Die jährlich stattfindende Übung Quadriga ist eine der größten multinationalen Übungen Europas im Jahr 2025. Soldatinnen und Soldaten der Marine, des Heeres, der Luftwaffe, des Cyber- und Informationsraums sowie des Unterstützungsbereichs übten dieses Jahr gemeinsam in Deutschland, Litauen, Finnland und auf der Ostsee.
Über 2.000 der rund 8.000 deutschen Kräfte stammten aus dem Unterstützungsbereich der Bundeswehr. Mit Logistik, Sanitätsdienst, Pipelinepionieren, ABC-Abwehrkräften und Feldjägern schufen sie die Grundlagen, die eine solche Großübung überhaupt erst ermöglichten. Die Gesamtunterstützung des Bereichs zeigte sich dabei in quasi allen Teilübungen von Quadriga 2025. Denn ohne die Unterstützer geht nichts.
Unterstützer in Aktion – Beitrag zu einer erfolgreichen Großübung
Jede vierte Soldatin oder Soldat bei Quadriga 2025 stammte aus dem Unterstützungsbereich. Dabei trainierten sie vor allem in den kombinierten Logistikübungen Brave Blue und Safety Fuel, unterstützten aber auch Teilübungen des Heeres und der Marine.
Absolut zentral am Erfolg von Quadriga war das Logistikzentrum des Unterstützungsbereich: Es plante und koordinierte alle Märsche über Land, See und Luft und war somit der „Taktgeber“ für die Verlegung aller Kräfte in den Übungsraum. Knotenpunkt war dabei der vom Logistikbataillon 163 RSOM („Reception, Staging, Onward Movement“) betriebene Hafenumschlag in Rostock und Klaipėda. Eine in der NATO einzigartige Fähigkeit, welche den Unterstützungsbereich der Bundeswehr auszeichnet.
Rein personell leistete das Logistikregiment 1 mit rund 1.750 Soldatinnen und Soldaten, 850 Fahrzeugen und 350 Anhängern den größten Beitrag aus dem Unterstützungsbereich. Während der Teilübung Brave Blue setzen seine Bataillone 161 und 171 ein sogenanntes „Logistisches Netzwerk im Einsatzland“ in Litauen auf, welches die Heereskräfte der Teilübung Grand Eagle mit Munition, Verpflegung, Ersatzteilen und Betriebsstoffen versorgte.

Über Litauen hinaus waren die Logistikbataillone 172 und 472 mit Erkundungskommandos in die Übung Brave Blue eingebunden. Ihr Auftrag war, alternative Einsatzräume zu erkunden, die genutzt werden könnten, wenn der Verlauf eines heißen Konflikts dies fordert. Auch Litauens Nachbarland Lettland steuerten die Erkundungstrupps an, denn für die Bundeswehrlogistik ist das gesamte Baltikum mögliches Einsatzgebiet.
Bei der Teilübung Safety Fuel sorgte das Spezialpionierregiment 164 mit ungarischen Alliierten für die Spritversorgung, indem sie gemeinsam ein mobiles Feldtanklager aufbauten und betrieben. Darüber hinaus übten sie die Wasseraufbereitung.

ABC-Abwehrkräfte und Feldjäger leisteten Brandschutz und militärpolizeiliche Unterstützung und fungierten als Überteilnehmer.
Sanitätsdienst übt auf hoher See
Doch nicht nur die Logistiker, sondern auch der Sanitätsdienst macht die jährliche Großübung möglich. Gemeinsam mit der Marine führte er die Übung Role2Sea 2025 durch. Dabei übten Ärztinnen, Notfallsanitäter und anderes Fachpersonal der Bundeswehrkrankenhäuser die durchgängige Rettungskette von Verwundeten an Bord auf See bis an Land in zivile Krankenhäuser. Simuliert wurde ein Unfall auf dem Minenjagdboot „Pegnitz“ mit rund 30 Verwundeten.

Im iMERZ (integriertes Marineeinsatzrettungszentrum) einer Behandlungseinrichtung der Role 2 erfolgte die chirurgische Akutversorgung, die intensivmedizinische Überwachung sowie die Überwachung und Pflege der Patientinnen und Patienten nach Operationen. Danach wurden „verwundete“ Personen mit dem Medevac zur weiteren medizinischen Versorgung von See aufs Land in zivile Krankenhäuser gebracht. Das erfolgt teils auch per Lufttransport mit Hubschraubern.
Aber auch auf sandigem Boden trainierten Role 2-Kräfte des Sanitätsregiments 1 – ebenfalls verstärkt durch Ergänzungspersonal aus den Kliniken der Bundeswehr – in Litauen Seite an Seite mit Einsatzstaffeln der Sanitätszentren Erfurt und Köln die Abläufe in der Rettungskette. Dabei unterstützten sie die Heeresübung Grand Eagle auch mit Real Life Support.
Die Möglichmacher der Bundeswehr
Die Unterstützerinnen und Unterstützer stellen mit ihren hochspezialisierten Fähigkeiten sicher, dass die kämpfende Truppe verlegen, kämpfen und durchhalten kann. Ob es darum geht die schnelle und reibungslose Verlegung zu planen, Verwundete zu versorgen, oder den Nachschub an Treibstoff, Material oder Trinkwasser sicherzustellen: Funktionierende Unterstützung legt die Grundlage für glaubhafte Abschreckung – gerade im Bündnisgebiet und in Zusammenarbeit mit multinationalen Partnern der NATO und EU.
Dass Deutschland damit die NATO-Ostflanke stärkt, die Einsatzbereitschaft seiner Streitkräfte erhöht und die gesamtstaatliche Abschreckung nachhaltig unterstützt, ist daher auch dem essentiellen Beitrag des Unterstützungsbereichs zu verdanken.
Erstveröffentlichung in YNSIDE, 22.09.2025
Autor: Jonas Kellner