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Neue Ausgabe: „Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung“ 1/2026

70 Jahre Teilstreitkräfte: In der neuen Ausgabe der „Militärgeschichte“ steht die Aufstellung der Teilstreitkräfte der Bundeswehr im Fokus. Außerdem geht es um die Geschichte der Ortskräfte der Bundeswehr in Kambodscha und Somalia, die Geschichte des strategischen US-Stützpunktes Diego Garcia und die Schlacht von Verdun.

70 Jahre Teilstreitkräfte

Am 20. Januar 1956 führte Bundeskanzler Konrad Adenauer den ersten Truppenbesuch in der Geschichte der Bundesrepublik durch. Sein Besuch in Andernach markiert einen historischen Moment. Er stand am Anfang eines langen und herausforderungsreichen Aufstellungsprozesses, den Mischa Bose in seinem Beitrag näher beleuchtet. Die Bundeswehr musste aufgrund der kompletten Demilitarisierung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen Bereichen praktisch aus dem Nichts aufgebaut werden. Und dies unter höchstem Zeitdruck, denn im Kalten Krieg war die Bedrohungslage akut und der Feind stand nur wenige hundert Kilometer entfernt.

Insbesondere was Material und Personal anbelangte, gab es in den ersten Jahren einige Überschneidungen zwischen den neuen bewaffneten Organen der Bundesrepublik, der Bundeswehr und dem Bundesgrenzschutz. Die ersten Einheiten des Bundesgrenzschutzes wurden als „Polizei des Bundes“ bereits 1951 aufgestellt. Mit Gründung der Bundeswehr 1955 wechselte über die Hälfte des dortigen Personals zu den neuen Streitkräften. Dass die Unterscheidung beider Organisationen nicht immer ganz einfach fällt, erläutert Klaus Storkmann in seinem Beitrag für „Militärgeschichte im Bild“.

Ortskräfte im Einsatz

Von diesen Anfängen bis zu den umfänglichen Auslandseinsätzen der Bundeswehr vergingen mehrere Dekaden. Dabei spielten von Beginn an Ortskräfte für die deutschen Streitkräfte eine zentrale Rolle, um in unbekannten Regionen und Kulturen ihre Missionen durchführen zu können. Doch die besonderen Herausforderungen, die mit dieser Zusammenarbeit einhergingen, offenbarten sich nicht erst in Afghanistan. Sie zeigten sich schon bei den ersten Einsätzen der Bundeswehr in Kambodscha und Somalia, wie Torsten Konopka und Emma Bessi in ihrem Beitrag ausführen.

Diego Garcia

Dass eigene strategische Interessen sich manches Mal an weit entfernten Orten manifestieren, zeigt sich beispielhaft an der kleinen Insel Diego Garcia. Bereits 1810 gelangte sie unter britische Herrschaft, 1965 überließ die britische Regierung Diego Garcia den USA als Stützpunkt. Noch während des Kalten Krieges stationierten diese dort B-52-Langstreckenbomber. Sowohl die räumliche Nähe zu Afrika und der Golfregion als auch zu China verleihen der Insel bis heute einen hohen strategischen Wert, den aufzugeben ein herber Verlust wäre. Gerhard Altmann gibt vor diesem Hintergrund einen kurzen Überblick über die bewegte Geschichte der Kolonialisierung und Dekolonialisierung des kleinen Korallenatolls im Indischen Ozean.

Frauen an der Waffe

Diskussionen über die Wiedereinführung der Wehrpflicht drehen sich aktuell auch immer wieder um die Frage, ob Frauen nicht ebenfalls für den „Dienst an der Waffe“ gemustert werden sollten. Doch dem steht bislang das Grundgesetz im Weg, das ausschließlich Männer der Wehrpflicht unterwirft. Das „Frauen an der Waffe“ ein kontrovers diskutiertes und zugleich jahrtausendealtes Thema sind, zeigt Nils Birk in seinem Beitrag für die Rubrik „Im Blickpunkt“ auf.

Verdun

Manche Schlachten haben sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Hierzu gehört die Schlacht von Verdun, die vor 110 Jahren, im Februar 1916, begann und später als „Blutpumpe“ oder „Knochenmühle“ von Verdun in die Geschichtsbücher einging. Die Kämpfe markierten den Beginn der großen Materialschlachten, das Deutsche Heer zog aus ihnen taktische Lehren zum Gefecht der verbundenen Waffen. Doch der Blutzoll für diesen Lernprozess war hoch: Auf beiden Seiten fielen hunderttausende Soldaten in den Gefechten, deren Andenken noch heute im Beinhaus von Douaumont bewahrt wird. Ein analytischer Überblick von Christian Stachelbeck.

Die Ausgabe finden Sie kostenlos zum Download auf unserer Website.

Quelle: Pressestelle ZMSBw/Bildrechte: SKA/IMZBw

Kärcher Futuretech GmbH – Sales Manager (m/w/d) Bundeswehr/NATO/EU

 

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  • Sie übernehmen einen gut gepflegten Kundenstamm von militärischen Beschaffungsbehörden (Bundeswehr und ausgewählte Länder innerhalb der NATO/EU), identifizieren aber auch Entscheidungsträger und Umsatzpotenziale bei weiteren relevanten Organisationen und Behörden, a. durch die Teilnahme an Messen und Konferenzen.
  • Sie tragen die Umsatzverantwortung für einen der Hauptkunden des Unternehmens, identifizieren laufend neue Vertriebsmöglichkeiten und sind verantwortlich für die Akquise neuer Aufträge. Als Basis des Erfolgs dient der Aufbau und die Pflege von langfristigen Kundenbeziehungen zu relevanten Entscheidungsträgern.
  • Sie präsentieren dem anspruchsvollen militärischen Kundenkreis neue Konzepte und bestehende Produkte und erarbeiten auf Basis kundenseitiger Anforderungen erste Lösungsvorschläge.
  • Sie führen individuelle Marktanalysen durch, identifizieren entsprechende Besonderheiten und erarbeiten Strategien zur Marktbearbeitung. Idealerweise hilft Ihnen dabei Ihre bereits vorhandene militärische

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  • Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse sowie sowohl mündlich als auch schriftlich hohe kommunikative Kompetenzen.
  • Verkaufstalent und Verhandlungsgeschick, pragmatisches Denken und Handeln und ein sicheres Gespür für den Umgang mit unterschiedlichen Mentalitäten runden Ihr Profil

 

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  • Mobilität auf Sie zugeschnitten: Fahrtkostenzuschuss für den ÖPNV von 60%, attraktive Entgeltumwandlungsmodelle zum Leasing von Fahrrad oder PKW, Prämien für Radfahrer*innen.
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Laden Sie einfach Ihren Lebenslauf online hoch und hinterlassen Sie Ihre Kontaktinfos. Wir freuen uns darauf, Sie von Ihrer persönlichen WOW-Seite kennenzulernen! Wir begrüßen die Bewerbung von Menschen mit Behinderung, deren Integration uns ein besonderes Anliegen ist.

 

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Frederik Lohse I Head of Talent Acquisition

Kärcher Futuretech GmbH – Sales Manager (m/w/d) North and Eastern Europe

 

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  • Die bestehenden Partnerstrukturen führen Sie fort und bauen sie kontinuierlich weiter
  • Dazu gehört die kontinuierliche Marktbeobachtung und Identifizierung von relevanten Fähigkeitslücken in den jeweiligen Ländern sowie des lokalen Wettbewerbs.
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Es wäre WOW, wenn Sie das hier mitbringen:

 

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  • Von Vorteil ist eine mehrjährige militärische Ausbildung (z.B. SaZ 12) einschlägige Erfahrung im militärischen Umfeld und idealerweise Berufserfahrung im Vertrieb.
  • Verhandlungssichere Deutsch- und Englischkenntnisse sowie idealerweise weitere
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  • Technisches Verständnis sowie fundiertes Know-how in MS Office Google Workspace.
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Unser Kärcher WOW-Paket:

 

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  • Die richtigen Leute, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, mit der richtigen Perspektive: Klingt kompliziert? Nicht für Wir unterstützen Sie bei Ihrer individuellen Entwicklung mit unserem Talentmanagement-Prozess und einem umfangreichen Weiterbildungsangebot.

 

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Personalveränderungen in militärischen und zivilen Spitzenpositionen – Dezember 2025

Im November 2025 wurden folgende Personalmaßnahmen in Spitzenstellen wirksam:

Personalmaßnahmen in militärischen Spitzenstellen:

Bundesministerium der Verteidigung
Flottillenadmiral Matthias Potthoff, zuletzt Kommandeur Marineunterstützungskommando in Schortens, wird nun als Unterabteilungsleiter IC I im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn eingesetzt.

Marine
Kapitän zur See David Helmbold, zuletzt Referatsleiter IC I 5 im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, wird nun als Kommandeur Marineunterstützungskommando in Schortens eingesetzt.

Quelle:

Bundesministerium der Verteidigung
Autor: Presse- und Informationszentrum Personal

Boris Pistorius bei der Bundeswehrtagung 2025: Verteidigung ist Teamarbeit

„Einsatzbereitschaft stärken. Aufwuchs beschleunigen. Sicherheit garantieren“ – so das Motto der Bundeswehrtagung 2025. Minister Boris Pistorius hielt bei dem Spitzentreffen am 7. November 2025 in Berlin eine programmatische Rede zur Ausrichtung der Truppe. Dabei mahnte er die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Sicherheit Deutschlands an.

Der rasche personelle und materielle Aufwuchs der Bundeswehr sei entscheidend für die weitere Umstellung auf die Landes- und Bündnisverteidigung, so Minister Pistorius auf der Bundeswehrtagung

Bei dem zweitägigen Treffen ging es um die programmatische Ausrichtung der Bundeswehr und um die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen. Die politische und militärische Führung der Bundeswehr nahm bei der Bundeswehrtagung 2025 eine Bestandsaufnahme vor und richtete den Blick in die Zukunft. Das Spitzenpersonal der Bundeswehr, dazu Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verbänden, Industrie und Think Tanks sowie Forschung und Kommunen waren gekommen – insgesamt rund 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Videobotschaft des Bundeskanzlers

Nach dem bundeswehrinternen Teil der Tagung am ersten Tag standen am zweiten Tag die gesamtstaatlichen Aufgaben der Verteidigung im Fokus. Nach der Begrüßung durch Verteidigungsminister Boris Pistorius wurde eine Videobotschaft von Bundeskanzler Friedrich Merz eingespielt, der bei der Weltklimakonferenz COP 30 im brasilianischen Belém weilte. Minister Pistorius betonte vorab, die Grußbotschaft des Kanzlers unterstreiche einmal mehr die Bedeutung dieser Tagung und die starke Unterstützung der gesamten Bundesregierung für das Thema Sicherheit.
Bundeskanzler Merz sagte, seit dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine sei Frieden in Europa keine Selbstverständlichkeit mehr. „Wir wollen die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee in Europa machen“, erklärte der Kanzler. „Wichtige Vorhaben hat die Bundesregierung bereits auf den Weg gebracht. Eine verlässliche Finanzierung für die Bundeswehr, beschleunigte Beschaffungsverfahren, die Einrichtung eines nationalen Sicherheitsrates“, zählte der Kanzler auf. Das alles sei auch Verdienst von Verteidigungsminister Boris Pistorius, so Merz weiter. An die Führungskräfte der Bundeswehr gab er die Devise aus: „Möglich machen lautet das Gebot der Stunde.“

Zeitenwende hat sehr vieles angestoßen

Verteidigungsminister Pistorius betonte, mit der Zeitenwende sei sehr vieles angestoßen worden – Strukturen seien verändert, Prozesse beschleunigt und Fähigkeiten ausgebaut worden. „Wir sind mitten dabei, die Bundeswehr konsequent auf Landes- und Bündnisverteidigung auszurichten“, stellte Pistorius fest. Jedoch sei auch klar, dass dieses Ziel noch nicht erreicht sei. Der materielle und personelle Aufwuchs der Bundeswehr müsse rasch umgesetzt werden, so der Minister.

Aufträge und Reorganisation

Der Aufwuchs der Truppe mit Material und Personal – Neuer Wehrdienst, Reserve und aktive Soldatinnen und Soldaten – stehen unter anderem ganz oben auf der Prioritätenliste des Ministers. Dazu erteilte Pistorius konkrete Aufträge an das Leitungspersonal seines Hauses:

– Ausarbeitung einer „Strategie der Reserve“ bis Ostern 2026
– Ausarbeitung eines Aufwuchsplans für die aktive Truppe bis Ostern 2026. Dieser solle konkrete Maßnahmen und quantifizierbare Meilensteine enthalten.
– Für einen schnelleren Aufwuchs beim Material soll die Struktur des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) überarbeitet werden.
– Vorstellung der Militärstrategie der Bundeswehr bis zum Frühjahr 2026
– Überarbeitung des Fähigkeitsprofils der Bundeswehr auf Grundlage der Militärstrategie
– Erstellung eines Vorschlagspapiers zur Überarbeitung des Planungsprozesses zur Beschaffung von Rüstungsgütern. Schnelligkeit und Innovation bei der Beschaffung sollen gefördert werden.
– Den Anteil für Forschung und Entwicklung in zukünftigen Verteidigungsetats angemessen und signifikant zu erhöhen.

Zudem beabsichtigt Pistorius aktive Soldatinnen und Soldaten, die kurz vor dem Ausscheiden aus der Truppe stehen, per Brief anzuschreiben und sie dafür zu gewinnen, länger zu bleiben.

Sicherheit ist mehr als nur Aufgabe der Bundeswehr

Boris Pistorius machte klar, worum es ihm vor allem geht: Verteidigung in Deutschland sei mehr als nur eine Aufgabe der Bundeswehr. Sicherheit entstehe nur dann, wenn Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenarbeiteten.

Sie alle seien Teil der Gesamtverteidigung und trügen Verantwortung dafür, dass Deutschland und Europa verteidigungsfähig blieben. Dafür liege mit dem Operationsplan Deutschland der Bundeswehr eine Agenda vor. Es gelte, den Gedanken der Gesamtverteidigung wirklich zu leben.

In diesem Kontext begrüßte der Minister ausdrücklich die Einsetzung des Nationalen Sicherheitsrats, der erst kürzlich seine erste Sitzung hatte.

„Entbürokratisierungsagenda 2.0“

Verteidigungsminister Pistorius erteilte auf der Bundeswehrtagung konkrete Aufträge an seine Staatssekretäre sowie den Generalinspekteur, um die Bundeswehr weiter zügig zu ertüchtigen

Für die Bundeswehr machte Boris Pistorius klar, er sei fest entschlossen, den Auftrag der Bundeswehr im Rahmen der Gesamtverteidigung weiter auszuführen. Er wandte sich ausdrücklich an die Vorgesetzen der Soldatinnen und Soldaten. Es gehe darum, nicht mehr zu verwalten, sondern zu führen. Dazu gehöre auch eine neue Fehlerkultur in der Truppe. Vorschriften müssten der Bewältigung des Auftrags dienen. Deshalb hat Verteidigungsminister Boris Pistorius Staatssekretär Jan Stöß damit beauftragt, bis Ostern 2026 eine „Entbürokratisierungs- und Modernisierungsagenda 2.0“ für den Geschäftsbereich des Verteidigungsministeriums zu erstellen.

Truppe braucht den Rückhalt der Gesellschaft

Minister Pistorius unterstrich, die Bundeswehr könne ihre Aufgaben nur erfüllen, wenn sie Rückhalt, Verständnis und Unterstützung in der Gesellschaft habe. Er zitierte die Worte eines Soldaten, der gesagt hatte: „Ich kann nur kämpfen, wenn eine resiliente Gesellschaft hinter mir steht.“ Pistorius zeigte sich überzeugt davon, dass die Streitkräfte diese Unterstützung bekämen. Das dokumentierten die steigenden Bewerbungszahlen und das zeigten die vielen positiven persönlichen Erlebnisse von Bundeswehrangehörigen in den vergangenen Monaten – so etwa beim Tag der Bundeswehr, bei öffentlichen Gelöbnissen, am Bahnsteig oder auch an der Autobahnraststätte.

Verteidigungsfähigkeit beginnt in den Köpfen

„Verteidigungsfähigkeit beginnt nicht erst auf dem Gefechtsfeld“, unterstrich Pistorius. Sie beginne in den Köpfen und mit der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Es gelte, diese Haltung zu fördern – durch Klarheit in der Politik, durch Verlässlichkeit in der Führung, durch Transparenz im Handeln. Es gehe um umfassende Gesamtverteidigung, die alle Bereiche des Landes einbinde und keinen der wichtigen Player zurücklasse.

Insgesamt, so resümierte Pistorius, sei der Reformprozess der Bundeswehr schon sehr erfolgreich. Der Pulsschlag der Truppe sei schon jetzt kraftvoller als in den vergangenen Jahren. Finanziell gesehen habe die Bundeswehr jetzt „volle Akkus.“ Bedrohungslage gehe vor Kassenlage. Und bei der Unterstützung der Ukraine liege Deutschland mittlerweile nicht nur in Europa klar auf Platz eins, sondern auch weltweit.

„Wir brauchen in vielen Bereichen neue, tragfähige Lösungen“, so der Minister. „Wir müssen schneller werden.“ Auf diesem Weg gebe es aber bereits jetzt historische Meilensteine, so etwa die voranschreitende Aufstellung der „Brigade Litauen“ und den beschleunigten Bau neuer Infrastruktur für die Bundesehr im Inland – so sollen in kürzester Zeit 297 neue Gebäude erstellt werden.

„Es ist jetzt die Zeit, die Bundeswehr neu auszurichten“, betonte der Minister. „Wir haben keine Zeit zu verlieren.“ Es gehe nicht mehr nur um abstrakte Bedrohungsszenarien, so Boris Pistorius. Russland rüste für einen weiteren Krieg.

Krieg muss wieder gedacht werden

Bei allen Planungen und Konzeptionen müsse immer die Einsatzbereitschaft der Soldatinnen und Soldaten im Mittelpunkt stehen, betonte Generalinspekteur Carsten Breuer

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, unterstrich in seinem Impulsvortrag: Krieg müsse wieder gedacht werden. Das sei in Deutschland zu lange nicht gemacht worden – und es sei zu häufig anderen überlassen worden. Es sei eine Zeit, in der über Sicherheit nicht mehr nur geredet werden könne. Sicherheit müsse neu gedacht, neu organisiert und immer wieder neu verteidigt werden. Die größte Bedrohung gehe von Russland aus. Im Hinblick auf Russlands völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine und Moskaus Annahme, diesen Krieg gewinnen zu können, sagte Breuer: „Wir müssen verhindern, dass Russland erneut zu einer solchen Fehleinschätzung kommt. Russland darf niemals annehmen, dass es einen Krieg mit der NATO gewinnen kann.“

Frieden und Stabilität in Deutschland seien nicht mehr sicher, so der oberste Soldat der Bundeswehr. An ihre Stelle getreten sei eine Welt kaum noch verschleierter Konkurrenzen, dazu kämen Klimawandel und Ressourcenknappheit. Neben der Hauptbedrohung durch Russland kooperierten China, Russland, Iran und Nordkorea umfassend. Ihr Ziel sei, die Handlungsfähigkeit des Westens, und damit Deutschlands, einzuschränken und politische Entscheidungen zu beeinflussen.

In strategischen Räumen planen und handeln

Angesichts dieser Lage genüge es nicht mehr, in Einsatzgebieten zu denken, so der Generalinspekteur. Es müsse in strategischen Räumen geplant und gehandelt werden, in denen alle Instrumente staatlicher Machtentfaltung zusammenkämen: „All Instruments of Power“. Breuer sagte: „Die Frontlinien verlaufen nicht mehr entlang von Grenzen, sondern entlang von Systemen – Energie, Kommunikation, Daten und Transport. Aber eben auch zwischen Werten und Vorstellungen.“

Das alles verlange von der Bundeswehr nach einem Denken in Zusammenhängen, nicht in Zuständigkeiten. Das gelte aber nicht nur für die Streitkräfte, betonte General Breuer.

Die Bundeswehr solle zur stärksten konventionellen Armee in Europa werden. Keinen geringeren Anspruch formulierte Bundeskanzler Merz in seiner Videobotschaft.

Der Mensch bleibt zentral für die Kriegsführung

Die Bundeswehr kann laut Breuer in dieser Zeit nur bestehen, wenn sie rasch aufwächst. An einem Neuen Wehrdienst werde gearbeitet. 460.000 Soldatinnen und Soldaten seien für den Aufwuchs der Streitkräfte insgesamt die Zielvorgabe.

Das Verteidigungsministerium sei im Hinblick auf die strategischen militärischen Fragen neu aufgestellt worden – mit dem neuen Element „Gesamtkonzeption und Planung militärische Verteidigung“, wo militärstrategische Themen durchdacht und verknüpft werden.

Breuer unterstrich nachdrücklich: Für ihn stehe die Einsatzbereitschaft der Soldatinnen und Soldaten im Mittelpunkt. Der Mensch bleibe zentral für die Kriegsführung.

„Es geht um die Soldaten, die an vorderster Front kämpfen“, so Breuer. Die Truppe brauche Mittel und Fähigkeiten. Diese seien auf den Weg gebracht worden. „Für eine Bundeswehr, die erfolgreich kämpft und die strategisch denkt und handelt.“ Fight Tonight laute die Devise, und zwar nicht erst 2029 sondern schon jetzt. Die aktuelle Lage sei eine dämmerige Übergangszeit, in der nicht Krieg aber auch nicht mehr ganz Frieden sei, so der Generalinspekteur.

Erstveröffentlichung auf der Internetseite der Bundeswehr, 07.11.2025, www.bundeswehr.de

Autor: Jörg Fleischer

Bilder: ©Bundeswehr/Christian Vierfuß

Lieferketten – der unterschätzte Engpass der deutschen Rüstungsindustrie

Die europäische Rüstungsindustrie erlebt gerade einen historischen Boom. Milliarden fließen in neue Systeme, Fertigungslinien und Programme – die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Doch während überall über Kapazitäten, Technologien und Fachkräfte gesprochen wird, bleibt ein kritischer Erfolgsfaktor erstaunlich leise: die Lieferkette.

Wer heute über Produktionssteigerung redet, sollte nicht nur auf Maschinenparks und die eigenen Kapazitäten schauen. Sondern auf Fähigkeiten der Lieferanten. Denn Geschwindigkeit entsteht nicht nur an der eigenen Werkbank – sondern in der Art, wie Unternehmen in der Lieferkette zusammenarbeiten.

Der Engpass sitzt tiefer, als viele denken. Nicht OEMs oder die großen Systemhäuser bremsen den Hochlauf. Sie haben oft ausreichende Ressourcen, stabile Prozesse und das notwendige Wissen. Der Flaschenhals liegt tiefer – bei den hochspezialisierten Betrieben in den unteren Lieferstufen.

Diese kleinen, oft familiengeführten Betriebe sind das Rückgrat der Industrie. Sie fertigen Anbauteile wie Halterungen, Verbindungselemente oder hochpräzise optische Komponenten – unersetzlich, aber oft unsichtbar.  Was früher unkritisch war – bspw. eine Dichtung für den Antrieb – wird plötzlich zum Engpass. Hinzu kommt, dass viele dieser kleinen Betriebe über Jahrzehnte gewachsenes Spezialwissen und individuelle Fertigungsprozesse besitzen, die sich nicht kurzfristig replizieren lassen. Der Aufbau einer „Second Source“ – also eines alternativen Lieferanten – ist oft weder technisch noch wirtschaftlich kurzfristig möglich. Die Kombination aus Abhängigkeit, Know-how-Monopol und fehlender Skalierbarkeit macht diese Unternehmen zu kritischen, aber schwer ersetzbaren Gliedern der industriellen Kette. Wenn ein einziges dieser Betriebe seine Kapazität nicht erweitern kann oder an Qualitätsgrenzen stößt, steht die Fertigung still.

Bergepanzer Büffel zieht MB873 Triebwerk des Leopard 2 Kampfpanzers, ©Bundeswehr/Marco Dorow

Das ist kein Vorwurf, sondern Realität. Jahrzehntelang waren diese Strukturen auf Kleinserien und Prototypen ausgelegt. Niemand musste an Skalierung oder Massenproduktion denken. Doch jetzt steht die Branche an einem Wendepunkt – und genau diese Unternehmen entscheiden, ob aus Tempoansagen auch tatsächlich Lieferung wird.

Kooperation statt Kettenreaktion. Noch immer wird Lieferanten-Management vielerorts als reine Einkaufsdisziplin verstanden. Dabei geht es längst um etwas anderes, um Transparenz und um klare Führung in komplexen Netzwerken.

Die entscheidende Frage lautet: Arbeiten wir mit unseren Partnern – oder nur über sie?

Damit wird deutlich, das eigentliche Problem liegt weniger in der industriellen Leistungsbereitschaft, sondern in der fehlenden systematischen Steuerung und Entwicklung der Lieferantenstrukturen – insbesondere in den unteren Ebenen der Wertschöpfungskette.

Wer seine Lieferkette nur verwaltet, verliert Geschwindigkeit. Wer sie aktiv gestaltet, gewinnt Handlungsfreiheit.
Denn Lieferfähigkeit entsteht nicht durch Druck, sondern durch Kooperation – durch gemeinsames Denken in Kapazitäten, Prozessen und Innovationen.

Modernes Lieferanten-Management ist kein bürokratisches Kontrollsystem, sondern ein Wachstums- und Befähigungsprogramm der gesamten Lieferkette. Fünf Handlungsfelder zeigen, wie das gelingen kann:

  • Kapazitätsaufbau und Redundanzmanagement: Ausbau zusätzlicher Produktionskapazitäten gemeinsam mit Schlüsselzulieferern über alle Stufen hinweg. Gleichzeitig müssen Redundanzen geschaffen werden, um Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten zu verringern.
  • Qualifizierung und Entwicklungsprogramme: Besonders die unteren Lieferstufen benötigen gezielte Unterstützung. Technische Schulungen, Reifegradmodelle, Co-Investitionen und langfristige Entwicklungsvereinbarungen helfen, hochspezialisierte Kleinstunternehmen auf das notwendige Qualitäts- und Prozessniveau zu heben. Die Automobilindustrie hat mit ähnlichen Programmen beim Übergang zur Elektromobilität entscheidende Erfolge erzielt.
  • Transparenz und Echtzeitsteuerung: Aufbau digitaler Plattformen zur Erfassung und Überwachung von Lieferständen, Risiken, Qualitätskennzahlen und Kapazitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Nur wer seine Lieferantenlandschaft datenbasiert kennt, kann sie effektiv steuern.
  • Kooperative Wertschöpfung und Anreizsysteme: Entwicklung langfristiger Partnerschaften durch gemeinsame Entwicklungsinitiativen, Technologie-Partnerschaften und leistungsorientierte Anreizmodelle (z. B. Bonus-Malus-Systeme). Kooperation ersetzt kurzfristiges Einkaufsdenken.
  • Institutionalisierte Governance: Verankerung des Lieferanten-Managements, nicht nur in der Einkaufsstrategie, sondern auch in der strategischen Unternehmensführung – mit klaren Rollen, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten, regelmäßigen Audits und Berichtspflichten über alle Hierarchien hinweg.
Überprüfung des Ausstattungssatzes eines Fahrzeugs auf Vollzähligkeit in einer Halle auf dem Gelände des Materiallagers Zeithain, ©Bundeswehr/Jana Neumann

Die Rüstungsindustrie steht an einem entscheidenden Punkt. Sie kann weiter im Modus der Einzeloptimierung verharren – oder sie nutzt die Zeitenwende, um ihre industrielle Basis gemeinsam neu zu gestalten. Das bedeutet: weniger Silodenken, mehr Zusammenarbeit. Weniger Absicherung, mehr Transparenz und Klarheit.
Die größten Potenziale liegen nicht in neuen Technologien, sondern in neuen Verbindungen.

Wer Kooperation als strategische Fähigkeit versteht, wird Tempo, Qualität und Zuverlässigkeit dauerhaft sichern.
Denn am Ende entscheidet sich die Wettbewerbsfähigkeit nicht an der Spitze der Lieferkette – sondern an ihrem Fundament. Lieferfähigkeit ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis von Transparenz und gemeinsamem Gestaltungswillen.

Erstveröffentlichung in hartpunkt – Monitor für Defence und Sicherheitspolitik, 16. Oktober 2025, www.hartpunkt.de

Autor: Tobias Bock

 

Fähigkeiten der Reserve ausbauen – Sturm über der Heide

Im niedersächsischen Ostenholz auf dem Truppenübungsplatz Bergen sind mehr als 100 Reservistinnen und Reservisten zusammengekommen, um bei der Übung Hanseatic Defender ihre Fähigkeiten auszubauen. An vier Ausbildungswochenenden über das ganze Jahr verteilt, bereitet sich das nicht-aktive Panzergrenadierbataillon 908 auf diese zweiwöchige Übung vor.

Dank der tatkräftigen Unterstützung durch aktive Verbände kann das Panzergrenadierbataillon 908 immer wieder auch mit Großgerät üben. Bei der Übung Hanseatic Defender kommen beim Ergänzungstruppenteil auch Schützenpanzer Marder zum Einsatz.

Schießbahn 21: Der Sturm fegt über die Heide, Bäume und Büsche biegen sich. Das Rauschen des Blätterdachs ist fast ohrenbetäubend. Starkregen scheint waagerecht im Wind zu stehen. Den Grenadieren tropft das Wasser von der Helmkante und der Regen peitscht ihnen unaufhaltsam ins Gesicht.

Alle sind angespannt – der Alarmposten hat im Vorfeld auftretenden Feind ausgemacht. Die Waffen sind klar zum Gefecht. Endlich klappen vor den Stellungen dutzende Schützenscheiben hoch – der Gegner. Die kräftige Stimme des Zugführers durchbricht das Toben des Wetters. Jetzt brechen unzählige Schüsse, lange Salven des Maschinengewehrs fügen sich ein, gefolgt vom dumpfen Donnern ihrer Schützenpanzer. Die 20-Millimeter-Bordmaschinenkanonen unterstützen das Feuer: Das Sturmabwehrschießen hat begonnen. Es ist Teil des Gefechtsschießens der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 908.

Reservisten von 18 bis 60 Jahren

Unbedingtes Teamwork, überdurchschnittlicher Leistungswille, angestrebte Professionalität und gelebte Loyalität und Kameradschaft zeichnen die Reservistinnen und Reservisten des Panzergrenadierbataillons 908 aus.

Nach Ende des Übungsdurchganges zeigen sich die Ausbilder zufrieden. Die auf den vorangegangenen Ausbildungswochenenden durchgeführte Ausbildung der Reservistinnen und Reservisten trägt Früchte. Das stetige Üben der soldatischen Fähigkeiten, das Festigen aller Grundlagen und das fortlaufende Steigern der Anforderungen in der Vergangenheit zahlen sich jetzt aus.

Das Panzergrenadierbataillon 908 ist ein sehr aktiver nicht-aktiver Truppenteil. Die Soldatinnen und Soldaten des Ergänzungstruppenteils der Panzergrenadierbrigade 41 kommen aus dem ganzen Bundesgebiet. Der Jüngste ist 18 Jahre jung, der Älteste über 60. Sie alle sind Reservisten und opfern einen Teil ihrer zivilen Freizeit für ihren Dienst beim Panzergrenadierbataillon 908.

Viele kommen aufgrund der sicherheitspolitischen Lage in Europa und der Welt, wollen ihren Beitrag leisten, ihrem Land etwas zurückgeben. Andere suchen eine militärische Heimat oder Abwechslung von ihren zivilen Berufen. Sie sind Studenten, Handwerker, Beamte oder Kaufleute, ehemalige Soldaten. Manche kommen direkt nach dem Ausscheiden aus der aktiven Truppe, andere hatten seit Jahren keinen Kontakt mehr zur Bundeswehr. Viele üben regelmäßig, andere sind zum ersten Mal beim Panzergrenadierbataillon 908. Egal ob ehemaliger Logistiker, Panzermänner, Sanitäter oder Aufklärer – sie alle erhalten die Dienstpostenausbildung zum Panzergrenadier.

In Kolonne über das Weserbergland

Während des Verlegemarschs der 1. Kompanie geht es für die Kolonnen über den Mittelgebirgszug. Immer wieder werden fiktive Situationen eingespielt, auch welche die Soldaten reagieren müssen.

Nach dem Starkregen scheint nun die Sonne über dem Truppenübungsplatz Bergen, auch der Sturm hat sich gelegt. Das Wetter bleibt aber in diesen beiden Septemberwochen sehr wechselhaft. Im Technischen Bereich des Truppenlagers Ostenholz starten unterdessen die Motoren. Die 1. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 908 übt den Verlegemarsch. Immer und immer wieder haben sie die Abläufe im Vorfeld geübt und besprochen. Auch eine Premiere: Die bataillonseigene Bergebereitschaft ist mit aufgefahren. Mercedes Greenliner, 5-Tonner, Pritschenwagen, Lkw und Feldkräne stehen aufgereiht auf dem Asphalt. „Noch nie wurden beim Panzergrenadierbataillon 908 so viele Fahrzeuge eingesetzt“, erklärt der Marschgruppenführer. In drei Kolonnen rollt das Marschband zeitlich versetzt los. „Der Aufklärungs- und Verbindungszug eilt den Marschgruppen voraus“, beschreibt er weiter.

Es geht in Richtung Autobahn, die blauen Fahnen flattern an den Fahrzeugen und markieren so die Kolonne. Schließlich bewegen sich die Kolonnen durchs Weserbergland bis hin zum markanten Mittelgebirgszug Ith. Immer wieder müssen die Soldatinnen und Soldaten auf eingespielte Lagen reagieren. Kurze technische Stopps in verschiedenen Bundeswehreinrichtungen unterbrechen die Fahrt, dann geht es weiter. Die Übungsleitung achtet exakt auf die Einhaltung des Zeitplans.

Erst gegen Abend wird das Ziel in Münster erreicht. Die bataillonseigene Feldküche versorgt vor Ort, es wird eine kurze Nacht. Bevor die Kolonnen am nächsten Morgen wieder zurückmarschieren.

Realer Einsatz – keine Übung

Der Aufklärungs- und Verbindungszug stößt auf eine reale Gefahrensituation. Ein ziviles Fahrzeug steht brennend auf der Straße. Dies ist keine Übung. Die Soldaten reagieren sofort und eilen der Fahrerin zur Hilfe. Das Feuer wird gelöscht, der Verkehr umgeleitet und die zivilen Rettungskräfte alarmiert. Mit dem Dank der Zivilistin und der eintreffenden Einsatzkräfte setzen die Reservistinnen und Reservisten ihren Weg fort und erreichen schließlich das Truppenlager Ostenholz in Bergen.

Doch zum Verschnaufen bleibt keine Zeit. Schon wird der Gefechtsstand aufgebaut. Leben im Felde für weitere 72 Stunden steht auf dem Plan. Auch hier kommt es zu fingierten Übungssituationen, die bewältigt werden müssen: Saboteure treten auf den Plan, ein 5-Tonner verunglückt, Feindpropaganda und Fakenews werden verbreitet.

Während die Kompanien ihren Aufträgen nachgehen, ist die Feldküche des Panzergrenadierbataillons 908 in einem Waldstück untergezogen, die Kessel dampfen. Der verantwortliche Unteroffizier und seine Gehilfen versorgen das Bataillon, rund um die Uhr, auch während der laufenden 72-Stunden-Übung.

Gestärkt für das kommende Jahr

Auf der Schießbahn 21 des Truppenübungsplatzes Bergen trainieren auch die Richtschützen des Panzergrenadierbataillons 908. Bei verschiedenen Wertungsschießen beweisen sie ihr Können.

Derweil bereitet man sich im Stabsgebäude im Truppenlager Ostenholz auf die Ankunft neuer Bewerberinnen und Bewerber vor. Seit Beginn eines ehrgeizigen Personalgewinnungsprojekts vor zwei Jahren wächst der Ergänzungstruppenteil stetig an. Zwar hat das Bataillon seine volle Personalstärke noch nicht erreicht, doch werden verschiedene Dienstposten mittlerweile knapp.

Unter den jetzigen Interessierten sind auch die Anwärter für den in Aufstellung befindlichen Scharfschützenzug des Panzergrenadierbataillons 908. Um dazuzugehören, sind besondere Vorkenntnisse und Fähigkeiten ein Muss, da die Vorausbildung in Hagenow und der darauffolgende Scharfschützenlehrgang in Hammelburg herausfordernd sind.

Wie bei jedem Übungsvorhaben des Panzergrenadierbataillons 908 ist die Unterstützung durch die aktive Truppe groß – sowohl materiell als auch personell. Als Ergänzungstruppenteil verfügt das Bataillon über kein eigenes Material, sodass alles, vom Schützenpanzer bis zum Mündungsfeuerdämpfer, bei den Couleur- und anderen Verbänden beantragt werden muss. Und auch in der laufenden Übung ist die fachmännische Unterstützung der aktiven Soldatinnen und Soldaten nicht wegzudenken. Immer wieder sind sie begeistert und beeindruckt von der gelebten Kameradschaft, der überdurchschnittlichen Motivation und dem Wissenshunger der 908er. Es wird angepackt, nachgefragt und immer und immer wieder ausprobiert.

Ein Highlight auf der Übung Hanseatic Defender ist der zweitägige Verlegemarsch der 1. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 908. So viele Fahrzeuge sind in dem Ergänzungstruppenteil noch nie im Einsatz gewesen.

Bataillonskommandeur Torsten Held zeigt sich am Ende der 14-tägigen Übung Hanseatic Defender sehr zufrieden: „Das große Engagement unserer Soldaten, ihre überdurchschnittliche Motivation und ihre angestrebte Professionalität sind in der deutschen Reserve beispielgebend. Der Ausbildungsstand des Panzergrenadierbataillons 908 ist unterschiedlich hoch, aber zufriedenstellend. Die Ausbildung und die damit verbundenen Anstrengungen der vorangegangenen Monate haben sich gelohnt. Der Ausbildungsbefehl für das kommende Jahr steht bereits.“

Erstveröffentlichung in YNSIDE, 10.10.2025

Titel: Sturm über der Heide

Autor: Marco Linke

Bilder: ©Bundeswehr/Marco Linke