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Personalveränderungen in militärischen und zivilen Spitzenpositionen – Juli 2026

Im Juli 2026 wurden folgende Personalmaßnahmen in Spitzenstellen wirksam:

Ruhestand:
Generalmajor Stefan Schulz, zuletzt Stellvertreter des Abteilungsleiters Politik im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wurde in den Ruhestand versetzt.

Personalmaßnahmen in militärischen Spitzenstellen:

Bundesministerium der Verteidigung:
Flottillenadmiral Axel Ristau, zuletzt J2 Bundeswehr im Kommando Cyber- und Informationsraum in Bonn, wird nun eingesetzt als Unterabteilungsleiter SK IV im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin.

Brigadegeneral Gero von Fritschen, zuletzt Kommandeur Offizierschule der Luftwaffe in Roth, wird nun eingesetzt als Unterabteilungsleiter SK V im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin.

Heer:
Oberst i.G. Anselm Stark, zuletzt Referent Beauftragter für Erziehung und Ausbildung des Inspekteurs des Heeres (BEA InspH) im Kommando Heer in Strausberg, wird nun eingesetzt als Abteilungsleiter Operationen im Kommando Heer Teile Land Component Command in Strausberg.

Cyber- und Informationsraum:
Oberst i.G. Oliver Esdar, zuletzt eingesetzt als Referatsleiter SK IV 3 im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun eingesetzt als J2 Bundeswehr im Kommando Cyber- und Informationsraum in Bonn.

Nachgeordnete Dienststellen:
Konteradmiral Sascha Rackwitz, zuletzt Leiter Büro Generalinspekteur der Bundeswehr im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun eingesetzt als Kommandeur Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

Unterstützungsbereich:
Konteradmiral Ralf Kuchler, zuletzt Kommandeur Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wird nun eingesetzt als Chef des Stabes im Unterstützungskommando der Bundeswehr in Bonn.

Generalmajor Stefan Zeyen, zuletzt Chef des Stabes Unterstützungskommando der Bundeswehr in Bonn, wird nun eingesetzt als Amtschef Streitkräfteamt in Bonn.

NATO und EU:
Brigadegeneral Thomas Braun, zuletzt Director Training Development Division der NATO Mission in Iraq, wird nun eingesetzt als Abteilungsleiter II Militärpolitik bei der Deutschen Vertretung NATO in Brüssel/BEL.

Brigadegeneral Jürgen Schrödl, zuletzt Unterabteilungsleiter SK V im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun eingesetzt als Deputy Chief of Staff Strategic Plans and Policy (DCOS SPP) im Supreme Allied Command Transformation (SACT) Norfolk/USA.

Flottillenadmiral Matthias Schmitt, zuletzt Referatsleiter SK V 8 im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun eingesetzt als Chef des Stabes Deutscher Militärischer Vertreter im Militärausschuss der NATO und bei der Europäischen Union in Brüssel/BEL.

Bundeskanzleramt:
Oberst i.G. Daniel Andrä, zuletzt Stellvertreter des Gruppenleiters 23 im Bundeskanzleramt in Berlin, wird nun eingesetzt als Gruppenleiter 23 im Bundeskanzleramt in Berlin.

 

Quelle:

Bundesministerium der Verteidigung
Autor: Presse- und Informationszentrum Personal

Mit dem Iltis durch Europa – Technik, Kameradschaft und ein guter Zweck

Zwei Mitglieder des Blauen Bundes starten mit einem ehemaligen Bundeswehr-Fahrzeug bei der European 5000

Was haben ein ehemaliges Bundeswehr-Fahrzeug aus der Zeit des Kalten Krieges, zwei Mitglieder des Blauen Bundes, mehrere tausend Kilometer durch Europa und die Unterstützung einer Stiftung für die Erforschung einer seltenen Kinder-Demenz gemeinsam? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel. Auf den zweiten Blick eine ganze Menge.

Im September gehen Carsten Brammer, Oberstleutnant d.R., und Volker Zarth, Oberstabsfeldwebel a.D., als Team Iltis 183 bei der European 5000 an den Start. Ihr Rallyefahrzeug ist dabei kein moderner SUV und schon gar kein Hightech-Rennwagen, sondern ein Fahrzeug, das viele Mitglieder des Blauen Bundes noch aus ihrer aktiven Dienstzeit kennen dürften: Der VW Iltis, Typ 183. Und genau das macht diese Rallye für uns zu etwas Besonderem.

Ein Fahrzeug aus einer anderen Zeit

Der Iltis wurde Ende der 1970er-Jahre für die Bundeswehr eingeführt und war bis in die 1990er-Jahre hinein ein wichtiger Bestandteil der Fahrzeugflotte. Entwickelt für die Anforderungen der damaligen Landes- und Bündnisverteidigung, war der Iltis konsequent auf Robustheit, Geländegängigkeit und Instandsetzbarkeit unter schwierigen Bedingungen ausgelegt. Elektronische Steuergeräte und umfangreiche Sensortechnik waren nicht erforderlich. Stattdessen dominierten mechanische Lösungen, robuste Komponenten und eine Konstruktion, die auch unter Bedingungen funktionieren sollte, unter denen eine Werkstatt mit umfangreicher Infrastruktur nicht zur Verfügung stand. Besonders interessant aus Sicht der Instandsetzung: Viele Komponenten waren konstruktiv einfach gehalten und teilweise zwischen Vorder- und Hinterachse identisch oder austauschbar. Das reduzierte die Ersatzteilvielfalt und erleichterte die Feldinstandsetzung.

Genau diese Philosophie passt zu dem, was den Bereich Logistik und Instandsetzung bis heute auszeichnet: Ein Fahrzeug muss nicht nur funktionieren – es muss auch unter den Bedingungen instand gesetzt werden können, unter denen es eingesetzt wird.

Vom Dornröschenschlaf auf die Rallyestrecke

Unser Iltis hat selbst bereits eine kleine Geschichte hinter sich. Von 2004 bis 2021 stand das Fahrzeug still, bevor es in einer Garage wiederentdeckt wurde. Für Carsten Brammer war schnell klar: Dieser Iltis gehört nicht ins Museum – er gehört zurück ins Gelände. Mit viel persönlichem Engagement wurde das Fahrzeug restauriert und wieder fahrbereit gemacht. Nun bekommt der Iltis erneut Auslauf – allerdings nicht im militärischen Einsatz, sondern auf einer ganz besonderen Mission durch Europa. Die Rücksitze weichen der Rallyeausrüstung und aus dem ehemaligen Dienstfahrzeug wird wieder ein Expeditionsfahrzeug. Mit zwei Besatzungsmitgliedern, möglichst wenig elektronischem Komfort und viel mechanischer Technik geht es auf die Strecke.

Zwei Instandsetzer – eine gemeinsame Geschichte

Team Iltis 183 besteht aus Carsten Brammer und Volker Zarth, beide sind dem Blauen Bund seit vielen Jahren eng verbunden.

Carsten Brammer ist Oberstleutnant d.R. und beorderter Reservist. Im zivilen Berufsleben ist er Niederlassungsleiter West der Heeresinstandsetzungslogistik GmbH (HIL).

Volker Zarth ist Oberstabsfeldwebel a.D. und war über viele Jahre Mitarbeiter der HIL. Mehr als 25 Jahre engagierte er sich zudem im Vorstand des Blauen Bundes. Darüber hinaus war Volker maßgeblich am Aufbau der Koordinierungsstelle der Technischen Schule des Heeres (TSH) in Aachen beteiligt und engagierte sich beim Helpdesk-Einsatz vor Ort.

Damit treffen bei dieser Rallye nicht nur zwei Rallyefahrer aufeinander, sondern zwei Menschen mit einer gemeinsamen beruflichen und kameradschaftlichen Vergangenheit – und mit einer besonderen Verbindung zu Technik, Logistik und Instandsetzung.

Alte Technik auf neuen Wegen

Natürlich kann ein fast 50 Jahre altes Fahrzeug nicht mit einem modernen Fahrzeug hinsichtlich Komfort, Assistenzsystemen oder elektronischer Vernetzung konkurrieren. Aber genau darin liegt der Reiz. Der Iltis zeigt eindrucksvoll, welche Möglichkeiten eine konsequent auf Robustheit, Einfachheit, Modularität und Reparierbarkeit ausgelegte Konstruktion bietet. Und vielleicht ist das mehr als nur nostalgisch. Angesichts der Erfahrungen moderner Konflikte und der zunehmenden Bedeutung von Resilienz, Durchhaltefähigkeit und dezentraler Instandsetzung lohnt es sich durchaus, einen Blick zurückzuwerfen.

Wie viel Elektronik braucht ein Fahrzeug tatsächlich? Wie abhängig darf ein militärisches Fahrzeug von Diagnosegeräten, spezieller Infrastruktur und komplexen Lieferketten sein? Und wie wichtig ist es, dass ein Fahrzeug auch mit begrenzten Mitteln und durch geschultes Personal vor Ort instand gesetzt werden kann?

Iltis 2.0?

Vielleicht steckt in der Philosophie des Iltis auch ein kleiner Denkanstoß für die Zukunft.

Natürlich wird ein modernes Gefechtsfahrzeug nicht einfach durch die Technik der 1970er-Jahre ersetzt werden können. Vernetzung, Schutz, Sensorik und moderne Antriebstechnik sind heute unverzichtbar. Aber vielleicht könnte man beides miteinander verbinden: Die Robustheit und Reparierbarkeit des Iltis mit den Möglichkeiten moderner Technik.

Ein Fahrzeug, das geländegängig, modular, möglichst wartungsarm und vor allem auch unter widrigen Bedingungen instandsetzbar ist. Ein „Iltis 2.0“ – nicht als nostalgische Rückkehr, sondern als Denkanstoß für ein resilienteres Fahrzeugkonzept der Zukunft.

Die European 5000 bietet uns dabei die Möglichkeit, die Fähigkeiten unseres alten Iltis erneut unter Beweis zu stellen – nicht auf einem Übungsplatz, sondern auf tausenden Kilometern durch Europa.

Das Fahrzeug ist für die Rallye European 5000 vorbereitet, die am 04.09.2026 startet.
Das Fahrzeug ist für die Rallye European 5000 vorbereitet, die am 04.09.2026 in Bad Aibling startet.

Rallye für einen guten Zweck

Bei aller Technik und allem Abenteuer steht für uns jedoch ein anderer Gedanke im Mittelpunkt. Wir möchten die Rallye nutzen, um auf die Arbeit der NCL-Stiftung aufmerksam zu machen und Spenden für die Erforschung der seltenen Kinder-Demenz NCL (Neuronale Ceroid-Lipofuszinose) zu sammeln. Die Erkrankung verändert das Leben betroffener Kinder und ihrer Familien dramatisch. Die Erforschung dieser seltenen Erkrankung ist deshalb auf Aufmerksamkeit und Unterstützung angewiesen.

Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Mitglieder und Freunde des Blauen Bundes unser Charity-Projekt unterstützen.

Jede Spende hilft.

Mehr Informationen zur NCL-Stiftung:

www.ncl-stiftung.de

Direkt zu unserer Spende:

Zur Spendenseite der NCL-Stiftung

Eine Reise mit vielen Facetten

Wenn sich im September der Iltis auf den Weg durch Europa macht, nehmen wir deshalb mehr mit als nur Werkzeug, Ersatzteile und Rallyeausrüstung.

Wir nehmen ein Stück Bundeswehr- und Instandsetzungsgeschichte mit.

Wir nehmen die Kameradschaft des Blauen Bundes mit.

Und wir nehmen die Hoffnung mit, mit unserem Abenteuer etwas für einen guten Zweck beitragen zu können.

Vielleicht beweist der alte Iltis auf seiner Reise nicht nur, dass gute Konstruktionen auch nach Jahrzehnten noch funktionieren. Vielleicht erinnert er uns auch daran, dass manchmal ein Blick zurück notwendig ist, um Ideen für die Zukunft zu entwickeln.

Autoren/Bildrechte: OTL d.R. Carsten Brammer und OStFw a.D. Volker Zarth

FTS und SIMA bündeln Kräfte zur Modernisierung europäischer Verteidigung

Im Rahmen des heutigen German-Danish Defence Network Forum auf dem Luftwaffenstützpunkt Karup (Dänemark) haben Flensburg Technology Systems (FTS) und SIMA Innovation (SIMA) eine strategische Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um ihr Know-how in den Bereichen militärischer Fahrzeugplattformen sowie fortschrittliche Ring- and Weapon-Mount-Technologien zu bündeln. Im Mittelpunkt der Partnerschaft stehen gemeinsame Entwicklungen, Systemintegration sowie koordinierte Marktaktivitäten mit dem Ziel, Streitkräften weltweit verbesserte Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen.

In einer Zeit, in der die europäischen Staaten ihre Verteidigungsfähigkeiten rasant ausbauen, sind beide Unternehmen der Überzeugung, dass eine engere industrielle Zusammenarbeit unerlässlich ist, um die Bereitstellung einsatzrelevanter und zukunftsfähiger Lösungen zu beschleunigen, die auf dem Gefechtsfeld von morgen den entscheidenden Unterschied ausmachen können.

Durch die Bündelung von deutscher Fahrzeugexpertise und dänischer Ringmount-Innovation werden FTS und SIMA Lösungen fördern, die auf offener Architektur und Modularität basieren und es Kunden ermöglichen, ihre Fähigkeiten entsprechend den sich wandelnden operativen Anforderungen zu erweitern und anzupassen.

Die Zusammenarbeit unterstreicht zudem die Bedeutung einer starken und resilienten Basis der europäischen Verteidigungsindustrie, in der grenzübergreifende Partnerschaften dazu beitragen, die Einsatzbereitschaft zu beschleunigen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Streitkräfte Zugang zu modernsten Systemen haben, die auch weit in die Zukunft hinein relevant bleiben.

Quelle/Bildrechte (AI-generated): FTS

Schnelle und lebensrettende Verwundetenversorgung: Bundeswehr beschafft weitere mobile Rettungsstationen

Die medizinische Versorgung verwundeter Soldatinnen und Soldaten ist der Kernauftrag des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Die Präsidentin des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), Annette Lehnigk-Emden, beauftragte dazu am 13.07.2026 den Lieferanten Rheinmetall Project Solutions GmbH (RhPS) mit der Lieferung von 149 zusätzlichen mobilen Rettungsstationen.

Bei den Rettungsstationen handelt es sich um ein Teilprojekt des Großvorhabens Modulare Sanitätseinrichtungen (MSE). Bei den MSE handelt es sich um containerbasierte, mobile Behandlungseinrichtungen. Sie werden maßgeblich dazu beitragen, dass verwundete Soldaten und Soldatinnen über die gesamte Rettungskette hinweg die medizinische Versorgung bekommen, die sie benötigen.

Die neu bestellten Rettungsstationen sind ein Teil der MSE und bilden die NATO-Behandlungsebene 1 ab. Diese Ebene folgt direkt auf die Selbst- und Kameradenhilfe und hat ihren Schwerpunkt in der notfallmedizinischen Versorgung. Konkret bedeutet das Aufrechterhaltung und Sicherung der Vitalfunktionen sowie die Vorbereitung bzw. Stabilisierung für den Weitertransport. Zudem besteht die Möglichkeit, erste notfallchirurgische Eingriffe (z.B. chirurgische Wundbehandlung) vorzunehmen. Somit werden die neuen Stationen die erste Anlaufstelle für verwundete Soldatinnen und Soldaten. Die dort vorgenommene Akutversorgung ist für die Rettung von Menschenleben von entscheidender Bedeutung, wie der aktuelle Krieg in der Ukraine zeigt.

Jede mobile Rettungsstation besteht aus zwei Containern, einem Verbindungselement sowie der dafür erforderlichen Transportkomponente. Sämtliche notwendigen medizinischen Geräte werden in der Rettungsstation mitgeführt. Daher kann die Rettungsstation mitsamt ihrem Personal innerhalb kürzester Zeit transportiert, aufgebaut, betrieben, wieder abgebaut und an den nächsten Einsatzort verbracht werden. Somit kann der Sanitätsdienst den kämpfenden Truppen unmittelbar folgen.

Bei der neuen Bestellung handelt es sich um einen Abruf aus dem 2024 geschlossenen Rahmenvertrag zwischen dem BAAINBw und der Firma RhPS. Mit Vertragsschluss wurden bereits 16 Rettungsstationen fest beauftragt. Nun wurde der Abruf von weiteren 149 Rettungsstationen gebilligt. 112 dieser Stationen sind ballistisch – also gegen den Beschuss aus Handwaffen und gegen Splitterwirkung – geschützt.

Der neue Abruf ist ein Meilenstein der Regeneration der Rettungsstationen der Bundeswehr. Die jetzt im Einsatz befindlichen Stationen wurden Anfang der 2000er Jahre beschafft. Sie werden nun bis zum Ende des Jahres 2029 nach und nach durch die neuen Stationen ersetzt. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hatte den Rahmenvertragsabruf am 08. Juli 2026 gebilligt.

Quelle: PIZ BAAINBW Bildrechte: Rheinmetall AG | RH-Internal