Mit der Feldeinsatzübung „Tapferer Schweppermann 2025“ hat das Logistikbataillon 472 aus Kümmersbruck eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass logistische Leistungsfähigkeit, militärische Planung und gesellschaftliche Verwurzelung Hand in Hand gehen können. Über zwei Wochen hinweg wurde in der Oberpfalz ein komplexes Szenario erprobt, das die Einsatzbereitschaft und Flexibilität moderner Logistikverbände unter realitätsnahen Bedingungen auf die Probe stellte.
Rund 700 Soldatinnen und Soldaten aus verschiedenen Verbänden nahmen an der Übung teil, unterstützt von zivilen Kräften und der regionalen Bevölkerung. Ziel war es, die logistischen Abläufe in einem fiktiven Krisenszenario zu trainieren – von der Materialverteilung, der Instandsetzung und dem Transport über die Versorgung verwundeter Kameradinnen und Kameraden bis hin zur Sicherstellung moderner Kommunikations- und Führungseinrichtungen.
Ein Jahr der Vorbereitung – Organisation in höchster Komplexität
Bereits die Vorbereitung auf die Übung „Tapferer Schweppermann 2025“ stellte alle Beteiligten vor Herausforderungen. Im Frühjahr 2024 begannen die Planungen, die sich über mehr als zwölf Monate erstreckten und die Klärung einer Vielzahl von logistischen, organisatorischen und auch bürokratischen Herausforderungen umfassten.
„Eine Übung dieser Größenordnung ist keine Selbstverständlichkeit“, betonte Oberstleutnant Martin Hillebrandt, Kommandeur des Logistikbataillons 472. Im Schwerpunkt lagen die Vorbereitungen darin, unterschiedlichste Akteure – militärisch wie zivil – aufeinander abzustimmen, Genehmigungen einzuholen, Infrastruktur vorzubereiten um die hohe Qualität der Ausbildung sicherzustellen.
Der Planungsstab unter Führung des stellvertretenden Kommandeurs des Logistikbataillons 472 arbeitete monatelang in enger Abstimmung mit der Bundeswehrverwaltung, den kommunalen Vertretungen und den zuständigen Sicherheitsbehörden. Die organisatorische Komplexität war beträchtlich, da neben der logistischen Planung Sicherheitskonzepte erstellt, Transport- und Versorgungswege festgelegt sowie technische Infrastrukturen vorbereitet werden mussten.

Die Vorbereitungsphase diente hierbei nicht nur der Strukturierung der Übung, sondern auch der Abstimmung aller Beteiligten auf gemeinsame Ziele und Prozesse. Sie bildete die Grundlage für den späteren Erfolg und stellte sicher, dass sowohl militärische Effizienz als auch zivile Rücksichtnahme miteinander vereinbar blieben.
Verlässliche Partner – Die Oberpfalz als Fundament des Erfolges
Ein wesentliches Element des Erfolges war die hervorragende Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden, den Patengemeinden des Bataillons und der Bevölkerung der Oberpfalz. Kümmersbruck, Amberg und die umliegenden Gemeinden zeigten sich als zuverlässige Partner und als engagierte Gastgeber.
Die lokale Bevölkerung begegnete der Bundeswehr mit Offenheit und Unterstützung. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger leisteten durch Bereitstellung von Flächen logistische Hilfestellungen oder durch organisatorische Mithilfe einen wertvollen Beitrag.

Informationsveranstaltungen, Einbindung der Kommunen in die Planung sowie der kontinuierliche Austausch zwischen Militär und Zivilgesellschaft sorgten für ein hohes Maß an Transparenz und gegenseitigem Vertrauen. So wurde die Feldeinsatzübung auch zu einem Symbol gelebter zivil-militärischer Partnerschaft – einer Partnerschaft, die weit über die Dauer der Übung hinaus Bestand haben wird.
Drei Säulen der Struktur – Rahmenleitgruppe, übende Truppe und Schiedsrichterorganisation
Ein zentraler Erfolgsfaktor war die klare organisatorische Trennung zwischen der Rahmenleitgruppe, der übenden Truppe und der Schiedsrichterorganisation. Diese Aufteilung ermöglichte nicht nur eine saubere Steuerung der Abläufe, sondern auch eine objektive Bewertung der Ergebnisse.

Die Rahmenleitgruppe koordinierte die übergeordneten Planungs- und Steuerungsvorgänge und stellte sicher, dass das Übungsszenario den beabsichtigten Zielen entsprach. Die übende Truppe wiederum agierte unabhängig und reagierte anlassbezogen auf die anstehenden Lagen, ähnlich wie in einem echten Einsatz.
Besonders hervorzuheben ist die Rolle der Schiedsrichterorganisation: Sie beobachtete, bewertete und dokumentierte die Abläufe neutral und unabhängig. Unterstützt wurde sie dabei von verbandsfremden Experten aus dem Bereich der Logistik und der Sanität.
Gerade dieser Aspekt war entscheidend um eine realistische, ungeschönte Bestandsaufnahme des Ausbildungsstandes aufzuzeigen.
Drohnen – Ein relevanter Akteur im militärischen Umfeld
Ein Schwerpunkt der Übung lag auf dem Einsatz von Drohnen. Sie sind unter anderen ein essentieller Teil der Aufklärung zur Überwachung von Einsatzräumen und zur Erfassung von Lageveränderungen in Echtzeit. Erkenntnisse aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigen allerdings, dass Drohnen längst mehr sind als bloße Aufklärungsinstrumente. So wurden Drohnen im Rahmen der Übung auch als feindliche Wirkmittel eingesetzt, um die zweckmäßige Reaktion der Truppe zu üben. Insbesondere durch die vorhandene optische und thermische Sensorik konnte die Effizienz der Tarnung von Gefechtsständen und Fahrzeugen bewertet, die Truppe sensibilisiert und Mängel behoben werden.
Allerdings zeigte sich auch: Der Umgang mit dieser neuen Technologie will geübt sein. Sowohl die technische Handhabung als auch die taktische Integration erfordern regelmäßiges Training. Die Erkenntnis aus der Übung lautet daher eindeutig: Der Umgang mit Drohnentechnologie muss systematisch in die Ausbildung integriert werden.
Präsenz zeigen – Abschreckung und Vertrauen zugleich
Neben den militärischen Zielsetzungen diente die Übung auch einem gesellschaftlich-politischen Zweck: Sie sollte Präsenz zeigen – in der Region, in der Bevölkerung und gegenüber potenziellen Gegnern.

In Zeiten globaler Unsicherheiten und wachsender geopolitischer Spannungen ist es für die Bundeswehr wichtiger denn je, die eigene Einsatzbereitschaft sichtbar zu machen. Die Feldeinsatzübung „Tapfere Schweppermann 2025“ war daher auch ein Signal an die Bürgerinnen und Bürger, dass ihre Streitkräfte handlungsfähig sind. Durch die sichtbare Darstellung logistischer und taktischer Abläufe wurde verdeutlicht, dass die mobilen Logistiktruppen der Basislogistik in der Lage sind, auf komplexe Lagen schnell und entschlossen zu reagieren.
Fazit – Ein Meilenstein für die militärische Logistik und die Region
Mit der Übung „Tapferer Schweppermann 2025“ hat das Logistikbataillon 472 Maßstäbe gesetzt. Die Übung demonstrierte nicht nur die Leistungsfähigkeit moderner logistischer Kräfte, sondern auch die enge Verzahnung von militärischem Können, technischer Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung der Bundeswehr.

Die intensive Vorbereitung, die hervorragende Zusammenarbeit mit den Behörden und Gemeinden der Oberpfalz sowie die klare organisatorische Trennung zwischen Planern, Übenden und Bewertenden schufen die Grundlage für einen reibungslosen Ablauf und aussagekräftige Ergebnisse.
Zugleich zeigte die Übung, dass bereits heute die militärische Logistik zunehmend digital, vernetzt und technologisch anspruchsvoll ist.
Die Feldeinsatzübung „Tapferere Schweppermann 2025“ steht damit sinnbildlich für die mobilen Logistiktruppen Basislogistik, die bereit sind, die Lehren aus der Vergangenheit umzusetzen, sich den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen und entschlossen den wachsenden Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.
Dieser Artikel wurde bereitgestellt vom Logistikkommando der Bundeswehr
Autor: Hauptfeldwebel Christoph Vietzke
Bilder: ©Bundeswehr/Susanne Hähnel