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Besichtigung des Aachener Rathauses

Um eines der weithin bekannten Wahrzeichen Aachens näher kennen zu lernen, führte die Kameradschaft Aachen/Eschweiler des bB e.V. am Mittwoch, den 08. Mai 2019 eine Führung und Besichtigung des Historischen Rathauses Aachen durch.

Der Leiter des Fachbereichs Verwaltungsleitung und persönliche Referent des Oberbürgermeisters, Herr Alexander Lohe M. A., hatte sich bereit erklärt eine ganz besondere Führung zu gestalten. Durch seine jahrzehntelange Erfahrung in diesem geschichtsträchtigen Haus erläuterte Herr Lohe in einer knapp dreistündigen Führung äußerst lebhaft und zugleich unterhaltsam eine große Zahl an Hintergründen aus der eindrucksvollen Geschichte des Hauses und dessen Vorgängers. Wenn auch bis heute noch ungeklärte Detailfragen bestehen, so ist doch belegt, dass Karl der Große um das Jahr 800 in Aachen eine monumentale Pfalz baute, die er nach seiner Kaiserkrönung in Rom nicht nur zu seiner Lieblingspfalz, sondern auch zu seinem Machtzentrum wählte. Sie wurde im Süden durch die Marienkirche und im Norden durch die Königshalle, auf deren Grundmauern das heutige Rathaus steht, begrenzt.

Nach dem Verfall und weitgehenden Abriss der karolingischen Königshalle im 13. Jahrhundert vereinbarte der Magistrat mit Kaiser Ludwig dem Bayern einen Neubau, der eine doppelte Funktion haben sollte: Verwaltungssitz der Freien Reichsstadt und Festsaal für die größten Feste des Reiches, die Krönungsmähler. Als der Bau um 1350 vollendet war, galt er als eine der großartigsten und kühnsten Leistungen der Profanarchitektur. Auf den Fundamenten und in einigen erhaltenen Resten der Außenwände der Pfalz entstand streng in West-Ost-Ausrichtung ein dreigeschossiger Palastbau. Die beiden Hauptgeschosse waren in je fünf fast quadratische Joche mit Kreuzrippen-Gewölben unterteilt: Der noch aus der Zeit Karls des Großen erhaltene Granusturm wurde um drei Geschosse aufgestockt und in das Gebäude integriert. Die Nordfassade war mit rund 60 Figuren geschmückt, die farbig gefasst und teilweise vergoldet waren. In der Zeit zwischen 936 und 1531 wurden in Aachen 30 Könige gekrönt, wobei die Festlichkeiten stets hier stattfanden. In der wechselvollen Geschichte wurde das ursprünglich im gotischen Stil erbaute Rathaus im 18. Jahrhundert „barockisiert“ und vor allem auch an der Außenfassade seines intensiven „Figurenschmucks“ beraubt. Im 19. Jahrhundert hat die dem Marktplatz zugewandte Seite jedoch weitgehend die heutige Form durch Anbringung der Statuen von 50 Königen zurückgewonnen. Brände und Kriegsfolgen fügten dem Rathaus immer wieder teilweise schwerste Schäden zu. Die intensiven Arbeiten zur Wiederherstellung des Rathauses nach dem 2. Weltkrieg sind, trotz erster Nutzung von Teilen ab 1950, mit der Eindeckung der beiden Türme erst 1979 abgeschlossen worden.

Im Rahmen unserer Führung konnten wir mit Ausnahme der unmittelbaren Büros des Oberbürgermeisters alle Bereiche des Rathauses besichtigen und erhielten nicht-alltägliche Einblicke in dieses geschichtsträchtige und berühmte Rathaus.

In jedem Saal dieses Hauses erfuhren wir politische, historische und künstlerische Besonderheiten bis hin zur Aufarbeitung der aktuellsten Aachener Geschichte. Diese Besonderheiten kann man sich wirklich nur durch einen Besuch oder eine Führung erschließen. Für uns war der Aufstieg im Granusturm gleichermaßen geschichtlich und bautechnisch interessant wie auch beschwerlich. Nach dem Gang unter dem kunstvoll eingedeckten Schieferdach, bei dem uns der ungewöhnliche Anblick der Deckengewölbe des Krönungssaales von oben und die Statik des Daches beeindruckten, erreichten wir als vorletzte Station die Spitze des Marienturms. Der Ausblick von dort rund um das Rathaus bietet eine ungewohnte und faszinierende Perspektive. Bei einer kleinen Erfrischung nutzten wir die Gelegenheit zu Fragen und Diskussion mit Herrn Lohe. Zugleich bedankten wir uns für diese beeindruckende Führung durch Übergabe einer Spende an den Rathausverein und überreichten Herrn Lohe zur persönlichen Erinnerung an unseren Besuch das Wappen der Kameradschaft. Der Rückweg führte dann durch das Prunkstück des Hauses, den Krönungssaal, der durch die alljährlich stattfindende Verleihung des Karlspreises oder jüngst auch durch die Unterzeichnung des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration, kurz als Vertrag von Aachen oder Aachener Vertrag bekannt, regelmäßig für internationale Aufmerksamkeit sorgt.

Wir verabschiedeten uns nach dieser hoch interessanten und fordernden Führung nochmals mit großem Dank von Herrn Lohe, dessen ausgeprägte Begeisterung für das Aachener Rathaus uns während der gesamten Zeit faszinierte.

Zum Abschluss hatten wir nach kurzer Überquerung des Marktplatzes und Einkehr im Goldenen Schwan zum Ausklang mit Blick auf das Rathaus reichlich Gelegenheit zum vertiefenden Gespräch.

Autor: Oberst a.D. Günter Selbert, Vorsitzender der Kameradschaft Aachen/Eschweiler,

Bilder: Oberst a.D. Günter Selbert

Challenge Offiziere & Manager; Manager an der Logistikschule

Challenge Offiziere & Manager

Die Logistik Challenge „Offiziere & Manager„ wurde seit 2016 drei Mal in den darauf folgenden Jahren erfolgreich durchgeführt. Veranstalter ist die Firma „trainM“ (Mitglied im Netzwerk des blauen Bund e.V.) und die Kameradschaft NORDWEST des blauen Bund e.V., als Gastgeber an der Logistikschule der Bundeswehr.

Teilnehmer sind junge Offiziere des Offizierslehrganges des jeweiligen Jahrganges, junge Ausbilder / Hörsaalleiter an der Logistikschule, Offiziere von der FüAK aus dem Bereich Logistik und zivile Firmenteams aus der Logistikbranche.

An der 1. Challenge vom 02.-03.11.2016 nahmen zwei Teams der Offiziere des OL 3 – 2016 teil, ein Team der FüAK mit drei Majoren und die Firmen:

  • BLG Bremer Lagerhausgesellschaft,
  • EAFT Emder Anlagen u. Fahrzeugtechnik und
  • MIZ GmbH Wilhelmshafen.

Motto und Aufgabe war es über sechs Geschäftsjahre erfolgreich ein Unternehmen für die Herstellung und den Vertrieb von Kopierern zu lenken und zu leiten.

Das Siegerteam kam aus der LogSBw dem OL 3 Lehrgang Nsch – Hörsaal 21.

Die 2. Challenge vom 01.-02.11.2017 wurde wiederum mit zwei Teams des OL 3 Durchgangs 2017 bestritten und der Teilnahme folgender Firmen:

  • BLG Bremer Lagerhausgesellschaft,
  • EAFT Emder Anlagen u. Fahrzeugtechnik und
  • Kühne & Nagel GmbH.

In dieser Challenge sollte ebenfalls über sechs Geschäftsjahre erfolgreich ein Firmenunternehmen für die Produktion und den Vertrieb von Waschmaschinen weltweit gesteuert und geführt werden.

Das Siegerteam wurde durch die Firma Kühne & Nagel GmbH gestellt.

In 2018 wurde die 3. Challenge vom 29.-30.10.2018 mit folgenden Teilnehmern durchgeführt. Ein Team des OL 3 Durchganges 2018 (Transport),  ein Team junger Ausbilder/Hörsaalleiter der LogSBw und den Firmen:

  • EAFT Emder Anlagen u. Fahrzeugtechnik und
  • 1 Team OTC Außenhandels GmbH Bremen mit TCI Truck & Bus Parts GmbH Inchenhofen.

Auch 2018 musste wieder über sechs Geschäftsjahre ein junges Unternehmen für den Vertrieb und der Herstellung von Rucksäcken geführt werden. Dabei kam es im Besonderen auf die Nachhaltigkeit der Rohstoffe, den günstigen Absatz und den effektiven Einsatz des Personals an.

Am besten gelang dies dem Siegerteam der EAFT Emder Anlagen u. Fahrzeugtechnik.

(In Anlage ein Erfahrungsbericht der Teilnehmer von EAFT)

 

Änderung !

Ausblick, auch 2019 wird (Ä Neu) September/Oktober 2019 eine vierte Challenge durchgeführt.

Teilnehmen werden voraussichtlich drei Teams der Offiziere OL 3 des Jahrganges 2019 aus den Bereichen „Nachschub“, Transport und Instandhaltung und ein Team junger Ausbilder/Hörsaalleiter von der LogSBw.

Ein Team des Siegers aus 2018 von EAFT Emder Anlagen u. Fahrzeugtechnik hat bereits zugesagt und hoffentlich noch drei weitere Firmenteams folgen.

Weitere Teams können sich hier bewerben. Anmeldeschluss ist Neu der 28.08.2019

Zum Download der Einladung ….

Fotos: LogSBw Petra Reiter

 

Anlage:

Erfahrungsbericht zur bB-Challenge „Offiziere & Manager“

Datum: 29.10.18 – 30.10.18, Ort: Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt

Wer sind wir: Die EAFT Emder Anlagen- und Fahrzeugtechnik GmbH aus Emden und ihr Schwesterunternehmen MWB Fahrzeugtechnik GmbH aus Geestland (Nähe Bremerhaven) sind Anbieter  für technische, logistische und ingenieurtechnische Leistungen im Rahmen der Fahrzeug- und Anlagentechnik. Schwerpunkt ist die Instandhaltung von LKW, (un)gepanzerten Spezial- und Sonderfahrzeugen, Anlagen und Geräten sowohl im Werk als auch im Außendienst.

Bereits zum dritten Mal in Folge nahmen unsere Betriebe EAFT und MWB an der Challenge „Offiziere & Manager“ an der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt teil. Unsere Teams bestanden aus einem Zusammenschluss beider Betriebe, mit Kollegen aus den verschiedensten Abteilungen mit unterschiedlichen Kompetenzen. Die Teilnehmer der Challenge 2018 waren:

Carsten Reinhardt, Teamleiter LIndE-Verbund, EAFT

Adem Mersinlioglu, Vertriebsingenieur, EAFT

Christoph Quade, stv. Leiter Auftragssteuerung, MWB

Fabian Lehmann, Referent Organisation, Infrastruktur & Abrechnung, MWB

Einweisung und Ablauf: Insgesamt waren vier Teams zu je 4-5 Mitgliedern anwesend, zwei Teams aus der Bundeswehr ([Name Bw Team 1] und [Name Bw Team 2]), die Offiziere, sowie zwei Teams aus der Industrie (EAFT/MWB und [Name Industrie Team 2], die Manager.

Der erste Tag der Challenge bestand aus der Simulation der Geschäftsjahre 1-3 und der zweite Tag aus den Geschäftsjahren 4-6 sowie der abschließenden Investorenkonferenz. Das Ziel der Investorenkonferenz war es eine Präsentation zum Unternehmen und zum Produkt vorzustellen und das dreiköpfige Jury Team von einer Investition in das Unternehmen zu überzeugen.

Alle Teams wurden mit einem PC, einem Laptop, einem Tablet und einer Mappe mit allen Informationen zum Szenario ausgestattet. Des Weiteren hatten wir Zugriff auf das Internet sowie auf alle Office Anwendungen. Somit waren wir Hard- und Softwareseitig bestens ausgestattet.  Mit dem Laptop und Tablet hatten wir Zugang zum Simulationsprogramm. Dort konnten wir alle Informationen zum jeweiligen Geschäftsjahr einsehen und unsere Zahlen bzw. Entscheidungen eingeben. Es wurden jeweils zwei Teams in zwei Räume aufgeteilt. So hatte man genug Platz und Freiraum zum Arbeiten und sorgte so für eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre.

Selbstverständlich hatte man in einer ruhigen Minute auch die Möglichkeit sich über allgemeine Themen aus Industrie- und Bundeswehralltag auszutauschen und so weiter ins Gespräch zu kommen.

Das Ausgangsszenario: Jedes Team war ein produzierendes Unternehmen von Rucksäcken mit einem bestehenden Rucksack-Modell. Dieses Produkt galt es nun in den kommen sechs Geschäftsjahren weiter zu entwickeln und entsprechend zu vermarkten. Auch die Entscheidung über Personal, produzierte Mengen, zusätzliche Anlagen, Verkaufspreise, Absatzmärkte etc. mussten hierbei vollumfänglich betrachtet werden.

Unsere Strategie: Die Kollegen Quade und Lehmann beschäftigten sich schwerpunktmäßig mit dem Einsatz der Geldmittel, dem Controlling (Plan-, Ist-Werte) und dem betrieblichen Rechnungswesen (Bilanz-, Kosten- und Leistungsrechnung). So wurden über die Geschäftsjahre zusätzliche Mitarbeiter in der Produktion und im Vertrieb eingestellt, damit wir mehr produzieren und absetzen konnten. Der erhöhte Produktionsbedarf wurde durch zusätzliche Maschinen gedeckt. Einer unserer Erfolgsfaktoren war es, mehr als die Konkurrenz in die Abteilung Forschung & Entwicklung zu investieren. Dadurch kreierten wir einen Rucksack mit dem höchsten Technologieindex. Das bedeutet, dass unser Rucksack am entwickeltesten war und so einen Grund lieferte gekauft zu werden und den höheren Verkaufspreis zu rechtfertigen.

Denn einfach mehr zu produzieren und zu verkaufen und das zu einem höheren Preis, das wäre ja auch zu einfach gewesen für eine Challenge. Tatsächlich war es recht knifflig, die richtigen Zahlen in Euro oder Stück auszuarbeiten. Sehr interessant fanden wir auch, dass jedes Jahr eine neue Situation simuliert wurde, sei es eine politische Entscheidung, günstige Kreditangebote, Fördermittel etc. Dadurch entstand immer eine neue Situation die individuell bewertet werden musste und die Entscheidungen maßgeblich beeinflusste.

Parallel dazu arbeiteten die Kollegen Reinhardt und Mersinlioglu schwerpunktmäßig an der strategischen Ausrichtung des Unternehmens und der Vermarktung des entsprechenden Produktes. Wir entschieden uns für ein hochpreisiges Modell, welches aus recyceltem Kunststoff bzw. aus Plastikmüll bestand. Unser fiktives Unternehmen widmete sich daher ganz dem Thema Nachhaltigkeit und nachhaltige Fertigung. Aus diesem Gedanken heraus entstand auch unser Firmenname „GreenTex“. Durch die recycelten Rohstoffe konnten wir zum einen unsere Materialkosten senken und zum anderen für ein Alleinstellungsmerkmal sorgen.

Die nachhaltige Fertigung und das Verwenden von nachhaltigen Rohstoffen fassten wir unter einem Motto zusammen und nannten es „beGreen“. Hieraus formulierten wir eine Art Bewegung, die zum einen andere Unternehmer zur nachhaltigen Fertigung animieren und zum anderen potenzielle Käufer für unser Unternehmen und unsere Produkte gewinnen sollte. So konnten Kunden „ruhigen Gewissens“ unsere Produkte erwerben.

Diese Punkte waren insbesondere für die Investorenkonferenz wichtig, da die Präsentation auf dieser Grundlage aufgebaut wurde. Wir denken, dass dies ein weiterer Erfolgsfaktor war, da es in sich ein schlüssiges Konzept ergab. Wir schafften es ab dem zweiten Geschäftsjahr die Poleposition zu halten.

Was wir lernten: Bei der Challenge handelte es sich um ein völlig neues Szenario, welches keiner von uns in der Form kannte. Dadurch konnten wir die Erarbeitung eines Lösungsweges üben und praktisch umsetzen. Angefangen vom Einlesen in die Themen bis hin zum Team Building. Die Aufteilung der Aufgaben an die Teammitglieder ist dabei ein wesentlicher Punkt gewesen. So konnte zwar jeder die Aufgaben übernehmen, die seinem Berufsleben am nächsten kommen, doch musste man sich aufgrund der Fülle an Themen auch in andere Aufgaben hineinversetzen.

Durch die Simulation wurde einem die Auswirkungen von Geschäftsentscheidungen vorgeführt. Dies sensibilisierte uns erneut für unsere Aufgaben im Berufsleben und das man stets mehrere Schritte vorausdenken sollte. Dieser Punkt ist besonders ausschlaggebend, da er auf jede Abteilung und jeden einzelnen Kollegen zutrifft.

Unser Fazit: Die gesamte Veranstaltung war bestens organisiert und gut durch geplant und unsere Fragen wurden stets kompetent beantwortet. Auch der zeitliche Ablauf ließ genug Zeit, um seine Entscheidungen vernünftig zu durchdenken, die Ergebnisse aus den Geschäftsjahren miteinander zu vergleichen und zu diskutieren. Wir fieberten bei jeder Auswertung des jeweiligen Geschäftsjahres kräftig mit und es war spannend zu sehen wie sich die Unternehmen von Jahr zu Jahr weiter entwickelten und alle Teams untereinander konkurrierten.

Die Simulation konnten wir als sehr realitätsnah empfinden. Sie beinhaltete viele verschiedene Facetten, interne und externe Einflüsse, beispielsweise Veränderungen des Marktes, Vorgehensweisen der Konkurrenz etc., die sich zudem jährlich änderten. Dadurch entstand eine realistische Marktsituation und man wurde stetig gefordert neue Überlegungen zu tätigen, welches letztlich die gesamte Challenge noch interessanter und spannender gestaltete. Die Management-Simulation ist ein gutes Instrument, um den Soldaten den freien Markt näher zu bringen.

Wir hoffen auch im nächsten Jahr erneut anzutreten und werden die anderen Kollegen motivieren an der Challenge teilzunehmen und so ihre Erfahrungen zu sammeln.

Autor: Herr Adem Mersinlioglu EAFT

Newsletter Verteidigung 18/2019

Die aktuelle Ausgabe stellen wir unseren Mitgliedern jeden Dienstag als Download zum Herunterladen bereit.

Themen der Ausgabe 18/2019:

  • Allied Spirit: PzBrig 21 übt in Hohenfels
  • Erster deutschbritischer Übungsflug über Estland
  • BAAINBw übernimmt „Baden – Württemberg“
  • Drittes Uboot für Ägypten in Kiel getauft
  • Rheinmetall modernisiert niederländische Bergepanzer 3
  • ESG ermöglicht Interoperabilität für litauische Streitkräfte

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RESERVE aktuell

Die Ausgabe RESERVE aktuell, Mai 2019, ist als download verfügbar.

 

Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe:

  • Editorial – Oberstleutnant Richter
  • Heer – „Mehr Sein als Schein“ – Jahresabschlussübung der Reservisten der 10./FschJgRgt 26
  • Heer – 6. Arbeits- und Informationstagung für Stabsoffiziere der Reserve der Pioniertruppe
  • Lw – Die Reserve der Luftwaffe und die Neuausrichtung auf die Landes- und Bündnisverteidigung
  • Lw – Verleihung des Bestpreises für Angehörige der Reserve Lw 2018
  • Lw – International NCO Leadership Development Seminar 2018
  • SKB – Initiative zur Anpassung ausgewählter Lehrgänge
  • CIR – Der Schwachstellensucher im Cyber- und Informationsraum
  • Marine – Go Navy – Think Blue
  • SAN – Chancen in der Reserve des Bundeswehrzentralkrankenhauses
  • SAN – Reservistinnen und Reservisten übten bei „Starke Reserve“
  • Reservistenportrait
  • CIOR – Begehrte Geparden-Trophäen für Sieg der deutschen Wettkampfmannschaft
  • KompZResAngelBw – Ausbildung der Reserve im Rahmen der AGENDA Ausbildung
  • Kurzmitteilungen
  • Termine

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ALDENHOVEN Testing Center – Gemeinsame Informationsveranstaltung der Kameradschaft AACHEN/ESCHWEILER im Blauer Bund e.V. und des Ausbildungszentrum Technik Landsysteme

Am 16.April 2019 besuchte die Kameradschaft AACHEN/ESCHWEILER das ALDENHOVEN Testing Center of RWTH AACHEN University GmbH (ATC). Das Ausbildungszentrum Technik Landsysteme (AusbZTLS) nutzte diese Veranstaltung für eine Offizier-/ Unteroffizierweiterbildung. Das große Interesse an der Thematik belegt die Tatsache, dass mit insgesamt 44 Teilnehmern die verfügbaren Plätze vollständig ausgenutzt wurden.

Herr Dipl.-Ing. Micha Lesemann, einer der vier Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung, nahm sich die Zeit, die Informationsveranstaltung persönlich durchzuführen. Nach der Begrüßung wurde zunächst das Testgelände befahren, sodass sich die Teilnehmer einen ersten Eindruck von den komplexen Testmöglichkeiten machen konnten. Neben dem zwei Kilometer langen Oval mit Steilkurven bietet das ATC eine Fahrdynamikfläche mit 210 m Durchmesser, einen Hügel mit Steigungen bis 30 % sowie einen Kreuzungsbereich, der im letzten Jahr zu einer vollwertigen städtischen Testumgebung ausgebaut wurde.

In der Folge stellte Herr Dipl.-Ing. Micha Lesemann den Teilnehmern sowohl die Entstehungsgeschichte als auch die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des ATC dar.

Mit dem Betriebsende der Zeche „Emil Mayrisch“ im Dezember 1992 endete die Ära der Steinkohle im AACHENer Revier. Um die Folgen des Strukturwandels zu kompensieren entstand auf dem ehemaligen Zechengelände der Industriepark „Emil Mayrisch“. Seit 2005 betreibt die Film- und Test Location Germany (FTL Germany) einen 1,2 km Autobahnabschnitt zu Filmzwecken. Dieser schließt unmittelbar an das Gelände des ATC an.

Das ATC, ein Joint Venture des Kreises DÜREN und der RWTH AACHEN, wurde am 11.April 2014 als modernes, interdisziplinäres Testzentrum für Mobilität eröffnet. Zu den Kunden gehören Fahrzeughersteller und -zulieferer, Forschungs- und Entwicklungsdienstleister sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Das ATC bietet allen interessierten Kunden, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start-Ups, die Möglichkeit annähernd alle Situationen aus dem Realverkehr nachzubilden.

Durch die Zusammenarbeit mit dem 5G Mobility Lab des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, in dem der 5G-Mobilfunkstandard getestet wird, steht eine der modernsten Mobilfunk-Entwicklungs- und Prüfumgebungen für den vernetzten und autonomen Verkehr der Zukunft zur Verfügung. In Verbindung mit weiteren Funkstandards kann die Vernetzung der Fahrzeuge im Verkehr auf dem Gelände des ATC umfassend dargestellt und quasi unter Laborbedingen getestet werden. Das ATC bietet seine Leistungen kommerziell an, ist jedoch auf Bundes- und Landesmittel angewiesen.

In der abschließenden Frage-Antwort-Runde ging es vornehmlich um die Themen „Weiterentwicklung des ATC“ sowie „E-Mobilität“ und „autonomes Fahren“. Nach rund 90 Minuten endete die informative, interessante Veranstaltung rund um das Zukunftsthema „Digitalisierung der Mobilität“.

Autor: Oberstleutnant a.D. Joachim Mörs

Bedingt handlungsfähig – Brauchen wir diese Bundeswehr?

Die Bundeswehr, die im Kalten Krieg nur „gefechtsbereit“ stand, ist zu einer „Armee im Einsatz“ geworden, trotz Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht. Ausrüstung, Personal und Organisation der Bundeswehr halten damit nicht Schritt.

Das macht den Dienst für Soldatinnen und Soldaten, die in Mali, Somalia, im Kongo und anderswo im Einsatz sind, schwierig und gefährlich. Gute „Exit“-Strategien sind nicht nur in Afghanistan oder im Kosovo schwer zu finden. Skandale um Rechtsradikale in der Truppe, Konflikte in der Führung, peinliche Werbung und teure Beraterverträge machen der Bundeswehr zu schaffen. Deutschland will im Rahmen der gemeinsamen europäischen Verteidigungs- und NATO-Sicherheitspolitik aber ein eigenes Gewicht haben. Politik dazu gibt es bisher nur in sparsamen Ansätzen. Welche politischen Vorgaben braucht die Bundeswehr, um Strategien für das 21. Jahrhundert entwickeln zu können? Wie lassen sich Ministerium und Truppe organisieren, damit die richtige Ausrüstung beschafft werden kann? Muss jedes große Rüstungsprojekt in Chaos und Überteuerung enden?

Diesen Fragen stellten sich am 25.04.2019 in der Sendung „WDR5 Funkhausgesprächen“ dem Moderator Thomas Schaaf   die u.a. Teilnehmer:

 

  • Dr. Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages

„Mein Bild für das sich einigende Europa sind mehr und mehr Inseln funktionierender Kooperation.“

  • Thomas Wiegold, Journalist und Blogger

„Die Bundeswehr wird mit mehr Geld allein nicht glücklich. Eine echte Entbürokratisierung braucht sie ebenso wie Verständnis in der Bevölkerung, wofür Deutschland Streitkräfte unterhält.“

  • Dr. Claudia Major, Politikwissenschaftlerin Forschungsgruppe Sicherheitspolitik-Stiftung Wissenschaft und Politik

„Deutschlands Beitrag ist entscheidend für die Verteidigung Europas und die Handlungsfähigkeit von EU und NATO. Doch leider ist Deutschland oft der rhetorische Vorreiter, blockiert aber in der Praxis die europäische Verteidigungspolitik.“

  • Prof. Nicole Deitelhoff, Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

„Eine zukunftsfähige Bundeswehr wird etwas kosten — nicht nur in finanzieller Hinsicht.“

 

Hier geht es zum Video- oder Audiobeitrag.

 

Quelle: https://www1.wdr.de

Newsletter Verteidigung 16/2019

Die aktuelle Ausgabe stellen wir unseren Mitgliedern jeden Dienstag als Download zum Herunterladen bereit.

Themen der Ausgabe 16/2019:

  • Fallschirmjäger üben virtuell und real
  • Untersuchungsausschuss setzt Vernehmungen fort
  • Fallschirmjägerregiment 26 übt in Celle und Altengrabow
  • Panzermuseum Munster: „Technik, Kultur und Gesellschaft“
  • Neue KarriereTrucks für die Bundeswehr
  • Kiellegung der Korvette „Köln
  • MKS 180: Finale Angebote angefordert

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Besuch der Lebenshilfe AACHEN – Führung durch eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es für Menschen mit geistigen, psychischen oder schweren körperlichen Behinderungen zurzeit etwa 700 anerkannte Werkstätten Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. mit rund 280.000 Plätzen. Auch in der Städteregion AACHEN sind mehrere dieser Einrichtungen ansässig. Und so besuchten 22 Mitglieder und Angehörige der Kameradschaft AACHEN/Eschweiler am 28.März 2019 die Lebenshilfe AACHEN Werkstätten & Service GmbH.

Die Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), so die offizielle Bezeichnung nach dem SGB IX, sind keine profitorientierten Erwerbsbetriebe. Sie sind Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation und sollen Menschen mit Behinderungen die Teilnahme am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft unabhängig von ihrer Leistungsfähigkeit ermöglichen. Ein eigener Pflegedienst und soziale Fachdienste unterstützen die individuelle Förderung ebenso wie Unterrichte, Sport und Gymnastik. Eingesetzt werden die Mitarbeiter*innen in vielen Produktions- und Dienstleistungsbereichen wie Metall- und Holzbearbeitung, in der Konfektionierung und Verpackung, sowie Dienstleistungen wie Catering und Gartenbau. Auch Eigenprodukte werden hergestellt und vermarktet. Unterstützt werden sie dabei von Fachpersonal aus den Fachbereichen und sozialen Berufen. Wenn auch nicht auf Gewinn orientiert, so stehen die Werkstätten dennoch im Wettbewerb. Preis und Qualität der Produkte und Dienstleistungen müssen stimmen, Termintreue und guter Service sind Pflicht.

Die Lebenshilfe AACHEN Werkstätten & Service GmbH feierte im letzten Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Sie gründete sich als sogenannte. „Beschützende Werkstatt“ in AACHEN-Brand. Parallel dazu existiert der Verein Lebenshilfe AACHEN e.V. und ist Gesellschafter der Werkstatt. In den folgenden Jahren war sie an mehreren Standorten im Stadtgebiet ansässig. 1988 und 1992 wurden die heutigen Betriebsstätten in AACHEN-EILENDORF (Werk 1) und AACHEN-HAAREN (Werk 2) errichtet. Hier, sowie in den Betriebsintegrierten Arbeitsplätzen auf dem 1. Arbeitsmarkt und in den Integrations-Unternehmen werden rund 800 Menschen mit Behinderungen beschäftigt. Werkstattrat, Angehörigen-, Eltern- und Betreuerbeirat, Betriebsrat und eine Frauenbeauftragte sind Organe der sozialen Mitbestimmung.

Besuchergruppe beim Anlegen der Hygienebekleidung

Nach einer kurzen Einweisung durch die Sozialarbeiter*in Frau Schweitzer und Herrn Jacoby wurden zunächst alle Besucher mit einem weißen Kittel und einer Kopfhaube ausgestattet (Hygienemaßnahme für den „Lindt-Bereich“). Dann erfolgte die Führung in 2 Gruppen.

Seit über 30 Jahren besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen den Lebenshilfe Werkstätten und dem Süßwarenhersteller Lindt & Sprüngli AG. Die Werkstätten führen hierfür Konfektions- und Verpackungsarbeiten durch. Ausgeführt werden die Arbeiten in mehreren gekühlten Räumen und einem eigenen Warenein- und –ausgangsbereich, der eine direkte Datenanbindung an das Warenwirtschaftssytem der Lindt & Sprügli AG besitzt. Bei diesen Arbeiten handelt es sich um Terminarbeiten mit einem großen Anspruch an Lebensmittelhygiene und Qualität. Regelmäßig werden hierfür Proben gezogen und auf Güte und Quantität geprüft.

Nächste Station waren die holzbearbeitenden Werkstätten. In diesen werden u.a. Verpackungsmittel hergestellt. So z.B. schöne Schmuckkisten für die berühmten AACHENer Printen. Aber auch Möbelherstellung, wie beispielsweise Schreib- und Spieltische oder Küchenmöbel für Kindergärten werden hier gebaut. Und selbst Buden für einen Weihnachtsmarkt entstanden hier. Mit einfachen Arbeiten wie sägen, bohren und schrauben, bis zur Bedienung großer holzbearbeitenden Maschinen werden auch hier behinderte Menschen eingesetzt. Mit hohem Anspruch an die Arbeitssicherheit.

Im Heilpädagogischen Arbeitsbereich (HPA) sind vor allem Menschen mit schweren und Mehrfachbehinderungen eingesetzt. Die Arbeitsgruppen sind meist kleiner und es stehen mehr geschulte Betreuer*innen zur Verfügung. Aber auch gegenseitige Hilfe ist gefragt. Es werden hier beispielsweise Anzündhilfen (kleine Holzstäbchenbündel) konfektioniert und im hauseigenen Basar an jedermann verkauft. Und in der Kunstwerkstatt entstehen handgemachte Gruß- und Weihnachtkarten, eigene Kunstpapiere und viele weitere schöne Dinge.

Zum Schluss gab es dann noch einen Einblick in die hauseigene Großküche. Von dieser werden täglich die Beschäftigten in beiden Werken mit Essen und Getränken versorgt. Die Küche wird darüber hinaus auf Bestellung zum Caterer für Veranstaltungen bis 200 Personen, auf Wunsch auch mit Service-Personal. Hätten Sie es gedacht? Die Lebenshilfe Werkstätten betreiben außerhalb ihrer Werke sogar ein eigenes Cafè, das „Cafè Life“. Es kann für Veranstaltungen bis zu 60 Personen gemietet werden.

Wir haben nicht alles gesehen, da wir nur das Werk 1 besuchten. Aber die Lebenshilfe Werkstätten betreiben auch eine vollausgestattete Metallbearbeitungswerkstatt und Garten- Landschaftsbau, sind im Montage-Service in einem großen Autohaus integriert und unterstützen mit einem Office-Team externe Betriebe. Einnahmen über den eigenen Geschäftsbedarf fließen über den Verein Lebenshilfe e.V. wieder zurück und kommen den behinderten Menschen wieder zugute. Sie erhalten für ihre Arbeit einen Lohn und bereits nach 20 Jahren haben sie einen gesetzlichen Anspruch auf eine Arbeitsunfähigkeitsrente. Viele arbeiten aber darüber hinaus weiter, einige haben schon ihr 50. Dienstjubiläum erreicht.

Unser 1. Vorsitzende, Herr Oberst a.D. Günter Selbert, hat als Dank für diese interessante und vielfach beeindruckende Veranstaltung das Wappen der Kameradschaft überreicht.

Traditionell haben wir im Anschluss an diese Führung und Besichtigung noch in gemütlicher und angenehmer Atmosphäre den Ausklang im Restaurant BRANDER BAHNHOF gefunden. Dieser, am 1. Dezember 1885 eröffnete Bahnhof war eine Station der Venn-Bahnlinie. Am 29. Mai 1960 wurde der Personenverkehr eingestellt, am 1. April 1980 schließlich auch der Güterverkehr. Später wurden dann auch die Gleise zurückgebaut, heute ist davon bis auf die Trassenführung als Radweg nichts mehr zu sehen. Geblieben ist der Bahnhof, aufgelistet in den Baudenkmälern von AACHEN-BRAND.

Autor: Hauptmann a.D. Gerd Junkersdorf, Fotos: Oberst a.D. Günter Selbert