Ein US-amerikanischer Hubschrauber Chinook während der Übung Slovak Shield 23 bei der NATO-Mission enhanced Vigilance Activities (eVA) in Lest/Slowakei, Blauer Bund

CH-47 F „Chinook“ wird neuer „Schwerer Transporthubschrauber“ der Bundeswehr

Stellvertretend für die Bundesrepublik Deutschland hat am 11.07.2023 die Präsidentin des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), Annette Lehnigk-Emden in Koblenz, den sogenannten Letter of Offer and Acceptance (LOA) zur Beschaffung der CH-47 F „Chinook“ im Projekt „Schwerer Transporthubschrauber“ unterzeichnet.

Abteilungsleiter "Technische, logistische und wirtschaftliche Querschnittsaufgaben" Ralf Baeumler, Prasidentin des BAAINBw Annette Lehnigk-Emden und der militärische Vizepräsident des BAAINBw Generalmajor Thorsten Puschmann bei der Vertragsunterzeichnung zur Beschaffung des Schweren Transporthubschraubers CH-47 Chinook in Koblenz - Blauer Bund
Abteilungsleiter „Technische, logistische und wirtschaftliche Querschnittsaufgaben“ Ralf Baeumler, Prasidentin des BAAINBw Annette Lehnigk-Emden und der militärische Vizepräsident des BAAINBw Generalmajor Thorsten Puschmann bei der Vertragsunterzeichnung zur Beschaffung des Schweren Transporthubschraubers CH-47 Chinook in Koblenz – Bundeswehr / Dirk Bannert

Die Beschaffung findet auf Regierungsebene zwischen der deutschen Bundesregierung sowie der US-Administration im Foreign Military Sales-Verfahren (FMS) statt. Hierdurch wird die US-Regierung – in diesem Fall vertreten durch die US-Army – ermächtigt, für Deutschland einen entsprechenden Vertrag zur Beschaffung von 60 Hubschraubern des Typs CH-47F „Chinook“ mit dem Hersteller Boeing abzuschließen.

Anfang Juli 2023 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages grünes Licht für diese Beschaffung gegeben. Die Bundeswehr bekommt die neueste „Block II Standard Range“-Version mit Luftbetankungsfähigkeit. Das Gesamtauftragsvolumen in diesem FMS-Verfahren beträgt rund 6,98 Milliarden Euro, finanziert aus Mitteln des Sondervermögens Bundeswehr.

Die Helikopter sollen in der Bundeswehr als „Arbeitspferd“ für den Lufttransport von Fahrzeugen, Material und Personal sukzessiv die in die Jahre gekommene CH-53G-Flotte ersetzen. Die Lieferung der neuen Maschinen ist im Zeitraum 2027 bis 2033 geplant.

Ein US-amerikanischer Hubschrauber Chinook während der Übung Slovak Shield 23 bei der NATO-Mission enhanced Vigilance Activities (eVA) in Lest/Slowakei, Blauer Bund
Ein US-amerikanischer Hubschrauber Chinook während der Übung Slovak Shield 23 bei der NATO-Mission enhanced Vigilance Activities (eVA) in Lest/Slowakei, Bundeswehr/ Dominik Lennartz

Die Bundeswehr wird mit dem CH-47F ein bewährtes, weltweit genutztes, modernes und zukunftsfähiges Hubschraubermuster fliegen, von dem bereits mehr als 500 Stück bei Partnern und Verbündeten im Einsatz sind. Mit der Beschaffung des Hubschraubers wird die internationale Zusammenarbeit erleichtert und gestärkt. Darüber hinaus kann die Truppe mit diesen Helikoptern weitergehende Aufgaben erfüllen, unter anderem die bewaffnete Rettung und Rückführung von isoliertem Personal, wie beispielsweise notgelandeten Flugzeugbesatzungen.

Text: PIZ AIN

ANACONDA: GDELS und Rheinmetall präsentieren radbeweglichen taktischen Brückenleger auf HX 8×8- Basis auf der Fachtagung RÜ.NET 2023

General Dynamics European Land Systems – Bridge Systems und Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) stellen auf dem 5. Anwenderforum Rüstung und Nutzung RÜ.NET 2023 in Koblenz erstmals gemeinsam das taktische Brückensystem ANACONDA auf einem hochmobilen 8×8-Trägerfahrzeug HX2 vor. Brücke, Verlegemechanismus und Fahrzeug bilden eine Festbrücke für mittelschwere und schwere Kräfte.

Die ANACONDA von GDELS ist die neueste Version der bekannten BIBER-Brücke, von der mehr als 300 Stück für Bundeswehr, NATO-Partner und weitere Export­kunden gebaut wurden. Aus der Integration auf die ebenfalls bei zahlreichen Streitkräften eingeführte taktische LKW-Familie HX ergeben sich beträchtliche Vorteile in Interoperabilität, Ausbildung, Service und Ersatzteilversorgung, die zu den geringen Lebenszykluskosten des Gesamtsystems beitragen.

Die HX-Familie von RMMV gehört zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Militärlastwagen. Über 16.000 Fahrzeuge sind weltweit im Einsatz. Viele NATO-Staaten haben bereits HX-Fahrzeuge in ihrem Bestand, was zu wertvollen Synergien bei multinationalen Einsätzen führt.

Quelle: Rheinmetall AG (Text und Bild)

Konzeptgrafik Betriebsstoffversorger Klasse 707 – Blauer Bund

Produktionsstart der neuen Tankschiffe für die Deutsche Marine

Papenburg. Mit dem heutigen symbolischen Anfahren der Maschinen beginnt traditionell der Bau von zwei neuen Betriebsstoffversorgern für die Deutsche Marine. Die zwei „schwimmenden Tankstellen“ werden voraussichtlich ab 2025 die Schiffe der Rhön-Klasse ersetzen.

„Mit dem Fertigungsbeginn der neuen Betriebsstoffversorger ist die Erneuerung unserer Tankschiffe eingeleitet. Wir sorgen damit für die Durchhaltefähigkeit maritimer Einsatzverbände durch militärische Kraftstoffversorgung auf hoher See, erfüllen dabei gleichzeitig auch die aktuellen Umweltschutz-Standards und leisten vor allem einen wesentlichen Beitrag zur Landes- und Bündnisverteidigung“ sagt Annette Lehnigk-Emden, Präsidentin des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). „Darüber hinaus freue ich mich, dass mit der NVL, aber auch der Meyer Werft, zwei deutsche Werften mit ihrem Know-how wesentlich zum Fähigkeitserhalt beitragen.“

Mit 173 Metern Länge und 20.000 Tonnen Verdrängung sind die Tanker der Klasse 707 nun deutlich größer als ihre Vorgänger. Das spiegelt sich auch in den Leistungsdaten und Fähigkeiten wider. Die neuen Marinetanker sind gegen den Einsatz von ABC-Kampfstoffe geschützt, besitzen ein Flugdeck für Hubschrauber und haben ein Fassungsvermögen von über 12.000 Kubikmetern Flug- und Dieselkraftstoff. Mit den verbauten Ballastwasser-Aufbereitungsanlagen und moderner Abgasnachbehandlung können die Schiffe auch entsprechend aktueller Umweltstandards betrieben werden.

Konzeptgrafik Betriebsstoffversorger Klasse 707 – Blauer Bund
Konzeptgrafik Betriebsstoffversorger Klasse 707 – ©NVL Group

Die Betriebsstoffversorger werden eine Besatzung von 42 Personen umfassen, mit der Option zusätzlich 23 Personen einzuschiffen. Trotz ihrer Größe und Verdrängung erreichen die Tanker dank der leistungsstarker Antriebsanlage eine Spitzengeschwindigkeit von 18 Knoten und haben eine Reichweite bis zu 8.000 Seemeilen. Durch ihre Fähigkeit, Marineeinheiten in See und damit abseits von Häfen mit Kraftstoff zu versorgen, erhöhen sie nachhaltig das Einsatzspektrum der Deutschen Marine und internationaler Partner.

Text: PIZ AIN

Start eines Lenkflugkörpers des Systems IRIS-T SLM; Blauer Bund

Bundeswehr investiert in die Fähigkeiten zur Luftverteidigung

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung (BAAINBw) beschafft sechs Waffensysteme vom Typ IRIS-T SLM (Infra Red Imaging System – Surface Launched Medium Range). Ein entsprechender Vertrag wurde am 22.06.2023 mit Vertretern des Auftragnehmers Diehl Defence GmbH & CO. KG unterzeichnet. In der Mitte Juni 2023 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages das Vorhaben gebilligt.

Vertragsunterzeichnung der Fa. Diehl Defence und des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr zum Projekt IRIS-T SLM in Koblenz; Blauer Bund
Vertragsunterzeichnung der Fa. Diehl Defence und des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr zum Projekt IRIS-T SLM in Koblenz., am 22. Juni 2023; ©Bundeswehr-Dirk Bannert

Ein entscheidender taktischer Vorteil des neuen Systems besteht darin, dass beide Hauptkomponenten des Flugabwehrsystems (Startgeräte und Radar) von einem gemeinsamen Gefechtsstand aus ferngesteuert und mit geringem Personalaufwand betrieben werden können. Zudem zeichnet es sich durch eine schnelle Verlegbarkeit und die Fähigkeit zur Bekämpfung von Mehrfachzielen aus. Die Feuereinheiten IRIS-T SLM können in den NATO-Verbund zur Luftverteidigung integriert werden.

IRIS-T SLM ist im Rahmen der bodengebundenen Luftverteidigung mittlerer Reichweite auf die Abwehr von Kampfjets, Helikoptern, Marschflugkörpern und Luft-Boden-Raketen ausgerichtet. Darüber hinaus gehören auch größere Drohnen zum Zielspektrum. Jede Feuereinheit besteht aus einem Mittelbereichsradar mit einer Erfassungsreichweite von bis zu 250 km und drei Startgeräten mit jeweils acht Lenkflugkörpern mit einer Reichweite von 40 km. Die Systeme werden jeweils durch ein Nachladefahrzeug, zwei Logistikcontainer und eine Werkstattausstattung ergänzt.

Start eines Lenkflugkörpers des Systems IRIS-T SLM; Blauer Bund
Start eines Lenkflugkörpers des Systems IRIS-T SLM – ©Diehl Defence

Nach derzeitiger Planung soll das erste System bereits im dritten Quartal 2024 für Qualifikationszwecke geliefert und beginnend ab Mitte 2025 der Luftwaffe als zukünftigem Nutzer übergeben werden.

Text: PIZ AIN

Ein Rundgang in der Wehrtechnische Studiensammlung in Koblenz durch eine Vielfalt von Luft-, Rad- und KettenFzg sowie Waffensystemen; Blauer Bund

Wehrtechnische Studiensammlung Koblenz öffnet wieder ihre Türen

Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen ist der Ausstellungsbereich der Wehrtechnischen Studiensammlung (WTS) Koblenz seit Montag, den 19.06.2023 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Studiensammlung bietet nunmehr rund 2.500 Exponate auf 7.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Zu besichtigen sind insbesondere Rad- und Kettenfahrzeuge, Luftfahrzeugtechnik, Waffen und Munition sowie Bekleidung und persönliche Ausrüstung.

Die Gebäude der Wehrtechnische Studiensammlung in Koblenz; Blauer Bund
Die Gebäude der Wehrtechnische Studiensammlung in Koblenz- ©Bundeswehr-Bannert

Die WTS gehört zu den größten technisch ausgerichteten Sammlungen Deutschlands. Im Unterschied zu den Exponaten eines Museums ist es Ziel der WTS, Ausstellungsstücke möglichst funktionsfähig zu halten. Nach ihrer Gründung im Jahr 1962 ist die Sammlung seit 1982 in Koblenz angesiedelt und gehört organisatorisch zum Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Neben der Funktion als wehrtechnisches Dokumentationsarsenal fungiert die WTS als Archiv des BAAINBw. Die Mitarbeitenden der WTS sind Experten im Bereich der fachspezifischen wehrtechnischen Aus- und Fortbildung.

Neuigkeiten
Der kurz vor der pandemiebedingten Schließung zurück in die Ausstellung in Koblenz aufgenommene Panzerkampfwagen V „PANTHER“ wird wieder präsentiert. Das kombinierte Leistungsprofil aus Beweglichkeit, Schutz und Feuerkraft beeinflusste die Entwicklung moderner Kampfpanzer erheblich.
Neu in der Ausstellung ist der Prototyp Leichter Panzermörser WIESEL 2. Dieser sollte als Wirkkomponente im Systemverbund Mörserkampfsystem eingesetzt werden. Das ausgestellte System blieb jedoch im Prototypenstatus.

Ein Rundgang in der Wehrtechnische Studiensammlung in Koblenz durch eine Vielfalt von Luft-, Rad- und KettenFzg sowie Waffensystemen; Blauer Bund
Ein Rundgang in der Wehrtechnische Studiensammlung in Koblenz durch eine Vielfalt von Luft-, Rad- und KettenFzg sowie Waffensystemen- ©Bundeswehr-Bannert

Öffnungszeiten & Eintrittspreise
Die WTS ist täglich von 09:30 bis 16:30 Uhr geöffnet (außer Rosenmontag, Karfreitag, Weihnachten, Silvester, Neujahr).
Der Eintritt von 3 Euro für Erwachsene ist bar am Drehkreuz im Eingangsbereich zu entrichten. Kinder unter 10 Jahren sowie Soldatinnen und Soldaten und zivile Angestellte der Bundeswehr mit gültigem Dienstausweis haben freien Eintritt. Besucher werden gebeten ein gültiges Ausweisdokument mitzuführen. Für Kinder unter 16 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen entfällt die Ausweispflicht.

Organisatorisches
Das Ausstellungsgebäude ist nicht barrierefrei zugänglich. Der Zugang für auf Rollstuhl angewiesene Besucherinnen und Besucher ist bei Anmeldung bei der Wache jedoch möglich.
PKW-Stellplätze sind in begrenztem Umfang auf dem Parkplatz vor dem Ausstellungsgebäude vorhanden.
Weitere Informationen für einen Besuch an der WTS sind im Internet abrufbar:

https://www.bundeswehr.de/de/organisation/ausruestung-baainbw/organisation/wehrtechnische-studiensammlung

Erreichbarkeit
Wehrtechnische Studiensammlung Koblenz e.V.
Mayener Straße 85 – 87
56070 Koblenz
Tel.: 0261 / 983 692 1422
oder nutzen Sie das Kontaktformular.

Text: PIZ AIN

 

 

Bundeswehr bestellt bei Rheinmetall weitere 367 Militär-LKW aus Rahmenvertrag

Rheinmetall ist von der Bundeswehr mit der Lieferung von 367 geschützten und ungeschützten Logistikfahrzeugen beauftragt worden. Dabei handelt es sich um einen weiteren Abruf aus dem im Juni 2020 geschlossenen Rahmenvertrag für Wechselladersysteme (WLS). Zusätzlich zu den Fahrzeugen wurden 1.830 Wechsel­laderpritschen als austauschbare Ladungsträger bestellt. Der Auftragswert des Abrufs liegt bei über 285 MioEUR brutto. Die Auslieferung wird voraussichtlich schon im dritten Quartal 2023 abgeschlossen sein.

„Wir freuen uns, mit dem weiteren Abruf von 367 Wechselladersystemen einen wichtigen Beitrag für die Bundeswehr und die Einsatzbereitschaft der zugesagten NATO Division 2025 zu leisten“, so Michael Wittlinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der für die Produktion zuständigen Tochtergesellschaft Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH. „Der weitere Abruf ein Jahr nach der feierlichen Schlüsselübergabe im Mai 2022 zeigt eindrücklich, dass es voran geht mit der Ausstattung der Truppe.“

Im Juni 2020 hatte das BAAINBw mit Rheinmetall einen bis 2027 angelegten Rahmenvertrag zur Lieferung von bis zu 4.000 WLS geschlossen, von denen bereits über 600 Stück geliefert wurden. Die neuen WLS-LKW knüpfen an das erfolgreiche Projekt der Ungeschützten Transport­fahr­zeuge (UTF) an und erweitern die Bundeswehr-Fahrzeugflotte der militärischen HX-Familie. Die Kernausstattung der WLS ist das von der Firma Hiab entwickelte Hakenladegerät. Damit lassen sich die in die Bundeswehr eingeführten Wechselladerpritschen ohne weitere Umschlag­mittel in nahezu jedem Gelände aufnehmen und absetzen. Alternativ können die Fahr­zeuge auch eine Wechselpritsche oder einen Container über die standardisierten 20 Fuß ISO-Schnittstellen transportieren.

Ein großer Teil der WLS-LKW der Bundeswehr wird als geschützte Variante über eine gepanzerte Kabine verfügen, wodurch sich die Überlebens- und Durchhaltefähigkeit sowie die taktische Flexibilität der logistischen Einheiten und Verbände erheblich erhöht. Eingesetzt werden die WLS-Fahrzeuge insbesondere für die Versorgung der Kampfverbände mit Mengenverbrauchsgütern wie Munition, Treibstoff oder Wasser.

Sowohl die WLS als auch die UTF basieren auf der robusten HX-Fahrzeugfamilie Rheinmetalls. Von vornherein auf militärische Nutzung ausgelegt, zeichnen sie sich durch ausgezeichnete Mobilität auch in schwerem Gelände aus. Die hohe weltweite Verbreitung der HX-Fahrzeugfamilie bringt gerade im Hinblick auf multinationale Einsätze große Vorteile bei Interoperabilität und Logistik. Aktuell gehören unter anderem Großbritannien, Australien, Neuseeland, Norwegen, Schweden, Österreich, Ungarn und Dänemark zum Nutzerkreis. Rheinmetall will die Erfolgsgeschichte der Logistikfahrzeugprojekte gemeinsam mit der Bundeswehr und den Partnerstreitkräften, die die bewährten HX-Fahrzeuge ebenfalls nutzen, fortführen.

Quelle: Rheinmetall AG

Demonstrator am Projektstand der Gruppe STEPS (Bild: FMZ TSH) Blauer Bund

FSHT – Techniker präsentieren ihre Projekte

Projektarbeiten 2023 der FSHT

Für Unteroffiziere mit Portepee (UmP), die sich durch ihre bisherigen Leistungen für den Wechsel in die Laufbahn der Offiziere des Militärfachlichen Dienstes (OffzMilFD) qualifiziert haben, sieht die Bundeswehr unter anderem eine zweijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker vor. Diese Ausbildung wird angepasst an die Ausbildungs- und Verwendungsreihen (AVR) der Soldaten durchlaufen. An der Fachschule des Heeres für Technik (FSHT) in Aachen absolvieren die UmP der AVR 27912(Kraftfahrzeug-/ und Panzertechnik) und 28403 (Militärkraftfahrlehrer), die Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker Wirtschaftstechnik Schwerpunkt Kfz-Technik, sowie die UmP der AVR 27913 (Waffen- und Gerätetechnik) und 27916 (Munitionstechnik) die Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker Spreng- und Sicherheitstechnik. Mit dem erfolgreichen Abschluss haben die Studierenden letztlich die benötigte Qualifikation erlangt um als zukünftiger OffzMilFD Diensposten zu besetzten, unter anderem in den Bereichen Rüstung, Ämtern, Kommandobehörden und in Stäben.

Sie sind damit wichtige und begehrte Fachkräfte, die zum einen praktische Kenntnisse und Fähigkeiten aus der Truppe mitbringen und zum anderen über vertiefte theoretische Kenntnisse aus Ihrer Technikerausbildung verfügen. Damit bringen sie wichtige Impulse aus verschiedenen Perspektiven in Ihre zukünftigen Verwendungen mit.

Ein Höhepunkt in der zweijährigen Technikerausbildung ist die Bearbeitung eines Projektes. Hier arbeiten die Studierenden im zweiten Jahr selbstgesteuert und -organisiert. Sie müssen nunmehr im Team ihr bisher erworbenes Wissen anwenden. Dazu ist es notwendig in fachrichtungsübergreifenden Teamstechnische Lösungen für real existierende Herausforderungen, die sich aus der Nutzung von Produkten im militärischen Einsatz ergeben oder anderswertig im Betrieb des Katastrophenschutzes ergeben, zu finden. Auftraggeber für diese Projektarbeiten ist neben der Truppe, das Bundesamt für Ausrüstung Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und das Technische Hilfswerk (THW).

Die Projektarbeit umfasst dabei ca. 300 Ausbildungsstunden. Begleitet durch Fachlehrer der FSHT bearbeiten die Teams ihre Problemstellung eigenständig nach den allgemeinen Regeln des Projektmanagements. Ziel der Projektarbeit ist es, eine meist technische Lösung unter zu Hilfenahme von Kreativtechniken und Bewertungsmethoden der Konstruktions- und Entwicklung abschließend begründet und dokumentiert, zu erarbeiten.

Das Finale der Projektarbeitsphase ist die Projektpräsentation des entsprechenden Jahrgangs an der FSHT. Für den laufenden Lehrgang fand diese am 30. März 2023 im Tagungszentrum der Dr. Leo Löwenstein Kaserne statt. Die Studierenden präsentierten in zehn Projektgruppen ihre eindrucksvollen Ergebnisse. Neben den begleitenden Fachlehrern und internen wie externen Auftraggebern war auch der Kommandeur der TSH, Brigadegeneral Dirk Kipper anwesend. Abgerundet wurde die Gästeliste durch Lehrer und Studierende anderer Berufskollegs der Aachener Region.

Folgende Projektergebnisse wurden während dieser Veranstaltung präsentiert:

1             ASAGIRA – Universelle Absaug-Giraffe für Abgase von Bw-Fzg’en

Die Bundeswehr besitzt über 1000 Iveco Trakker in geschützter und ungeschützter Ausführung. Dies sind große LKWs, bei denen sich die Ausstoßöffnung der Abgasanlage in ca. 3,5 m Höhe befindet. Zu Diagnose- und Ausbildungszwecken muss die Abgasanlage mit der Absauganlage der Wartungshallen verbunden werden. Dazu wird bisher als Provisorium ein relativ starrer Schlauch auf der einen Seite fest mit der Absauganlage verbunden. Das andere Ende wird einer auf dem LKW stehenden Person unter erheblichen Sicherheitsrisiken angereicht und dann von dieser über die Ausstoßöffnung gestülpt.

Die VI. Inspektion der TSH erteilte der Projektgruppe den Auftrag den Arbeitsablauf zu optimieren und die Sicherheitsrisiken zu eliminieren.

Dazu entwickelte die Projektgruppe ASAGIRA (Absaug-Giraffe-Abgase) eine vom Hallenboden aus bedienbare und sichere Schnittstellenlösung. Sie besteht aus zwei Elementen: zum einem aus einem handelsüblichen Plattenheber für Gipskartonplatten und zum anderen einer selbstkonstruierten Aufnahme für den Schlauch zur Abgasführung.

Mit der Aufnahme wird der Schlauch an dem hochfahrbaren Ausleger des Plattenhebers fixiert. Der Plattenheber selber ist auf Rollen gelagert und kann leicht in Position gebracht werden. Damit ist es vom Boden aus möglich den Schlauch sauber zur Ausstoßöffnung zu positionieren. Durch ihre Flexibilität in der Bewegung und Hubhöhe ist die Lösung nicht nur technische einfach, leicht zu beschaffen und wirtschaftlich, sondern kann universell für verschieden Fahrzeugtypen eingesetzt werden. Ihr Einsatz beseitigt die bisherigen Mängel hinsichtlich der Arbeitssicherheit und ermöglicht ein effizientes Arbeiten.

ASAGIRA – Die ASAGIRA beim Einsatz in der Wartungshalle (Bild: Projektgruppe ASAGIRA) Blauer Bund
ASAGIRA – Die ASAGIRA beim Einsatz in der Wartungshalle (Bild: Projektgruppe ASAGIRA)

2             BliSchuK-DCRC – Blitzschutzkonzept „Deployable Control an Reporting Center“

Beim „Deployable Control an Reporting Center“ handelt es sich um eine weltweit verlegbare, technisch hochausgerüstete Einheit zur Luftraumüberwachung. Der Einsatzort ist im Schwerpunkt eine Deployable Operation Base (DOB).

Bei 110 Blitzunfällen und vier Toten im Jahr in Deutschland bedarf es eines Blitzschutzkonzeptes, um Mensch und das hochsensible Material zu schützen. Der Auftrag durch den Einsatzführungsbereich 3 der Luftwaffe lautete somit, die Lage zu analysieren und ein geeignetes, mitverlegbares Konzept zu entwickeln.

Das erarbeitete Blitzschutzkonzept der Projektgruppe umfasst zum einen ein ausgeklügeltes System zum fangen des Blitzes und zum anderen ein weiteres System zum Ableiten der Blitzenergie.

Durch Berechnungen und Simulationen konnte die Gruppe genaue Angaben zur Masthöhe und deren Mindestabstand zueinander machen: So reichen gerade mal 9 Masten aus, um das ganze DCRC samt Personal zu schützen.

Nach einer ausgiebigen Marktrecherche und Analyse von bestehendem Material in der Bundeswehr wurden Masten eines zivilen Anbieters gewählt. Die Firma OBO Bettermann stellt Blitzfangmasten her, die die benötigte Höhe und Standfestigkeit haben und dabei mobil einsetzbar sind. Die Besonderheit dieser Ausführung ist, dass sie zusätzlich zur direkten Umgebung hin isoliert sind und somit im Falle eines Blitzeinschlages vorbeigehende Passanten geschützt sind.

Die Blitzenergie wird durch am Boden zu verlegendes Leitersystem abgeleitet. Die Ableiter der einzelnen Masten sind zueinander vermascht und brauchen einen Querschnitt von 50 mm². Die Energie wird dann über zwei Tiefenerder im Abstand von 30 m in den Boden abgeleitet. Der mittlere Mast muss zum Potentialausgleich mit dem Ringerdungssystem über einen Ableiter mit einem Querschnitt von mindestens 10 mm² verbunden sein.

Mit berechneten Kosten von knapp 33 000 € für das mitverlegbare Blitzschutzkonzept kann das DCRC effektiv vor Blitzeinschlägen und den Folgeschäden geschützt werden.

BliSchuK-DCRC mit Blitzkugel 1: CAD Modell eines DCRC mit Blitzkugel (Bild: Projektgruppe BliSchuK) Blauer Bund
BliSchuK-DCRC mit Blitzkugel 1: CAD Modell eines DCRC mit Blitzkugel (Bild: Projektgruppe BliSchuK)

3             Dingoknacker – Ausbildungssimulator für das Trainingsmodul „Rettungs- und Bergungssatz“

Im Training „Retten und Bergen“ werden die GSI-Truppführer an den Arbeitsgeräten des mobilen Rettungssatzes ausgebildet und die Notöffnung an geschützten Fahrzeugen trainiert. Bei der Notöffnung werden die Türscharniere aufgeschnitten und die Türen herausgehebelt. Die Türaufnahmen an den Türen und den Karosserien werden dabei irreparabel zerstört. Ein provisorisches Reparieren und Wiedereinpassen der Türen ist nicht möglich; bei Versuchen wurden hierdurch bereits Soldaten gefährdet. Ein Training an instandgesetzten Türaufnahmen erreicht durch unzureichende Festigkeit nicht den gewünschten Trainingseffekt.

Daraus ergab sich der Projektauftrag einen Ausbildungssimulator zu entwickeln, an dem Trainingsteilnehmende unter gleichbleibenden realistischen Bedingungen die Notöffnung üben können.

Die Projektgruppe „Dingoknacker“ entwickelte daraufhin, eine Trainingstür. Diese besteht aus einer Rahmenkonstruktion aus T-Profilen, über zwei Rohre versteift und mit 5 mm starkem Aluminiumriffelblech verkleidet. Im Blech befinden sich Ausschnitte über die die Rohre zum besseren Handling beim Ein- und Ausbau gegriffen werden können. Die Scharniere und Minenriegel wurden nachkonstruiert und werden aus handelsüblichem Baustahl gefertigt.

Die Trainingstür, Rigel und Scharniere bestehen rein aus handelsüblichen Materialien und können durch das MechZentrum hergestellt werden. Dadurch können die Materialkosten gegenüber den Originalbauteilen extrem gesenkt werden und bei der Beschaffung entstehen keine Versorgungskonflikte mit den im Einsatz befindlichen Fahrzeugen. Durch das minimierte

Trainingstür Dingoknacker (Bild: Projektgruppe Dingoknacker) Blauer Bund
Trainingstür Dingoknacker (Bild: Projektgruppe Dingoknacker)

4             HesBe – Hebeeinrichtung für die statischen Blenden KPz Leo 2

Das Projekt befasst sich im Auftrag der IV. Inspektion der TSH mit der Montage und Demontage der statischen Blendenelemente des Kampfpanzers Leopard 2. Mit der derzeitig vorhandenen Hebevorrichtung kommt es beim Herausheben bzw. Einsetzen der Blendenelemente am Turm zu Pendelbewegungen, die zum einem zu einer Schädigung des Turms führen und zum anderen zu möglichen Verletzungen beim Personal. Diese Pendelbewegung entsteht durch konstruktiv ungünstig vorgegebene Haltepunkte, die nicht verändert werden können.

Die Projektgruppe entwickelte eine Adapterplatte, die an den bestehenden Haltepunkten am Blendenelement fixiert wird. Durch eine geschickte Positionierung der Kranaufnahme über den Masseschwerpunkt des Elements können nun die beiden Elemente mit einem Gewicht von ca. 550 kg, bzw. 650 kg senkrecht und in der Lage stabil angehoben werden.

Berechnungen zeigen, dass die Adapterplatte ausreichend dimensioniert ist, sodass weitere Aufnahmepunkte für andere Elemente angebracht werden können. Mit Hilfe eines Farbcodes können diese eindeutig den jeweils zugehörigen Blendenelementen zugewiesen werden. Damit ist die Adapterplatte ein umfangreiches und unkompliziert einsetzbares Sonderwerkzeug, dass die Arbeit am Leopard 2 deutlich effizienter und für Mensch und Material sicherer macht.

Schräg hängendes Blendenelement am Deckenkran bei der der Demontage ohne Adapterplatte (Bild: Projektgruppe HesBe) Blauer Bund
Schräg hängendes Blendenelement am Deckenkran bei der der Demontage ohne Adapterplatte (Bild: Projektgruppe HesBe)

5             U-W-C-C – Universal-Weapon-Cleaning-Concept

Das Projekt Universal-Weapon-Cleaning-Concept beschäftigt sich mit der Problemstellung „Waffenreinigung in der Bundeswehr“. Das Ziel des Projektes war es, ein Waffenreinigungskonzept speziell für den Einsatz im Bereich der Forward Operating Base bzw. des Combat Outpost zu erstellen. Berücksichtigt wurden dazu die 12 am häufigsten verwendeten Handwaffensysteme der Bundeswehr mit dem Kaliber 4,6 mm bis 12,7 mm.

Die Projektgruppe hat dazu im Auftrag des BAAINBw die Vielzahl der aktuell genutzten Reinigungssets, die zu jeder Waffe eigens beschafft wurden, möglichst zu reduzieren. Dazu hat die Gruppe eine Reinigungskiste konzeptioniert, die alle Werk- und Verbrauchsmaterialien für die Waffenreinigung eines Gruppen- bzw. Zugverbandes in einem Zeitraum von 14 Tagen enthält. Das Ziel ist es, nicht mehr allein auf die persönlichen Waffenreinigungsgeräte angewiesen zu sein oder auch diese möglichst zu ersetzen.

Bei der Bestückung der Reinigungskiste wurde festgestellt, dass aktuell kein geeignetes Waffenreinigungsöl durch die Bundeswehr zugelassen ist. Bei der Suche nach Ersatz wurde festgestellt, dass entgegen der Kennzeichnung durch die Hersteller, die existierenden Reinigungsmittel nur bedingt innerhalb der Umwelt- und Arbeitsschutzvorgaben nutzbare sind. Es gilt weiter mögliche neue Waffenreinigungsmittel zu identifizieren, diese durch das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe der Bundeswehr testen zu lassen und wenn möglich eine Zulassung des Produktes einzuleiten.

Projektstand: Projektstand der Gruppe U.W.C.C (Bild: FMZ der TSH) Blauer Bund
Projektstand der Gruppe U.W.C.C (Bild: FMZ der TSH)

6             PX7 ECU – SPz Puma-Stecker X7 Evolution/Construction/Update

In den letzten Jahren kam es mehrfach zu Bränden im Schützenpanzer Puma, bei denen nicht nur das Gerät schwer beschädigt wurde, sondern auch das Leben der Besatzung gefährdet war. Die Brände brachen im Triebwerksraum aus und breiteten sich bis in den Kampfraum des Schützenpanzers aus. Als Ursache konnte eine nicht fachgerecht angebrachte Verbindung des Steckers X7 (Ansteuerung der Grobstaubabsauggebläse) ausgemacht werden. Der Stecker ist stark verbaut und damit schwer zugänglich, somit wird eine ordnungsgemäße Verbindung erschwert und eine Sichtprüfung ist im eingebauten Zustand unmöglich. Die Gruppe PX7 ECU untersuchte im Auftrag des BAAINBw konzeptionelle und konstruktive Lösungen, um zukünftig die höchstmögliche Sicherheit der Besatzung zu erzielen.

Da konstruktive Änderungen aufgrund der hohen Kosten ausgeschlossen wurden, besteht die Lösung der Projektgruppe aus zwei zentralen Elementen: Zum einen wurde die Handlungsanweisung überarbeitet, sodass dort jetzt alle relevanten Informationen zu finden sind und auf mögliche Fehler ausreichend hingewiesen wird. Zum anderen ist ein Sonderwerkzeugsatz zusammengestellt worden. Dieser beinhaltet neben Lackstiften zum Markieren der Verschlussposition des Steckers und einer Endoskopkamera für eine optische Überprüfung ein selbstkonstruiertes Sonderwerkzeug. Mit Hilfe dieses Sonderwerkzeugs kann eine Textile Schlaufe um den Stecker festgezurrt werden, sodass über diese Schlaufe ohne einen direkten Zugang zum Stecker dieser angezogen werden kann.

In der Herstellung kostet das Werkzeug unter 10 € und kann in unterschiedlichsten Situationen an unterschiedlichem Gerät eigesetzt werden.

Neuentwickeltes Sonderwerkzeug zum Anziehen und Lösen von Steckern (Bild: Projektgruppe PX7 ECU) Blauer Bund
Neuentwickeltes Sonderwerkzeug zum Anziehen und Lösen von Steckern (Bild: Projektgruppe PX7 ECU)

7             STEPS – Static towbar with electric power supply

Das Minenverlegesystem 85 ist ein Ein-Achs-Anhänger mit einer elektro-hydraulischen Anlage zum Verlegen von Panzerabwehrminen DM-31. Im Normalbetrieb und in der Truppeninstandsetzung wird die Spannungsversorgung sowie die Lastaufnahme durch ein Zugfahrzeug sichergestellt. Die Projektgruppe STEPS (Static tow-bar with electric power supply) wurde durch die V. Inspektion der TSH beauftragt, eine mobile Lastenaufnahme inklusive Spannungsversorgung für den Minenverleger zu entwickeln. Diese soll ein fahrzeug- und ortsunabhängiges Arbeiten während der Systemtechnikausbildung des Instandsetzungspersonals an der TSH ermöglichen.

Aktuell wird eine Behelfslösung genutzt: es wurde eine Aufnahme direkt im Hallenboden fixiert. Die Fixierung wird so stark beansprucht, dass sie sich mit der Zeit frei arbeitet und herausbricht. Eine sorgfältige Analyse des aktuellen Verfahrens ergab, dass neben der vertikalen Bewegung zum Herausfahren des Verlegesystems auch eine horizontale Bewegung stattfindet. Dadurch entstehen hohe Kräfte an der Behelfsaufnahme.

Die Lösung der Projektgruppe besteht nun aus einem Dreibein, dass hohe, vertikale Kräfte aufnehmen kann. Die Aufnahme des Anhängers wird jedoch nur aufgelegt und nicht fixiert, sodass sich der Anhänger horizontal auf dem Dreibein geführt bewegen lässt. Durch diesen Freiheitsgrad entstehen die hohen Kräfte, die zu den Schäden im Hallenboden geführt haben, erst gar nicht. Zusätzlich wurde ein Schaltkasten an das Dreibein angebracht, über die die Stromversorgung für das Minenverlegesystem bereitgestellt wird.

Demonstrator am Projektstand der Gruppe STEPS (Bild: FMZ TSH) Blauer Bund
Demonstrator am Projektstand der Gruppe STEPS (Bild: FMZ TSH)

8             UniTraK – Universelle Transportkiste für Fundmunition

Die Bundeswehr ist für die Beseitigung von Fundmunition aus eigenen Beständen, den Beständen der NVA (inkl. der Grenztruppen) und der befreundeten Streitkräfte verantwortlich. Regelmäßig werden fachkundige Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr durch die Landeskommandos der Bundesländer beauftragt diese Munition zu bergen und zu vernichten. Häufig muss die Fundmunition zu einem geeigneten Vernichtungsort transportiert werden. Bisher fehlte es jedoch den beauftragten Fachkundigen universell einsetzbaren und zugelassenen Transportbehältern. Die Fachkundigen müssen jedes Mal erneut nach einer Behelfslösung suchen und diese nach bestem Wissen und Gewissen als geeignet erklären.

Um hier eine höhere (Rechts-) Sicherheit und eine Vereinfachung für die Fachkundigen zu erreichen wurde die Projektgruppe UniTrak vom BAAINBw beauftragt ein Konzept zum sicheren Transport unterschiedlichster Fundmunition gemäß ADR und das zugehörige Packmittel zu entwickeln.
Die Lösung der Projektgruppe besteht zwei Elementen: einer geeigneten Box und einem geeigneten Inlay.

Die Aufgabe der Box ist es, die Munition von äußeren Einflüssen zu schützen und den Transport zu erleichtern. Hier wurde durch geeignete Verfahren ein in der Bundeswehr schon eingesetzte Pelicase ausgewählt. Dieses ist gut im Handling und ausreichend stabil.

Das Inlay muss eine dämpfende Wirkung haben und zugleich ein verrutschen der Munition im Transportbehälter verhindern. Mit Hilfe der WTD 91 konnte über Versuche ein Schaumstoff identifiziert werden, der sowohl stabil genug ist, als auch ausreichende Dämpfungseigenschaften besitzt. Das finale Schaumstoffinlay ist modular aufgebaut, sodass durch Entnahme einzelner Teile eine für die jeweilige Munition geeignete Aufnahme entsteht und die Munition sicher in der Box fixiert ist.

Eine Zertifizierung konnte im zeitlichen Rahmen der Projektarbeit nicht erreicht werden, soll aber über den Auftraggeber in Form einer Initiative eingeleitet werden.

Präsentation des Demonstrators am Projektstand der Gruppe UniTraK (Bild: FMZ TSH) Blauer Bund
Präsentation des Demonstrators am Projektstand der Gruppe UniTraK (Bild: FMZ TSH)

9             GeFaG22 – Modularer ballistischer Geschossfang

Der Auftrag der Projektgruppe war es, für die Ortskampfanlage des Truppenübungsplatzes Lehnin einen neuen Geschossfang zu entwickeln, der alle Anforderungen von Taktik, Technik und Arbeitssicherheit genügt.

In der Ortskampfanlage wird mit dem Scharfschützengewehr G22 geübt. Nur trainierten Schützen ist es erlaubt an dieser Ausbildung teilzunehmen. Deswegen ist der vom Geschossfang abzudeckende Schusswinkel relativ klein. Die bisherigen Geschossfänge sind schon seit Jahrzenten im Einsatz und haben bald ihre Verschleißgrenze erreicht. Sie müssen demnächst ersetzt werden. Ein Nachbau der bisherigen Lösung kann jedoch aus veränderten Anforderungen zum Arbeitsschutz nicht mehr eingesetzt werden. Zum einen gab es erhebliche Schwierigkeiten und Gefahren beim Aufbau durch extrem schwere und zeitweise ungesicherte Einzelteile. Zum anderen kommt es durch die bisherige massive Bauweise zu einer hohen Bleistaubbelastung der Umgebung.

Die Projektgruppe entwickelte einen modularen Geschossfang, der einen weiten Einsatz erlaubt. Der Geschossfang besteht aus beliebig vielen stapelbaren und durch Schrauben miteinander fixierbaren Kisten. Die Maße der Kisten wurde so gewählt, dass eine Verlegbarkeit im zusammengesetzten Zustand palettiert möglich ist.

Die Kisten bestehen aus einer Rahmenkonstruktion aus Standartprofilen und Wänden aus Blech. Sie kann mit gängigen, handelsüblichen Werkzeugen von einer Person montiert werden. Zur Minimierung der Bleistaubbelastung wurde die beschossene Fläche mit Matten aus Gummigranulat gebunden mit PU bestückt.

Die Füllung der Kisten erfolgt mit einem Polyurethan-Granulat mit einer Körnung von 8 – 23mm hergestellt durch die Firma Rutec. Dieses wurde bereits durch einen Beschussversuch beim Beschussamt Mellrichstadt zertifiziert.

Die Nutzung von dem PU-Granulat beseitigt die Gefährdung durch Bleistaub und erlaubt eine bedenkenlose Entsorgung durch den Hausmüll. Durch den modularen Aufbau kann der Geschossfang vielseitig an verschiedensten Orten eingesetzt werden

GeFaG22: Befüllter Geschossfang (Bild: Projektgruppe GeFaG22) Blauer Bund
GeFaG22: Befüllter Geschossfang (Bild: Projektgruppe GeFaG22)

 

10           ZerMoHeSch – Zerlegbarer Mobiler Hebekran für die Schutzmodule des SPz Puma

Der Schützenpanzer Puma besitzt ein modulares Schutzkonzept zur Anpassung an verschiedenste Einsatzszenarien. Eine Verlegemöglichkeit zum Einsatzort ist der Bahntransport. Dabei wird die maximale Verladebreite jedoch überschritten. Durch die Demontage des ballistischen Schutzes kann die maximal zulässige Verladebreite wieder erreicht werden. Das Gewicht einiger Module macht hierzu die Nutzung eines Hebemittels erforderlich. Derzeit werden Bergepanzer oder Feldkräne genutzt. Durch die geringe Verfügbarkeit dieser Hebemittel entsteht ein erheblicher organisatorischer und zeitlicher Aufwand. Gleichzeitig ist der Einsatz unwirtschaftlich. Das Projektteam entwickelte somit im Auftrag der VII. Inspektion der TSH einen zerlegbaren, mobilen Hebekran.

Der ZerMoHeSch SPz Puma besteht aus acht Baugruppen, die durch den Nutzer eigenständig montiert und demontiert werden können. Durch große Räder ist die Mobilität auch auf verschmutzten, ebenen Flächen gegeben. Feststellbare Räder am Querträger sichern den Kran gegen unbeabsichtigtes Wegrollen. Der Griff am Ständer ermöglicht dem Bediener das Gerät einfach zu steuern. Durch einen doppeltwirkenden Hydraulikzylinder mit Handhebel kann eine Last von maximal 260 kg angehoben oder abgesenkt werden.

Die Nutzung des Hebekrans ist unter Einhaltung der geltenden Bestimmungen des Arbeitsschutzes und ohne spezielle Einweisung möglich. Die verwendeten Materialprofile und Materialien sind handelsüblich. Somit sind eine Wartung und Instandhaltung durch das Bundeswehrpersonal vor Ort möglich. Der Einsatz des Hebemittels ist damit unkompliziert, zeitsparend und ohne großen organisatorischen Aufwand möglich.

CAD Model des Hebemittels ZermoHeSchPz Puma (Bild: Projektgruppe ZermoHeSchPz Puma) Blauer Bund
CAD Model des Hebemittels ZermoHeSchPz Puma (Bild: Projektgruppe ZermoHeSchPz Puma)

Die Projektteams beweisen mit ihren Lösungen eindrucksvoll, wie sie ein komplexes Problem analysieren und praxistaugliche Lösungsansätze entwickeln können, indem sie theoriegeleitet arbeiten und ihr Praxiswissen zielführend einbringen. So konnten sie mit technisch einfachen Mitteln hochkomplexe Probleme aus der Truppe lösen und zielgerichtet Werkzeuge für ein sicheres, effizientes und kostengünstiges Arbeiten bereitstellen.

Immer wieder werden Arbeiten, die in der Projektdurchführung entstehen, als Arbeitnehmererfindung anerkannt und ausgezeichnet. Auch von den aktuellen Ergebnissen sind derzeit zwei Projekte hierfür vorgeschlagen.

Unsere zukünftigen OffzMilFD haben mit ihren Projekten eindrucksvoll gezeigt, dass sie in der Lage sind konzeptionelle Lösungen und praktische Verbesserungen in der Nutzung und im Umgang mit Produkten zu entwickeln.

Text: Frau Christine Weinhold, Fachlehrerin an der FSHT

Pressemitteilung: Bundeswehr bestellt zehn neue Panzerhaubitzen PzH 2000

Berlin, 29. März 2023 – Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mit der Produktion von zehn neuen Panzerhaubitzen des Typs PzH 2000 beauftragt. Das entsprechende Vertragswerk haben beide Seiten heute in Berlin unterzeichnet. Die Auslieferung der Systeme soll im Jahr 2025 beginnen. Sie werden in der deutschen Artillerietruppe Panzerhaubitzen ersetzen, die zuvor im Rahmen militärischer Unterstützungsleistungen an die Ukraine abgegeben wurden.
Die heute geschlossene Vereinbarung enthält darüber hinaus Optionen zur Herstellung von insgesamt 18 weiteren PzH 2000 in drei Losen zu je sechs Systemen.

 

Quelle: Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG  (Text und Bild)

Das Wappen des JCTC; Blauer Bund

JCTC: We train multinational

Joint Logistic Support Group Coordination and Training Centre (JCTC): We train multinational

Das Joint Logistic Support Group Coordination and Training Centre (JCTC) wurde im Oktober 2017 an der Logistikschule der Bundeswehr aufgestellt. Nachdem sich Deutschland innerhalb des sogenannten Framework Nations Concept im Cluster Logistic verpflichtet hat, bis 2024 eine Joint Logistic Support Group (JLSG) mit einem JLSG Headquarters (JLSG HQ) aufzubauen, wurde die Ausbildungseinrichtung JCTC in Dienst gestellt. Hier wird das Personal eines JLSG HQ als multinationaler taktischer Gefechtsstand umfassend, standardisiert und den Einsatzerfordernissen angepasst ausgebildet und zertifiziert.

Die Gliederungdes JCTC; Blauer Bund
Die Gliederung des JCTC

Das multinationale Übungszentrum ist in verschiedene Bereiche (Sektionen) gegliedert: Ausbildung und Übung, Steuerung JLSG HQ Personalpool sowie konzeptionelle Grundlagenarbeit. Weiterhin gehört ein Unterstützungselement dazu, welches in der Zielstruktur 2024 befähigt sein wird, einen verlegefähigen Gefechtsstand mit entsprechender IT-Ausstattung für die Aufstellung eines JLSG HQ jederzeit abrufbar vorzuhalten. Im Bereich der konzeptionellen Grundlagenarbeit unterstützt Personal derzeit die Fortschreibung des politischen Grundlagendokumentes zur NATO-Logistik.

„Rotes Netz“

Aufgabenschwerpunkt des JCTC als Ausbildungseinrichtung ist es, verstärkt Übungsvorhaben der NATO zu unterstützen. Ziel ist es dabei, dass beide große JLSGs der HQ Brunssum und Neapel jährlich nach Garlstedt kommen, um dort ausgebildet und sofern erforderlich im Rahmen von Übungen zertifiziert zu werden. Dies ist beispielsweise für die Standby-Phasen der NRF der Fall. Für solche Zertifizierungen kann das JCTC die dazu notwendige Übungsumgebung idealtypisch bereitstellen. So auch in der Übung Steadfast Jupiter 22, an deren Ende das JLSG HQ Neapel zertifiziert wurde. Das JLSG HQ Brunssum hat ebenfalls bereits beantragt, das JCTC entsprechend zu nutzen. Im Oktober 2023 werden Angehörige des HQs nach Garlstedt kommen, um in einer vergleichbaren Übung im Ausbildungsgefechtsstand des JCTC überprüft zu werden.

Die Ausbildungsanlage JCTC an der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt, Blauer Bund
Die Ausbildungsanlage JCTC an der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt

NATO-Übungen werden in der IT- Sicherheitsdomäne NATO Secret durchgeführt. Umgangssprachlich wird hier vom „Roten Netz“ gesprochen, ohne welches keine gesicherte Kommunikation möglich ist.
Bereits seit längerer Zeit initiiert, nun durch Staatssekretärweisung angestoßen, wird das JCTC diese Fähigkeit erhalten und kann so künftig auch Übungen in der Sicherheitsdomäne NATO Secret durchführen.
Dies ist der erste Schritt der Weiterentwicklung des JCTC von seiner Anfangsbefähigung hin zur Zielbefähigung.

SatComm Antenne des JCTC; Blauer Bund
Weitreichende Verbindung über Satellitenkommunikation

Für Steadfast Jupiter 22 wurde, wie bereits bei der Zertifizierung des I. Deutsch-Niederländischen Korps im Dezember 2020, durch eines der NATO Fernmelde/ IT-Bataillone diese Rote Informationstechnik inklusive einer Satellitenkommunikationsmöglichkeit aufgebaut und betrieben um die direkte Anbindung an das NATO-Führungsinformationssystem sicher zu stellen.

Mit dem Angebot dauerhaft verfügbarer und verbesserter „roter IT“ in der stationären Übungsumgebung des JCTC wird es als permanente und hochwertige Übungseinrichtung innerhalb der NATO nachhaltig Akzeptanz finden.

Arbeit in der JLOC (Joint Logistic Operation Centre) während des Trainings; Blauer Bund
Arbeit in der JLOC (Joint Logistic Operation Centre) während des Trainings

Wichtiger Bestandteil des JCTC ist auch die Individualausbildung im Bereich des NATO-Grundlagentrainings. In JLSG Orientation Trainings wird innerhalb ihrer eigenen Nationen national ausgebildetes Personal darauf vorbereitet, in einem multinationalen JLSG HQ zusammen zu arbeiten. In diesen Trainings werden Grundlagen der NATO-Logistik sowie die komplexen Arbeitsweisen eines solchen HQ vermittelt. Zudem werden Spezialisten, die in den HQs mitarbeiten sollen, in der logistischen Unterstützungs- und Führungssoftware Logistic Functional Area Services (LOGFAS) der NATO ausgebildet und unterrichtet. In verschieden Trainings findet die Ausbildung für die Anwender der Module für die Verlege-, Transport- und Folgeversorgungsplanung und -durchführung, welche LOGFAS bietet, statt. Dabei hat die Bundeswehr und die NATO einen immer größer werdenden Bedarf innerhalb der Spezialisten. Entsprechende Ausbildungskapazitäten innerhalb der NATO sind eine gesuchte Mangelressource.

Die Idee des JCTC: Mindestens ein „Zweiklang“

Das „Rote Netz“ wird das JCTC befähigen, eine Zusammenarbeit zwischen dem JCTC in Garlstedt und dem NATO Joint Warfare Centre Stavanger in Norwegen, und gegebenenfalls anderen internationalen Institutionen, an denen unterstützende Einheiten üben können, zu ermöglichen.
Hinter dieser Idee steckt ein einfacher Grundgedanke: Ist ein Allied Joint Force Command (JFC) beauftragt, in einem Einsatz operativ zu führen und ein JLSG HQ ist als logistische Führungselement vorgesehen, wird das JFC im Schulungs- und Trainingszentrum der NATO in Stavanger zertifiziert. Entsprechend ist auch das dazugehörige JLSG HQ zu zertifizieren. Aus Kapazitätsgründen, insbesondere im Bereich der logistischen Fachexpertise, welche ein solches Übungsvorhaben abverlangt, bietet es sich an, dies in einer hierfür spezialisierten Ausbildungseinrichtung mit entsprechenden Trainern zu tun.

Der ideale Ort für eine Zertifizierungsübung einer JLSG. Blauer Bund
Der ideale Ort für eine Zertifizierungsübung einer JLSG.

Für eine gemeinsam Zertifizierungsübung mit dem JFC HQ ist die Rote Informationstechnik Grundvoraussetzung.
Mit Blick auf eine Weiterentwicklung der Ausbildung am JCTC ist es vorstellbar, die einem JLSG HQ unterstellten Truppenteile, beispielsweise im Logistischen Übungszentrum an der Logistikschule der Bundeswehr, im gleichen Übungsszenario trainieren.
So entsteht durch Dislozierung der Beteiligten ein reales Szenario, welches ähnlich wie bei einer großen Feldeinsatzübung ist.

Mit dem JCTC in Garlstedt bietet der Bundeswehr eine in der NATO in dieser Form einmalige Einrichtung, die sich – Dank des außergewöhnlichen Engagements und der Begeisterung des hier tätigen Personal – innerhalb kürzester Zeit eine hervorragende Reputation erarbeitet hat.

Erstmals erschienen im Hardthöhenkurier Ausgabe 6/2022

Autor: Kathleen Boungard

Bilder: © Bundeswehr/LogSBw

Das neue Sturmgewehr HK416 A8 von Heckler & Koch; Blauer Bund

Beschaffung des neuen Sturmgewehrs für die Bundeswehr läuft an

Die Bundeswehr erhält das neue „System Sturmgewehr“ für die Truppe.
Auf Einladung der Vizepräsidentin des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr kamen am 23. Januar 2023 sowohl Vertreter der Geschäftsführung des Hersteller Heckler und Koch als auch die Projektleitenden des BAAINBw zum Abschluss von letzten vertraglichen Details zusammen. Der Grundstein für das Projekt wurde mit der Billigung des geschlossenen Vertrages durch den Haushalts- und Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages im Dezember 2022 zur Beschaffung der zukünftigen Standard-Bewaffnung der Soldatinnen und Soldaten gelegt.

Ab 2026 erhält die Bundeswehr das Gewehr mit der Bezeichnung G95A1 als neue Standardwaffe und das G95KA1 in einer kurzen Ausführung für spezialisierte Kräfte. Im Rahmen dieses Vorhabens können nunmehr in den kommenden Jahren neue Sturmgewehre für die gesamte Bundeswehr beschafft werden. Das neue Gewehr basiert auf dem HK416 A8 des Herstellers Heckler und Koch.

Das neue Sturmgewehr HK416 A8 von Heckler & Koch; Blauer Bund
Das neue Sturmgewehr HK416 A8 von Heckler & Koch

Die Auswahlentscheidung für diese Waffe fiel bereits im Frühjahr 2021.
Aufgrund eines längeren Nachprüfungsverfahrens kam es zu Verzögerungen. Der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes für solche Fälle folgend wurden mit der Vertragszeichnung die durch die Verfahrensdauer erforderlichen vertraglichen Anpassungen vorgenommen.

In einem ersten Schritt werden 390 Nachweismuster an die Bundeswehr ausgeliefert. Hiervon werden der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition 40 Sturmgewehre zur Qualifizierung übergeben. Die restlichen 350 Waffen erhält die Truppe zur Einsatzprüfung, welche unter anderem in verschiedenen Klimazonen stattfinden wird. Die umfangreiche Erprobung dient dem Vergleich mit der durch den Hersteller im Vergabeverfahren eingereichten Waffen.

Text: PIZ AIN
Bild: Bundeswehr/Heckler & Koch