In Anlehnung an eine Sitzung des Bundesvorstandes des bB wurden vier ehemalige Vorstandsmitglieder aus diesem Kreis verabschiedet und geehrt.
Nach gut dreieinhalb Jahren hatte GenLt Gerald Funke den Staffelstab als Präsident des bB an seinen Nachfolger übergeben. Er blickt auf eine bewegte Zeit zurück, hatte er doch während der Coronapandemie das Amt übernommen und den Verein um viele damit zusammenhängende Klippen geschifft. Darüber hinaus hat GenLt Funke viele inhaltliche Impulse gesetzt und besonders für die Informationsveranstaltung wiederkehrend thematisch passende, hochrangige Vortragende gewinnen können.
Die siebenundzwanzig Jahren Vorstandsarbeit, auf die OStFw a.D. Volker Zarth zurückblicken kann, sind zeitlich kaum zu übertreffen. Als langjähriger Schatzmeister hat er die finanziellen Geschicke ohne jegliche Beanstandung und zum Wohle des Vereins geleitet. Als Webmaster hat er für einen stets aktuellen und seit einigen Jahren auch modernen und zukunftsfähigen Internet-Auftritt des bB gesorgt. Er hat zusätzlich weit über sein Aufgabenfeld hinaus Ideen und Projekte für den bB vorangetrieben, wie zuletzt das neue Corporate Design, das sich auf Webseite, Messestand und im Magazin wiederfindet. Eine abschließende Aufzählung seiner Verdienste für den bB an dieser Stelle würde den Rahmen sprengen.
Für zehn Jahre war Oberstlt Roman Schlosser der Redakteur des bB. In dieser Zeit hat er zehn Magazine und dreißig Newsletter des Vereins federführend bearbeitet und dazu eine Vielzahl von Autoren für Beiträge gewinnen können oder Artikel selbst verfasst. Regelmäßig werden die Publikationen des bB von den Mitgliedern als wichtige Säule der Attraktivität des bB angesprochen, hierzu hat er einen wesentlichen Beitrag geleistet.
Ebenfalls zehn Jahre stand Oberstlt a.D. Joseph Steibel dem Bundesvorstand als Beisitzer zur Verfügung. Als wertvoller Ratgeber und Federführer für einzelne Projekte, wie die Digitalisierung der Vereinschronik, Satzungsänderungen oder die Umsetzung des Datenschutzgrundverordnung, hat er sich für den bB sehr verdient gemacht.
Ehemalige Mitglieder des Bundesvorstand (von links OStFw a.D. Volker Zarth, GenLt Gerald Funke, Oberstlt Roman Schlosser und Oberstlt a.D. Joseph Steibel) wurden am 20.01.2025 geehrt.
Der aktuelle Bundesvorstand war ebenfalls einstimmig dieser Auffassung und so sprach unser neuer Präsident GenMaj Jochen Deuer folgende Ehrungen aus:
Wo stehen wir auf dem Weg zur Kriegstüchtigkeit der Bundeswehr und im Schwerpunkt bei der logistischen Leistungserbringung für LV/BV? Dieser Leitfrage widmete sich die Informationsveranstaltung des blauen Bundes (bB) in der Dr. Leo Löwenstein-Kaserne in Aachen. Der ehemalige (dazu später mehr) Präsidenten des bB, GenLt Gerald Funke, begrüßte rund 130 Besucher zur Veranstaltung. Diese entstammten der Logistik und Rüstung aller TSK/OrgBer sowie der zivilen Logistik und Wehrindustrie.
Mit Blick auf das Leitthema und den Krieg in der Ukraine empfahl er die Lektüre der Frühjahrsausgabe der Zeitschrift Army Sustainment der US Army.
Der ehemalige Präsident des Blauer Bund e.V., GenLt Gerald Funke, begrüßt die Teilnehmenden der Informationsveranstaltung in Aachen.
Rund 130 Besucher nutzten die Informationsveranstaltung des Blauer Bund e.V. um sich weiterzubilden, zu informieren und um Fragen zu stellen oder zu diskutieren.
Mitgliederversammlung bB
Zuvor wurde jedoch in der Mitgliederversammlung des bB ein Blick auf das zurückliegende Jahr im Verein geworfen, ein neuer Vorstand gewählt und über die Pläne für die Zukunft berichtet.
GenLt Funke: „Mit rund 1.150 Mitgliedern konnten wir unsere Mitgliederzahl halten. Das bewerte ich in der heutigen Zeit als Erfolg, aber wir müssen dranbleiben.“
GenLt Funke führte die befriedigende Mitgliederentwicklung auf drei Faktoren zurück: 1) die ansprechenden Vereinspublikationen, 2) den attraktiven Webauftritt mit Stellenbörse der kooperativen Mitglieder aus der Wirtschaft und 3) die Informationsveranstaltung, als Aushängeschild. Besonders das neue Corporate Design und die 2. Auflage des neugestalteten MAGAZIN bB seien hervorzuheben.
Auch die Mitarbeit des bB innerhalb des „Beirat für Reservistenangelegenheiten“ sehe er als wichtig an, um im Sinne der Reservisten im Verein mitgestalten zu können.
Im kommenden Jahr sollen weiterhin die Zeichen auf Moderne stehen, denn junge Mitglieder sollen nach wie vor verstärkt geworben und im Verein eingebunden werden.
Neuwahl des Bundesvorstandes
Vor der Wahl erläuterte GenLt Funke seinen Schritt, das Amt des Präsidenten abzugeben.
„Mein neuer Auftrag als Führer des Unterstützungsbereichs der Bundeswehr, läßt mir nicht ausreichend Zeit, um das Präsidentenamt so auszuüben, wie es dem bB gebührt.“
Weiterhin appellierte er an alle anwesenden Mitglieder sich selbst aktiv im Verein zu betätigen und auch andere Mitglieder dazu zu ermuntern, weil sonst ein aktives Vereinsleben nicht mehr möglich sein wird.
„Bitte bringen sie sich ein! Wenn es z.B. nicht gelingt, jemanden für das Amt des Redakteurs zu finden, können die Newsletter und das Magazin des bB nicht mehr erscheinen!“
Die von Oberst a.D. Schaprian geleitete Wahl erbrachte folgendes Resultat:
Präsident: Generalmajor Deuer
Vizepräsident: Oberst a.D. Mönninghoff
Schatzmeister: Hauptmann Löffler
stv Schatzmeister: Oberstleutnant Eutin
Schriftführer: Oberleutnant Schwickert
stv Schriftführer: Stabshauptmann a.D. Buerschaper
Redakteur: vakant
1. Beisitzer: Oberstleutnant Willared
2. Beisitzer: Oberstleutnant Kniffka
Der neue Bundesvorstand: (von links) Vizepräsident Oberst a.D. Thomas Moennikhoff, Beisitzer Oberstlt Normen Willared, Schatzmeister Hptm Stefan Löffler, Schriftführer Olt Alexander Schwickert, Präsident GenMaj Jochen Deuer, Beisitzer Oberstlt Hanno Kniffka, stv Schatzmeister Joerg Eutin und stv Schriftführer StHptm a.D. Frank Buerschaper.
Der neu gewählte Präsident bedankte sich für das Vertrauen und bei den aus dem Bundesvorstand geschiedenen Mitgliedern für ihr langjähriges Engagement.
Aus dem Bundesvorstand sind ausgeschieden: (von links) OStFw a.D. Volker Zarth, GenLt Gerald Funke, Oberstlt Roman Schlosser und Oberstlt a.D. Joseph Steibel
Die Informationsveranstaltung
Die folgenden neun Einzelvorträge mit dem Leitthema „Kriegstüchtige logistische Leistungserbringung für LV/BV“ waren geprägt von erfreulicher Offenheit und höchst aktuell. An der Vielzahl der gestellten Fragen konnte man das große Interesse des Publikums an den Inhalten ablesen. Wie mit dem neu gewählten Präsidenten, GenMaj Jochen Deuer abgesprochen, leitete GenLt Funke weiterhin die Informationsveranstaltung.
Den Aufschlag unter den Vortagenden Räten machte Generalleutnant a.D. Dr. Klaus Olshausen. Als ehemaliger Militärischer Repräsentant Deutschlands im NATO-Militärausschuss bei der WEU und EU ordnete er die derzeitige Sicherheitspolitische Lage ein.
Generalleutnant a.D. Dr. Klaus Olshausen mit einer Einordnung der Sicherheitspolitischen Lage.
Er führte aus, dass Krieg immer politisch sei und dessen Ziel der Friede zu den Bedingungen des Siegers wäre. Nacheinander beleuchtete er die Interessen der USA, Chinas, Russlands und der EU sowie deren Bündnisse und Verhältnisse. Auf Russlands Machtstreben und Revisionismus ging er gesondert ein und zeigte Wege für eine ernsthafte Eindämmung bei möglichst geringem Risiko auf.
„Die sofortige Einladung [Anm. Red.: ist nicht gleich mit dem Beitritt selbst] an die Ukraine zum Beitritt in die NATO wäre ein deutliches Zeichen an Russland, dass die westliche Welt es ernst meint.“
Im Anschluss erläuterte Generalmajor Stefan Fix, Direktor Unterstützung im Operativen NATO Hauptquartier Europa Mitte (JFC BRUNSSUM) die Sichtweise und Entwicklung der NATO.
GenMaj Stefan FIX, DCOS Support im JFC BRUNSSUM zu den Planungen der NATO.
Er leitete von der ehemaligen NATO Strategie der Vorneverteidigung mit den zugehörigen Übungen der Alliierten Truppen in Europa über, zur aktuellen Situation, welcher die Verbündeten ausgesetzt sind. Beiden Konstellationen ist gemeinsam, dass DEU eine wichtige Rolle als Drehscheibe in Europa durch den Host Nation Support (HNS) für nachrückende Kräfte hat.
Über die Analyse der aktuellen Bedrohungslage hinaus werden im Defence Planning mit fernerem Zeithorizont Planungen im JFC aufgestellt. Der Ostsee kommt dabei eine bedeutende Rolle zu, insbesondere bei der Versorgung der Truppen im Baltikum.
Mit einem New HNS Concept soll den zukünftigen Erfordernissen besser Rechnung getragen werden.
Danach stellte Brigadegeneral Robert Wilhelm, Unterabteilungsleiter EBU II im BMVg, die ministerielle Sichtweise zur kriegstüchtigen logistischen Leistungserbringung dar.
Brigadegeneral Robert Wilhelm, Unterabteilungsleiter EBU II im BMVg, zur ministeriellen Sichtweise zur kriegstüchtigen logistischen Leistungserbringung.
Er stellte heraus, dass Military Mobility und Enablement entscheidend für Aufmarsch und Verteidigungsfähigkeit der NATO seien. Bei der strategischen Verlegung werde multimodal, also mit allen Verkehrswegen, zu arbeiten sein. Dafür müsse gewerbliche Leistung mit eingeschlossen und über das Leistungsbereitstellungsgesetz geregelt sein. Zur Umsetzung des New HNS Concept erläuterte er die Überlegungen aus deutscher Sicht.
Daraufhin trug Oberst Christoph Schladt, Kommandeur Logistikregiment 1 „Clausewitz“, zur Ausrichtung der logistischen Leistungserbringung am Beispiel der Übungen BLUE LIGHTNING und BRAVE BLUE vor.
Oberst Christoph Schladt, Kommandeur Logistikregiment 1 „Clausewitz“, zur Ausrichtung der logistischen Leistungserbringung am Beispiel der Übungen BLUE LIGHTNING und BRAVE BLUE.
Nach der Vorstellung des Regiment 1 selbst, erklärte er den Rahmen und die Erkenntnisse aus der Übung BLUE LIGHTNING, die im November 2023 in DEU, angelehnt an die VJTF Kräfte in Litauen, stattgefunden hatte.
Die Übung BRAVE BLUE im Mai 2024 war in die Serie QUADRIGA 2024 eingebunden und erbrachte gute Erkenntnisse aus Litauen, dem Zielort der Übung.
Gesellschaftsabend
Netzwerk festigen und erweitern ist ein wichtiges Ziel des bB, welches während des Gesellschaftsabends bei guter Stimmung im besten Sinne erreicht wurde. Die Sammlung für das Soldatenhilfswerk ergab die Summe von stolzen 1.140 Euro.
Fünf Mitglieder wurden für ihre 25-jährige Treue zum bB durch GenLt Funke vor Ort geehrt. Weitere Jubilare werden die Urkunde von den Vorsitzenden ihrer Kameradschaft erhalten.
Aktuelles aus der Technischen Schule des Heeres berichtete Oberst Stephan Kurjahn, Kommandeur der TSH und General der Heereslogistiktruppen.
Oberst Stephan Kurjahn, Kommandeur der TSH und General der Heereslogistiktruppen, informierte über Aktuelles aus der TSH.
Aus Sicht des Generals der Heereslogistiktruppen sprach er über die verbleibenden Herausforderungen bei der Ausstattung der Verbände mit Personal und Material. Auch die Frage: „Wer versorgt die Heimatschutzkräfte im Spannungs- und Verteidigungsfall?“ wurde von ihm beleuchtet.
Als Kommandeur der TSH berichtete der Gastgeber der Veranstaltung über die Planung zur Vorbereitung der Ausbildung an der Schule bei Krise und Krieg. Ebenso zeigte er die Vorbereitungen zur Ausbildung an neuen Systemen die, finanziert aus dem Sondervermögen, in großem Umfang in Einsatzprüfungen untersucht und in die Ausbildung aufgenommen werden müssen.
Aktuelles aus der LogSBw, BrigGen Holger Draber, Kommandeur der Logistikschule der Bundeswehr
BrigGen Holger Draber, Kommandeur der Logistikschule der Bundeswehr berichtete über Aktuelles aus der LogSBw.
Er erläuterte die Gedanken zur Ausbildung an der LogSBw von handlungsfähigen Soldatinnen und Soldaten für robuste Szenarien in einer modularen Vollausbildung.
Eine Priorisierung der Lehrgänge nach der Sortierart: MUSS-KANN-SOLL sei dazu erforderlich, um den eigenen Beitrag zur Kriegstüchtigkeit durch Ausbildung und im Rahmen des OPLAN DEU bis 2029 leisten zu können.
Bei den Anstrengungen zur digitalen Transformation der LogSBw berichtete er u.a. über eine Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität z.B. bei Augmented-Reality Anwendungen und einem Virtual Battlespace 4, für eine Simulation logistischer Lagebilder im Rahmen eines Handlungstrainings.
Oberst Torsten Ickert berichtete als Leiter des LogÜbZ über die Ausrichtung der Übungslandschaft auf LV/BV.
Oberst Torsten Ickert berichtete als Leiter des LogÜbZ über die Ausrichtung der Übungslandschaft auf LV/BV.
Von seinem Ursprung zur Ausbildung von Einsatzkontingenten müsse das LogÜbZ seine 3. Entwicklungsstufe durchlaufen. Leitend seien die Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit dem NATO Force Model (NFM). Die künftige Übungslandschaft müsse modular, skalierbar, digital und testbar sein.
Wie sich die Heereslogistiktruppen auf kriegstüchtige logistische Leistungserbringung bei LV/BV ausrichtet, führte Oberst i.G. Fredo Gnech, Gruppenleiter HLogTr im AHEntwg aus.
Oberst i.G. Fredo Gnech, Gruppenleiter HLogTr im AHEntwg spricht über die Entwicklung der HLogTr
Der GrpLtr führte aus, wie der Weg zur materiellen Vollausstattung der Einsatzlogistik im Heer geplant ist. Ebenso beschrieb er die Überlegungen zum Schutz von logistischen Einrichtungen und zur Steigerung der Mobilität und Auflockerung der Logistikkräfte.
Prof. Dr. Börger, Präsident des BAIUDBw ordnete die Rolle des BAIUDBw in ein kriegstüchtiges logistisches System der Bundeswehr ein.
Prof. Dr. Börger, Präsident des BAIUDBw, spricht zur Rolle des BAIUDBw in einem kriegstüchtigen logistischen System der Bundeswehr.
Der Präsident des BAIUDBw erläuterte die Unterstützung des DEU Kräftebeitrags am NFM durch Embedded Support Organizations (ESO), die basierend auf V-Strukturen in der Wehrverwaltung die Anschlussfähigkeit an die Truppe, mindestens bis auf Brigadeebene, herstellen sollen.
Ferner sprach er über die steigende dislozierte Einlagerung von Einsatzverpflegung sowohl für Kräfte der Bundeswehr als auch für Alliierte Streitkräfte.
Letztlich zeigte Prof. Dr. Börger auf, wie die Wehrverwaltung im Betrieb von Convoy-Support-Centern (CSC) eingebunden ist und welche Übungen zu dieser Aufgabe bereits abgehalten wurden, bzw. in 2025 geplant sind.
Am Ende der Veranstaltung bedankte sich GenLt Gerald Funke bei allen Mitwirkenden und warb bereits jetzt für die nächste Informationsveranstaltung im Herbst 2025 in Garlstedt, die am 06. und 07.November 2025 stattfinden soll.
Text: Oberstleutnant Roman Schlosser, Redakteur (kommissarisch) im blauer Bund e.V.
Bilder: Bundeswehr/FMZ TSH oder laut Bildbeschriftung
Rolls-Royce und die FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft entwickeln gemeinsam mit Unterstützung des Getriebespezialisten ZF ein Konzept zur langfristigen und wirtschaftlichen Remotorisierung des Unterstützungsfahrzeugs Wisent 1 und sämtlicher Varianten der Leopard-1-Familie. Es sieht vor, den bisherigen mtu-Motor des Typs MB838, der nicht mehr hergestellt wird, durch einen moderneren mtu-Motor vom Typ 8V199 zu ersetzen. Dieses Projekt, das beide Unternehmen auf dem Anwenderforum RÜ.NET in Koblenz vorstellten, bietet die Möglichkeit, die Fahrzeuge entsprechend aktuellen Anforderungen zu modernisieren, bei gleichzeitig besseren Fahrleistungen.
Knut Müller, Senior Vice President Global Governmental bei Rolls-Royce Power Systems sagt: „Unsere mtu-Motoren der Baureihe 199 setzen seit Jahren Standards bei Leistung, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit. Die neue 800-kW-Version ist die perfekte Antriebslösung, um die Fahrzeuge der Leopard-1-Familie auch in Zukunft effizient betreiben zu können. Gleichzeitig erschließen wir damit einen Absatzmarkt, der das Wachstum in unserem strategischen Geschäftsfeld Behördengeschäft unterstützt.“
Der auf die 1960er-Jahren zurückgehende Leopard-1-Kampfpanzer und auf ihm basierende Spezialfahrzeuge wie der Bergepanzer BPz2, der Brückenlegepanzer Biber, der Pionierpanzer Dachs oder der Gepard sind noch heute in großer Stückzahl bei Nutzerstaaten zuverlässig im Einsatz. Das von FFG entwickelte Unterstützungsfahrzeug Wisent 1 stellt hier die aktuellste Leopard 1 Variante dar, welche von diesem Upgrade profitiert. Auch die Bundeswehr hat weiterhin Sondervarianten im Dienst. Die Leopard-1-Flotten durch modernere Fahrzeuge zu ersetzen, ist für viele Armeen finanziell nicht vertretbar, weshalb die Notwendigkeit besteht, sie für langfristige Nutzung zu erhalten. Die mtu-Baureihe 199 ist in vielen militärischen Fahrzeugtypen bewährt und unter anderem bekannt aus der Fahrzeugfamilie „Boxer“.
Die Verwendung des 8V199 ergibt zahlreiche Vorteile: Mit 800 kW Leistung ist der Motor nicht nur 190 kW stärker als die ursprüngliche Maschine. Er ist preisgünstiger, leichter, sparsamer hat längere Serviceintervalle und eine längere Lebensdauer. Das spart Kosten und verbessert die Performance des Fahrzeugs sowie dessen Verfügbarkeit. Dazu kommen logistische Vorteile wie vereinfachte Lagerhaltung von Ersatzteilen für Streitkräfte, die bereits Motoren der Baureihe 199 im Einsatz haben.
FFG wird auf Basis des mtu 8V199 ein Powerpack entwickeln und herstellen und ist auch für das Kühlkonzept sowie für die Schnittstellenanpassungen in das Gesamtsystem verantwortlich. Ziel ist eine Plug-and-Play-Lösung für alle Varianten. Das Unternehmen aus Flensburg verfügt über weitreichende Erfahrung zum Upgrade von Leopard-1-Varianten. Gemeinsam mit ZF wird die FFG zudem die Standfestigkeit und die langfristige Versorgungssicherheit des 4HP250-Getriebes sicherstellen. ZF wird hierzu eine stetige Weiterentwicklung des 4HP250 sicherstellen und einen Betrieb mit dem 8V199 Motor technisch betreuen.
Jörg Kamper, Geschäftsführer der Flensburger Fahrzeugbau-Gesellschaft, sagt: „Dieses Konzept wird für viele Armeen eine hervorragende Möglichkeit, sich zu vertretbaren Kosten und innerhalb eines überschaubaren Zeitraums auf die veränderte Sicherheitslage einzustellen.“
Über Rolls-Royce Holdings plc
Rolls-Royce entwickelt und liefert komplexe Energie- und Antriebslösungen für sicherheitsrelevante Anwendungen zu Land, zu Wasser und in der Luft. Unsere Produkte und Dienstleistungen versetzen unsere Kunden in die Lage, Menschen, Gesellschaften, Kulturen und Volkswirtschaften miteinander zu verbinden. Sie decken den wachsenden Bedarf an Energie in verschiedensten Industriezweigen und ermöglichen es Regierungen, ihre Streitkräfte mit den notwendigen Technologien auszustatten, um ihre Bürger zu schützen.
Rolls-Royce ist in 48 Ländern vertreten und hat Kunden in mehr als 150 Ländern, darunter über 250 zivile Großtriebwerkskunden, 160 Streitkräfte und Marinekunden sowie rund 40.000 aktive Power Systems-Kunden. Wir haben uns verpflichtet, bis 2050 ein Netto-Null-Emissions-Unternehmen zu werden und unterstützen unsere Kunden dabei, dasselbe zu erreichen.
Der zugrunde liegende Jahresumsatz lag 2023 bei 15,4 Milliarden Pfund, der zugrunde liegende Betriebsgewinn bei 1,6 Milliarden Pfund und der freie Cash Flow bei 1,3 Milliarden Pfund.
Rolls-Royce Holdings plc ist ein börsennotiertes Unternehmen (LSE: RR., ADR: RYCEY, LEI: 213800EC7997ZBLZJH69).
Rolls-Royce Power Systems mit Hauptsitz in Friedrichshafen beschäftigt mehr als 10.500 Mitarbeiter. Unter der Marke mtu vertreibt das Unternehmen schnelllaufende Motoren und Antriebssysteme für Schiffe, schwere Land- und Schienenfahrzeuge, militärische Fahrzeuge sowie für die Öl- und Gasindustrie. Zum Portfolio gehören außerdem Diesel- und Gassysteme und Batteriecontainer für sicherheitskritische Anwendungen, zur Dauerstromerzeugung, für Kraft-Wärme-Kopplung und für Microgrids. Mit klimafreundlichen Technologien trägt Rolls-Royce Power Systems dazu bei, die Energiewende voranzutreiben.
Rheinmetall hat erneut seine Kompetenz im Themenfeld Künstliche Intelligenz unter Beweis gestellt. So konnte es einen bedeutenden Erfolg im Zusammenhang mit dem Vorhaben Interoperable Robotic Convoy (InterRoC) erzielen. Bei dem Wettbewerb European Land Robot Trial 2024 (ELROB) errang das Rheinmetall-InterRoc-Team bestehend aus dem Bereich Forschung & Technologie der Rheinmetall Landsysteme GmbH und der Rheinmetall Canada Inc. in der Kategorie „Automatisierter Konvoi“ den ersten Platz. Dabei bewährte sich die Kombination aus HX-LKW und integriertem Autonomie-Kit PATH.
Das Rheinmetall Autonomie-Kit PATH („PATH A-Kit“) ist ein KI-gestütztes Navigationssystem, das sich in nahezu jedes Fahrzeug installieren lässt. Es hat sich schon mehrfach in Versuchen in diversen Plattformen bewährt, darunter in der Robotik-Fahrzeugfamilie Mission Master. Erst letztes Jahr war es bei den 2023 Estonia Unmanned Ground Systems Autonomy Trials erfolgreich im Einsatz. Bei der ELROB 2024 steuerte das PATH A-Kit zwei der hochmobilen HX-Logistikfahrzeuge im Rahmen des Konvoi-Szenarios. Beide HX-Fahrzeuge waren zudem mit einem Drive-by-Wire System ausgestattet.
Die ELROB ist einer der anspruchsvollsten offenen, internationalen Wettbewerbe im Bereich Robotik, Sensorik und Autonomie. Alle zwei Jahre treten Teilnehmer von Universitäten sowie zivilen und militärischen Herstellern miteinander in den Wettstreit. Dabei sollen die Fähigkeiten moderner Roboter erprobt werden. Dieses Jahr erfolgte die 12. Ausgabe. Sie fand vom 24. bis zum 28. Juni an der Wehrtechnischen Dienststelle WTD 41 in Trier statt. 19 Teams nahmen teil. Die Rheinmetall-Tochtergesellschaften Rheinmetall Landsysteme GmbH (RLS) und Rheinmetall Canada traten in einem taktischen Leader-Follower-Szenario und einem aktuellen realen Szenario an.
Die Schwierigkeitsstufe der diesjährigen zu bewältigenden Aufgaben wurde im Vergleich zum Wettbewerb 2022 erheblich gesteigert. So mussten die autonom fahrenden Lkw und der Konvoi-Kommandant unter anderem auf dynamische Hindernisse, Alternativrouten sowie verschiedene elektromagnetische Störer reagieren. Alle Aufgaben konnten aber vorbildlich durch das System gelöst werden.
Die HX-Fahrzeuge mussten elf verschiedene Hindernisse auf einem 6 km langen Rundkurs überwinden. Zu den schwierigsten Herausforderungen gehörten schmale Wege, Übergänge zwischen Straßen- und Geländefahrten, das Navigieren durch offene und dichte Wälder, Kommunikationsstörungen, Rückwärtsfahrten und das Umfahren von Hindernissen. „Die Strecke war sehr anspruchsvoll. Die Organisatoren haben fantastische Arbeit geleistet, um den Wettbewerb zu einem realistischen militärischen Szenario zu machen, und unsere Leistung zeigt, dass das Rheinmetall PATH-A-Kit für reale Anwendungsfälle bereit ist“, so Paul Rocco, Geschäftsführer von Rheinmetall Provectus. Das Unternehmen wurde 2019 von Rheinmetall Canada übernommen.
Die Wettbewerbsausrichter überraschten das Rheinmetall-Team auch, indem sie ein Auto in dessen Konvoi einbrachten. Dieses zwang den nachfolgenden Lkw zu verlangsamen und um das bewegliche Hindernis herum zu navigieren. Der Konvoi wurde außerdem aufgelöst, sodass das Team den nachfolgenden Lkw auf einem parallelen Weg fernsteuern und den Konvoi neu konfigurieren musste, um den ferngesteuerten Lkw zum neuen Konvoi-Führer zu machen. „Das ELROB-Szenario 2024 war erheblich anspruchsvoller als z.B das Szenario bei der ELROB-Teilnahme 2022“, so kommentiert es Sebastian Elze, der u. a. für das autonome Gesamtsystem InterRoC verantwortliche Projektleiter aus dem Bereich Forschung & Technologie der Rheinmetall Landsysteme.
Trotz dieser Herausforderungen absolvierte das Team den größten Teil der Strecke im Konvoi Modus ohne GPS, da das Gelände mit dichtem Laub bewachsen war. „Dies ist das erste Mal, dass wir diese neue spezifische Fähigkeit demonstriert haben, die ein bedeutendes Upgrade für das PATH A-Kit darstellt“, sagte Luc Brunet, Direktor für Robotik und autonome Systeme bei Rheinmetall Provectus. „Wir waren in der Lage, nahtlos zwischen GPS-fähigen und GPS-freien Umgebungen zu wechseln, ohne dass es zu einer Beeinträchtigung der Funktionalität oder zu einer spürbaren Veränderung des Betriebs kam.“
Obwohl es sich bei ELROB um eine Veranstaltung ohne Wettbewerbscharakter handelt, die ausschließlich auf Forschung und Entwicklung ausgerichtet ist, fand am Ende des Versuchs eine Preisverleihung statt. So soll den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben werden, Feedback und Erkenntnisse von den Juroren zu erhalten. In diesem Jahr erhielt Rheinmetall den Preis für die beste Konvoi-Leistung, eine Premiere für das Unternehmen und ein wichtiger Meilenstein für das PATH A-Kit.
Neben den bewerteten Szenarien konnte der Bereich autonomes Fahren den vielen Besuchern – unter anderem Generale und weitere Militärangehörige aus diversen Ländern, Vertreter des Bundesministeriums der Verteidigung, des Bundesamtes für Ausrüstung Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und der WTD41 – zusätzlich auf dem freien Präsentationsgelände demonstriert werden. Die Fahrzeuge im Wettbewerb, die auch ausgestellt wurden und für Vorführungsfahrten zur Verfügung standen, fanden bei den Besuchern sehr starken Zuspruch und erregten großes Interesse
Der Bereich Forschung & Technologie der Rheinmetall Landsysteme GmbH aus Unterlüß nahm bereits 2022 im Rahmen des Projektes InterRoC im Bereich automatisierter Konvoi erstmalig als Team InterRoC an diesem Event teil. Damals erreichte er mit einem vom BAAINBw beigestellten und durch die Rheinmetall Landsysteme GmbH integrierten amerikanischen Autonomie-Kit direkt den 2. Platz.
Das Projekt InterRoC wurde vor vier Jahren gestartet, um die Kundenforderungen an zukünftige autonome Logistikfahrzeuge ableiten zu können. Es wird kontinuierlich vom BAAINBw durch Ergänzungsaufträge in Bezug auf die Systemfähigkeiten erweitert. Unter anderem umfasst es zwei militärische HX2-Lkw, die mit Autonomie-Kits und Drive-by-Wire ausgerüstet sind, und sich gegenseitig in einem Leader-Follower-Prinzip folgen. Im Hinblick auf die ELROB 2024 wurde das von Rheinmetall Canada Inc. entwickelte Autonomie-Kit PATH zusätzlich in die Fahrzeuge eingerüstet, sodass die Teilnahme am Wettbewerb mit einer kompletten „Rheinmetall-Lösung“ erfolgen konnte.
Nach 25 Jahren im Dienste der BVL hat Prof. Thomas Wimmer die Funktion des Vorstandsvorsitzenden an Kai Althoff (CEO 4flow SE) übergeben. Althoff wurde vom Vorstand gemeinsam mit Ilse Henne (Vorstandsmitglied thyssenkrupp AG, CEO thyssenkrupp Materials Services) als stellvertretender Vorsitzenden neu in das Präsidium der BVL gewählt. Aus dem Präsidium ebenfalls ausgeschieden ist Frank Dreeke (Vorstandsvorsitzender BLG Logistics Group), der Ende des Jahres turnusgemäß auch den BVL-Vorstand verlässt. Für Kontinuität im Präsidium sorgt Rechnungsführer Stephan Wohler (Vorstand Edeka Minden-Hannover). Damit ist im BVL-Präsidium wieder die bewährte Kombination aus drei Wirtschaftsbereichen erreicht: Industrie (Ilse Henne), Handel (Stephan Wohler) sowie Dienstleistung und IT (Kai Althoff).
Kai Althoff ist neuer Vorstandsvorsitzender der BVL / Ilse Henne komplettiert als stellvertretende Vorsitzende das Präsidium. Prof. Thomas Wimmer war seit 2020 Vorstandsvorsitzender. (von links nach rechts)
Wimmer wurde 1985 Mitglied der BVL und trat 1999 in die Geschäftsführung ein. Seit 2016 war er auch Mitglied des Vorstands und wurde 2020 hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender. Mit dem Wechsel hat die BVL wieder einen ehrenamtlichen Vorstandsvorsitzenden, die hauptamtliche Geschäftsführung in Bremen besteht aus Silke Fischer und Christoph Meyer.
Auf der letzten Mitgliederversammlung der Kameradschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler wurden einige Umbesetzungen im Vorstand vorgenommen.
Als Nachfolger für unseren verstorbenen Kameraden Oberstlt a.D. Koch-Schulte wurde Oberstlt a.D. Trabert zum Beisitzer gewählt.
Da unser Kassenwart Oberstlt a.D. Kanter einen Wohnungswechsel nach Aachen plant, wurde auf der Mitgliederversammlung, als neuer Kassenwart – bereits im Vorgriff – Hptm a.D. Mang gewählt.
Oberstlt a.D. Kanter hat Anfang des Jahres die Kasse an Hptm a.D. Mang übergeben. Bei der letzten Vorstandssitzung wurde Oberstlt a.D. Kanter offiziell verabschiedet.
Vor seiner Zeit bei der Kameradschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler war Oberstlt a.D. Kanter bereits sehr aktiv in der Kameradschaft Aachen tätig, zu der er zurückkehren wird.
Der Vorstand bedankt sich für die gute Zusammenarbeit und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.
Der Vorsitzende der Kameradschaft Bad Neuenahr/Ahrweiler, Oberstlt a.D. Becker (re), verabschieded den langjährigen Kassenwart Oberstlt a.D. Kanter (li).
Die „Zeitenwende“ findet auch bei unserem größten Nachbarn statt, die französischen Landstreitkräfte werden konsequent auf ihre Aufgaben im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung ausgerichtet. Hieran hat auch das Deutsche Heer unmittelbaren Anteil – einige deutsche Offiziere besetzen Schlüsselpositionen im Rapid Reaction Corps France in LILLE.
Das Rapid Reaction Corps France (RRC-FRA) ist, ebenso wie das französische Heeresführungskommando (C.F.O.T.), im äußersten Norden des Landes, unweit der belgischen Grenze beheimatet. Die Indienststellung in 2005 erfolgte zwar um einige Jahre später als die vergleichbarer Korpsstäbe in anderen europäischen Staaten, ging aber der französischen Rückkehr in die integrierte Kommandostruktur der NATO noch um vier Jahre voraus. Nicht nur in zeitlicher Hinsicht fungiert das RRC-FRA somit und bis heute als Bindeglied zwischen der NATO und den französischen Streitkräften: Es ist die höchste verlegefähige Kommandobehörde der französischen Armee, in dieser Rolle federführend in der Beübung der beiden Heeresdivisionen sowie maßgeblich beteiligt an der Umstrukturierung der französischen Landstreitkräfte hin zu einer „Armee der fünften Dimension“ und „Start-Up Army“, wie es der französische Inspekteur des Heeres, General Pierre Schill, im Dezember 2023 betonte. Zugleich reiht es sich ein in die NATO-Streitkräftestruktur (kurz: NFS, engl. NATO Force Structure) als einer von insgesamt zehn verlegefähigen Korps-Stäben, die generisch neuerdings als „NATO Response Corps (NRC)“ bezeichnet werden. Die nun knapp zwanzigjährige Geschichte des Korps ist gekennzeichnet von der Bewährung in häufig wechselnden Rollen. So erfolgte zunächst die Zertifizierung zur High Readiness Force 2007, sodann zum Land Component Command (LCC) der NATO Response Force 2008, 2014 und 2022 – jeweils gefolgt von Phasen erhöhter Bereitschaft; ferner die Entsendung von Personal zu Stabilisierungsoperationen nach Afghanistan (ISAF/RSM) und als European Forces in den Tschad sowie die Zentralafrikanische Republik. Darüber hinaus werden seit 2015 kontinuierlich aus dem Stab heraus Kräfte zu den inländischen Antiterror-Operationen „Vigipirate“ bzw. „Sentinelle“ abgestellt. Im März 2024 wurde die Zertifizierung als NATO Warfighting Corps im Zuge der Übung LOYAL LEDA 24 abgeschlossen. Das Korps ist befähigt, bis zu fünf Divisionen und Korpstruppen, insgesamt rund 100.000 Soldaten, in einem Konflikt mit hoher Intensität zu führen. In die aktuellen Verteidigungsplanungen der NATO ist das RRC-FRA eng eingebunden. Es ist zu erwarten, dass die Rolle des Korps anlässlich des Washingtoner Jubiläumsgipfels der Allianz im Juli 2024 bestätigt werden wird. Bis auf weiteres soll es sodann bei dieser zugewiesenen Rolle bleiben, die erforderlichen Fähigkeiten werden durch geeignete Ausbildungs- und Übungsprogramme auch über Personalwechsel hinweg aufrechterhalten.
Die insgesamt rund 430 Soldaten stammen aus 14 Nationen, mit Frankreich als Gastgeber- und einziger Rahmennation. Die Nachbarländer Deutschland und Belgien stellen die nächstgrößeren Kontingente und besetzen Schlüsselpositionen. So ist der Stellvertreter des Kommandierenden Generals (Deputy Commander, DCOM) seit 2005 durchgehend ein deutscher Generalmajor, zudem dienen deutsche Offiziere in den Abteilungen G7 und G5 an besonders hervorgehobener Stelle. In den Abteilungen G2, G35, G4, G6 und Feuerunterstützung (JFIT) nehmen weitere deutsche Offiziere maßgeblichen Einfluss vor allem auf die Planungsarbeit. Insgesamt dienen beim RRC-FRA 14 deutsche Heeressoldaten, davon zwei in einem nationalen Unterstützunsgelement. Die vereinbarte Arbeitssprache ist Englisch, die Stabsverfahren orientieren sich an den Vorgaben der NATO – soweit jedenfalls die Theorie. Tatsächlich kann jedoch mit Blick auf die nationalen Anteile des Aufgabenspektrums weder in Gänze auf die Nutzung der französischen Sprache verzichtet werden noch auf die Kenntnis und fallweise Anwendung der nationalen Militärdoktrin. Diese teils widerstreitenden Belange immer wieder in einen sinnfälligen Ausgleich zu bringen, macht u.a. für das entsandte deutsche Personal die Herausforderung, nicht zuletzt aber auch den Reiz einer Verwendung beim RRC-FRA aus.
Die Rückbesinnung auf Landes- und Bündnisverteidigung als Raison d’être des Militärs wurde besonders deutlich im Zuge der letztjährigen, vierteiligen Übungsserie ORION 23 demonstriert. Unter Beteiligung zahlreicher NATO-Partner, darüber hinaus aber auch beispielsweise indischer Truppenteile, wurde über Monate hinweg die Intensivierung konventioneller wie auch hybrider Bedrohungen geschildert, denen durch abgestufte, sich ebenfalls steigernde Gegenmaßnahmen letztlich erfolgreich begegnet wurde. Nicht zuletzt durch die enthaltenen Volltruppenanteile handelte es sich bei ORION 23 um ein Übungsvorhaben, das in Frankreich, aber auch in weiteren Teilen Europas ohne Beispiel seit 1987 war, also seit der Spätphase des Kalten Krieges. Das Rapid Reaction Corps France spielte eine Schlüsselrolle bei der Vorbereitung und ebenfalls in der Durchführungsphase – mit Teilen im Leitungsdienst, aber auch als Teil der Übungstruppe. Das erfolgreiche Großprojekt soll in 2026 eine Wiederholung erfahren, und erneut ist RRC-FRA im vorgenannten Umfang beauftragt worden. Bis dahin liegen die Arbeits- und Übungsbeziehungen zwischen RRC-FRA und den Truppenteilen und Dienststellen des französischen Heeres jedoch keineswegs brach. Vielmehr wird der Übungskalender mit Blick v.a. auf die beiden Heeresdivisionen deutlich verdichtet. Für diese beiden Großverbände ist ein alternierender Rollenwechsel im Rhythmus von jeweils drei Jahren vorgesehen, zwischen dem Verantwortungsbereich „Europa“ und „übrige Welt“. Ersteres zielt v.a. auf den Beitrag Frankreichs zur atlantischen Allianz, letzteres vorrangig auf überseeische französische Territorien sowie die Region Afrika / Naher Osten. Hierdurch ergeben sich für die Soldaten des Deutschen Anteils einmalige Einblicke sowohl hinsichtlich der französischen Positionierung und Mitwirkung im Bündnis wie auch bezüglich der nationalen Interessenverfolgung in aller Welt.
Abschließend noch einmal ein Blick auf LILLE, die Heimat des RRC-FRA. Die Stadt, Herzstück des viertgrößten französischen Ballungsraumes und zugleich auch einer grenzüberschreitenden europäischen Metropolregion, hat den Soldaten und deren Familien viel zu bieten. Viel Grün, zahlreiche Gewässer, sehenswerte historische Bausubstanz und ein ausgefeiltes Nahverkehrssystem, zudem meist kurze Wege – viel mehr kann man von seiner Garnison kaum erwarten. Sollte man dennoch einmal auf Reisen gehen wollen oder müssen, so profitiert man vor allem von der exzellenten Anbindung auf dem Schienenweg: Eine Stunde Fahrzeit nach Paris, eine halbe nach Brüssel oder ca. 80 Minuten nach London – auch in dieser Hinsicht wird man es schwerlich besser treffen können. Ein weiteres Highlight dieser Attraktivitätsfaktoren stellt das von RRC-FRA genutzte Stabsquartier dar – die in unmittelbarer Innenstadtnähe gelegene Zitadelle von LILLE. Zwischen 1668 und 1671 wurde sie nach den Plänen des Marschalls Sébastien Le Prestre de Vauban gebaut, eben jenes Großmeisters der Ingenieurskunst, der für den Bau und die Modernisierung von über 100 weiteren Festungen und Verteidigungsanlagen verantwortlich war. Ludwig XIV. hatte den Bau dieses gewaltigen Verteidigungsrings an den damals neuen Grenzen Frankreichs veranlasst, nachdem er diese Gebiete im Frieden von Aachen zulasten der spanischen Niederlande zugesprochen bekommen hatte. Ungeachtet aller zwischenzeitlichen historischen Wechselfälle hat diese Grenzziehung bis heute im Wesentlichen Bestand.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Dienst im RRC-FRA von den Soldaten des Deutschen Anteils als gleichermaßen sinnstiftend wie attraktiv empfunden wird. LILLE ist nicht nur eine Reise wert – wer darüber hinaus als geeignet für eine hiesige Verwendung identifiziert wird und eine solche angeboten bekommt, sollte zugreifen!
Am 22.05.2024 hatte die Kameradschaft Ulm/Dornstadt die Gelegenheit in der Betreuungsgesellschaft in Sonthofen auf Einladung des CSU-Europaministers Beißwenger und des Arbeitskreises für Sicherheitspolitik der CSU an einer Informationsveranstaltung mit dem Geschäftsführer der Münchner Sicherheitskonferenz Dr. Benedikt Franke teilzunehmen. Er erläuterte in dieser Veranstaltung zunächst in einem kurzen Impulsvortrag und später in einem Podiumsgespräch mit CSU-Europaminister Beißwenger seine Sicht zu den aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen und der Rolle der Europäischen Union in diesem Spannungsfeld.
Der Geschäftsführer der Münchner Sicherheitskonferenz Dr. Benedikt Franke informiert zu seine Sicht zu den aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen und der Rolle der Europäischen Union in diesem Spannungsfeld.
Die sicherheitspolitische Lage in der Welt und insbesondere in der Ukraine und im Gazastreifen spitzt sich weiter zu. Putin droht dem Westen ganz offen auch mit atomaren Waffen und zündelt mit Nadelstichen, wo er nur kann.
Die ordnungspolitische Achsenverschiebung durch autoritäre revisionistische Mächte in der internationalen Politik stellt die größte Herausforderung für den Westen in der 1. Hälfte des 21. Jahrhunderts dar. Es kriselt an vielen Stellen in der Welt. Weitere Kriege würden unser Leben in Wohlstand endgültig beenden.
Die Europäische Union ist derzeit und auch noch für längere Zeit nicht in der Lage, sich aus eigener Kraft gegen jede Art von Angriffen oder Sicherheitsrisiken zu verteidigen. Da muss sich was verändern.
Bei der Lösung der aktuellen Herausforderungen spielt die EU trotz 440 Millonen Einwohner und hoher Wirtschaftskraft eher eine Nebenrolle und wird in der Welt kaum beachtet oder positiv wahrgenommen. Die Länder des globalen Südens verurteilen die Doppelmoral des Westens, vor allem der ehemaligen Kolonialmächte und sind anfällig für die auf den ersten Blick positiven Angebote und Hilfen Chinas oder Russlands. Der Westen verspielt durch sein wankelndes, manchmal fragwürdiges, aktives oder passives Verhalten in den Organisationen der Vereinten Nationen seine Glaubwürdigkeit. Dies trägt nicht zum Erhalt unserer regelbasierten Weltordnung bei.
Podiumsgespräch des CSU-Europaminister Eric Beißwenger (rechts) mit dem Geschäftsführer der Münchner Sicherheitskonferenz Dr. Benedikt Franke (links).
Der Westen und damit auch die EU wäre gut beraten, sein eigenes Gesellschaftsmodell besser zu kommunizieren und für unsere Werte, Lebensweisen und Stärken des demokratischen Zusammenlebens sowie der daraus entwickelten Wirtschaftkraft zu werben und zu überzeugen. Dies funktioniert am sinnvollsten über Netzwerke, Ausbildungsangebote und Gespräche auf Augenhöhe. Wir müssen uns als Partner erweisen und Gemeinschaft schmieden.
Die Gäste kamen in der Betreuungsgesellschaft in Sonthofen zur Informationsveranstaltung zusammen.
Damit schließt sich der Kreis zu unserem Netzwerk des blauen Bund e.V. und soll Ermunterung sein, für die Teilnahme an weiteren interessanten Veranstaltungen und die Teihabe an der Gestaltung unserer Welt. Überlassen wir das nicht den anderen!
Nur wenige Monate nach dem Baubeginn des größten Schiffbauprojektes in der Geschichte der Deutschen Marine fand am 03. Juni 2024 – im Beisein von Verteidigungsminister Boris Pistorius, der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, und dem Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen, Stephan Weil – die feierliche Kiellegung der ersten von vier beauftragten Fregatten der Klasse 126 (F126) statt.
Im Rahmen der traditionellen Kiellegung nagelt Verteidigungsminister Pistorius, neben den weiteren Ehrengästen, eine Münze auf ein Holzbrett
„Vor etwa einem halben Jahr hat an diesem Ort der Eintritt in die Bauphase des größten Schiffprojekts der Bundeswehr begonnen. Mit der heutigen Kiellegung feiern wir nicht nur symbolisch einen Meilenstein auf dem Weg zu unserer neuen Fregattenklasse“, sagte Minister Pistorius im Rahmen der feierlichen Zeremonie.
Die Fregatte 126 sei ein einzigartiges Schiff mit herausragenden technologischen Fähigkeiten. Sie stehe für ihn für drei Dinge: Für die Zeitenwende, für Deutschlands Einsatz für die internationale Ordnung und sie stehe für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit, so Pistorius weiter.
Minister Pistorius während seiner Rede zur Kiellegung der ersten F126
Die sogenannte Kiellegung stellt einen traditionellen Meilenstein in der Schifffahrt dar. Minister Pistorius nagelte, neben den weiteren Ehrengästen, hierbei selber eine Münze auf ein Holzbrett, welches anschließend durch die Schiffbauer auf die „Pallung“ – einen Bereich am Kielblockträger – der künftigen Fregatte „Niedersachsen“ geschlagen wurde.
Zwei Schiffbauer bringen die genagelten Münzen an der „Pallung“ – einem Bereich am Kielblockträger – der künftigen Fregatte „Niedersachsen“ an
Die vier Fregatten F126 werden an verschiedenen Werften produziert. So wird das Hinterschiff in der Peene-Werft in Wolgast gebaut. Die German Naval Yards Kiel GmbH baut das Vorschiff und Blohm+Voss Hamburg integriert beispielsweise Sensoren und Effektoren und übernimmt die Endmontage der F126.
Mitte 2028 soll das heute auf Kiel gelegte erste Schiff an die Deutsche Marine übergeben werden. Bis 2032 sollen die drei weiteren Fregatten folgen.
Die Fregatten F126 haben eine Länge von 167 Metern, eine Breite von rund 21 Metern und eine Verdrängung von circa 10.000 Tonnen. Mit einer Besatzungsstärke von 125 Personen werden die Schiffe für den weltweiten Einsatz im gesamten Intensitätsspektrum zur dreidimensionalen (zu Luft, Über- und Unterwasser) Seekriegführung befähigt sein.
Zu den wichtigsten Aufgaben gehören die Seeraumüberwachung, das Durchsetzen von Embargos, das Unterstützen von Spezialkräften sowie Evakuierungsoperationen. Die Aufgabenwahrnehmung wird unterstützt durch die Einrüstung von speziellen Missionsmodulen, mit denen das Schiff durch standardisierte Ausrüstungs- und Personalpakete für bestimmte Einsätze angepasst werden kann.
Die Bundeswehr hat knapp eine Million Nebelhandgranaten für die Truppe bestellt. Ein entsprechender Rahmenvertrag zur Herstellung und Lieferung wurde am 22.05.2024 durch die Präsidentin des Beschaffungsamtes der Bundeswehr, Annette Lehnigk-Emden, mit dem Hersteller Rheinmetall Waffe Munition GmbH geschlossen. Insgesamt können aus der Vereinbarung über die kommenden Jahre bis zu 1,5 Millionen Nebelhandgranaten des Typs DM 45 beschafft werden. Zuvor hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages das Vorhaben im Rahmen einer sogenannten „25-Millionen-Vorlage“ gebilligt.
Finanziert aus dem Sondervermögen der Bundeswehr hat die jetzt geschlossene Vereinbarung – bei Beauftragung der knapp eine Million Nebelhandgranaten – ein Volumen von rund 67 Millionen Euro. Dadurch ist ein jährlich flexibler Abruf der Munition anhand des identifizierten Bedarfes für die Truppe bis zum Jahr 2027 möglich.
Die Granate mit der offiziellen Bezeichnung „Granate, Hand, DM45, 800 g, KM“ ist seit Mitte der 1990er-Jahre bei der Bundeswehr eingeführt. Anders als Antipersonenhandgranaten findet bei dieser Munition keine Explosion statt. Die pyrotechnische Ladung in der Granate erzeugt beim Abbrennen starken Rauch. Die dadurch entstehende Nebelwand kann gegnerischen Kräften die Sicht nehmen und die Bewegungen der eigenen Truppe verschleiern. Die Nebelhandgranate erfüllt die im Rahmen von Ausbildung, Übung und Einsatz gestellten Anforderungen der Truppe umfänglich.