DOLL: Schwerlastfahrzeuge für die Streitkräfte von heute und morgen

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine investiert Europa verstärkt in Verteidigung. Auch Deutschland beschafft moderne Panzer, Artillerie- und Schützenfahrzeuge. Um sie sicher und schnell an ihren Einsatzort zu verlegen, sind zuverlässige Transportlösungen entscheidend – robust, schnell verfügbar und in angemessener Stückzahl.

Genau auf solche Transportlösungen ist die Firma DOLL Fahrzeugbau u. a. spezialisiert. Das Unternehmen aus dem Schwarzwald ist der führende Anbieter militärischer Schwerlastfahrzeuge für den Transport von Panzern und schweren Kampffahrzeugen in der Klasse 70t plus. Trailer von DOLL sind bei NATO-Streitkräften weltweit im Einsatz, u. a. in Deutschland, Großbritannien, Litauen und Kanada. Ihr Rückgrat: eine hochstabile Rahmenkonstruktion aus langlebigem Feinkornstahl, der klimatischen Extremen von Arktis bis Wüste standhält.

Der DOLL 4-Achs-Sattelanhänger 30t ist teleskopierbar und kann so eine Vielzahl verschiedener Geräte und Fahrzeuge transportieren

Eine Stärke des Spezialfahrzeugbauers sind besonders robuste Achstechnologien. „Wir entwickeln unsere Achsen selbst, weil wir wissen, dass im Einsatz selbst kleine Details über Sicherheit und Ausfall entscheiden“, betont DOLL-Geschäftsführer Markus Ehl. Im harten militärischen Offroad-Einsatz hat sich DOLLs robuste Pendelachse bewährt. Diese gleicht Geländeunebenheiten hydraulisch aus. Ein maximaler Federweg von 600 Millimetern erlaubt es, selbst tiefe Bodenwellen zu überfahren. Zusätzlich misst ein spezieller Sensor die Querbeschleunigung in Kurvenfahrten. Droht ein Übersteuern oder Kippen, bremst das System automatisch ab.

„Wir entwickeln unsere Produkte ständig weiter, um den sich verändernden Anforderungen moderner Streitkräfte gerecht zu werden“, sagt Ehl. 35 Ingenieure arbeiten kontinuierlich an neuen Lösungen, auch basierend auf Einsatzerfahrungen. In Afghanistan beispielsweise rissen improvisierte Sprengsätze (IEDs) teils ganze Pendelarme ab. Austretendes Hydrauliköl führte zu Druckverlust im gesamten Hydrauliksystem und beeinträchtigte somit die Lenkung. Heute lassen sich die Achsen bei Bedarf einzeln vom Hydrauliksystem entkoppeln. So bleiben die Trailer auch nach schweren Treffern einsatzfähig.

Zuverlässigkeit im Einsatz bedeutet auch, dass Soldaten ihre Fahrzeuge in jeder Situation sicher bedienen können, ob bei Dunkelheit oder im Gefecht. DOLL stattet seine Schwerlastfahrzeuge deshalb mit intuitiv bedienbaren Assistenzsystemen aus. Das hochmoderne Steuerungssystem „DOLL control“ ermöglicht die Überwachung und Steuerung sämtlicher Trailerfunktionen. Ein 7-Zoll-Farbdisplay zeigt alle wichtigen Daten zu Reifendruck, Gewicht und Lastverteilung an. Zudem lassen sich alle Auflieger-Funktionen über die Funkfernbedienung „DOLL connect“ steuern. Der Fahrer kann vom Fahrersitz aus in die Lenkung eingreifen oder das Fahrniveau einstellen. Nach dem manuellen Nachlenken reicht ebenfalls ein Knopfdruck auf der Fernbedienung, um die Achsen wieder einzuspuren. Das automatische Einspursystem „DOLL EEP“ passt die Spur des Anhängers eigenständig an die Zugmaschine an. Und schließlich reguliert ein hydraulisch gesteuerter Schwanenhals den Druck auf die Zugmaschine beim Überfahren von Kuppen oder Steigungen. So behält die Zugmaschine stets eine gleichmäßige Traktion.

Der Sattelanhänger 70 t DOLL tera S8P im Gebirge

Weil viele Streitkräfte ihre Beschaffungsprozesse beschleunigen, gewinnt neben Qualität auch schnelle Verfügbarkeit an Bedeutung. DOLL kann liefern: „Dank unseres starken Partnernetzwerks in Deutschland und Europa können wir die Produktion bei Bedarf schnell hochfahren“, erläutert Ehl. „Und durch Simultaneous Engineering gelingt uns ein besonders schneller Übergang von der Entwicklung in die Fertigung.“ Ein Beweis für die Liefertreue: der im Juni 2022 unterzeichnete Rahmenvertrag mit dem BAAINBw über 249 Sattelanhänger mit 70 Tonnen Nutzlast (SaAnh 70t mil). Das erste Los von 31 Fahrzeugen wurde schon im Oktober 2023 an die Bundeswehr übergeben – drei Monate früher als vereinbart.

Zum Konzept von DOLL gehört außerdem ein umfassender Service über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge. Dazu zählen Training und ein „Train-the-Trainer“-Programm, Ersatzteilversorgung und Obsoleszenzmanagement. DOLL bietet die Materialerhaltungsstufen MES 1 bis 4 – auf Wunsch auch im Ausland oder Krisengebieten.

Über DOLL Fahrzeugbau

Die DOLL Fahrzeugbau GmbH mit Hauptsitz in Oppenau im Schwarzwald ist einer der führenden europäischen Hersteller von Transportfahrzeugen für die Bereiche Defence, Schwertransport, Airport Equipment und Holztransport. Zum Hauptsitz addieren sich die Tochtergesellschaften DOLL Airport Equipment in Oppenau, DOLL America in New Jersey, DOLL TimTech in Mildenau und DOLL France in Paris. Des Weiteren bietet DOLL Schulungen und Trainings, technischen Support, Reparatur- und Refurbishmentarbeiten, mobilen Service sowie 24-Stunden-Ersatzteilservice an. Gebrauchtfahrzeuge runden das Servicespektrum ab. Das im Jahr 1878 gegründete Traditionsunternehmen beschäftigt heute zirka 420 Mitarbeitende und baut rund 1.000 Fahrzeuge pro Jahr.

DOLL Hauptsitz in Oppenau

Pressekontakt

Christoph Ernst

möller pr

Telefon: +49 (0)221 80 10 87-82

Email: ce@moeller-pr.de

www.moeller-pr.de

 

Bilder: ©DOLL Fahrzeugbau

Informationsveranstaltung am 26. und 27.02.2026 an der Logistikschule in Garlstedt

Am 26. und 27. Februar wird die ursprünglich im November letzten Jahres geplante Mitgliederversammlung und Informationsveranstaltung an der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt durchgeführt.

Schwerpunkt wird die „Verteidigungsfähigkeit Deutschlands unter neuen sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen“ sein. In diesem Rahmen werden wir u.a. eine sicherheitspolitische Standortbestimmung, die gemeinsame Europäische Rüstungspolitik, die Nationale Sicherheits- und Verteidigungsindustriestrategie, die Logistische Unterstützung durch die NSPA, den Operationsplan Deutschland sowie die Heimatschutzdivision thematisieren. Die Logistischen Ausbildungseinrichtungen in Krise und Krieg sollen in diesem Zusammenhang ebenfalls dargestellt werden.

Für alle Themenbereiche konnten Referenten gewonnen werden, die zu den neuesten Entwicklungen vortragen und für vertiefende Diskussionen zur Verfügung stehen werden. Natürlich soll es auch in diesem Jahr wieder ausreichend Zeit und Gelegenheit zum „Netzwerken“ geben.

Die Einladung zur Informationsveranstaltung mit der Möglichkeit zur digitalen Anmeldung wird mit gesonderter Mail an die Mitglieder versandt.

Ort und Zeit

Zeit: 26. Februar 2026 bis 27. Februar 2026
Ort: Logschule der Bundeswehr
Lucius-D.-Clay-Kaserne
Bremerhavener Heerstr. 10
27711 Osterholz-Scharmbeck

#267: Logistik und Militär: Die große Chance der Transformation der Bundeswehrlogistik

Generalmajor Jochen Deuer, der Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr, führt ein Gespräch mit dem Host der Bundesvereinigung Logistik (BVL) – Boris Felgendreher – über die große Chance der Transformation der Bundeswehrlogistik.

Unter anderem geht es dabei um folgende Themen:

Bedeutungszuwachs der Militärlogistik
– Logistik wurde schon vor der Zeitenwende wichtiger, durch größere Materialmengen noch stärker.
– Rückblick auf 2014 (Krim) als eigentlicher Beginn des Umdenkens.
– 2022 als Beschleuniger: mehr Aufmerksamkeit, mehr Mittel, stärkere öffentliche Debatte.

Aufgaben des Logistikkommandos
– Dreistufiges logistisches System: Deutschland → Verlegeweg → Einsatzgebiet.
– Verantwortung für Depots, Materialfluss, Folgeversorgung, Ausbildung (Logistikschule) und Kraftfahrwesen (Y-Kennzeichen).
– Logistikschule: Ausbildung von Logistikern, auch mit Simulation/VR-Technik.

Rolle der Logistik im modernen Militär
– Logistik begrenzt militärische Operationen – Ressourcen bestimmen, was möglich ist.
– Unterschiede zwischen Auslandseinsätzen und Landes-/Bündnisverteidigung: v. a. Mengen steigen massiv.
– Beispiel: Eine Division kann pro Tag rund 1.000 Tonnen Munition benötigen.

Kombination militärischer und ziviler Kräfte
– 17.000 Personen im Logistikkommando (inkl. 4.500 Zivilbeschäftigten).
– Militär alleine wird Anforderungen nicht stemmen können.
– Industrie bleibt unverzichtbar – in Deutschland, unterwegs (Coupling Bridge) und im Einsatzland.

Übungen & Vorbereitung auf den Ernstfall
– Grundbetrieb trainiert das „blaue“ logistische Kerngeschäft; Übungen simulieren den Ernstfall.
– Großübung „Wave Blue“ in Litauen mit vollständigem Durchspielen aller Übergabepunkte.

Aktueller Stand zivile–militärische Zusammenarbeit
– 90 % der Transporte im Grundbetrieb laufen über zivile Logistikunternehmen.
– Enge Zusammenarbeit mit Inhouse-Gesellschaften (HIL, BW Fuhrparkservice).
– Funktionierende Routinen im Schwerlasttransport und Tagesgeschäft.

Zentrale Herausforderungen & Ausbau-Bedarf
– Wertehaltende Lagerung: deutlich mehr Material, Notwendigkeit professioneller externer Lagerkapazitäten.
– Transportkapazitäten: Deutschland als logistische Drehscheibe benötigt massiven Kapazitätsausbau.
– Rast- und Sammelräume als neues Element (z. B. Vertrag mit Rheinmetall).
– Große Infrastrukturbedarfe in Deutschland (z. B. Häfen wie Bremerhaven).

Digitalisierung & Innovation
– SAP-basierte Steuerung, Umstieg auf S4/HANA geplant.
– Softwarelösungen wie JADET oder DART BW für Planung und Erkundung.
– Interesse an bodengebundenen, autonom fahrenden Logistikdrohnen.
– Smart Warehousing und Automatisierung gewinnen an Bedeutung; Beispiel: automatisiertes Ersatzteillager mit Hensoldt.

Chancen für die Wirtschaft / Zugang zur Bundeswehr
– Teilnahme an Foren: CPM-Forum, CPM LogNet, „Zukunftsorientierung Kooperation Logistik“.
– Neues Beschaffungs- und Planungsgesetz erleichtert Zugang, auch für kleinere Firmen.
– Startups besonders interessant in Bereichen wie Sensorik, Automatisierung, Drohnen.
– Wichtig: Leistungsfähigkeit, Verlässlichkeit, Sicherheitsbewusstsein (Cyber, hybride Bedrohungen).

Anforderungen an Dienstleister
– Robustheit, Ausfallsicherheit, Bewusstsein für Risiken (Cyberangriffe, hybride Bedrohungen).
– Transparenz und vertrauensvolle Zusammenarbeit – Leistungsversagen ist im Ernstfall nicht tolerierbar.

Hier geht es zum Podcast:

#267: Logistik und Militär: Die große Chance der Transformation der Bundeswehrlogistik – Die BVL: Das Logistik-Netzwerk für Fach- und Führungskräfte

Erstveröffentlichung auf der Internetseite der Bundesvereinigung Logistik (BVL), 04.12.2025, www.bvl.de

Titel: Logistik und Militär: Die große Chance der Transformation der Bundeswehrlogistik

Moderator: Boris Felgendreher

Bild: BVL

 

Neuer Wehrdienst für Deutschland beschlossen

Sinnstiftend, attraktiv, digital: Mit dem Neuen Wehrdienst reagiert Deutschland auf die veränderte sicherheitspolitische Lage und die Anforderungen an die Landes- und Bündnisverteidigung. Die Wiedereinführung der Wehrerfassung und der Wehrüberwachung sorgen für eine personell starke Reserve.

Neuer Wehrdienst – Regierung schafft rechtliche Grundlage

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat mit einer einfachgesetzlichen Änderung – das heißt ohne Änderung des Grundgesetzes – ein neues Wehrdienstmodell und die dafür dringend erforderlichen Strukturen und Kapazitäten geschaffen. Hierfür wurde in den Fachabteilungen des BMVg ein Gesetzentwurf erarbeitet, der nach der Ressortabstimmung und Verbändebeteiligung am 27. August 2025 im Kabinett für die Einleitung des parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens beschlossen wurde. Im Besonderen enthält der Gesetzentwurf zahlreiche Maßnahmen für einen attraktiven und sinnstiften Wehrdienst sowie die Wiederaufnahme von Wehrerfassung und Wehrüberwachung.

Pistorius Rede zum neuen Wehrdienst, ©picture alliance/Flashpic

Im Rahmen dieses Gesetzgebungsverfahrens erhielten die Fraktionen die Möglichkeit, Änderungen einzubringen, die in gemeinsamen Gesprächen erörtert wurden. Dies betont das demokratische Verständnis. Die Einigung auf Ebene der Regierungsfraktionen aus CDU/CSU und SPD markierte den nächsten Schritt im Gesetzgebungsverfahren. Der Bundestag hatte sodann am 5. Dezember 2025 über den Gesetzentwurf abgestimmt. Am 19. Dezember hatte das Gesetz zur Modernisierung des Wehrdienstes den Bundesrat passiert und soll nun zum 1. Januar 2026 in Kraft treten.

Modern, freiwillig und mit einer starken Reserve

Das Gesetz sieht vor, dass mit Einführung des Neuen Wehrdienstes zahlreiche attraktivitätssteigernde Maßnahmen vorgenommen werden. So tritt beispielsweise bereits ab einem Jahr Verpflichtungszeit anstelle des bislang „Freiwilligen Wehrdienstes als besonderes staatsbürgerliches Engagement“ der Status einer Soldatin beziehungsweise eines Soldaten auf Zeit, was zu besoldungs- und versorgungsrechtlichen Verbesserungen führt. Aber auch bei geringeren Verpflichtungszeiten erhalten die Soldatinnen und Soldaten bereits eine höhere Besoldung als bisher – vorgesehen sind mindestens 2.600 Euro Einstiegsgehalt. Mit dem Neuen Wehrdienst wird die Reserve gestärkt, weil jeder neue Wehrdienstleistende nach Ende der aktiven Dienstzeit in die Reserve beordert wird. Und während ihrer Dienstzeit stärken die neuen Wehrdienstleistenden aber auch die aktive Truppe, gerade im Bereich der Mannschaften. Der Neue Wehrdienst eröffnet die Möglichkeit, schon mit kurzen Verpflichtungszeiten ab sechs Monaten einen eigenen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands zu leisten.

Wie lange er oder sie Wehrdienst leisten möchte, kann jeder und jede für sich selbst entscheiden. Möglich sind als Freiwillig Wehrdienstleistender von sechs bis zu elf Monate als besonderes staatsbürgerliches Engagement, monatlich abgestuft, beziehungsweise als Soldatin oder Soldat auf Zeit ab zwölf Monaten. Bei entsprechender Eignung sind Verpflichtungszeiten als Soldatin oder Soldat auf Zeit bis zu 25 Jahren möglich. Je nach Bildungsgrad, Qualifizierung, Eignung oder Bedarf ist es unabhängig davon möglich, die Laufbahn zu wechseln und später sogar Berufssoldatin oder Berufssoldat zu werden. Das Gesetz sieht weiterhin vor, die Wehrerfassung zu modernisieren. Sie wird an das aktuelle Melderecht angepasst. Die Aufgabe der Wehrerfassungsbehörden geht von den Meldebehörden auf die Bundeswehrverwaltung über. Dies bedeutet eine Entlastung für die Meldebehörden der Länder.

Bereitschaftserklärung für Männer Pflicht

Im Zuge der Wehrerfassung wird es eine für Männer verpflichtende Befragung über deren Bereitschaft und Fähigkeit zur Ableistung des Wehrdienstes, die sogenannte Bereitschaftserklärung, geben. Alle jungen Menschen erhalten nach ihrem 18. Geburtstag einen Brief mit einem QR-Code zugesandt, der zu einem Onlinefragebogen führt. Junge Männer sind verpflichtet, den Fragebogen auszufüllen. Für Personen anderen Geschlechts ist die Beantwortung der Fragen freiwillig, da sie nicht der Wehrpflicht unterliegen.

In dem Fragebogen werden persönliche Daten, Verfügbarkeit, Bildungsabschlüsse und sonstige Qualifikationen sowie die Bereitschaft zu einer Wehrdienstleistung abgefragt. Nach dem Gesetz über den Neuen Wehrdienst werden die wehrpflichtigen Männer ab Geburtsjahr 2008 einer verpflichtenden Musterung unterzogen. Aufgrund der derzeit im Aufbau befindlichen Musterungskapazitäten werden die Musterungen schrittweise erfolgen und nach und nach auf den gesamten Jahrgang 2008 ausgeweitet. Bis dahin werden diejenigen, die sich bereit erklären Wehrdienst zu leisten, nach Auswertung des Fragebogens und wenn sie für den Dienst in den Streitkräften geeignet erscheinen, zu einem Assessment eingeladen.

Durch Assessment und Musterung wird festgestellt: Ist die Person geeignet und tauglich? Ist sie verfügbar? Wo könnte sie am sinnvollsten eingesetzt werden? Und passt sie zum Bedarf der Streitkräfte? Es ist zudem vorgesehen, dass eine erneute verpflichtende Befragung der Wehrpflichtigen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann. Dadurch werden die Angaben aktualisiert. Das alles geschieht mit der Absicht, ein besseres Lagebild über Eignung und Qualifikation der Wehrpflichtigen zu erhalten.

Neue Bedrohungslage – Neuer Wehrdienst

Angesichts der massiv verschärften Bedrohungslage in Europa infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine richtet sich die Bundeswehr noch konsequenter auf die Landes- und Bündnisverteidigung aus und schafft dafür die erforderlichen Strukturen. Der Neue Wehrdienst stellt ein zentrales Element dieser Entwicklung dar.

Reserve und „Bedarfswehrpflicht“

Bereits in Friedenszeiten muss die Bundeswehr dafür sorgen, dass sie im Ernstfall schnell wachsen kann. Dafür muss sie unbedingt wissen, wen sie heranziehen kann und wie geeignet der- oder diejenige ist. Auf der Grundlage des Gesetzes wird es der Bundeswehr ermöglicht, effektiver und zielgerichtet das Potenzial der zur Verfügung stehenden jungen Menschen sowie der künftigen Reservistinnen und Reservisten zu erfassen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, bei einer möglichen Reaktivierung der verpflichtenden Einberufung unmittelbar auf einen belastbaren Datenbestand und bestehende administrative Strukturen zurückgreifen zu können. Die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte soll dadurch deutlich verbessert werden.

Der Neue Wehrdienst wird ein freiwilliger Dienst sein. Vorgesehen ist aber, einen Korridor der Aufwuchszahlen für aktive Soldatinnen und Soldaten sowie nicht aktive Reservistinnen und Reservisten der Bundeswehr bis 2035 gesetzlich festzuhalten. Dabei geht es also um den gesamten Personalstand der Bundeswehr. Diese aktuellen Zahlen müssen halbjährlich dem Bundestag berichtet werden. Wird dieser Aufwuchskorridor angesichts der gesetzten Zielvorgaben nicht eingehalten, werden Regierung und Parlament im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens festlegen, welche Maßnahmen zum Erreichen dieser Ziele ergriffen werden müssen. Dass können zum Beispiel über den Fragebogen hinausgehende verpflichtende Elemente sein. Einen Automatismus für verpflichtende Elemente, oder – wie diskutiert – für ein Losverfahren ist im aktuellen Gesetz nicht enthalten.

Fragen und Antworten zum neuen Wehrdienst finden Sie über folgenden Link:

https://www.bmvg.de/de/neuer-wehrdienst#section-5987018

Erstveröffentlichung auf der Internetseite des Bundesministeriums der Verteidigung, 05.12.2025, www.bmvg.de

Titel: Neuer Wehrdienst für Deutschland beschlossen

 

Personalveränderungen in militärischen und zivilen Spitzenpositionen – Oktober 2025

Ruhestand:

General Christian Badia, zuletzt Deputy Supreme Allied Commander Transformation im Headquarters Supreme Allied Command Transformation Norfolk/USA, wurde in den Ruhestand versetzt.

Vizeadmiral Frank Lenski, zuletzt Stellvertretender Inspekteur der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte im Marinekommando in Rostock, wurde in den Ruhestand versetzt.

Generalmajor Thorsten Puschmann, zuletzt Vizepräsident Bundesamt für Ausrüstung Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz, wurde in den Ruhestand versetzt.

Generalmajor Hartmut Renk, zuletzt tätig im Kommando Heer in Strausberg, wurde in den Ruhestand versetzt.

Generalmajor Frank Schlösser, zuletzt Kommandeur Einsatzkräfte und Militärisches Nachrichtenwesen im Kommando Cyber- und Informationsraum in Bonn, wurde in den Ruhestand versetzt.

Generalstabsarzt Dr. Stephan Schmidt, zuletzt Kommandeur Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung in Weißenfels, wurde in den Ruhestand versetzt.

Brigadegeneral Heiko Krogmann, zuletzt Chef des Stabes und Stellvertreter Amtschef im Amt für Heeresentwicklung in Köln, wurde in den Ruhestand versetzt.

Brigadegeneral Ralf Lungershausen, zuletzt Stellvertretender Kommandeur Logistikkommando der Bundeswehr in Erfurt, wurde in den Ruhestand versetzt.

Flottillenadmiral Helge Risch, zuletzt Abteilungsleiter Personal/Ausbildung/Organisation im Marinekommando in Rostock, wurde in den Ruhestand versetzt.

Brigadegeneral Friedhelm Tränapp, zuletzt Abteilungsleiter 3 Personal/Organisation/SASPFStandard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien/Ausbildung im Kommando Luftwaffe in Köln, wurde in den Ruhestand versetzt.

Personalmaßnahmen in militärischen Spitzenpositionen:

Bundesministerium der Verteidigung:

Generalleutnant Gunter Schneider, zuletzt Abteilungsleiter MEOMedium Earth Orbit im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Hauptabteilungsleiter SK im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Generalleutnant Michael Vetter, zuletzt Abteilungsleiter Cyber- und Informationstechnik im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Abteilungsleiter IC im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Konteradmiral Tobias Abry, zuletzt Chef des Stabes im Marinekommando in Rostock, wird nun als Stellvertreter des Hauptabteilungsleiters Streitkräfte im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Generalmajor Wolfgang Ohl, zuletzt Stellvertreter des Abteilungsleiters MEOMedium Earth Orbit im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Stellvertreter des Hauptabteilungsleiters SK im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Konteradmiral Axel Schulz, zuletzt Stellvertreter der Abteilungsleiterin P im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, wird nun als Stellvertreter des Hauptabteilungsleiters Aufwuchs im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn eingesetzt.

Flottillenadmiral Christian Bock, zuletzt Unterabteilungsleiter MEOMedium Earth Orbit II im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Unterabteilungsleiter SK I im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Brigadegeneral Robert Wilhelm, zuletzt Unterabteilungsleiter EBU II im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, wird nun als Unterabteilungsleiter SK II im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn eingesetzt.

Generalarzt Dr. Jörg Ahrens, zuletzt Unterabteilungsleiter EBU III im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Unterabteilungsleiter SK III im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Brigadegeneral Oliver Prost, zuletzt Unterabteilungsleiter Medium Earth Orbit I im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Unterabteilungsleiter SK IV im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Brigadegeneral Jürgen Schrödl, zuletzt Unterabteilungsleiter MEOMedium Earth Orbit III im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Unterabteilungsleiter SK V im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Brigadegeneral Dr. Volker Pötzsch, zuletzt Unterabteilungsleiter Cyber- und Informationstechnik I im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Leiter der ministeriellen Steuergruppe „Aufbau Innovation“ innerhalb der Abteilung IC im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

 

Heer:

Generalleutnant Dr. Christian Freuding, zuletzt Leiter Planungs- und Führungsstab im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Inspekteur des Heeres im Kommando Heer in Strausberg eingesetzt.

Generalleutnant Heico Hübner, zuletzt Kommandeur 1. Panzerdivision in Oldenburg, wird nun als Stellvertretender Inspekteur des Heeres und Kommandeur Militärische Grundorganisation im Kommando Heer in Strausberg eingesetzt.

Brigadegeneral Christian Hubert Friedl, zuletzt eingesetzt als Kommandeur Deutsch-Französische Brigade in Müllheim im Markgräflerland, wird nun als Kommandeur Pionierschule in Ingolstadt eingesetzt.

Brigadegeneral Wolfgang Jordan, zuletzt Abteilungsleiter Planung und internationale Zusammenarbeit im Kommando Heer in Strausberg, wird nun als Chef des Stabes und Stellvertreter Amtschef im Amt für Heeresentwicklung in Köln eingesetzt.

Brigadegeneral Alexander Krone, zuletzt Kommandeur Kommando Spezialkräfte in Calw, wird nun als Kommandeur 1. Panzerdivision in Oldenburg eingesetzt.

Brigadegeneral Andreas Kühne, zuletzt Unterabteilungsleiter EBU I im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Kommandeur Kommando Spezialkräfte in Calw eingesetzt.

Oberst Stephan Behrenz, zuletzt Leiter Arbeitsbereich III im Planungs- und Führungsstab im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Kommandeur Panzerlehrbrigade 9 in Munster eingesetzt.

 

Luftwaffe:

Oberst i.G. Marco Klimpel, zuletzt Teilnehmer am Global Strategy Programme des Royal College of Defence Studies in London/ENG, wird nun als Abteilungsleiter 3 Personal/Organisation/SASPFStandard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien/Ausbildung im Kommando Luftwaffe in Köln eingesetzt.

 

Marine:

Vizeadmiral Axel Deertz, zuletzt Stellvertretender Abteilungsleiter EBU im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Stellvertretender Inspekteur der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte im Marinekommando in Rostock eingesetzt.

Flottillenadmiral Richard Kesten, zuletzt Commander Task Group Maritime Task Force United Nations Interim Foce in Lebanon (UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon) in Naqura/LIB, wird nun als Chef des Stabes im Marinekommando in Rostock eingesetzt.

Kapitän zur See Christoph Ciliax, zuletzt Referatsleiter Plg I 6 im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, wird nun als Assistant Chief of Staff Support im Marinekommando in Rostock eingesetzt.

 

Cyber- und Informationssicherheit:

Generalmajor Lutz Kuhn, zuletzt Kommandeur Panzerlehrbrigade 9 in Munster, wird nun als Kommandeur Einsatzkräfte und Militärisches Nachrichtenwesen im Kommando Cyber- und Informationsraum in Bonn eingesetzt.

 

Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung:

Brigadegeneral Dr. Frank Utzerath, zuletzt Beauftragter Zeitenwende im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Vizepräsident Bundesamt für Ausrüstung Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz eingesetzt.

 

NATO/EU/VN:

Brigadegeneral Gunnar Brügner, zuletzt in der Ausbildung zum Militärattaché, wird nun als Militärattaché in Washington/USA eingesetzt.

 

Personalmaßnahmen in zivilen Spitzenpositionen:

Bundesministerium der Verteidigung

Ministerialdirigentin Anke Domuradt, bisher Unterabteilungsleiterin Recht und Organisation I im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird als Abteilungsleiterin Recht im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Ministerialdirigent Stefan Sohm, bisher Unterabteilungsleiter Recht und Organisation III im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird als Stellvertreter der Abteilungsleiterin Recht im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Quelle:

Bundesministerium der Verteidigung
Autor: Presse- und Informationszentrum Personal

Personalveränderungen in militärischen und zivilen Spitzenpositionen – September 2025

Personalmaßnahmen in militärischen Spitzenpositionen:

Bundesministerium der Verteidigung:
Brigadegeneral Joachim Kaschke, zuletzt eingesetzt als Unterabteilungsleiter I in der Abteilung Politik im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Leiter des Steuerungsstabes Leitung im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Oberst i.G.im Generalstabsdienst Ingo Stüer, zuletzt eingesetzt als Referatsleiter II 2 in der Abteilung Politik im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, wird nun als Unterabteilungsleiter I in der Abteilung Politik im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin eingesetzt.

Heer:
Brigadegeneral Christian Friedl, zuletzt eingesetzt als Kommandeur Deutsch-Französische Brigade in Müllheim im Markgräflerland, wird nun als Kommandeur Pionierschule in Ingolstadt eingesetzt.

Cyber- und Informationssicherheit:
Flottillenadmiral Axel Ristau, zuletzt Verteidigungsattaché im Militärattachéstab in Washington/USA, wird nun im Kommando Cyber- und Informationssicherheit in Bonn eingesetzt.

NATO/EU/VN:
Brigadegeneral Gunnar Brügner, zuletzt in der Ausbildung zum Militärattaché, wird nun eingesetzt als Militärattaché in Washington/USA.

Quelle:

Bundesministerium der Verteidigung
Autor: Presse- und Informationszentrum Personal