Blauer Bund e.V.“ stellt hochkarätige Informationsveranstaltung auf die Beine!

Ein Stimmungsbild von Herrn Oberstleutnant Roman Schlosser, Redakteur im blauer Bund e.V.

Der Verein veranstaltete am 07. und 08. November 2019 die Mitgliederversammlung und eine zentrale Informationsveranstaltung für Logistikfachleute innerhalb und außerhalb der Bundeswehr sowie interessierte Gäste in der Donnerberg-Kaserne in ESCHWEILER.

Die rund 200 Besucher setzten sich aus Mitgliedern aller Teilstreitkräfte (TSK)/Organisationsbereiche (OrgBer), aus allen Dienstgradgruppen sowie zahlreiche zivilen Logistikern, Rüstungsfachleuten, Wehrtechnikern, Firmenvertretern und weiteren Gästen zusammen. Bemerkenswert ist die hohe Anzahl an (Noch-)Nichtmitgliedern, die das Weiterbildungsangebot dankbar angenommen hatten. Am Ausbildungszentrum Technik Landsysteme (AusbZTLS) in der Donnerberg-Kaserne konnte der Präsident, GenMaj Volker Thomas, zur jährlichen Mitgliederversammlung und Informationsveranstaltung begrüßen. Zwei Tage lang trugen hochrangige Entscheidungsträger aus militärischer Führung der Streitkräfte und TSK/OrgBer, zivilen Bundesbehörden, Logistik und Rüstung, aber auch aus dem militärischen Anteilen von NATO/EU und den Ausbildungseinrichtungen zu aktuellen, zukunftsweisenden Themen vor.

Zuvor jedoch wurde in der Mitgliederversammlung die Bilanz des vergangenen Jahres gezogen und über Neuerungen informiert.

Der Präsident des bB, GenMaj Thomas, bei der Begrüßung

Mitgliederversammlung: Informationsmedien und Netzwerk machen den „blauer Bund e.V.“ (bB) interessant.

Der Präsident blickte auf eine positive Entwicklung zurück und freut sich über den erneuten Anstieg der Mitglieder auf nun über 1.150. Vor allem der Zuwachs an „jungen“ Mitgliedern sei sehr willkommen und es gelte diesen künftig auszubauen und „die Jungen“ im Verein einzubinden. Das gebotene Netzwerk sei in dieser Gemeinschaft ein wertvolles Gut, das viele Vorteile im täglichen Berufsleben biete und den bB attraktiv mache. Weiter ging GenMaj Thomas auf den sehr gelungenen neuen Web-Auftritt des bB ein. Endgeräte unabhängig und in modernem Design wurden heuer rund 150 Artikel eingestellt. Zusammen mit den Vereinsmedien Info-Heft und Newsletter handelt es sich um das Aushängeschild des Vereins. Den anwesenden Partnerfirmen empfahl der Präsident die Möglichkeit, freie Stellen auf der Web-Seite anzubieten, intensiver zu nutzen. Sei doch die Suche nach qualifizierten Bewerbern die Herausforderung der Zukunft für alle Arbeitgeber.

Der Vizepräsident, Oberst a.D. Schaprian, führte gemeinsam mit dem Präsidenten durch die Veranstaltung

Die folgenden zwölf Einzelvorträge mit dem Leitthema „Deutschland als (logistische) Drehscheibe für kollektive Verteidigung im Bündnis“ waren geprägt von erfreulicher Offenheit und höchst aktuell. An der Vielzahl der gestellten Fragen konnte man das große Interesse an den Inhalten ablesen.

In einem kurzen Grußwort ging der Präsident des bB auf die Großübung DEFENDER EUROPE 20 ein und führte so zum Leitthema hin. Die von den USA initiierte Übung quer durch Europa wird von den DEU SK mit mehr als 1400 Logistikkräften unterstützt, um den fast 50.000 Soldaten mit ihrem Großgerät unter anderem den Durchmarsch durch DEU zu ermöglichen.

Im Grußwort des Gastgebers ging BrigGen Cohrs, Kommandeur des AusbZTLS, auf die Verbundenheit mit dem bB ein und stellte den Stellenwert des persönlichen Kontakts und der Kameradschaft im Verein, bei allen Veränderungen der heutigen modernen Zeit heraus.

Oberst a.D. Freiling, Vizepräsident im VdRBw

Ein weiteres Grußwort richtete Oberst d.R. Freiling, Vizepräsident im Verband der Reservisten an das Auditorium. Er lobte dabei den bB für die Beiträge und gemeinsame Mitarbeit im Beirat der Reservisten.

Oberst Meyer: „NATO 3.0 heißt 29 for 29, @360°, 24/7.“

Den thematischen Aufschlag machte Oberst i.G. Meyer, Deutscher Militärischer Vertreter im Militärausschuss der NATO und EU, aus strategischer Sicht im Bündnis gab er eine Standortbestimmung.

Oberst i.G. Meyer

Er stellte dar, dass die Bedrohungen wie Terror, Migration und Hybride Konflikte weiterhin Bestand hätten, die Wahrnehmung durch die einzelnen Mitgliedsstaaten, z.B. zur Bedrohung durch Russland sich unterschieden. Der Strategiewandel der NATO drückt sich aus in „29 for 29“ also der Aussage „Ein Angriff auf einen Alliierten erfordert immer eine strategische Antwort.“ Dem Ansatz des Wirkens in jeder Richtung, „@360°“ und der schnellen Reaktionsfähigkeit „24/7“. Realisiert werden soll der Ansatz auch durch die NATO Readiness Initiative. Mit dem Schlagwort 30/30/30/30 sind hier zusätzlich zur NATO Response Force (NRF) vorgesehene Kräfte im Ansatz von 30 Bataillonen, 30 Kampfflieger-Staffeln, 30 Kampfschiffen innerhalb von 30 Tagen einsatzbereit, gemeint. Diese Ressourcen sind wichtige Optionen des SACEUR und für die Verlegung solcher Kräfte ist Military Mobility eine wichtige Voraussetzung. Das PESCO Projekt zu Military Mobility mit den 24 europäischen Mitgliedsstaaten sei ein sehr gutes Instrument dafür und Zeichen der Zusammenarbeit zwischen NATO und EU.

Als nächster BrigGen Seifert, stv Kommandeur des Multinationalen Kommando Operative Führung, aus Sicht eines Joint Support and Enabeling Command (JSEC) vor.

BrigGen Seifert

Seinen Ausführungen war zu entnehmen, dass das JSEC im „Rückwärtigen Gebiet“, also nicht im Operationsgebiet der NATO-Truppen, für die Führung einer Joint Logistics Support Group (JLSG) zuständig ist. Die für die NATO-Folgekräfte zu erbringenden Aufgaben dazu sind zivile und Militärische Sicherheit, Schutz der Truppen, Durchmarsch der Folgekräfte, Training und Integration sowie Steuern von Host Nation Support (HNS) und Infrastrukturmaßnahmen. Alle Maßnahmen dienen dazu die Folgekräfte rechtzeitig zur Wirkung bringen zu können. Das JSEC wächst derzeit auf und soll bis IV./2021 die volle Einsatzbereitschaft erreicht haben.

Nun ging der Staffelstab an GenLt Schelleis, Inspekteur der SKB und Nationaler Territorialer Befehlshaber (NatTerrBefh), aus dieser Zweitrolle legte er auch den Fokus auf das Leitthema.

GenLt Schelleis

Er beleuchtete zunächst die Aufgabe des NatTerrBefh, der als nationaler Ansprechpartner eines JSEC im rückwärtigen Raum dient und aus einem Territorialkommando (TerrKdoBw), gespeist aus dem Kdo SKB, heraus die Funktionsfähigkeit der Drehscheibe Deutschland sicher stellt. Das TerrKdoBw hält auch Verbindung zu Bundesbehörden und zivilen Dienstleistern, um z.B. die Aufgaben Aufmarschführung der Bundeswehr oder Transit Alliierter zu bewerkstelligen. Die Abstimmung mit den Verantwortlichen der verschiedenen Verkehrswege sei, vor dem Hintergrund des Ziels für Military Mobility mit 5 Tagen Vorbereitungszeit auszukommen, eine besondere Herausforderung. Die Zusammenarbeit mit zivilen Dienstleistern sei auch deshalb erforderlich, weil ein hoher Anteil der Kräfte aus der SKB, die Gleiches leisten könnten, schon mit den ersten Kräften der NRF in Einsatzgebiete verlegen und so in Deutschland beim Transit von Folgekräften nicht mehr zu Verfügung stehen. GenLt Schelleis erläuterte die Herausforderungen an der bevorstehenden Übung DEFENDER EUR 20 und schloss mit der Feststellung, dass HNS in Deutschland eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei.

Der Schließende des ersten Tages war Herr Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Herr Christoph Unger

Zunächst erläuterte er die Zuständigkeiten bei der integrierten Hilfeleistung im föderalen Bundesstaat, die von den Kommunen für Alltagsereignisse, über die Länder bei Regionalen Katastrophenlagen, bis hin zum Bund bei kriegerischen Konflikten und Lagen mit nationaler Bedeutung sowie der Katastrophenhilfe reichen. Das BBK, welches dem Ressort des BMI angehört, hat ein vielfältiges Aufgabenspektrum, das für den Anteil Zivile Verteidigung auf den Säulen Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen, Zivilschutz, Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft sowie Unterstützung der Streitkräfte fußt. Bei der Unterstützung der Streitkräfte hat die NATO Mindestvoraussetzungen wie Aufrechterhaltung der Regierungsfunktion, Versorgung mit Energie/Nahrung/Wasser/Kommunikation/von Verletzten, Umgang mit Flüchtlingen und resiliente zivile Verkehrssysteme, formuliert. Herr Unger stellte fest, dass für die Zivile Verteidigung bestehende Regelungen angepasst werden müssten und insbesondere die Versorgung der Bevölkerung noch mit Leistungserbringern zu hinterlegen sei.

Gesprächsrunde am Gesellschaftsabend

Der Gesellschaftsabend kam bei allen Teilnehmern sehr gut an und beförderte das Kennenlernen und einen regen Austausch. Den würdigen Rahmen nutzte der Präsident, um besondere Auszeichnungen vorzunehmen. So wurde einem verdienten Mitglied im Bundesvorstand, Herrn Oberstlt a.D. Steibel, die Ehrenmitgliedschaft im bB verliehen und einem weiteren verdienten Mitglied, nämlich Oberstlt a.D. Laux, die Ehrennadel des bB verliehen. Drei Ehrungen zur 25-jährigen Mitgliedschaft wurden ebenfalls vor Ort vorgenommen. Die Empfänger waren BrigGen Lungershausen, Oberst a.D. Selbert und OStFw a.D. Matheis. Die durchgeführte Sammlung zu Gunsten des Soldatenhilfswerkes ergab knapp 1000€.

Oberstlt a.D. Steibel wird Ehrenmitglied
Oberstlt a.D. Laux wird die Ehrennadel verliehen
GenMaj Thomas ehrt drei mal zur 25-jährigen Mitgliedschaft. v.li BrigGen Lungershausen, Oberst a.D. Selbert und OStFw a.D. Matheis

Der zweite Tag wurde von GenMaj Breuer, Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben (Kdo TerrAufgBw), zum Thema „Unterstützung der Drehscheibe DEU durch das KdoTerrAufg“ begonnen.

GenMaj Breuer: „Nur aus Strukturen heraus ist HNS verlässlich zu leisten.“

GenMaj Breuer

Er führte aus, dass die Aufgabe HNS deutlich mehr als Logistik umfasst und auch Themen wie SanVersorgung, Militärische Sicherheit, Diplomatische Vorgänge, GeoInformation und andere bedacht werden müssen. HNS ist keine neue Erfindung, sondern in Deutschland Alltagsgeschäft, welches in 2019 zu knapp 1000 Anträgen anderer Nationen geführt hat. Aus der OPZ im KdoTerrAufgBw und den 16 Lagezentren in den Ländern, wird die Unterstützung durch vorhandene verfügbare Ressourcen gesteuert. Hier setzt GenMaj Breuer Kritik an, wenn er die Verlässlichkeit der Unterstützung im großen Stil ausschließlich durch verfügbare Ressourcen in Zweifel stellt. Nur aus Strukturen heraus sei HNS verlässlich zu leisten. Auch das KdoTerrAufgBw selbst erreiche bei mehreren Vorfällen an Hilfeleistung bei Katastrophen/Notfällen die Grenze des Machbaren.

Im engen Schulterschluss mit dem KdoTerrAufgBw agiert das Logistikkommando der Bundeswehr (LogKdoBw), zu dem GenMaj Thomas, Kommandeur des LogKdoBw, vortrug.

Er machte klar, dass HNS für das LogKdoBw vielfältige Aufgaben in Planung und Durchführung mit sich bringt. Doch dazu seien erforderliche Weisungen, Aufmarschpläne, Operationspläne und andere Dokumente zeitgerecht zu erstellen.

GenMaj Thomas: „Mit den PESCO LogHubs ist ein wichtiger Schritt getan. Die aktuell größte Herausforderung ist die Führungsorganisation.“

GenMaj Thomas beschrieb die Zuständigkeiten für Planungsprodukte bei strategischer Verlegung und zeigte auf, dass die National Detailed Deployment Plans (NDDP) aus seinem Kommando eine wichtige Grundlage für die Multinational Detailed Deployment Plans (MNDDP) sind und somit Garant einer erfolgreichen Verlegung. Um einen Maßstab für die Durchführung zu bekommen, zeigte er auf, dass schon bei der Übung DEFENDER EUR 20 Personal in Stärke 1400 aus seinem Kommando unterstützen wird. Sorge mache auch die unzureichende Lagerkapazität, die dringend erhöht werden müsse. Ein Abstützen auf privatwirtschaftliche Leistungserbringer für HNS sei ebenfalls unabdingbar.

Noch stärker aus der Sicht des Durchführenden berichtete Oberstlt Dr. Henschke, Kommandeur des Logistikbataillons 172.

Oberstlt Dr. Henschke

Er stellte dar, dass die Gleichrangigkeit von Stabilisierungsoperationen und Landes-/Bündnisverteidigung in der Truppe angekommen sei. Nämlich in der Form, dass die bisher existierenden Einsatzpausen jetzt mit Zeiten von anhaltender Bereitschaftsverpflichtung, z.T. mit Vorwarnzeiten von nur 48 Stunden gefüllt würden. Die Situation für diese NRF sei auch deshalb herausfordernd, weil das zukünftige Operationsgebiet unbekannt sei, ein Sachverhalt, mit dem man lernen müsse, wieder umzugehen. Eine Konstante hat Oberstlt Dr. Henschke auf der Durchführungsebene aus den durchlaufenen Großübungen ausgemacht: Zeit ist immer der kritische Faktor! Neben den auffälligen Schwächen bei den eigenen Führungsmitteln, wo er sich schnell Verbesserung wünsche, zieht er doch auch ein sehr positives Fazit. Er Lobt den Zusammenhalt und die Kreativität seiner Unterstellten und ist stolz auf die Vielzahl von Dingen die gut funktionieren.

Als nächster referierte Oberst Schellhase, Stv Abteilungsleiter Kampf im Bundesamt für Ausrüstung Information und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw).

Oberst Schellhase

Zunächst warb er für seinen Bereich, der häufig in der öffentlichen Kritik steht, indem er die Rahmenbedingungen der Beschaffung erläuterte. So zeigte er auf, dass im Vergleich zu einem Versandhaus mit rund 60.000 Artikeln im BAAINBw ca. 2.000.000 Artikel im Bestand geführt werden. Nach dem Hinweis auf die angespannte Personalsituation, schilderte er die Grundzüge der Beschaffung nach CPM und daraus erwachsende, einschränkende Faktoren. Mit dem Zielbild Rüstungsmanagement zeigte er die Bemühungen des BAAINBw sich weiter zu entwickeln und zu verbessern.

Im folgenden Teil berichtete BrigGen Denk, Kommandeur der Logistikschule der Bundeswehr, über aktuelles aus seiner Ausbildungseinrichtung. Zunächst zeigte er die Neuausrichtung der Offizierausbildung der Logistikoffiziere auf, die weniger verschult und mit mehr Praxis und Truppengattungsbindung zu weniger Abbrechern führen soll. Der erste Durchgang des neuen Fahnenjunker-Lehrganges soll im I./2021 beginnen und mit je 80 Teilnehmern an der LogSBw und dem AusbZTLS stattfinden. Weiter informierte er über die Individual- und Teamausbildung am JCTS sowie der Schwerpunktaufgabe der Unterstützung des I. DEU/NDL Korps in 2020/2021. Zuletzt zeigte er das Aufgabenpaket des LogÜbZ mit den Anteilen Ausbildung des Stab LogRgt und Ausbildung des RSOM Btl.

Die beiden Kommandeure der Ausbildungseinrichtungen. li BrigGen Denk, re BrigGen Cohrs

Den Abschluss bildete BrigGen Cohrs, Kommandeur des AusbZTLS, der gleichfalls über aktuelles aus seiner Ausbildungseinrichtung informierte. Anfangs erklärte er die Situation zur Infrastruktur, der personellen Ausstattung und den Fortschritten zur Kompetenzorientierten Ausbildung an seinem Zentrum. Weiter machte er deutlich, welche wichtige und sinnvolle Rolle der Bereich Technik/Logistik bei der Nachweisführung zur Beschaffung von Wehrmaterial habe und weit entfernt von einer Rolle als „Spielverderber“ liege. Dann zeigte er die Zeitlinie auf, wie die Instandhaltungsfähigkeiten zum SPz PUMA bis 2023 aufgebaut werden sollen und schloss mit dem Ausblick auf das AusbZTLS 2030+, für das Fragestellungen zu den Bereichen Ressourcen, Technologie, Rahmenbedingungen und Ausbildung beantwortet werden müssten.

In seinem Schlusswort stellte GenMaj Thomas fest, dass der angesprochene Verbesserungsbedarf aus den Vorträgen der sichtbare Bereich des Eisberges sei, aber auch die gelösten Probleme und die Kreativität in der Lösungsfindung überwiegen würden. Letztlich sprach er sich bei komplexen Dingen für die nötige strategische Geduld aus.

Weiter hege er die Hoffnung, die Mitglieder des Vereins im Jahre 2020 am 05. und 06. November an der Logistikschule der Bundeswehr wieder begrüßen zu dürfen. Es gäbe schließlich Grund zum Feiern, da der bB 30-jähriges Bestehen feiert und so forderte der Präsident auf, für die Teilnahme zu werben.

Zum Schluss galt der Dank dem Gastgeber, BrigGen Cohrs und dem Team des AusbZTLS für die gelungene Unterstützung im Rahmen der Weiterbildungsmaßnahme.

Die „Macher“ im Hintergrund, li Oberstlt Küppenbender, re StFw Paul

Fazit: Die diesjährige Mitgliederversammlung und zentrale Informationsveranstaltung des „blauer Bund e.V.“ war wieder eine gelungene Sache, die Messlatte hängt sehr hoch.

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr in GARLSTEDT!

Informationsheft Nr.51

Das Informationsheft, Nr. 51 ist nun auch als pdf-File zum Herunterladen verfügbar. Sie finden es hier.

Heftinhalt:

  • Integrierte Planung in der Bundeswehr
  • Die Fähigkeitslage der Bundeswehr
  • Weiterentwicklung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik
  • Künstliche Intelligenz in der Heeresentwicklung
  • Katalogisierung im Rahmen des AC/135 – Eine nationale und internationale Aufgabe
  • Digitalisierung logistischer Prozesse und Fähigkeiten
  • Übergang von SASPF auf S4/HANA
  • 30 Jahre Deutsch-Französische Zusammenarbeit in der Logistik
  • Das Logistikbataillon 163 (RSOM)
  • Militärlogistik der Neuzeit
  • Einführung neuer Bildverstärkerbrillen in die BundeswehrWirtschaft und Logistikkommando Gemeinsam zukunftsorientiert

Aus den Kameradschaften:

  • Rhein/Lahn zu Gast im Erlebnisbahnhof Westerwald
  • Aachen/Eschweiler: Reiseerlebnisse in der Vierländerregion Bodensee

 

Editorial, Heft Nr.51

Mit dem diesjährigen Informationsheft des „blauer Bund e.V.“ wird traditionell für die anstehende Informationsveranstaltung des Vereins geworben. Zu diesem Anlass werden dieses Jahr hochrangige Vortragende, im Schwerpunkt zu Themen der Einbindung Deutschlands in Sicherheitsbündnisse, wie NATO und EU und der damit verbundenen Rolle als logistische Drehscheibe für die kollektive Verteidigung im Bündnis, referieren.

Beim Inhalt dieses Heftes selbst geht es von der Integrierten Planung in der Bundeswehr und der daraus folgenden Fähigkeitslage, über zukunftsträchtige Themen wie Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, zu Logistischen Verbänden mit Alleinstellungsmerkmal, bis hin zum täglichen Geschäft von Bundeswehrlogistikern in verschiedenen Teilstreitkräften.

Im historischen Abriss beleuchten wir die Militärlogistik der Neuzeit vom 30-jährigen Krieg bis heute. Ebenso sollen hier jedoch Vereinsaktivitäten nicht zu kurz kommen.

Am 24.07.2019 wurde Frau Annegret Kramp-Karrenbauer als neue Verteidigungsministerin vereidigt. Ob dieser Personalwechsel raumgreifende Veränderungen mit sich bringt und wenn ja, ob sich dies auch auf Themen der Rüstung und Logistik niederschlägt, bleibt abzuwarten. Verbesserungen sind willkommen und mit der kostenlosen Fahrt von uniformierten Soldaten in der Deutschen Bahn ist ein Anfang gemacht.

Um in die oben beschriebenen Themen und auch in unser Vereinsleben selbst Einblick zu geben, haben wir unseren Leserinnen und Lesern, vor allem aber unseren Mitgliedern, eine Auswahl von Artikeln aus verschiedenen Bereichen zusammengestellt.

Wir wünschen Ihnen bei der Lektüre, wenn sie dann bei Ihnen angekommen ist, eine angenehme Zeit mit manch neuer Erkenntnis und freuen uns gemeinsam auf die diesjährige Informationsveranstaltung im November in Eschweiler.

Quelle:

Autor: Oberstleutnant Schlosser und Oberstabsfeldwebel a.D. Matheis

„Blauer Bund e.V.“, auch der Pflege von Soldatengräbern verpflichtet

Der mittlerweile schon zwanzigjährigen Tradition folgend trafen sich am Samstag, den 26. Oktober 2019 am frühen Morgen wieder 16 Mitglieder des Vereins der Logistiker der Bundeswehr, namentlich der Kameradschaft Aachen/Eschweiler, mit weiteren ihren Idealen und Aufgaben Verbundenen zur Grabpflege auf dem Stolberger Friedhof an der Bergstraße. Auf diesem Friedhof sind in mehreren Gräberfeldern 407 Tote der beiden Weltkriege bestattet. Neben der alljährlich erforderlichen grundsätzlichen Reinigung des Bereiches rings um das zentrale Mahnmal, wobei Laub, Unkraut und Moos zu entfernen waren, galt es auch wieder, Hecken in Form zu schneiden, Rasen zu mähen sowie Flächen aufzulockern und einzuebnen.

Zusätzlich mussten auf einem Gräberfeld die tief eingewachsenen Trittplatten entfernt werden. Nachdem diese weggetragen und auf mehreren Paletten aufgestapelt waren, konnten die entstandenen Löcher mit Mutterboden aufgefüllt, inklusive der angrenzenden Flächen eingeebnet, gewalzt und neu eingesät werden. Der Bauhof der Stadt Stolberg stellte, wie auch in den Jahren zuvor, die Arbeitsgeräte zur Verfügung, jedoch brachten einige Helfer ihr eigenes und damit gewohntes Gerät von zu Hause mit.

Besonders erfreute der Besuch des Bürgermeisters der Stadt Stolberg, Herrn Patrick Haas. Überbrachte er doch den fleißigen Helfern persönlich seinen Dank für die treue Unterstützung und reichte allen namens der Stadt auch eine kleine Pausenstärkung. Am frühen Nachmittag fuhren zufriedene Mitglieder nach Hause mit dem guten Gefühl wieder einmal für eine würdige Erinnerung und Mahnung an die Opfer der Kriege auf dem Stolberger Friedhof einen wichtigen Beitrag geleistet zu haben.

Autor: Oberst a.D. Günter Selbert,

Fotos: Oberst a.D. G. Selbert und Oberstleutnant a.D. J. Steibel

Deutscher Logistik-Kongress 2019 vom 23.10. bis 25.10.2019 in Berlin

Der 1. Vorsitzende Kameradschaft NORDWEST Oberst Arnd Frie und der Geschäftsführer NORDWEST Oberstleutnant a.D. Michael Janczyk besuchten auf Einladung der BVL und des Vorsitzenden der Geschäftsführung Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer den diesjährigen Kongress.

Mutig machen

„Mutig machen“ war das Motto des Deutschen Logistik-Kongresses 2019. Politisch-gesellschaftliche Veränderungen sowie technologische Dynamiken erfordern beherztes Anpacken, Courage, gegenseitige Ermutigung. All das steckt in diesem Leitgedanken.

Er fordert in doppeltem Wortsinne zum Tun auf: Nicht in „German Angst“ verharren, sondern den Herausforderungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft unverzagt und tatkräftig begegnen. Mutig machen, zum Beispiel in Bereichen wie Digitalisierung, neue Technologien, Mensch-Maschine-Interaktion, neue Arbeitszeitmodelle. Ideen tatsächlich umsetzen und nicht immer wieder darüber diskutieren oder Gründe finden, warum alles so schwierig ist. In der Lean-Production-Zeit gab es einen Schlachtruf und der hieß „Machen statt Planen“, also ausprobieren, prüfen, weiter verbessern, prüfen, usw. Im übertragenen Sinne gilt dies heute wieder, weil Technologie/IT so schnell fortschreitet, dass abwarten, zuschauen oder lange planen die falschen Strategien sind.

Gleichzeitig gilt es, Menschen zu ermutigen, Themen aufzugreifen, sich zu engagieren, unbekanntes oder neues Terrain zu vermessen, Risiken kalkuliert einzugehen, weiterzumachen und anzupacken. Es gilt, uns gegenseitig zu ermuntern, den Wirtschaftsbereich Logistik selbstbewusst in seiner Vielfalt der Aufgaben darzustellen und nach außen zu vertreten.

Wie brachte der große Unternehmer und Innovator Henry Ford es so griffig auf den Punkt: „Die meisten Menschen wenden mehr Zeit und Kraft daran, um die Probleme herumzureden, als sie anzupacken.“ Logistiker sind Macher – Wirtschaftsmacher. Sie packen an und Sie wissen um die Notwendigkeit schneller zu werden, kundenorientiert und in Zukunft noch kollaborativer zu arbeiten als auch technische Herausforderungen anzunehmen.

Robert Blackburn Vorsitzender des Vorstands Bundesvereinigung Logistik (BVL), Vorstand Global Supply Management, Stanley Black & Decker, New Britain, Connecticut, USA

eröffnete den Deutschen Logistik – Kongress 2019 in Berlin vor 3500 Teilnehmern.

Robert Blackburn Vorsitzender des Vorstands Bundesvereinigung Logistik

Mutig machen – Inspire • Encourage • Act

Beherztes Anpacken, Courage zum Beschreiten neuer Wege und fröhliche gegen-seitige Ermunterung: Unser Kongress und die BVL selbst dürfen und sollen sich mutig immer wieder neu erfinden und couragiert wichtige Themen und Projekte anpacken, um Menschen zu Innovationen anzuspornen. Auf dem Kongress finden Sie Zahlen, Daten, Fakten, Know-how und Erfahrung, um Trends erkennen und Strategien entwickeln zu können.

 

Am ersten Tag zählte zu den Höhepunkten der Besuch und Vortrag des Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Herr MdB Andreas Scheuer.

Digital, vernetzt, klimafreundlich – Verkehrspolitik für eine erfolgreiche Zukunft „Mutig machen“

dieser Konferenztitel passt perfekt zur Politik des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Unsere Schienen-, Straßen-, Wasser- und Luftwege sind die Basis für unsere Erfolge als Logistikweltmeister. Wenn wir jetzt mutig und konsequent die Chancen der Digitalisierung und des technischen Fortschritts nutzen, können wir Abläufe, Transporte und Prozesse ganz neu organisieren: digital, vernetzt und klimafreundlich. Dafür setzen wir umfangreiche Maßnahmen um – vom „Innovationsprogramm Logistik 2030“ bis zum „Aktionsbündnis Kombinierter Verkehr“.

Der Abend des ersten Tages wurde mit einem Galaabend beendet. Zu Beginn des Bühnenprogramms hieß Michael Müller als Regierender Bürgermeister die Gäste des Logistik-Kongresses in Berlin herzlich willkommen. Im darauf folgenden Programmteil stand die chinesische Belt-and-Road-Initiative im Fokus. Es wurde dabei den Fragen nachgegangen, welche Chancen diesem viel beach-teten Projekt innewohnen und wo sich neue Möglichkeiten für Unternehmen ergeben könnten. Ein wegweisendes Beispiel für den deutsch-chinesischen Brückenschlag ist der Duisburger Hafen – als Hub im Westen der neuen Seidenstraße, die viele Länder verbinden wird. S. E. Wu Ken, Botschafter der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland, und Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, traten mit Prof. Thomas Wimmer über die Bedeutung globaler Warenströme als Brückenbauer zwischen Volkswirtschaften in den Dialog.

Die Verleihung des Deutschen Logistik-Preises 2019 war dann ein weiterer besonderer Höhepunkt des Galaabends. Aus dem starken Bewerberfeld hat die Jury mit ihrem neuen Vorsitzenden Matthias Wissmann drei Finalisten nominiert. Dies waren AIRBUS, LOXXESS und die BMW Group. Der zweite und dritte Platz lagen in der Bewertung ganz eng beisammen, sodass gleichzeitig AIRBUS und LOXXESS auf der Bühne gewürdigt wurden.

Der diesjährige Logistik Preis 2019 ging damit dann an die BMW Group.

Am zweiten Tag gilt es den Vortrag von Generalleutnant, Michael Vetter BMVg und dem Autor und Publizisten Sascha Lobo hervorzuheben. Die Moderation übernahm der Journalist Moritz Döbler, vom Weser-Kurier Mediengruppe Bremen.

v.l. Michael Vetter Generalleutnant, Abteilungsleiter Cyber/Informationstechnik und Chief Information Officer, Bundesministerium der Verteidigung, Berlin, Beirat, BVL, MODERATION Moritz Döbler Journalist, Weser-Kurier Mediengruppe, Bremen und Sascha Lobo Autor und Publizist, Berlin

Bundeswehr 4.0 – zur digitalen Transformation der Bundeswehr

Die digitale Transformation ist für die Bundeswehr als einen der größten Arbeitgeber Deutschlands genauso wie für andere Großorganisationen eine der bedeutendsten Herausforderungen dieser Dekade. Der mit der digitalen Transformation verbundene Wandel hat Auswirkungen auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Digitalisierung eröffnet der Bundeswehr neue Möglichkeiten und Chancen – sowohl physisch als auch virtuell. Der Cyber- und Informationsraum erzeugt aber auch neue Risiken, Gefahren und Herausforderungen, die die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland betreffen. Wie begegnet die Bundeswehr diesen Risiken und Gefährdungen? Welchen Beitrag leistet sie zur gesamtstaatlichen Cybersicherheit, und wie gestaltet sie aktiv den digitalen Wandel? Dazu referierte Generalleutnant Vetter in seinem Vortrag.

 

Von der Sicherheit im Kopf

Die meisten Laien halten Sicherheit für eine Frage der Technologie. Das ist zwar nicht falsch, aber unvollständig. Denn wer – wie für die Logistik notwendig – auf der gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Ebene von Sicherheit spricht, muss zugleich über digitale Bildung und ein Grundverständnis des Internets sprechen. Und das hat weniger mit Programmierfragen zu tun als vielmehr mit einem Gespür für die digitale Welt und deren Zukunft. Der Vortrag von Sascha Lobo betrachtete das Thema Sicherheit nicht aus technologischer Sicht, sondern aus der des gesellschaftlichen Wandels.

Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der BVL

Am dritten Tag verabschiedete Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer die zahlreichen Logistiker und gab den Ausblick für das Jahr 2020.

+ am 16. April 2020 Tag der Logistik und

+ vom 21. – 23. Oktober 2020 der Deutsche Logistik – Kongress in Berlin

(Autor/Quelle/Fotos Pressestelle BVL, Oberstlt a.D. Michael Janczyk)

 

Kameradschaft AACHEN/ESCHWEILER beim Autoscheibenhersteller Saint-Gobain Sekurit GmbH zu Besuch

Jeder kennt sie noch, die Oldtimer aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, als rundum offene Automobile ohne Scheiben die Regel waren. Die meist männlichen, seltener weiblichen Fahrer trugen Lederhauben und Brillen zum Schutz gegen Fahrtwind und Staub. Erst im Jahre 1904 wurde die Windschutzscheibe erfunden. Sie übernahm eine wichtige Funktion zum Schutz der Passagiere vor frontal auftretenden äußeren Einflüssen. Ab Mitte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann dann der Siegeszug des Verbund-Sicherheitsglases. Ein als Verbund-Sicherheitsglas bezeichnetes Material besteht aus drei Schichten, einer inneren Schicht aus Polyvinylbutyral und zwei Deckschichten aus gehärtetem Klarglas. Der große Vorteil von Verbund-Sicherheitsglas ist, dass es sich leicht bei Belastung verformt und insgesamt einen sicheren Schutz gegen Splitter bietet und somit dem gesetzlich vorgeschriebenen Standard entspricht.

Dies alles und noch viel mehr erfuhren 28 Teilnehmer der Kameradschaft AACHEN/ESCHWEILER in einem Einführungsvortrag bei Saint-Gobain Sekurit GmbH in HERZOGENRATH, nachdem sie durch die Assistentin der Geschäftsführung in Empfang genommen, mit den entsprechenden Zugangsberechtigungen (Besucherausweis, Sicherheitsausrüstung) ausgestattet und zur theoretischen Einweisung durch den Produktionsleiter in den Vortragsraum geführt wurden.

Der Sicherheitsbeutel (Schuhe, Warnweste,Schutzbrille, Gehörschutz)

In Deutschland ist Sekurit an vier Standorten vertreten. Jedoch der größte Produktionsstandort und zugleich Firmensitz ist in HERZOGENRATH bei AACHEN. Hier arbeiten ca. 450 Mitarbeiter in den Bereichen Verwaltung, Fertigung, in der eigenen Ausbildungseinrichtung, genannt Saint-Gobain Academy 4.0, sowie im F&E-Zentrum Saint-Gobain Research Germany. Jährlich verlassen ca. 12.000.000 Autoscheiben unterschiedlicher Größen und Funktionalitäten für fast alle europäischen Automobilmarken das Werk in HERZOGENRATH.

Saint-Gobain Sekurit versteht sich als der Technologievorreiter, Innovator und Produktionsentwickler eines weltweiten führenden Konzernes im Bereich der Fahrzeugverglasung.

Bereits in den 1920-er Jahren präsentierte Saint-Gobain das Sicherheitsglas Securit. 1929/1930 wurde das Einscheiben-Sicherheitsglas, das bis in die heutige Zeit als Standard-Sicherheitsglas im Automobilbau verwendet wird, von Saint-Gobain auf den Markt gebracht.

Heute gehören zu deren Portfolio Entwicklungen von Windschutzscheiben über Türscharniere bis hin zur Dämmung von Fahrzeugkabinen. Saint-Gobain Sekurit entwickelt weiterhin eine Vielzahl innovativer Lösungen für führende Automobilhersteller. Das sind unter anderem Lösungen zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs, für Sensoren für Scheibenwischer und Licht, integrierte LED und Antennen, Spiegelung von Armaturen, Navigationsdaten sowie weitere für Sicherheitsaspekte, akustischen und thermischen Komfort sowie Konnektivität.

Wie werden Autoscheiben hergestellt?

Da Autoscheiben verschiedene wichtige Eigenschaften besitzen, so müssen sie

  • über einen langen Zeitraum hinweg klar und durchsichtig bleiben,
  • aus widerstandsfähigen Materialien hergestellt sein,
  • Autodächer bei Unfällen mit Überschlägen als tragendes Element unterstützen können,
  • stark genug sein, um kleineren Kollisionen zu widerstehen und, besonders wichtig,
  • durch Splittersicherheit verhindern, dass bei größeren Unfällen Glassplitter durch die Luft fliegen,

wurde zuerst in der Theorie die Glasbiegeverfahren erklärt.

Der überwiegende Teil der Scheiben, die in Fahrzeuge eingebaut werden, ist gebogen. Als zwei wesentliche Biegeverfahren kommen entweder das Schwerkraftbiegeverfahren oder das Pressbiegeverfahren mit ihren Abweichungen in Frage.

Beim Schwerkraftbiegeverfahren im “Horizontalverfahren“ werden beide Scheiben eines Verbundglases, das sogenannte Glaspaar, auf das Biegewerkzeug, die Biegeform, gelegt und werden anschließend in einem Biegeofen erwärmt. Durch die Viskositätsänderung des Glases, die Schwerkraft und die Kinematik des Biegewerkzeuges, schmiegt sich die Scheibe in die Biegeform und erhält somit die gewünschte Form und Geometrie.

Das Pressbiegen erfolgt ebenfalls im Horizontalverfahren. Nachdem die Scheibe auf Rollgängen durch einen Ofenkanal transportiert und auf Biegetemperatur erwärmt wurde, erhält sie ihre endgültige Form durch einen Pressvorgang mittels eines zweiteiligen Stempels, der aus Patrize (Positiv) und Matrize (Negativ) besteht. Das Pressbiegeverfahren stellt den neuesten Stand der Glasbiegetechnik dar, gewährleistet geringste Biegetoleranzen und ermöglicht so, die gewünschte Form der Scheibe exakt bis zur Glaskante auszuformen.

Beim Glasbiegen im “Vertikalverfahren“ werden die Scheiben an mehreren Zangen an einer Kante aufgehängt und durchfahren so einen Ofen. Nach dem Austritt aus dem Ofen werden die Scheiben, ähnlich wie beim Pressbiegeverfahren, in ihre Form gebracht. Dieses Verfahren wird meisten bei Seitenscheiben aus Einscheibensicherheitsglas (ESG) angewendet, weil nach dem Biegen die Scheibe durch eine beidseitig wirkende Luftdusche vorgespannt wird.

Nach diesem auch für Nichttechniker sehr verständlichen Vortrag ging es endlich zur Produktionshalle, einer riesigen, mehrere Fußballfelder großen Halle mit 4 Produktionslinien für die Herstellung unterschiedlicher Scheiben.

Der Produktionsprozess

Der Herstellungsprozess beginnt mit der Anlieferung des Rohglases aus dem danebenliegenden, jedoch eigenständigen Werk „Saint-Gobain Floate Glass“.

Dieses vorgetemperte Glas in den Größen 6mx4m wird anschließend mit Hilfe von Diamantschneidwerkzeugen, quasi einem Glasschneider, in die benötigten Größen (Front-, Heck-, Seitenscheiben sowie Glasdächer) geschnitten. Die Glasplatte wird dann auf oder in eine Gussform gelegt, die die gewünschte Form und Biegung der Scheibe aufweist. Dort wird das Glas genau so weit aufgeheizt, dass es weich wird ohne zu schmelzen und so auf oder in die Gussform absinkt. Anschließend wird es durch kalte Luftströme extrem schnell abgekühlt. Dieses Tempern stärkt und härtet das Glas in hohem Maße.

Im letzten Schritt zur Herstellung von Verbundglasscheiben wird eine Lage getemperten Glases auf jede Seite einer sehr dünnen Schicht aus Polyvinylbutyral (PVB) aufgebracht. Der Verbund wird in einem Autoklaven erhitzt und zwischen Rollen gepresst. Dieser Schritt macht das PVB transparent und verschmilzt die Glaslagen und das PVB zu einer einzigen Verbund-Sicherheitsglasscheibe.

In das nun schon einer richtigen Autoscheibe ähnelnte Glas können nun verschiedene Sensoren, Zusatzfunktionen und Auflagen der Autohersteller eingearbeitet werden. Diese reichen von Regensensoren bis zu Vielzweckantennen oder wasserabweisenden Beschichtungen. Zusätzlich versieht Saint-Gobain jede Scheibe mit ihren individuellen Herstellungsparametern. Damit können Fehler oder Reklamationen jederzeit punktuell nachvollzogen werden.

Nach den Zwischen- und Endkontrollen wäre jetzt die Windschutzscheibe fertig zum Einbau und könnte mit Hilfe von speziellen polyurethan- oder „urethan-“haltigen Primern, Kleb- und Dichtstoffen in die Karosserie des Fahrzeugs eingeklebt werden. Dies geschieht dann nach dem Versenden in den Werken der jeweiligen Autohersteller.

Das Bemerkenswerteste unseres Besuches war jedoch die Produktionslinie im Industriestandard 4.0. Hier lief der Herstellungsprozess der Autogläser überwiegend autonom ab, nur gesteuert aus einem Container anhand von riesigen Wandmonitoren, die interaktiv alle Parameter, wie Energieverbrauch, hergestellte Stückzahlen, Funktionsfähigkeit einzelner Arbeitsschritte und Maschinen ebenengerecht abbilden. Dies setzt natürlich eine Vernetzung alleine von über 4.500 verbauten Sensoren voraus. So war es eigentlich nur logisch, dass in der riesigen Produktionshalle kaum Mitarbeiter zu sehen waren. Die Masse der Arbeiten erledigten Automaten, Roboter und Förderbänder. Wenn nötig, lieferten autonom fahrende Transportmaschinen auf festgelegten Strecken halbfertige Produkte von einem Band zum anderen. So muss man sich eben die Fabriken der Zukunft vorstellen

Am Ende der Führung übereichte unser Vorsitzender, Oberst a.D. Günter Selbert, unser Vereinswappen an die Assistentin der Geschäftsführung und bedankte sich für diese gut durchdachte und sehr beeindruckende Führung durch den Produktionsprozess von Autoscheiben.

Im Anschluss war es selbstverständlich, das eben Erlebte in gemütlicher Runde in der nahegelegenen Kloster Brasserie der altehrwürdigen Abtei Rolduc in KERKRADE, eines der wichtigsten religiösen Denkmäler der Niederlande und des größten Abteikomplexes der Benelux-Länder insgesamt, bei Kaffee mit Kuchen ausklingen zu lassen.

Die Teilnehmer in gemütlicher Runde

Autor und Fotos: Oberstleutnant a.D. J. Steibel

Mein Weg zum und im „blauer Bund e.V.“

Während der Zeit meiner Grundausbildung Frühjahr 1959 in der Feldzeugausbildungskompanie 112 in LÜBBERSTEDT befahl der Kommandeur des Instandsetzungsbataillons in DELMENHORST, Oberstleutnant Skorning, uns acht Offizierbewerber zu sich in sein Dienstzimmer, um uns einen Vortrag zu halten über das Thema:“Berufsethos des deutschen Offiziers“.
In diesem Zusammenhang appellierte er an uns „Ungediente“, einen kameradschaftlichen Zusammenhalt aller in der Feldzeugtruppe (später: Instandsetzungstruppe) eingesetzten Offiziere einschließlich der Feuerwerker und Waffenoffiziere im Heer zu begründen und zu pflegen.
Damals wurden gerade die Kragenspiegel an den Dienst- und Ausgehuniformen in dreierlei Blau: dunkelblau für die Sanitätstruppe, mittelblau für die Feldzeugtruppe (Instandsetzungstruppe) und hellblau für die Quartiermeistertruppe (Nachschubtruppe) eingeführt.

An der Heeresoffizierschule II in HANNOVER wurde dieser Wunsch nach einer entsprechenden Vereinigung durch den Logistiklehrer, Oberstleutnant Gerlach, und den Waffenlehrer, Oberstleutnant Dathan, erneuert.
Die Kampftruppen und Pioniertruppen hatten bereits mit derartigen Verbindungen begonnen.

In der Folgezeit stellte ich mir immer wieder die Frage, warum wir „Jungen“ diese Aufgabe übernehmen sollten und die „Kriegsgedienten“ es nicht im Sinne von Tradition (tradere = weitergeben) angehen wollten. Vielleicht lag es daran, dass der Begriff „Tradition“ in der Bundeswehr erst neu definiert werden musste.

Als ich dann 1964 zur schweren Instandsetzungskompanie 202 nach ULM versetzt wurde, bekam ich Vorgesetzte (Major Helmut Schlumpberger als Kompaniechef und Oberstleutnant Werner Sellmayr als stellvertretenden Kommandeur des Instandsetzungsregimentes 2), die im II. Weltkrieg Feuerwerker (der zuerst genannte) bzw. Kompaniechef einer Werkstattkompanie (der zweitgenannte) gewesen waren.

Nachdem ich 1967 Kompaniechef der Instandsetzungsausbildungskompanie 19/II in NÜRNBERG geworden war, nahm ich Verbindung auf zu der dortigen Sektion des „Bundes Deutscher Feuerwerker“ und wurde Mitglied.
In dieser Zeit besuchte Brigadegeneral Vogel (Inspizient der Instandsetzungstruppe) meine Kompanie. In einem abendlichen Gespräch im Offzierheim entwickelte er die Idee von einer „Vereinigung der Feuerwerker und Wehrtechniker“, in die alle Technischen Offiziere und Ingenieuroffiziere sowie die Portepee-Unteroffiziere der Instandsetzungstruppe und der Instandsetzungsdienste einzubeziehen seien, einschließlich derjenigen, die mit der Kraftfahrausbildung beauftragt waren.
Er forderte mich auf, in diesem Sinne für seine Idee zu werben.
Danach organisierte ich in der mir noch verbliebenen Dienstzeit als Kompaniechef zwei bis drei Info-Veranstaltungen gemeinsam mit der Feuerwerkersektion, deren Mitglieder z.T bei der Firma Diehl und anderen in NÜRNBERG ansässigen Firmen beschäftigt waren.

1969 wurde ich ins Truppenamt / Heeresamt in die Inspektion der Technischen Truppen, Gruppe Instandsetzungstruppe als Hilfsdezernent Organisation versetzt. Mein Dezernent wurde u.a. Oberstleutnant Helmut Schlumpberger, mein Gruppenleiter Oberst Werner Sellmayr.
Vor allem Oberstleutnant Schlumpberger und ich versuchten dort einen „Blauen Kreis“ zu organisieren, so wie es die Kameraden der Fernmeldetruppe, der Panzertruppe etc. schon einen gebildet hatten.
Der Versuch scheiterte aus verschiedenen Gründen.
Einer war, dass keine Neigung bestand, ehemalige Feuerwerker, „Instandsetzer“ und „Nachschieber“ zu vereinen. Insbesondere zwischen den beiden Letztgenannten gab es immer eine Art Konkurrenzdenken, was ich nie verstand. Hatte ich doch auf der Heeresoffizierschule gelernt, dass Logistik, auf die Versorgung der Truppe bezogen, als ein allumfassender Begriff zu verstehen ist.
Die beiden Säulen Materialerhaltung und Materialbewirtschaftung würden das Dach Materialwirtschaft tragen, gleich stark, gleich wichtig, weil bei Schieflage sonst das Dach herunterstürzen würde.
Wie wahr das war und ist, sehen wir heute bei den Einsätzen unserer Kameraden in den verschiedensten Einsatzgebieten und Missionen. Die Bildung der Streitkräftebasis mit ihrer sogar Teilstreitkräfte übergreifenden Konzeption ist eine logische Konsequenz.

Die vereinfachende Formel meines späteren G4 im Stab des II.Korps in ULM, Oberst i.G. Beyl: „Logistik bedeutet im Frieden zuerst Materialerhaltung und im Krieg Materialbewirtschaftung“ konnte mich nicht vollständig überzeugen.

Doch zurück zum Heeresamt.
Ich führte dort gelegentlich Gespräche über eine Vereinigung z.B. mit dem Höheren Offizier für das Kraftfahrwesen, Oberst Heidenau, den Leitern des Dezernats Versorgungsverfahren, Oberstleutnant Dr. Nies und Major Göhler. Alle befürworteten die Idee grundsätzlich. Dennoch kam es zu keiner Lösung. Man war zu sehr in das Tagesgeschäft eingebunden. Verständlich. Denn damals waren wir stark damit beschäftigt, die Heeresstruktur 3 mit all ihren Modifizierungen, u.a. Auflösung des Kommandos Depotorganisation und dessen Eingliederung in den Organisationsumfang des Heeres, der Einführung der Grundausbildungsorganisation W 15, Entwicklung und Einführung neuer Waffensysteme (SPz Marder, KPz Leopard, FlakPz Gepard, Schwerlasttransporter SLT 50-2, Drohne usw.), neue STAN für Heeresinstandsetzungswerke, Schulen, Erarbeitung effektiverer Versorgungsverfahren etc.,etc. umzusetzen.

1974 wurde ich als S3 StOffz in den Stab des Instandsetzungskommandos 2 nach ULM versetzt. Mein Kommandeur war Oberst W. Sellmayr. Später wurde Oberst H. Schlumpberger Korpsingenieur.
Es dauerte bis zum 12. Oktober 1979, bis Oberst Schlumpberger und ich in ULM die „Blaue Runde“ gründeten. Bis zu meiner Versetzung 1986 war ich der so genannte „Geschäftsführer“ dieser Vereinigung aktiver und pensionierter Offiziere und Unteroffiziere der Technischen Truppe.
Es wurde beschlossen, künftig Treffen zu organisieren, „allein dem Zwecke dienend, unter Kameraden einen Gedankenaustausch zu pflegen“. Es sollte „vor allem darauf ankommen, das kameradschaftliche Band zwischen nicht mehr im Dienst stehenden und dienstlich noch aktiven Soldaten“ bestehen zu lassen. Man wollte bei einmal monatlichen Treffen „Geselligkeit pflegen, Informationen über Entwicklungen unserer Truppengattung oder der Wehrtechnik erfahren“.
Diese Blaue Runde kam zustande, erfreulicher Weise auch unter Teilnahme von einigen Kameraden der Nachschubtruppe und Interessierten aus der wehrtechnisch orientierten Industrie in der Region.

Unmittelbar nach meiner Versetzung Ende September 1986 zum Stab der 10. Panzerdivision nach SIGMARINGEN gründete ich als Divisionsingenieur auch dort eine „Blaue Runde“. Hierbei fand ich die volle Unterstützung durch meinen Divisionskommandeur Generalmajor Albrecht.

Endlich wurde dann am 10.April 1990 durch ein Vorbereitungskomitee „Blauer Bund“ über die Schule Technische Truppe I und Fachschule des Heeres für Technik zur Gründung des BLAUEN BUNDES (vorläufige Namensgebung) am 18. Juni 1990 nach AACHEN eingeladen; unterschrieben vom Schulkommandeur Oberst Schwede, mitgezeichnet vom Inspizienten der Instandsetzungstruppe Oberst Norda.
In dem Mitteilungsblatt „Blauer Bund“ vom Februar 1990 war schon eine Information zu der Gründung versandt worden. Eine Fragebogenaktion mit dem Ergebnis überwiegender Zustimmung hatte stattgefunden, eine Fusionierung mit dem „Bund Deutscher Feuerwerker und Wehrtechniker“ und dem „Darmstädter Kreis“ als Vereinigung der Absolventen der Akademie des Heeres für Maschinenwesen wurde angestrebt.
Zu dem Vorbereitungskomitee gehörten Brigadegeneral a.D. Dr. Nies, Oberst Norda und Oberst Schwede.
Über die Versammlung wurde in der Zeitschrift „Der Blaue Bund“, Ausgabe 2/August 1990 berichtet.
Zum Vorsitzenden wurde Brigadegeneral a.D. Dr. Nies gewählt.
Es wurde beschlossen, den Blauen Bund in sechs Landesverbände zu gliedern, die sich regional an die sechs damals noch vorhandenen Wehrbereiche anlehnen sollten.

Nachdem ich offiziell Mitglied des Blauen Bundes geworden war (Mitgliedsnummer 0015), wurde ich für die Gründung des Landesverbandes V (Baden-Württemberg) gewählt.
Ein Landesverband konnte aus unterschiedlich vielen Ortskameradschaften bestehen.

Sofort nach Rückkehr von der o.g. Gründungsveranstaltung begann ich mit der Vorbereitung der Gründung der späteren „Ortskameradschaft Alb-Donau“ in Sigmaringen durch Erarbeitung einer Geschäftsordnung und Eingliederung der Blauen Runde in die dann gegründete Ortskameradschaft.

Da ich selbst als Landesverbandsvorsitzender fungieren sollte, war ich dankbar, dass sich OTL Peter Dieterich, stellvertretender Kommandeur des Instandsetzungsbataillons 10 in SIGMARINGEN, bereitfand, diese Kameradschaft zu führen.

In der Folgezeit gab es nach der Wiedervereinigung 1990 einschneidende Veränderungen in der Struktur der Truppe. Diese hatten tiefe personelle und organisatorische Einschnitte zur Folge.
Das blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Weiterentwicklung des eben erst „geborenen“ Blauen Bundes.

Ich selbst ging zum 30.09.1992 nach dem Personalstärkegesetz in den vorzeitigen Ruhestand und zog von SIGMARINGEN nach ULM zurück, blieb jedoch Mitglied im Blauen Bund und warb weiterhin im Kameradenkreis in ULM und DORNSTADT für ihn.
Auch war und bin ich nach wie vor auch Mitglied in der „Blauen Runde“ in ULM, die bis 1991 noch von Oberst a.D. Schlumpberger offiziell geführt wurde und im Oktober 2019 unter der Führung von Oberst a.D. Volker Elkemann sein 40-jähriges Bestehen feiern wird.

Am 15. Februar 1991 lud Oberst a.D. Schlumpberger die Mitglieder dieser Runde zu einer sog. „Generalversammlung“ ein, bei der er aus Altersgründen zurücktrat und vorher zu einer „Aussprache und Beschlussfassung“ zum Thema des eventuellen Beitritts der Blauen Runde zum Blauen Bund aufforderte.
Leider gelang es mir nicht, die anwesenden Ehemaligen und aktiven Offiziere zu diesem Beitritt zu bewegen.

Erst mit Oberst Klaus Heyner, Kommandeur des Instandsetzungsregiments 21 in DORNSTADT, gelang es am 01.Juli 1994 in Anwesenheit des damaligen stellvertretenden Bundesvorsitzenden, Oberst Norda, die Ortskameradschaft ULM / DORNSTADT zu gründen; mit Oberstleutnant Dietmar Taubert als Vorsitzenden und mir als dessen Stellvertreter.

Zwischenzeitig war die Bildung von Landesverbänden aufgrund der beschriebenen „Verwerfungen“ aufgegeben worden.

Seit 1994 bin ich ununterbrochen immer noch im Vorstand der o.g. Kameradschaft, mittlerweile als Beisitzer für die Ehemaligen. Das hielt mich bis heute allerdings nicht davon ab, auch für andere Aufgaben in dieser Kameradschaft tätig zu sein.

Ich möchte zum Ausdruck bringen, dass ich mit Herzblut an unserer Vereinigung hänge und sehr beglückt darüber bin, dass der „blauer Bund e.V.“ es geschafft hat, die ehemals künstlich aufgeworfenen Gräben zwischen den Truppengattungen Instandsetzung und Nachschub im Heer zu überbrücken.
Endlich ist auch die Einsicht gereift, alle logistischen Kräfte der Bundeswehr zu bündeln, um den Kardinalauftrag, nämlich der Truppe all das zu geben, was sie für die Durchführung ihres Auftrages benötigt und sie von dem zu entlasten, was sie in der Durchführung ihres Auftrages behindert, erfüllen zu können. Und das teilstreitkraftübergreifend.
Ich freue mich darüber, dass der „blauer Bund e.V.“ sich dieser neuen Situation stellt.
Ich danke sehr für gute und umfassende Informationen über alle die Logistik und Technik betreffenden Entwicklungen und auch Herausforderungen.
Die Vorstandschaft und Redaktion beglückwünsche ich zur 50. Herausgabe unserer Zeitschrift „ bB Blauer Bund e.V.“ die ich in den vergangenen Jahren durch 31 Artikel unterstützt habe.
Unserem „blauer Bund e.V. wünsche ich einen guten Fortbestand durch Gewinnung von Mitgliedern v.a. unter unseren jungen aktiven Kameraden und viel Erfolg bei der Durchsetzung und Erlangung der satzungsgemäßen Ziele.

Autor: Oberstleutnant a.D. Karl-Dieter Karstens, Kameradschaft Ulm/Dornstadt

Neuer Vorstand der Kameradschaft NORDWEST

Am 07. März 2019 führte die Kameradschaft NORDWEST ihre Mitgliederversammlung mit Neuwahl des Vorstandes durch.

Auftakt dazu war eine Weiterbildungsveranstaltung für Offiziere und Unteroffiziere der Logistikschule der Bundeswehr. Dazu konnte als Referent Oberst Bischoff, Vorsitzender Kameradschaft NORDWEST und Kommandeur LogmobTr des LogKdo Bw, gewonnen werden.

Vortragender Oberst Bischoff zu: Rückblick auf die NATO-Übung TRIDENT JUNCTURE 2018

Er trug vor ca. 60 Teilnehmern zur „Planung und Durchführung der Großübung Trident Juncture 2018“ vor. Von großem Interesse waren dazu seine Ausführungen zum Einsatz der Logistikbataillone der mobTr des LogKdo’s der Bw und der dabei geübte und umgesetzte Multinationale Ansatz in der Logistik. Sein Ausblick in 2020 bis 2023 zeigte jedem auf, wie herausfordernd und wechselhaft die Logistik in den nächsten Jahren sein wird und welche großen Erwartungen dabei in Richtung Logistik gerichtet sind.

Im Anschluss ging das Auditorium zur Mitgliederversammlung und Neuwahl des Vorstandes über, dazu nahmen die Mitglieder der Kameradschaft NORDWEST in einer Stärke von 20 Mitgliedern weiterhin teil.

Oberst Bischoff ging als noch Vorsitzender der Kameradschaft in seinem Rechenschaftsbericht auf die in den letzten zwei Jahren durchgeführten Aktivitäten der Kameradschaft NORDWEST ein.

Als erstes stellte er die weiter sehr rege und intensive Zusammenarbeit mit der BVL, im Besonderen mit der Regionalgruppe WESER/EMS der BVL, dar. Diese besteht seit 2014, was einmalig im gesamten Netzwerk des bB ist. So konnten die erfolgreichen gegenseitigen Besuche in 2017, z.B. mit einem Besuch im MatWiZ Einsatz in HESEDORF im Dezember mit 40 Vertretern aus der zivilen Logistik durchgeführt werden.

In 2018 wurde die Kooperation weiterhin durch regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen der BVL gepflegt. Ausdruck der sehr guten Zusammenarbeit war auch die Teilnahme jeweils eines Vertreters der Kameradschaft an den vier Logistik – Kongressen der BVL in BERLIN (2015- 2018).

 

Weitere Aktivitäten und Schwerpunkt in der Vereinsarbeit war die Gewinnung von jungen Mitgliedern aus den Lehrgangsteilnehmern der LogSBw und dem Stammpersonal. Dazu gelang es der Kameradschaft, ihre Mitgliederstärke teilweise auf 315 Mitgliedern zu steigern.

Dank dazu an alle, die sich im Umgang mit den jungen Mitgliedern einbringen und eine Kontaktpflege auch nach ihrer Verwendung an der LogSBw unterhalten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit lag und wird auch 2019 von Bedeutung sein, die jeweilige „Logistik Challenge“ zwischen jungen Offizieren und Managern aus der Industrie. Diese konnte bisher dreimal erfolgreich durchgeführt werden. Letzter Sieger 2018 war unsere Mitgliedsfirma EAFT – EMDER Anlagen u. Fahrzeugtechnik, die sich auf diesen Event intensiv vorbereitet hatte, um bei der dritten Teilnahme auch das Siegerteam zu stellen.

Da entsprechend dem Bericht des Kassenprüfers dem Kassenführer und damit auch dem Vorstand eine ordnungsgemäße Kassenführung bescheinigt wurde, stand einer Entlastung des alten Vorstandes nichts mehr im Wege.

In der anschließenden Neuwahl des Vorstandes wurden Oberst Arnd Frie zum neuen Vorstandsvorsitzenden, Oberstleutnant Christoph Schladt zum stellvertretenden Vorsitzenden und Oberstleutnant Michael Janczyk zum neuen Geschäftsführer gewählt.

Im Anschluss kam der neue Vorstand zur ersten Vorstandssitzung zusammen. Vorrangiges Thema war die aktive und attraktive Umsetzung des Jahresprogramms 2019.

Autor und Bild: Oberstleutnant a.D. Michael Janczyk, Geschäftsführer der Kameradschaft NORDWEST

Dürfen wir vorstellen?… Unsere NEUE Website!

Informativer, moderner und natürlich „responsive“.

Der Relaunch von https://www.blauer-bund.de/ hat etwas länger gedauert – aber wie man so schön sagt: „Was lange währt, wird endlich gut.“

Als Interessengemeinschaft für Logistik, Rüstung und Nutzung sind wir uns natürlich der Bedeutung der eigenen Website, die unser umfangreiches Informationsangebot und Know-how widerspiegelt, bewusst.

In den letzten Jahren hat sich nicht nur das Internet rasant weiterentwickelt. Auch das Verhalten der Nutzer hat sich verändert. „Mobile first“ ist jetzt die Devise. Das Handy ist nicht mehr nur zum Telefonieren da. Vielmehr nutzen wir es, um unser Leben zu organisieren.

Unser neuer Online-Auftritt wurde völlig überarbeitet und insgesamt benutzerfreundlicher gemacht. Dank „Responsive Design“ können Sie jetzt auch schnell und unkompliziert unsere Internetseite mit Ihren mobilen Geräten von unterwegs besuchen.

Bei der Neukonzeption haben wir uns in die Lage der User versetzt: Was ist für sie wichtig? Was möchten sie online und vor allem mobil erfahren und erledigen können?

Neben den Veränderungen in Optik und Technik, haben wir ebenfalls aktuelle Inhalte für unsere Mitglieder aufbereitet.

Dabei bringen großzügige Weißflächen mehr Ruhe ins Layout und sorgen für einen innovativeren und moderneren Auftritt.

Gleichzeitig werden die ausdrucksstarken Bilder, welche www.blauer-bund.de besonders prägen, noch weiter in den Vordergrund gestellt. Die Onlineartikel ebenso wie die umfangreichen Newsletter wirken aufgeräumter.

Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf die Anwenderfreundlichkeit gelegt. Die Navigation ist nun deutlich schlanker und erhöht dadurch die Benutzerfreundlichkeit für die Website-Besucher.

Frischer Content!

Wie gewohnt werden wir Sie auch weiterhin auf unserer Seite regelmäßig über Neuigkeiten auf dem Laufenden halten. Unsere neue Website erhöht die Transparenz. Sie spiegelt einfach viel besser wider, was wir tun, für wen wir das tun und wer wir sind.

Innovative Themenwelten, ein umfassender Service und direktere Kommunikationswege – so stellen wir uns online für die digitale Zukunft auf.

Blick in die Zukunft!

Mit unserem Relaunch haben wir den Grundstein gelegt, um auch in Zukunft noch schneller und flexibler auf die Informationsbedürfnisse unserer Mitglieder eingehen zu können. Der vollzogene Relaunch ist für UNS kein Grund, sich zurückzulehnen. Ganz im Gegenteil: So wie sich die Herausforderungen, die demographische Entwicklung und die Digitalisierung rasant ändern, wird auch die Webseite kontinuierlich weiterentwickelt.

Wir wünschen Ihnen nun viel Spaß beim Entdecken unserer Homepage. Selbstverständlich freuen wir uns über Ihr Feedback und sind für Anregungen und Anmerkungen genauso dankbar wie für Lob oder konstruktive Kritik.

Benutzen Sie hierfür doch einfach unser Kontakt-Formular.

 

Autor: Hauptmann Dirk Richter, stellvertretender Schatzmeister im Bundesvorstand „blauer Bund e.V.“