Wettbewerb innovative Ideen für modernes Lernen an der LogSBw

Wettbewerb bringt innovative Ideen für modernes Lernen
Logistikschule der Bundeswehr prämiert die drei besten innovativen Ideen zur Weiterentwicklung der Ausbildung im digitalen Bereich.
Ursprünglich war es ein Wettbewerb der BWI innoX – einer Innovationseinheit des zentralen IT-Dienstleisters BWI der Bundeswehr – bei dem es darum ging, innovative Ideen im digitalen Bereich zu finden und zu prämieren. Alle Angehörigen der Logistikschule der Bundeswehr, kurz: LogSBw, waren aufgefordert, sich einzubringen. Mit 14 Ideen nahm die Schule an dem Wettbewerb teil. Brigadegeneral Boris Nannt, Schulkommandeur und Verfechter hybriden Lernens, startete parallel einen schulinternen Wettbewerb. Auch wenn es keine der 14 Ideen ins Finale des BWI innoX-Wettbewerb geschafft hat, so sollten die drei besten Ideen mit einem Bestpreis vom Schulkommandeur ausgezeichnet werden. „Modernes Lernen wird das Markenzeichen der Logistikschule der Bundeswehr. Wir wollen gemeinsam unsere Schule jeden Tag noch ein wenig besser machen, Lernen weiterentwickeln und maximieren. Sie haben sich dazu gute Gedanken gemacht“, dankt er den drei kreativen Köpfen, die nun eine Urkunde von Nannt und einen Shopping-Gutschein erhalten haben.

Digitale Lerninhalte statt Streaming-Dienste
„Man muss das Rad ja nicht neu erfinden. Vorhandene Mittel sollen effektiv und effizient genutzt werden. Da bietet sich der Fernseher auf den Stuben doch an“, erzählt Hauptfeldwebel Markus Hauck, einer der Prämierten. Anstatt Streaming-Dienste zu nutzen, könne der Fernseher doch für Waffen- und Geräteausbildung, Vorschriftenstudium oder andere digitale Lerninhalte genutzt werden. Hauck ist Personalfeldwebel und war sehr oft auf Lehrgängen. Abends auf Stube hatte er beim Zappen dann irgendwann die Idee. Für die Logistikschule eine sehr gute und leicht umzusetzende Idee, die bereits in der Pilotierung ist.

    Soldaten vom Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillon 1 erlernen im Stubenunterricht den Umgang mit dem Maschinengewehr MG3 im Rahmen der Waffenkunde in Sonderhausen, am 29.01.2021.

Ausbildung jederzeit und überall
Hauptmann Patrick Gehlich ist Ausbilder an der Logistikschule. Seine Motivation, an dem Wettbewerb teilzunehmen lag in dem Projekt „Modernes Lernen“, in dessen Mittelpunkt die zukunftsbestimmenden Aspekte Digitalisierung, Kompetenzorientierte Ausbildung und Wissensmanagement stehen. Gehlich stelle seine Ausbildung seit zwei Jahren auf Kompetenzorientierte Ausbildung um. Ein wichtiges Merkmal dabei ist das selbstständige Erarbeiten von Lerninhalten. „Um diese besser aufzubereiten, möchte ich gewisse Impulsvorträge digitalisieren und meine Lehrgangsteilnehmenden jederzeit zur Verfügung stellen.“ Aktuell fehle dafür jedoch die passende Software für die Arbeitsplätze. So hatte Gehlich die Idee, sogenannte Bild in Bild-Videos zu drehen. Die üblicherweise live ausgestrahlten Videos, bei denen jemand einen Vortrag über eine WebCam hält und im Hintergrund die Präsentation oder der Vortrag abgebildet wird, sollen nun aufgezeichnet werden. Die Logistikschule hat die Mittel, diese Idee umzusetzen und so wird in Kürze mit der Realisierung begonnen.

Zeit effektiv nutzen
„Ich habe vor nicht allzu langer Zeit angefangen, eine mir unbekannte Sprache mithilfe einer App zu lernen. Dabei habe ich festgestellt, dass insbesondere das Wiederholen von Audiodateien sehr hilfreich ist. Das Gehörte lässt sich wesentlich besser einprägen, als wenn ich die Vokabeln nur lese oder schreibe“, erzählt Hauptmann Björn Moritzen. „Wenn es also doch mit so einer komplexen Aufgabe „Eine Sprache lernen“ funktioniert, warum soll das
nicht auch mit logistischem Grundwissen gehen?“ Die Idee eines logistischen Hörbuchs entstand. Diese könne man den Lehrgangsteilnehmenden bereits im Vorfeld zur Verfügung stellen, so die Vorstellung des Ausbilders. Fahrzeiten könnten beispielsweise effektiv genutzt werden. Moritzen sieht in den logistischen Hörbüchern die Chance, Lehrgänge zu straffen oder die gewonnene Zeit für praxisnahe Ausbildung vor Ort zu nutzen. An der LogSBw, der zentralen Ausbildungseinrichtung für Logistik in der Streitkräftebasis, hat das erste Hörbuch bereits eine Testphase durchlaufen. „Lernen und Lehren findet innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers statt“, betont Brigadegeneral Nannt. So wird auch diese Idee umgesetzt.
„Auch die anderen elf Ideen werden umgesetzt“, ergänzt Oberstleutnant Michael Seyda, Kommandeur der Lehrgruppe B und Leiter des Projektes Modernes Lernen an der Logistikschule. So wird es beispielsweise auch einen digitalen Unterrichtsraum geben, auf den man über das Internet zugreifen kann. Über ein Tablet haben die Trainingsteilnehmenden dort Zugriff auf alle Unterrichtsunterlagen und Lerninhalte. Der Wettbewerb hat einige innovative Ideen für die Ausbildung und das Lernen im digitalen Bereich hervorgebracht und so auch das Projekt Modernes Lernen ein Stück vorangetrieben.
(Text: LogSBw Kathleen Riediger   Fotos: LogSbw Petra Reiter)